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Interessengemeinschaft Suizid

PsychoSeele

Urgestein
Ich hatte die gesamte Übersicht von den IGs durch geschaut und da ist mir aufgefallen, das es noch keine IG zum Thema Suizid gab.

Aber das hat sich nun geändert.

Ihr habt einen, oder mehrere Suizidversuche hinter euch und wollt drüber reden? Oder ihr habt mitbekommen, das sich jemand aus eurer Familie/ Freunde das Leben genommen hat?
..Und noch vieles mehr..

Hier könnt ihr über das Thema Suizid offen sprechen.


Ich würde mich über euer Beitreten sehr freuen.

Liebe Grüsse
SchwarzeSeele
 
Zuletzt bearbeitet:

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eins01

Mitglied
Wie würdet Ihr damit umgehen, wenn Ihr davon ausgeht dass im nächstliegendsten Umfeld demnächst ein Suizid begangen wird. Ihr wißt dass ihr psychologisch nicht weiterkommt, direkte Hilfe nicht angenommen werden wird und alles suggestive durchschaut werden würde?
 

PsychoSeele

Urgestein
Meinst du das auf die IG bezogen??

Wenn ich merke, das sich ein bekannter von mir sich das Leben nehmen will, dann schleppe ich den zum Arzt.

Und wenn dieser sich komplett gegen mich wehrt, dann rufe ich den Notarzt oder die Polizei. Die würden ihn dann in eine Klinik einweisen.

Was anderes bleibt einem nicht übrig.

Kein Suizident lässt sich gern Helfen (was logisch ist).. Daher muss die Hilfe gegen seinen Willen erfolgen, welches auch gesetzlich geregelt ist im sogenannten Psychisch-Kranken-Gesetz:

Wer Selbsttötung androht oder ankündigt, muss damit rechnen, wegen erheblicher Selbstgefährdung in eine psychiatrische Klinik zwangseingewiesen und zwangsmedikamentiert zu werden. Rechtsgrundlage sind dabei die Psychisch-Kranken-Gesetze der Bundesländer. Voraussetzung ist, dass diese Selbstgefährdung auf einer psychischen Krankheit beruht, welche aber aufgrund der Selbstgefährdung wiederum vermutet wird.


Liebe Grüsse
SchwarzeSeele
 

eins01

Mitglied
was bedeutet IG ?

Rechtlich wäre denke ich nicht viel zu machen, da die Ankündigung nur auf ein "längeres wegfahren" beruht. Eine Zwangseinweisung wäre sicherlich ein Zeitgewinn, ich befürchte allerdings, dass sie sich aufgrund Ihrer psychologischen Kenntnisse relativ schnell dort rausbewegen würde und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass einem dort nur geholfen werden kann, wenn man das auch will. Es ist bei Ihr keine Kurzschlußreaktion, es ist eine wohldurchdachte Entscheidung. Bereits vor mehr als einem Jahr war mir bewußt, dass sie bei einem bestimmten Ereignis so handeln wird. Inzwischen ist es fast unausweichlich, dass es eintreten wird und Ihr Entschluss erscheint mir näher denn je.

Vorher kann und will ich nichts in der Form einer Zwangseinweisung unternehmen, denn das würde Ihr in jedem Fall mehr Kosten als sie gewinnen kann. Erst danach stünden solche Möglichkeiten zur Verfügung. Und dann ist die Zeit knapp.....

Bin sehr dankbar für die Antwort aber lieber wären mir Antworten, was man als Freund vorher tun kann, ein paar Wochen Zeit sind sicherlich noch und vielleicht hat ja irgendjemand eine Idee, die ich nicht habe ;)
 

PsychoSeele

Urgestein
IG= Interessengemeinschaft

Risikofaktoren: Psychische Störungen und Sucht


  • Depressionen
  • Schizophrenie
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Dissoziative Identitätsstörung
  • Dissoziative Störung nicht näher bezeichnet
  • Alkohol- Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit

Auffällige Verhaltensweisen bei Kindern und Jugendlichen


  • Selbstverletzendes Verhalten
  • Schuleschwänzen
  • Weglaufen
  • Auf Trebe gehen
  • Rückzug
  • Verändertes Verhalten beim Essen
  • Alkohol- Drogen- oder Medikamentenmißbrauch
  • Verwahrlosungstendenzen
  • Gewaltätigkeit
  • Verbale Äußerungen über den Tod und das Sterben
  • Interesse an Philosophie
  • Schriftliche Äußerungen
  • Zeichen bildlicher Art und Symbole wie Kreuze und Gräber

