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Identitätsverlust und Borderline

J

Jonasson

Gast
Hallo liebe Leute,

Ich leide eigentlich schon mein ganzes Leben (bin gerade 23 geworden) an einer Krankheit, die so schön als Boderline bezeichnet wird. Bin emotional total unstabil, habe tierische Angst vor Verlusten, nachdem ich die Angst der Nähe überwunden habe. SSV hat am Anfang eig keine Rolle gespielt, ich war mich auch gar nicht so bewusst darüber das irgendwas mit mir ist. Mit 16 Jahren habe ich ein Auslandsjahr in den USA verbracht, was im Nachhinein ein sehr großer Fehler war, da ich damit sämtliche Leute aus meinem Leben geworfen habe, die mir vorher Stabilität gegeben haben. Ich bin zurück gekommen und habe mich selbst nicht mehr im Spiegel erkannt. Bis heute ist das leider so. Meine eigene Familie erscheint mir auf einmal fremd. Freunde habe ich keine mehr, weil sie mir nichts mehr bedeuten. Ich weiß nicht mehr wer ich bin, was mich ausmacht. Empfinde keinen Spaß oder Traurigkeit mehr. Alles ist mir Gleichgültig. Dinge die ich anfange, bringe ich nicht zu Ende, weil ich jeden Tag Lust auf andere Dinge verspüre (vielleicht in der Hoffnung mich irgendwo wieder zu finden). Ich packe spontan meine Koffer und fahre einfach weg, weil es dann erträglicher wird, obwohl ich mich überall fremd fühle. Ich habe angefangen mein ganzes Leben auf Lügen aufzubauen um mich selbst zu erhalten und mir was vorzumachen. Zudem schlafe ich ungefähr 13 Stunden am Tag. Seit dem Auslandsjahr kämpfe ich mit dem Sinn meines Lebens. Letztes Jahr kurz vor Weihnachten war ich des Lebens müde und wollte mich vor einen Zug legen. Seit diesem Tag bin ich in psychatrischer Behandlung, aber es wird irgendwie nicht besser, wahrscheinlich auch weil ich zu ungeduldig bin, aber ich fühle einfach, dass ich die Zeit nicht habe. Außerdem haben meine Selbstverletzung seit diesem Tag wieder zugenommen. Habe schon einige Male meine Ärzte gewechselt, aber das ganze hat sich wohl so in mir verfestigt, dass ich dort nicht wieder rausfinde... schon gar nicht alleine...

Tut mir leid, wenn die Gedanken sehr unsortiert und durcheinander hier aufgeschrieben sind, aber so fühle ich mich irgendwie schon seit 7 Jahren...

Würde mich freuen wenn ihr irgendwelche Ideen habt, was ich noch tun könnte. Vielleicht ist es jemandem sogar mal ähnlich gegangen?
 

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Celia83

Gast
Ich zweifle auch am Sinn meines Lebens. Soviel zu unsren Gemeinsamkeiten. ; ) Ich lese momentan ein Buch und finde es sehr inspirierend. Es geht darum seinen Gedanken und Gefühlen nicht immer zu trauen. Man soll sie akzeptieren als das was sie sind: flüchtige Erscheinungen wie z.b. ein einzelner Herzschlag. Er kommt, geht aber auch wieder. Man soll NICHT dagegen ankämpfen, versuchen sie zu verdrängen, also ist dein wettlaufen eher kontraproduktiv. Annehmen und sich davon distanzieren. DU kannst entscheiden, ob du dich von diesen negativen Emotionen/Gedanken leiten lässt oder nicht. Es wird auch empfohlen über seine Werte nachzudenken, die einen dann leiten können, wenn man wieder versucht ist sich einer Laune hinzugeben.

Hmm, ansonsten scheinst du ja dein Problem selber beschrieben zu haben: Du hast dein Leben auf Lügen aufgebaut. Ich denke, das zehrt und raubt dir wichtige Energie, also bau diese Lügen schritt für schritt ab oder versuche ab jetzt so nah wie möglich an der Wahrheit zu bleiben. (ich weiß nicht, was das bei dir konkret heißen würde, hoffe es ist nichts dramatisches?) du kannst dir ein neues leben aufbauen, stück für stück!

Last but not least: Schlafe weniger. vllt. jeden tag etwas weniger, bis es sich wieder auf einem akzeptablen niveau eingependelt hat.

