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Innere Angst vor Versagen.. überwinden.. < WIE?

Lichtspiel

Mitglied
Hey. Ich brauch irgendwie Hilfe.
Ich absolviere momentan mein Praxissemester (Studiere BWL) und muss diesen Mo./Di. eine Präsentation über mein Praktikum bei einer Spedition vortragen. (vor meinem Prof. und so 30 Studenten, die ich nicht kenne)! >Dazu muss ich sagen, dass alle 30 Studenten an einem der beiden Tage ihr Praktikum vorstellen müssen<

Ich bin vielleicht für einige "die Ruhige" - bei denen die ich nicht kenne/die mich nicht kennen. Wenn ich mit meinen Freunden unterwegs bin o.ä. dann bin ich eigentlich die "die unterhält, die witzig ist, die nicht ihre Klappe halten kann usw." > so kennen mich meine Freunde!!!

Naja jedenfalls ist mein Problem, dass ich in gewisser Weise jedesmal schiss bekomme, wenn es um eine Präsentation geht, wo alle Augen (von z.B. den Studenten die ich nicht kenne) auf mich gerichtet sind. Ich verfalle dann in Panik und kriege auch nur schwer die Worte raus, dabei bin ich so gut vorbereitet und habe, als ich den Vortrag für mich durchgespielt habe, richtig gut das ganze hinbekommen.

Es ist ja nicht meine erste Präsentation. Ich habe schon viele gehalten im Studium. Und es lief alles immer sehr gleich ab. Ich bin jedesmal so nervös das mir Tage zu vor schon ganz schlecht ist, ich nichts mehr essen kann und schlafen geht auch nicht mehr richtig.

Ich weiß damit einfach nicht umzugehen. Ich bekomme Panik, weil ich weiß dass ich von jetzt auf gleich alles wieder vergessen kann. Oft habe ich mir schon einen Zettel mit Notizen zur Präsentation mitgenommen - und mich dabei erwischt wie ich fast abgelesen habe.

Das auswendig sprechen, fällt mir in so Momenten, wo ich so nervös usw. bin unglaublich schwer.

Wenn die Präsentation vorbei ist dann mach ich drei Kreuze. Dann bin ich wieder gelassen und einfach nur sehr froh, dass ich es überstanden habe.

Dabei würde ich gerne allen zeigen was für ein ausgesprochen interessantes Praktikum bei gleich 2 Unternehmen parallel ich mache. Aber ich denke, durch meine Verunsicherung... wird das mir nicht gelingen - dabei ich es um bedingt will.

Wieso kann ich nicht stärke zeigen?
Wieso kann ich nicht voller Überzeugung an die Sache rangehen und auftreten? Wieso blockiert mich mein Kopf oder mein Körper?

Es gibt schlimmeres... ich weiß! Und es ist ja nur eine kleine 20-minütige Präsentation wo man kurz seine Tätigkeiten und das Unternehmen vorstellen soll. Und es geht auch um keine Note. Aber trotzdem habe ich Panik ohne Ende.

Achso ja... nach der Präsentation gibt es eine Kritik-Runde.. wie die anderen fanden, wie man präsentiert hat. Wie mein Urteil aussieht, weiß ich ja eigentlich jetzt schon, ... NUR will ich es gut machen! Aber mein ICH wird da nicht mitmachen, so wie immer...

DAzu will ich noch sagen, das mich schon einige der Studenten kennen, die am Mo. da sein werden, die mich so kennen wie mich meine Freunde kennen, die viel von mir halten, ... wenn es um andere Themen geht dann sag ich auch sehr laut meine Meinung und steh dahinter zu dem was ich sage. Und am Montag werden sie dann erkennen.. das ich ganz anders bin? Das ich total "klein" bin.. weil ich das mit dem präsentieren nicht gebacken bekomme? hm....

WARUM können manche solche Dinge gut und andere weniger gut?
Warum kann es mir nicht im Blut liegen? .....
Eigentlich ist es ja keine große Sache...

Habt ihr einen Rat oder Tipp?
Ich bin heute schon zweimal die Präsi durchgegangen. Genauso wie ich sie jetzt erklärt habe werde ich sie wohl kaum wortwörtlich 1:1 am Montag wieder geben können, aber oftmals ist es so das ich mich an solchen Dingen aufhänge... weil ich ein Schema im Kopf habe.

