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Inzess~Vom eigenen Vater sexuell-Missbraucht.

bertil

Aktives Mitglied
Du musst jetzt was tun, sonst passiert es wieder und das kann für dich nicht gut sein.
Und wir verlangen da etwas Ungeheures von Dir. Ob zu einer Betreuungsstelle oder gleich zur Polizei, dieser Weg mit Bleischuhen und Frosch im Hals sollte Albträumen vorbehalten bleiben. Wo ist Deine Wut geblieben, die Dir dabei helfen würde? Dir ist das widerfahren und gleich betonst Du wieder, wie sehr Du ihn liebst und Rücksicht nehmen willst. Ich glaub Dir das nicht. Du hast Deinen Zorn unterdrückt. Hol ihn wieder hervor. Hol die Wut in Dir heraus, die das in Dir ausgelöst haben muss. Dann hast Du das Rüstzeug für diesen Horrorweg, es an den richtigen Stellen auf den Tisch zu bringen. Dass es richtig ist und sein muss, weisst Du aus den Zeitungen und Medien. Also gilt es für Dich genauso.

Denkst Du, der Großmutter die von ihrem Enkel mit einem Messer um Geld bedroht wurde, geht es besser. Man zieht die Konsequenzen, weil es richtig ist. Es ist nicht Deine Aufgabe, in Deinem Innern einen Gerichtssaal vorwegzunehmen, ob es denn richtig sei oder etwas dagegen spricht. Du, ich, wir alle wissen es gibt Taten wo es einen richtigen Handlungsweg gibt und der ist zu gehen.

Ich kann mir vorstellen, das jeder Schritt zu einer dieser Stellen eine weitere, unverdiente Qual für Dich wird. Aber ich bin überzeugt, sobald Du es getan hast, wird etwas von Dir abfallen. Diese Menschen können uns nicht die Geborgenheit des eigenen Vaters zurückgeben, die so viele von uns auf unterschiedliche Weise verloren haben. Aber sie werden Dich auffangen, wie es uns als Gemeinschaft möglich ist. Daran erkennen wir, dass es dennoch eine Geborgenheit gibt in den Menschen die sich Deiner Verletzung annehmen werden. Sie werden Dir ins Gesicht sagen, dass Du richtig handelst und das wird Dir wieder Rückhalt geben, einen Ufersteg an diesem dunklen See Deiner seelischen Verletzung. Hab darum Vertrauen, schüre und nutze Deinen gerechten Zorn für die Kraft, es zu tun.
 
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bertil

Aktives Mitglied

Die essays auf alice-miller.com kann man grundsätzlich jedem empfehlen

Die Frau, die ihren sterbenden Vater nicht begleiten wollte, sah immer wieder das Bild dieses alten, hinfälligen Mannes vor sich, der auch in der Stunde seines Todes von der Tochter so verlassen wurde. Der Vater war einen langen und qualvollen Tod gestorben. Sie empfand starkes Mitleid mit diesem Mann, sie spürte in sich die Einsamkeit seines Lebens und fragte sich, ob es ihr nicht hätte gleichgültig sein sollen, wenn der Vater ihren Besuch am Sterbebett als Versöhnung verstanden hätte, die sie ihm nicht geben wollte. Sie musste auch denken, dass sie zwar unter den psychischen Störungen des Vaters schrecklich gelitten hat, kein Mensch aber seine seelische Erkrankung verschulde. Bis sie merkte, dass sie erneut die Verantwortung für das Leiden des Vaters übernahm, die dieser immer abgelehnt hatte. Ihr war nicht nur der Mangel hinterlassen worden, sondern ihr Erbe bestand gleichsam auch aus einem riesigen Sack voller Unglück aus dem Leben der Eltern. Sollte sie diese Bürde noch weiterhin mit sich herumschleppen? Sie sah wie im Überblick die Familie, aus der sie stammte, sie sah, wie sehr sie aufgrund der Kindheit in eine Kette ständiger gegenseitiger Verletzungen verstrickt war, die sie als Erwachsene nur unterbrechen konnte, indem sie den Eltern mit dem Abbruch des Kontakts erneut weh tat. Dieses Verhalten hatte sie aber nicht freiwillig gewählt, es war ihr von den Eltern aufgezwungen worden. Nicht sie war lieblos gewesen, im Gegenteil, als Kind hatte sie ihre Liebe dem Vater immer wieder angeboten, dieser aber hatte die Gefühle seiner kleinen Tochter allzu oft missbraucht oder weggeschlagen. Die Frau sah, dass sie mit dem Unglück des Kindes, das sie gewesen war, genug zu tragen hatte. Sie war als Kind so schmerzhaft verletzt worden, dass sie sich als Erwachsene in Sicherheit bringen musste. Sie war genötigt, ihre ganze Kraft dafür aufzuwenden, um für ihr eigenes Leben zu kämpfen. Dies war eine zwangsläufige Folge der frühen Geschichte mit ihren Eltern. Sie konnte und wollte sich nicht noch mehr abverlangen. Sie hätte ihren Vater gerne von Herzen geliebt, es war ihr aber nicht möglich gewesen und sie verstand die Gründe dafür.
 

cucaracha

Sehr aktives Mitglied
Ich würde auf jeden Fall ausziehen....
Mit Hilfe des Jugendamtes oder gehe zu einer Beratungsstelle..z.B. Caritas... damit du für den Auszug Unterstützung bekommst.
Mit ein wenig Unterstützung kannst du ein WG Zimmer oder eine eigene Wohnung finden.

Lass dich bei einer Beratungsstelle für sexuell Missbrauchte beraten.
 

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