Hmm, ich habe dir diese ratschläge gegeben in guter Absicht, ich hoffe, du bist mir nicht böse und wenn du damit nichts anfangen kannst, ignorier das alles bitte!! : ) ich gehe ja davon aus, dass du bereits antidepressiva oder dergleichen einnimmst und du bist ja auch in behandlung.

lg
Celia
 

Nemo

Aktives Mitglied
Hallo,

In der Phase, in der man erwachsen wird, muss man sich auch gewissermaßen selbst erfinden. Vielleicht ist Dir nur das schlagartig bewusst geworden? Dass Du Dich noch nicht selbst gefunden hast?
Mit 16 bist Du als Kind in die USA gekommen, und wo Du zurück bist, merkst Du dass Du kein Kind mehr bist?

Was das Thema Sinnlosigkeit angeht: Wenn Du keinen Sinn im Leben findest, dann solltest Du es erst recht nicht beenden, sonst nimmst Du Dir die letzte Chance um einen Sinn zu finden.
Wenns sinnlos ist, dann warte einfach. Entweder kommt ein Sinn, oder nicht. Zeit zum totsein hast Du hernach noch lang genug.

Schreib einen Aufsatz darüber, wer Du bist. Wer willst Du sein? Was könnte Dich gefühlsmäßig ansprechen, was könnte sinnvoll sein?
 
J

Jonasson

Gast
Vielen Dank euch beiden!

@Celia83: Es ist schon irgendwie komisch... aber ich versuche es schon ewig mich nicht von "diesen negativen Emotionen/Gedanken" leiten zu lassen, bisher ist es mir leider noch nie gelungen. Bloodysmile hat es mal zum Ritzen wie folgt beschrieben: "Verfiel dann aber in eine Trance wie damals und ritzte mich. Ich weiß, wie dumm es ist zu tun und trotzdem hat es was befreiendes gehabt." Ich glaube schon, dass es Dinge gibt, die sich so schnell abspielen, dass man gar nicht die Zeit hat irgendetwas dagegen zu unternehmen. Ich stimme dir zu, dass "Weglaufen" sicher keine gute Lösung ist, aber bisher habe ich keine Alternative gefunden, die mich ähnlich schnell (zumindest auf kurze Sicht) zufrieden stellt... Aber du hast recht, ich sollte noch mehr dran arbeiten. Das mit dem Werten habe ich mir auch schon oft in verschiedenen Therapien erarbeitet, dass Problem ist nur, dass ich (zumindest gefühlt) überhaupt keine habe, sonst hätte mein Leben ja wahrscheinlich einen Wert...
Die Lügen abzubauen versuche ich auch, es geht auch einigermaßen, aber ist schwer, das den Leuten zu vermitteln auf die ich angewiesen bin... "ich weiß nicht, was das bei dir konkret heißen würde, hoffe es ist nichts dramatisches?" - ohje, ich hoffe es geht nicht noch dramatischer als es mir sowieso geht...
Antidepressiva bekomme ich keine, ein strakes Neuroleptika und ein körperlich ermüdendes. Sicher resultiert hieraus zum Teil, warum ich so lange schlafe... wie auch die Gefühlsstumpfheit. Wär schön wenn ich mich irgendwann wieder davon trennen könnte...
Falls du hier nochmal reinschaust: Wie genau heißt das Buch?