Am Montag ist es soweit. Und ich bin jetzt sehr nervös. Morgen bin ich auf einer Taufe eingeladen.. Auch wenn ich mich darauf freue, ich glaube in meinem Unterbewusst sein werde ich wieder (wie es bis jetzt immer war, tage zuvor) ein Unwohlfühlen spüren. Bis abends werde ich auf dieser Feierlichkeit nicht bleiben können, weil ich die Präsi nochmal durchgehen muss.. und im Schlaf nochmal und am mo.morgen nochmal und kurz vorher nochmal .. und dann fehlen mir die Worte und mein Kopf ist leer....
 
Zuletzt bearbeitet:

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Polux

Aktives Mitglied
Hallo Lichtspiel (netter Nick :) ),
du bist mit deinem Problem sicher nicht alleine! Soviel schon mal vorab. 'Meine' Studenten berichten oft ähnliches und sind auch schon oft Tage vorher durch den Wind.

Ich habe für dich eine gute und eine etwas schlechtere Nachricht. Die etwas schlechtere ist: du hast bis Montag nur sehr wenig Zeit dir einige Dinge klar zu machen und 'zu verinnerliche'. Die gute ist - du kannst an deinem Problem prinzipiell etwas ändern, wenn du bereit bist daran zu arbeiten.

Für Montag kannst du dir noch folgendes überlegen:
- alle Studenten sind an der Uni um dort etwas zu lernen - nicht weil sie alles schon können. Es ist also keine 'Schande' etwas nicht zu können. Du bist am lernen, das ist schon mal toll.
- wenn jemand dich auslacht - atme kurz durch (auch wenn es schwer fällt) und erinnere dich, dass das nur Menschen machen die selbst ein Minderwertigkeitsgefühl haben. Wer wirklich gut ist hat das nicht nötig über andere zu lachen.
- versuche dich aus der 'Opferrolle' zu befreien! Im Moment stellst du dir noch vor wie sie dich 'in der Luft zerreißen' könnten, was sie von dir denken, wie sie dich finden, ob du ihnen gut genug bist... Du machst dich und dein Befinden voll von 'ihnen' abhängig. Überleg dir lieber, was du von ihnen findest. Sind einige interessiert? Achten sie überhaupt auf dich? Schwatzen sie?...
- Seine Schwächen zugeben zu können ist Stärke. Sag ruhig am Anfang, dass du sehr nervös bist. Viele sind das - denen wird ein Stein vom Herzen fallen, dass jemand sich traut das zu zu geben. Nimm evt. Kritik als das was sie ist - eine Hilfe für dich besser zu werden. Bedanke dich dafür und frag auch ob irgendwas an deinem Vortrag gut war, damit du darauf beim nächsten Mal konzentrieren kannst.
Und jetzt erstmal viel Erfolg. Polux
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Habt ihr einen Rat oder Tipp?
Hallo Polux,
erstmal: du bist nicht alleine mit dieser Problematik - was den Vorteil hat, dass du vielleicht von dem einen oder anderen Erfahrungsschatz, der sich bei mir (ich arbeite u.a. als Coach) angesammelt hat, profitieren kannst; lies einfach mal durch, was mir so eingefallen ist und suche dir aus, was für dich nützt. Und noch was: Die "Warum" und "Wieso"-Fragen sind selten sehr hilfreich. Mehr bringt meist, zu fragen: "Wie" oder "Wozu" - also z.B: "Wie mache ich das, noch aufgeregter zu sein?" oder "Wozu ist diese Fähigkeit, Angst vor dem Versagen zu haben, mir bisher hilfreich gewesen?".

Also jetzt die Tipps (nicht lachen bitte, falls es z.T. ungewöhnlich klingen sollte):

1. Zieh dir an diesem Tag rote Unterwäsche oder etwas anderes an, an das du den ganzen Tag immer wieder denken musst, z.B. auch zwei verschiedene Strümpfe oder ein Teil, das du dir extra für diesen Auftritt kaufst. Ziel dabei: Ablenkung des Unbewussten und "Verwirrung" des Angstsystems. Reicht oft völlig aus.