Auffällige Verhaltensweisen bei Erwachsenen


  • Selbstverletzendes Verhalten
  • Sprechen über den Tod und über Suizidabsichten
  • Alkohol- Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit
  • Eßstörungen wie Eßsucht, Magersucht oder Bulimie
  • Ein oder mehrere Suizidversuche in der Vergangenheit
  • Rückzug und Isolation
  • Intensives Bemühen, Alleinsein oder Verlassenwerden zu vermeiden

Psychische Veränderungen


  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Gleichgültigkeit
  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Stimmungsschwankungen
  • Hoffnungslosgkeit
  • Verzweiflung

Hier ein paar Tipps:

Was kannst und musst Du aber tun wenn sich jemand das Leben nehmen will?

  • sprich ihn ruhig und sachlich an, ob er sich das Leben nehmen will. Habe keine Angst, dass er dadurch in den Suizid getrieben wird. Das Gegenteil ist der Fall, weil es ihn entlastet, wenn er mit Dir darüber sprechen kann. Versuche einfach Zeit zu gewinnen, weil die suizidale Stimmung meist bald von selbst nachlässt und der Wille zum Leben wieder erwacht

  • sei einfühlsam, zeige ihm, dass Du Dich um ihn sorgst, aber lasse Dich nicht in den Strudel der Depression hineinziehen. Lasse Dich nicht davon blenden, wenn er von heroischem Freitod und Selbstbestimmung spricht. Es gibt keine Situation, die so schwer zu ertragen ist, dass ein Suizid unausweichlich ist. Dein Freund ist nämlich psychisch krank und muss richtig behandelt werden
versuche nicht, Therapeut zu spielen. Denn wenn Dein Freund sich trotzdem umbringt, würdest Du ewig Schuldgefühle haben. Mach ihm Mut, seinen Kummer und seine Scham zu überwinden und begleite ihn zum Arzt oder in eine Klinik

Liebe Grüsse
SchwarzeSeele
 
G

Gast

Gast
Hallo,

ich habe 8 durchgeführte Suizidversuche hinter mir. Ich habe diese immer wie Unfälle aussehen lassen, weil ich andere mit meinem Wunsch, von dieser Welt zu gehen, nicht belasten wollte. Ganz besonders, wollte ich meine Eltern damit nicht belasten. Ich dachte immer, dass es sicherlich schon schwer genug für sie werden wird, sollte ich nicht mehr da sein, aber wenn sie erfahren würden, dass ich selbstmord gemacht hätte, dann wäre es für sie noch schwerer gewesen. Sie würden sich unglaubliche Selbstvorwürfe machen. Das wollte ich verhindern. Ich wollte einfach nur gehen dürfen. Daher habe ich es immer wie Unfälle aussehen lassen.

Der letzte durchgeführte Selbstmordversuch liegt mittlerweile 17 Jahre zurück.
Die letzten Vorbereitungen für einen Selbstmord liegen 10 Jahre zurück.
Die letzten Selbstmordgedanken liegen 6 Jahre zurück.
Ich lebe mittlerweile ein glückliches Leben in Zweisamkeit und erfahre seit 8 Jahren Bestätigung in einem tollen Beruf.

Nun meine Frage:
Gibt es irgendwo eine Istitution, die sich Objektiv und Wissenschaftlich mit der Thematik auseinandersetzt?
Ich habe irgendwie das Bedürfnis über all die schrecklichen Jahre zu sprechen und meine versteckten Suizidversuche den Medizinern zu erläutern, damit es in Zukunft vielleicht besser möglich ist, auch Menschen wie mich zu erkennen und Menschen wie mir zu Helfen, bevor sich durch all die vorgetäuschten Unfälle dauernde körperliche Behinderungen oder der Tod einstellt.

Liebe Grüße
Sabine
 
G

Gast

Gast
Was kannst und musst Du aber tun wenn sich jemand das Leben nehmen will?