@Nemo: Du hast völlig recht mit dem was du über Sinnlosigkeit schreibst! Mittlerweile bin ich ja auch soweit, dass ich sage ich möchte grundsätzlich was ändern, nur hängt das nicht mehr nur von mir selbst ab, weil ich es alleine nie schaffen würde. Die Idee mit dem Aufsatz verfolge ich auch schon, wobei ich ein Tagebuch darüber führe und immer wieder kleine Geschichten schreibe. Wer ich sein will ändert sich aber stetig und gibt mir keine Anwort auf die Frage wer ich bin... Schreiben befreit irgendwie, genau wie Lesen übrigends (was auch die Antwort auf die Frage wäre, was ich eigentlich sonst so mache, wenn ich nicht beim Arzt bin... :)
Als letztes möchte ich noch auf deinen Satz: "In der Phase, in der man erwachsen wird, muss man sich auch gewissermaßen selbst erfinden." eingehen. Auch hier hast du vollkommen recht, jedoch bringt man für gewöhnlich einen "Background" mit, der einen geprägt hat, der einen Erfahrungen gelehrt hat, man hat bestimmte Gefühle den Dingen gegenüber. Man ist eine Persönlichkeit, die sich entfalten möchte - also in gewisser Weise auch selbst erfinden will. Was aber wenn all das fehlt? Es ist schwierig sich das vorzustellen - aber was ist wenn all diese Dinge wegbrechen? Ich fühle mich wie "gebrainwashed". Ich erinnere mich nicht mehr, wie ich vor dem Auslandsjahr war... bzw. an einen Moment meiner "Kindheit". Ich bin wütend auf mich selbst, wenn meine Mutter all diese Dinge in mir sieht, weil sie sich noch dran erinnen kann, aber ich nicht darauf antworten kann. Wenn sie mich in den Arm nimmt, aber ich keinerlei Emotionen damit verknüpfe. Es könnte genauso gut meine Nachbarin sein. Das sollte doch traurig sein, weil Sie es nicht verdient hat, so von mir behandelt zu werden... Niemand hat das verdient.
 

Nemo

Aktives Mitglied
Hallo,

Schreiben tut gut, und befreit? Dann bist Du auf jeden Fall schon mal Autor, und auch Künstler. Das bedeutet ja nicht gleich, dass Du Dein Tagebuch auch veröffentlichen musst.

Ich denke, auch Du hast sehr wohl einen Charakter, also einen "Background". Nur, dass Dir dieser Charakter nicht bewusst ist, weil Du ihn (verständlicherweise) jeden Tag erlebst, und Dich daran gewöhnst.
Hast Du keine Eigenheiten? Dinge, die typisch für Dich sind? Etwa, dass Du rauchst, keine Tomaten magst, gerne Hardrock hörst oder gern mit überschlagenen Beinen rumsitzt.... Das müssen nichtmal Dinge sein, die sonst niemand hat. Nur, dass Du in der Summe Deiner Eigenschaften eben doch zu einem einzigartigen Individuum wirst.
Oder mal größere Sachen: Wie gehst Du mit Konfliten um? Bist Du rational und ruhig, oder impulsiv und laut? Bestehst Du auf Deinem Recht, oder gibst Du auch mal nach?
Versuch mal in Deinem Tagebuch festzuhalten, was Du alles an dem Tag gemacht hast... Und leite hernach davon ab, was wohl "typisch ich" ist.

Hast Du vergessen, wie Deine Kindheitsgefühle waren, oder hast Du garkeine Erinnerungen an Deine Kindheit? Also mehr amnesiemäßig?
Vielleicht wäre es dort auch sinnvoll, einfach mal Kindheitserlebnisse aufzuschreiben, wenn Du Dich an sie erinnerst... Beim Schreiben könnten die Erinnerungen an das Gefühl wiederkommen.
An der Stelle wäre vielleicht noch die Idee einer Hypnose nicht ganz dumm. Was hälst Du davon?

"Das sollte doch traurig sein, weil Sie es nicht verdient hat, so von mir behandelt zu werden... Niemand hat das verdient."
Es ist traurig? Das bedeutet, Du kennst dieses Gefühl. Du bist nicht ganz gefühllos... Auch, wenn Du die Trauer nicht als brennendes Gefühl oder wasweißichwas erlebst... vielleicht spürst Du sogar nicht wirklich, dass Du traurig bist... Aber irgendwo weißt Du trotzdem, wenn Du es bist, wie solltest Du schließlich sonst das Wort in Gebrauch nehmen können? :)
Versuch mal davon auszugehen, dass Deine Gefühle da sind. Du merkst es halt nur nicht immer.
Zu guter letzt: Du bist nicht Eigentum Deiner Eltern, und hast nicht die Verpflichtung, ihnen gegenüber irgendas zu empfinden. Was hälst Du jetzt, in diesem Moment von Deinen Eltern? Sind es liebevolle Menschen, die Dich unterstützen? Oder ist da vielleicht so viel Distanz vorhanden, dass sie auch vom Zwischenmenschlichen her Deine Nachbarn sein könnten?

Reduzier Deinen Schlaf. Klar, man denkt sich oft dass der Tag einem eh nichts bringt, oder dass das Schönste sowieso die Stunden am Morgen sind, die man wohlbehütet im Bettchen verbringen kann - aber zu viel Schlaf mummt einen ein... Als ob man in einem Schleier drinsteckt, und alles nicht ganz so brilliant wahrnimmt...
Kämpf gegen Dein Schlafbedürfnis an!