2. Nimm dir vor, am Schluss die Kritik absichtlich einzufordern und schreib mit, was gesagt wird. So kommst du deiner Angst davor zuvor. Du kannst auch absichtlich einen groben Fehler einbauen und schauen, ob die Zuhörer ihn erkennen. Wenn das geschieht, sag, es sei ein Wachheitstest gewesen :)

3. Setze dir eine besondere Belohung aus - einfach dafür, dass du es durchgezogen hast. Du kannst dir zur Verstärkung auch einen Zettel/ein Bild mit der Belohnung oben auf dein Manuskript legen.

4. Suche dir jemand im Publikum aus, den du magst und der dir zulächelt. Schau ihn/sie so oft es geht an.

5. Mach vorab eine kleine mentale Übung: Stell dir vor (bildlich) wie du vor der Runde stehst und alle guten Eigenschaften ausstrahlst, die du dir vorstellen kannst. Mach dieses Bild innerlich sehr groß, farbig und attraktiv. Verankere es ganz vorne in deinem Gehirn, ungefähr hinter der Stirn. Falls Angstbilder vorhanden sind, verkleinere diese, mach sie schwarzweiß und schiebe sie ganz nach hinten im Gehirn, so in Richtung Haaransatz. Man weiß inzwischen, dass große Bilder vorne sehr viel Wirkung haben und die hinten an Bedeutung verlieren.

6. Erinnere dich an ähnliche Situationen, in denen du zunächst Angst vor Versagen hattest, dann aber erfolgreich bestanden hast. Verankere diese Erfahrungen ebenfalls fest weit vorne in deinem Gehirn, rufe die Bilder und Gefühle nochmal auf, auch kurz vor der Präsentation. Verändere deine Haltung in diese Richtung.

7. Manchen hilft es, wenn sie diese "Erfolgshaltung" durch ein Foto von einem Tier verstärken, das diese Haltung verkörpert. Manche nehmen auch ein Stoff- oder Plastiktier mit in die Tasche. Auf dieser Ebene (der kindlichen) sind wir emotional sehr ansprechbar und dort lässt sich die Angst auch leicht überlisten.

8. Wenn du kannst, lass dich am Abend vor der Präsentation schön verwöhnen und denke dabei an die zurückliegenden Erfolge. Speichere diese Erfolgskraft gut ab und rufe sie dir kurz vorher nochmal ins Gedächtnis. Wenn eine Freundin oder ein Freund in der Nähe ist, lass dich vorher nochmal fest drücken und umarmen - das stärkt ebenfalls die emotionale Seite ganz handfest.

9. Nimm dir fest vor, dich vor allem selbst zu beurteilen - und zwar sowohl das, was gut war als auch das, was du beim nächsten Mal besser machen kannst. Gewichte diese Eigenbeurteilung mindestens so hoch wie die "offizielle".

10. Wenn andere über dich urteilen - egal ob über deine Präsentation oder über dich als Person - vergiss nicht, dass sie dann sehr viel über SICH sagen und sehr wenig über DICH. Und wenn jemand nicht verstehen und mitfühlen kann, dass du in dieser Stresssituation nicht zu 100% du selbst bist, dann ist er vermutlich auch sonst nicht sehr verständnisvoll und einfühlsam und du brauchst ihn eher nicht als Freund. Also getrost und freundlich ignorieren.

11. Gerade vor stressigen Anforderungen spielt die körperliche Verfassung auf Geist und Psyche eine entscheidende Rolle. Hier sind besonders das Vitamin C und der Mineralstoff Zink entscheidend. Zink hilft z.B., dass wir alle Wörter und Sätze gut aus dem Hirn bekommen. Ideal hier (und superpreiswert): Lutschtabletten mit Zink und Vitamin C aus dem Drogeriemarkt oder der Apotheke - da geht das Zink innerhalb von ca. 30min über die Mundschleimhaut ins Blut und direkt ins Hirn. 2-3 davon können Wunder wirken!

12. Achte darauf, genügend Flüssigkeit zu dir zu nehmen, da viele körperlichen Funktionen (ich meine jetzt nicht den Angstschweiß ;)) auf ausreichend Wasser im Körper angewiesen sind.