  • sprich ihn ruhig und sachlich an, ob er sich das Leben nehmen will.
Eine Person ruhig, besonnen und vor allem sachlich anzusprechen empfinde ich als Richtig.


  • Habe keine Angst, dass er dadurch in den Suizid getrieben wird. Das Gegenteil ist der Fall, weil es ihn entlastet, wenn er mit Dir darüber sprechen kann.
Das würde ich so nicht direkt unterschreiben. Das kommt meiner Meinung nach darauf an, ob sich in dem Gespräch für den Betroffenen eine Perspektive bildet oder wenigstens die Idee zusammen nach einer Perspektive zu suchen.
Wenn sich in dem sachlichen Gespräch die Ausweglosigkeit der Situation nur bestätigt, weil auch die nicht suizidale Person keinen Ausweg aus der Situation weiß.

Aus solchen Sackgassen kann man sich meiner Meinung nach dann nur noch mit Sätzen retten, die so ähnlich klingen wie der Folgende:

"Also, ich gebe zu, von einer Sekunde auf die andere, fällt mir dazu jetzt auch keine Lösung ein. Du hast schon recht, dass es eine verzwickte Situation ist. Aber gib mir doch ein wenig Zeit. Lass uns doch gemeinsam nach einem Ausweg suchen. Vielleicht entdecken wir zusammen einen Weg, den du alleine bisher nicht gesehen hast?"

Versuche einfach Zeit zu gewinnen, weil die suizidale Stimmung meist bald von selbst nachlässt und der Wille zum Leben wieder erwacht.
Dazu kann ich nur sagen, dass das "meist" eben nur "meist" ist.

Ich wollte immer Leben.
Aber Leben habe ich nie empfunden.
Mich haben Sätze wütend gemacht, wenn jemand gesagt hat:
"Wirf Dein Leben nicht weg!"
Ich hatte kein gefühltes Leben, das ich hätte wegwerfen können.
Alles was ich hatte war Unleben statt Leben.
Das was andere immer so leichtfertig als Leben bezeichnen war für mich nur ein existieren, ein Ein- und Ausatmen, ein Unleben aber sicherlich kein Leben.

Das oberste Ziel sollte meiner Meinung nach sein, der betroffenen Person eine Perspektive auf das erreichen des Zustandes "Leben" zu erreichen.
Zumindest war es bei mir so, dass ich seit frühester Kindheit die Sehnsucht in mir getragen habe, wenigstens ein einziges mal in der Zeit des Ein- und Ausatmens das erfahren zu dürfen, was andere Leben bezeichnen. Ich hätte alles dafür getan, wenigstens einmal erfahren zu dürfen, wie sich dieses wertvolle "Leben" anfühlt. Es muss etwas sehr sehr schönes und wertvolles sein, wenn doch alle anderen immer wieder davon reden, dass man dieses nicht wegwerfen sollte.
Wenn ich "Leben" gehabt hätte, dann hätte ich möglicherweise auch nicht versucht das weg zu werfen. Aber ich hatte kein "Leben" das ich hätte wegwerfen können. Lediglich unleben.
Aber das hat nie jemand verstanden.

Vor 2 Jahren, auf dem Weg zur Arbeit hat sich ein tatsächlicher Autounfall ergeben. Eigentlich total harmlos. Aber da habe ich zum ersten mal Todesangst erlebt. Bei all den anderen entweder inszinierten Unfällen oder tatsächlichen Unfällen hatte ich mich immer auf das Ende des Atmens gefreut und es gerne dankend angenommen.
Ich hatte nie Angst dieses etwas, dieses "Leben" zu verlieren, da ich nie fühlte, was "Leben" ist.

Ich war wochenlang fertig nach diesem wirklichen Autounfall. Ich habe immer wieder diesen Angstzustand, diese Angst vor dem sterben, diese Todesangst, erlebt. Es hat einige Tage gedauert bis mir bewusst eworden ist, dass meine Existenz zu einem "Leben" geworden ist. Zu einem Dasein mit gefühltem "Leben". Mit diesem wertvollen Ding, das man nicht einfach so weg wirft. Dem Ding was bisher nur ein Wort ohne Inhalt für mich war.