Bist Du in Therapie?
Nimmst Du Medikamente? Bzw was für welche?
 
J

Jonasson

Gast
@ Nemo: Nett das du schreibst!

Ich denke, auch Du hast sehr wohl einen Charakter, also einen "Background". Nur, dass Dir dieser Charakter nicht bewusst ist, weil Du ihn (verständlicherweise) jeden Tag erlebst, und Dich daran gewöhnst.
Hast Du keine Eigenheiten? Dinge, die typisch für Dich sind? Etwa, dass Du rauchst, keine Tomaten magst, gerne Hardrock hörst oder gern mit überschlagenen Beinen rumsitzt.... Das müssen nichtmal Dinge sein, die sonst niemand hat. Nur, dass Du in der Summe Deiner Eigenschaften eben doch zu einem einzigartigen Individuum wirst.
Oder mal größere Sachen: Wie gehst Du mit Konfliten um? Bist Du rational und ruhig, oder impulsiv und laut? Bestehst Du auf Deinem Recht, oder gibst Du auch mal nach?
Versuch mal in Deinem Tagebuch festzuhalten, was Du alles an dem Tag gemacht hast... Und leite hernach davon ab, was wohl "typisch ich" ist.
Sicher machen uns all diese Eigenheiten zu einzigartigen Menschen, dass ist schon ganz richtig. Ich meinte mit dem Begriff "Background" Dinge, die man nicht mehr ändern kann. Ich kann mir jeden Tag neu aussuchen, ob ich Tomaten mag oder nicht. Wir verändern unsere Eigenheiten im Laufe des Lebens doch stetig. Es ist also keine endgültige Entscheidung. Anders sieht es aber zum Beispiel aus, wenn ich sage, dass meine Mutter nicht meine Mutter ist. Das ist eine Tatsache, die mein Leben von grundauf mitbestimmt. Ich weiß zwar, dass meine Mutter meine Mutter ist, aber ich habe nicht das Gefühl dazu. Meine Mutter hat mir mal erzählt, dass ich als vier Jähriger ausversehen kochendes Wasser über mich geschüttet habe. Ich kann mich patu an nichts davon erinnern. Ich musste noch Monate später ins Krankenhaus um die Verbände zu wechseln, aber ich erinnere mich an nichts. Nicht einmal den Schmerz. Ich war ein Jahr in den USA, man sollte denken, dass ich eine abschließende Meinung bzw. Gefühl zu diesem Jahr habe, habe ich aber nicht. Mein Arzt meint, es war eine schlechte Idee, also glaube ich das, weil ich kein Gefühl zu dem Thema habe. Ich kann nicht sagen, ob es insgesamt gut oder schlecht war. Das alles sind Dinge, die wohl typisch für mich sind, aber zu denen ich keinen Bezug habe.
Genauso verhält es sich auch in Konfliktsituationen. An einem Tag habe ich eine Meinung zu einem Thema, am nächsten Tag eine andere. Mal reagiere ich so mal anders. Ich verfolge keine bestimmt Linie, weil ich mir nicht sicher bin, welche eigentlich zu mir gehört. Schließlich dürfen sich Meinung/Eigenheiten ja ändern und das ist auch gut so, aber man tut es ja, weil man ein bestimmtes Gefühl dazu hat.

Hast Du vergessen, wie Deine Kindheitsgefühle waren, oder hast Du garkeine Erinnerungen an Deine Kindheit? Also mehr amnesiemäßig?
Ja ich habe vergessen wie sie sich anfühlen und auch die Erinnerung an sich. Ich glaube aber dennoch sie manmal spüren zu können.

Vielleicht wäre es dort auch sinnvoll, einfach mal Kindheitserlebnisse aufzuschreiben, wenn Du Dich an sie erinnerst... Beim Schreiben könnten die Erinnerungen an das Gefühl wiederkommen.
An der Stelle wäre vielleicht noch die Idee einer Hypnose nicht ganz dumm. Was hälst Du davon?
Das werde ich sicher versuchen, vielen Dank!