Viel Erfolg und noch mehr Gelassenheit wünscht dir
Werner
 

Seymour

Mitglied
Ernst gemeinter Tip: Trink vorher ein Bier, das nimmt einem die Nervosität und man redet lockerer. :D

Wenn ich Vorträge halten muß, übe ich den groben Ablauf am Abend vorher noch mit Headset am Rechner ein. Wenn man sich seinen Kram selber anhört, weiß man wo, man am nächsten Tag aufpassen muß. Ansonsten das übliche: Glas Wasser bereitstellen, Rücken gerade und lääääächeln. Wird schon, Übung macht den Meister ;-)
 

Lichtspiel

Mitglied
Hey. Ich danke euch für eure Worte...
und der Anteilnahme meines "Problems" :)

Wie ihr seht, ich lebe noch :)
Und ich muss sagten, ich habe das ganze ganz gut hinbekommen.
Die Aufregung war am Montag morgen schon fast wie weggeblasen. Ich war eher gespannt und total gierig endlich "präsentieren zu können". WARUM das so war, kann ich mir beim Besten Willen nicht erklären... denn bisher, vor meinen gesamten Präsentationen war es eigentlich immer so.. das ich panische Angst davor hatte.

Diesmal war es anders!
Vielleicht weil ich mir klar gemacht habe, dass nur ich weiß worum es bei der Präsentation geht. Weil nur ich erzählen kann, was ich in meinem Praktikum bei der Firma xy bis dato erlebt habe. Vielleicht war es das.

Die Präsentation war ein Erfolg. Ich hatte mir zwar auch ein paar Kartei-Kärtchen bereit gelegt, aber ..warum auch immer.. ich habe sie kein einziges Mal benutzt. Ich hatte sie nur die ganze Zeit in der Hand, vielleicht um eine Sicherheit zu haben.

Nach der Präsentation gab es Fragen und Kritik. Auf die Fragen bin ich eingegangen und habe alles gegeben! Die Kritik habe ich angenommen und für Verbesserungen war ich offen. Zu meiner Verwunderung hat meine Präsentation gefallen, ich bekam zu hören.. das ich gut präsentiert hätte. Da war ich schon begeistert von mir selbst, dass mein Vortrag so gut angekommen ist.. damit hätte ich nicht gerechnet... Weil zuvor in bei meinen anderen Präsentationen im Studium, es irgendwie nie so gut lief. DA war mehr Druck da!

Einziger Kritikpunkt war, dass ich mehr mit den Studenten Blickkontakt halten sollte. Gut das ist einfach gesagt als es ist. Ich habe es versucht, aber ich empfand es als gar nicht so einfach, wenn man dann da vorne steht - wo wirklich alle Blick auf einen gerichtet sind.
Ich habe Blickkontakt gehalten zu einzelnen, allerdings habe ich es nicht geschafft mit allen diesen Blickkontakt auszutauschen.

Ich werde die Kritik in jedemfall mir vornehmen bei der nächsten Präsentation versuchen zu erfüllen...

Aber nun bin ich erleichtert, dass diese Präsentation so gut geklappt hat. Und ich danke euch sehr, für euer Zureden...
ich war doch sehr verzweifelt... und es hat einfach gut getan, auch wenn mans erst nicht glauben kann, dass dieses Präsentieren kein Beinbruch ist.

LG Lichtspiel
 

Polux

Aktives Mitglied
Toll Lichtspiel!
und auch schön, dass du berichtet hast, wie es dir ergangen ist. Viel Spaß weiterhin beim vortragen und ich bin sicher - wenn du weiterhin gut vorbereitet bist und wach und neugierig auf dein Publikum bleibst wirst du immer besser werden.
gruss. Polux
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Hallo Lichtspiel,
auch von meiner Seite vielen Dank für deine schöne Erfolgsmeldung. Du hast auf jeden Fall einige Dinge anders gemacht als früher, z.B. dir Unterstützung geholt und dir eingestanden, dass du sie brauchst. Ich wünsche dir auch, dass diese Erfahrung dein Vertrauen in deine Problemlösungskompetenz stärkt und du das Gelernte auch bei anderen Herausforderungen einsetzen kannst.

Hast du dir eine Belohnung gegönnt für diesen Erfolg? Das würde diese Erfahrung noch fester verankern und besser abrufbar machen.

Gruß, Werner
 

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