  • sei einfühlsam, zeige ihm, dass Du Dich um ihn sorgst, aber lasse Dich nicht in den Strudel der Depression hineinziehen. Lasse Dich nicht davon blenden, wenn er von heroischem Freitod und Selbstbestimmung spricht.
Zustimmung was heroischen Freitod angeht. Zumindest beinah. Denn dafür gibt es wirklich sehr wenige Gründe.
Aber selbstbestimmten Freitod gibt es durchaus.

Meine Freitodversuche waren durchaus selbstbestimmt, weil es keinerlei Perspektive auf Hilfe gab. Aber die Bergrettung hat mich aus Schluchten geborgen und die Feuerwehr aus zerquetschten Autos.

Im alter von 23 Jahren habe ich von dem ebenfalls selbstbestimmten Freitod meines Großvaters erfahren. Damals hatte ich bereits einiges versucht gehabt. Er war ein sehr gläubiger Mensch (ich dafür überhaupt nicht). Er wollte nicht für irgendwelche Herrscher in den Krieg ziehen und andere Menschen töten, die er nicht einmal kennt.


  • Es gibt keine Situation, die so schwer zu ertragen ist, dass ein Suizid unausweichlich ist.
Diesen Satz empfinde ich persönlich als sehr überheblich.
Derartige Sätze habe ich in meinem bisherigen Leben und Unleben immer nur von Menschen gehört, die selbst noch nie einen wirklichen Selbstmordversuch verübt haben.

Zwischen im Wald sitzen und eine Rasierklinge in der zitternden Hand halten, also dem darüber nachdenken, und dem Moment des Springens und sich fallen lassen liegen Welten. Welten die man nicht kennt, wenn man dort noch niemals war.


  • Dein Freund ist nämlich psychisch krank und muss richtig behandelt werden
Wenn du geschrieben hättest: "Dein Freund ist möglicherweise psychisch krank ..." dann könnte ich mich mit dem Satz noch anfreunden. Pauschal zu sagen, dass soizidale Menschen psychisch krank sind empfinde ich persönlich überheblich.
Aber Meinungen sind ja bekanntlich frei.

versuche nicht, Therapeut zu spielen. Denn wenn Dein Freund sich trotzdem umbringt, würdest Du ewig Schuldgefühle haben. Mach ihm Mut, seinen Kummer und seine Scham zu überwinden und begleite ihn zum Arzt oder in eine Klinik
Wenn seine Sehsucht auf etwas wie Scham oder Kummer begründet ist, dann stimme ich dir zu. Nicht aber wenn es um Leid ohne Perspektiv geht.

Liebe Grüße
Sabine
 
E

ela1

Gast
Hallo,

bin neu hier und würde gerne in die Gruppe rein , nur iwie finde ich den Eingang nicht. Meine Schwägerin hat sich vor drei Monaten auf tragische Weise das Leben genommen ...

Vielleicht könnt ihr mir hier weiter helfen

LG Micha
 

hilfe-schlumpf

Aktives Mitglied
Nun meine Frage:
Gibt es irgendwo eine Istitution, die sich Objektiv und Wissenschaftlich mit der Thematik auseinandersetzt?
Ich habe irgendwie das Bedürfnis über all die schrecklichen Jahre zu sprechen und meine versteckten Suizidversuche den Medizinern zu erläutern, damit es in Zukunft vielleicht besser möglich ist, auch Menschen wie mich zu erkennen und Menschen wie mir zu Helfen, bevor sich durch all die vorgetäuschten Unfälle dauernde körperliche Behinderungen oder der Tod einstellt.

Liebe Grüße
Sabine
Hallo Sabine, also zum darüber reden ist genau die IG da. Gut, ob es da objektiv und wissenschaftlich zu geht, kann ich nicht beurteilen. ( Ich glaube aber, du musst dich registrieren, um in einer IG Mitglied werden zu können ).

Sicher, dein Wunsch, das Thema sogar auf eine noch höhere Ebene ( Einbeziehung von Medizinern ) zu stellen, ist im Grunde erst mal sehr lobenswert. Auf der Gesamtgeschellschaftlichen Ebene ist es aber spätestens mit der Objektivität und Wissenschaftlichkeit vorbei. Da gibt es dann eher Polemik , Vorurteile und so sachen, befürchte ich. Aber sich dafür einzusetzen, schadet sicher nicht.

Liebe Grüße

Schlumpf
 

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