"Das sollte doch traurig sein, weil Sie es nicht verdient hat, so von mir behandelt zu werden... Niemand hat das verdient."
Es ist traurig? Das bedeutet, Du kennst dieses Gefühl. Du bist nicht ganz gefühllos... Auch, wenn Du die Trauer nicht als brennendes Gefühl oder wasweißichwas erlebst... vielleicht spürst Du sogar nicht wirklich, dass Du traurig bist... Aber irgendwo weißt Du trotzdem, wenn Du es bist, wie solltest Du schließlich sonst das Wort in Gebrauch nehmen können? :)
Ja, ich kannte das Gefühl mal. Auch wenn ich mich nicht mehr aktiv daran erinnern kann... Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es mal hatte und ich möchte es eigentlich einfach nur gerne wieder haben. Leider ist es nur nicht so einfach...

Was hälst Du jetzt, in diesem Moment von Deinen Eltern? Sind es liebevolle Menschen, die Dich unterstützen? Oder ist da vielleicht so viel Distanz vorhanden, dass sie auch vom Zwischenmenschlichen her Deine Nachbarn sein könnten?
Oh, ich glaube sie sind sehr nett und hilfsbereit. Meine Mutter gibt sich sehr viel mühe und ist auch sehr liebevoll. Mein Vater ist freundlich. Die emotionale Distanz baue ich (glaube ich) nur selber auf, weil ich kein Gefühl dazu habe.

Reduzier Deinen Schlaf. Klar, man denkt sich oft dass der Tag einem eh nichts bringt, oder dass das Schönste sowieso die Stunden am Morgen sind, die man wohlbehütet im Bettchen verbringen kann - aber zu viel Schlaf mummt einen ein... Als ob man in einem Schleier drinsteckt, und alles nicht ganz so brilliant wahrnimmt...
Kämpf gegen Dein Schlafbedürfnis an!
Ich unternehme eigentlich schon sehr viel, auch immer wieder mit neuen Leuten. Ich denke immer, wenn ich unterwegs bin, dass ich mich wieder finde... das spornt an :) Die Müdigkeit kommt glaube ich eher durch die Medikamente. Ich nehme Zyprexa und bei Bedarf ein Beruhigungsmittel. Depressiv mit großen Down-Phasen bin ich eigentlich eher nicht... Das ganze geht mehr in Richtung Persönlichkeitsstörung.

Bist Du in Therapie?
Ja einmal wöchentlich ambulante Therapie plus die Besuche im Krankenhaus wegen den Medikamenten. Bin gerade wieder dabei eine zweite stationäre zu beantragen.
 
C

Celia83

Gast
Hi! :)

Das Buch heißt "The User's Guide to the Human Mind" von Shawn T. Smith.

o.k. irgendwie faszinierend, was du da beschreibst....gegen die müdigkeit kannst du wohl nichts machen, wenn sie durch tabletten hervorgerufen wird. sie verhindern wohl schlimmeres?

mich würde interessieren: warst du VOR deinem USA-Aufenthalt "normal"? ist irgendetwas vorgefallen während dieses Jahres? drogen, deren langzeitfolgen du jetzt spürst?

ich erinnere mich auch nur schwammig an meine kindheit, und dass du erwartest Ereignisse zu rekapitulieren, die passiert sind als du 4 warst, ist doch zu viel verlangt. ich denke da erinnert sich kaum jmd. an diese frühen jahre. du lebst jetzt! nicht in der vergangenheit!

aber echt, was ist dir in den USA widerfahren? (falls du das geschrieben hast, bitte noch mal drauf hinweisen, ich habs nur überflogen, bin übermüdet)

lg Celia
 
M

muddle

Gast
Hallo,

ich habe gerade nicht allzu viel Zeit ausführlich auf deinen Beitrag zu antworten, möchte Dir aber dennoch eine kleine Rückmeldung geben.

Alles, was Du schreibst, kenne ich nur zu gut. Das Gefühl, nicht zu wissen wer man ist und was einen ausmacht und außerdem die fehlenden Erinnerungen an die Kindheit. Leider bekam ich für Letzteres immer so tolle Antworten à la "Niemand weiß alles aus seiner Kindheit" und "Ich weiß auch nicht, was vor dem Alter von 3 Jahren war." Über sowas konnte ich nur lachen, leider hilft es nicht besonders weiter. Ich weiß alles aus meiner Kindheit nur von meiner Mutter oder so, eben aus Erzählungen. Mehr ist mir nicht bewusst. SIcher ist es aber irgendwo vorhanden, es muss nur wieder hervorgekitzelt werden. Weißt du denn wirklich GAR NICHTS? Also, z.B. die Grundschule: Kannst Du dich an deine Klassenkameraden erinnern? An die Schule? Die Räumlichkeiten? Die Lehrer?

Ich kann Dir nicht wirklich weiterhelfen...aber alleine bist Du mit deinem Problem nicht und ich bin mir sicher, dass du "deine Identität" irgendwann findest. So wie ich...

Wie wirkt sich das denn auf dein Alltagsleben aus? HAst Du dafür Beispiele? Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich in punkto Kleidung gerne mal "meinen Stil" finden würde. Aber ich kann es nicht. Heute mag ich dies, heute mag ich das. Das mag banal klingen, mich beschäftigt es aber. Leider ist es so, dass ich mein ICH daher oft auf meine Krankheit reduziere (keine AHnung was: es standen Depris, Essstörungen, Borderline, etc. im Raum) und diese Krankheit ja eigentlich loswerden will, andererseits auch nicht. Denn ich habe immer das Gefühl ich kann mich nur durch die Krankheit definieren und nur das macht mich zu etwas "Besonderem". Das klingt echt bescheuert...aber das ist mein Denken.

Geht Ihr das konkret in der Therapie an?

Lg, muddle
 
J

Jonasson

Gast
@Celia83

Das Buch heißt "The User's Guide to the Human Mind" von Shawn T. Smith.
was ich bis jetzt drüber gelesen hab klingt interessant, werde ich mir mal anschauen! Wie kommt man eigentlich zu der Ehre dieses Buch zu lesen?

o.k. irgendwie faszinierend, was du da beschreibst....gegen die müdigkeit kannst du wohl nichts machen, wenn sie durch tabletten hervorgerufen wird. sie verhindern wohl schlimmeres?
tja, ich weiß leider nicht mehr wie es ohne sie ist, aber erstmal ist es sicher besser so...

mich würde interessieren: warst du VOR deinem USA-Aufenthalt "normal"? ist irgendetwas vorgefallen während dieses Jahres? drogen, deren langzeitfolgen du jetzt spürst?
Naja "normal" würde ich mich schon allein wegen dem Borderline-Syndrom nicht bezeichnen (das ich schon lange habe)... aber es war auf jeden fall normaler als heute...
Während des Jahres ist überhaupt nichts vorgefallen... ich hatte eine nette Gastfamilie und hab eine Menge erlebt, negatives als auch positives, aber nichts gravierendes. Ich glaube, dass der "Verlust" meiner Familie in dieser Zeit mit meiner Krankheit einfach keine gute Mischung war und statt aufzugeben, habe ich immer gedacht, das wäre normal z.B. derartig Heimweh zu haben...
oh, ich glaube ich bin eines der Kindern, von denen alle immer glauben sie würden eine perfekte Karriere machen, die sich nie etwas zu Schulden haben kommen lassen oder die sonst irgendwie jemals aufgefallen sind... Drogen (abgesehen von den Medikamenten) habe ich nie genommen! :)

ich erinnere mich auch nur schwammig an meine kindheit, und dass du erwartest Ereignisse zu rekapitulieren, die passiert sind als du 4 warst, ist doch zu viel verlangt. ich denke da erinnert sich kaum jmd. an diese frühen jahre. du lebst jetzt! nicht in der vergangenheit!
Siehe meinen nächsten Post...
 
J

Jonasson

Gast
@muddle
ich habe gerade nicht allzu viel Zeit ausführlich auf deinen Beitrag zu antworten, möchte Dir aber dennoch eine kleine Rückmeldung geben.
Das ist super nett, vielen vielen Dank!

Alles, was Du schreibst, kenne ich nur zu gut. Das Gefühl, nicht zu wissen wer man ist und was einen ausmacht und außerdem die fehlenden Erinnerungen an die Kindheit. Leider bekam ich für Letzteres immer so tolle Antworten à la "Niemand weiß alles aus seiner Kindheit" und "Ich weiß auch nicht, was vor dem Alter von 3 Jahren war." Über sowas konnte ich nur lachen, leider hilft es nicht besonders weiter. Ich weiß alles aus meiner Kindheit nur von meiner Mutter oder so, eben aus Erzählungen. Mehr ist mir nicht bewusst. SIcher ist es aber irgendwo vorhanden, es muss nur wieder hervorgekitzelt werden. Weißt du denn wirklich GAR NICHTS? Also, z.B. die Grundschule: Kannst Du dich an deine Klassenkameraden erinnern? An die Schule? Die Räumlichkeiten? Die Lehrer?
Ja so ergeht es mir auch und ich würde mich gerne an mehr erinnern. Naja ich habe in der Zwischenzeit viele von den Orten aus den Erzählungen wieder besucht. Leute und Gebäude kommen wir seltsam bekannt vor, aber Erinnerungen habe ich nicht an sie. Ich habe mir zum Beispiel die Grundschule angeschaut, wo ich immerhin vier Jahre verbracht habe, aber ich kann mich nicht mehr erinnern in welcher Klasse ich war oder wo ich gesessen habe. Lehrer/innen hat man mir auf Fotos gezeigt, aber ich kann nicht mehr sagen ob sie nett waren oder ob ich sie mochte...

Ich kann Dir nicht wirklich weiterhelfen...aber alleine bist Du mit deinem Problem nicht und ich bin mir sicher, dass du "deine Identität" irgendwann findest. So wie ich...
Das ist beruhigend zu wissen, ja den Glauben daran werde ich auch nicht aufgeben :)

Wie wirkt sich das denn auf dein Alltagsleben aus? HAst Du dafür Beispiele? Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich in punkto Kleidung gerne mal "meinen Stil" finden würde. Aber ich kann es nicht. Heute mag ich dies, heute mag ich das. Das mag banal klingen, mich beschäftigt es aber. Leider ist es so, dass ich mein ICH daher oft auf meine Krankheit reduziere (keine AHnung was: es standen Depris, Essstörungen, Borderline, etc. im Raum) und diese Krankheit ja eigentlich loswerden will, andererseits auch nicht.
Ja das kenne ich alles, ich bin auch oft die Krankheit und umgekehrt. Klingt echt banal, aber bei mir ist es auch so. Ist es nicht zwangsläufig so, dass man sich darauf reduziert, weil man nichts anderes hat, an dem man sich festhalten kann (bezogen auf die eigene Person)? Die Krankheit dient oft auch als ein Rechtfertigungsgrund für mich, das ist irgendwie bescheuert, aber machmal läuft es doch darauf hinaus... Ich weiß nicht ob du schon eine Therapie besucht hast, aber so viele Ärzte wie es gibt, so viele unterschiedliche Behandlungsmethoden gibt es wahrscheinlich auch. Ich kann es zum Beispiel überhaupt nicht ab, wenn jemand versucht irgendwas in meiner Kindheit zu finden, was mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin. Vielmehr möchte ich damit leben wie es ist, es akzeptieren und lernen die Situationen, die es mir schlecht gehen lassen, schon vorher zu beseitigen.

Denn ich habe immer das Gefühl ich kann mich nur durch die Krankheit definieren und nur das macht mich zu etwas "Besonderem". Das klingt echt bescheuert...aber das ist mein Denken. Geht Ihr das konkret in der Therapie an?
Wie gesagt ich glaube, dass gehört zusammen. Wer eine Krankheit hat definiert sich auch zum größeren oder kleineren Teil darüber. An sich finde ich das überhaupt nicht verkehrt, solange man sich selbst nichts vormacht. Schließlich ist Aufmerksamkeit (=man ist was "Besonderes") für viele "Borderliner" ein extremer Faktor. Ich lerne in der Therapie, mich immer mehr zu akzeptieren. Ich bin wahrscheinlich bei weitem noch nicht soweit, wie das sich hier jetzt anhört, es ist nämlich ne ganze Menge Arbeit... Aber ich glaube es wird irgendwann darauf hinauslaufen, dass ich es akzeptiere, dass es so ist und dass ich mein Leben danach ausrichten muss/kann (und nicht umgekehrt). Das bedeutet für mich zum Beispiel, dass ich mir irgendwann Freunde suche, die damit umgehen können und mir auch gerecht werden können. Bisdahin ist es aber noch ein weiter weg. Mein nächstes Zeil ist erstmal wieder Gefühle für die Dinge zu bekommen, dann kann man auch wieder werten. Ich glaube, dass dieser Weg für mich über Erinnerungen läuft, die kommen aber nicht wenn man sie haben will, das braucht Zeit und die werde ich mir um jeden Preis nehmen...
Was hälst du davon?
 

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