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Ich zerstöre meine Beziehung und meinen Partner

E

Emily 101105

Gast
Hallo! Ich habe dieses Forum gerade erst gefunden und dachte, es könne nicht schaden hier nach Rat zu suchen.

Ich bin 20 Jahre alt.
In meinem Leben habe ich viele Menschen verloren. Sie leben noch. Meine Mutter hat mich seit meiner Kindheit gehasst und mich für alles Schlechte verantwortlich gemacht. Sie war stark depressiv, hatte Suizidtendenzen, ritzte sich viel und legte einen schweren Alkoholmissbrauch an den Tag. Meinen leiblichen Vater habe ich nicht oft im Leben gesehen und er hat sich auch nicht drum gekümmert. Mein Stiefvater hat mich aufgenommen, als es bei meiner Mutter nicht mehr ging. Aber er lernte vor zwei Jahren eine Frau kennen, die unglaublich toxisch und selbstbezogen ist und mich mobbte. Obwohl ich meinen Vater immer wieder von meinen Schwierigkeiten mit ihr erzählte, blieb er tatenlos, bis ich schließlich entschied auszuziehen. Seitdem habe ich nun keinen Kontakt mehr zu irgendwem meiner Eltern. Durch häufiges Umziehen in der Kindheit bin ich auch mit Freundschaften nicht gut, ich ziehe mich ab irgendeinem Punkt immer zurück bei langen Freundschaften, neue lasse ich kaum zu, obeohl ich super sozial bin.

Ich habe bereits einige Therapien hinter mir, war einmal monatelang in einer Tagesklinik.

Das war Anfang letzten Jahres und es ging mir bedeutend besser. Ich bin richtig vom Selbsthass weggekommen.

Und dann habe ich mich verliebt, bin Halloween letzten Jahres mit meinen ersten Freund zusammengekommen. Ich wusste, dass es nicht einfach wird. Ich habe riesige Verlustängste und starke Vertrauensschwierigkeiten. Ich liebe ihn mehr als jemand anderen zuvor und vertraue ihm gern mein Leben an, aber ich warte konstant darauf, dass er mich trotzdem verlässt. Nur wegen der Angst. Das geht irgendwie nicht weg.

Ich möchte gerne an der Beziehung festhalten, ich weiß, dass ich unglaubliches Glück hatte ihn kennenlernen zu dürfen und mit ihm zusammen zu sein.

Aber unsere Beziehungsprobleme lassen sich aus meiner Sicht nicht mehr damit vereinbaren. Ich schaffe es nicht, die Beziehung zu beenden, obwohl ich es mir immer wieder vornehme
Das Problem ist, dass ich manchmal völlig ohne Vorankündigung ganz anders werde. Ich fühl mich plötzlich leer und verloren und unglaublich wütend. Ich glaube die Gefühle rühren daher, dass ich mich für zu schlecht für ihn halte und jeden Fehler, den ich mache, vergebe ich mir nie selbst, auch wenn er es tut. Mein 'Schuldenberg', wie viel ich verletzt und gemein war, ist in dieser Beziehung ins Unermessliche gestiegen. Und manchmal glaube ich stürzt er einfach plötzlich um und erschlägt mich. Dann fühle ich mich tot, aber mein Selbstzerstörungsdrang ist plötzlich immens. Vorher war ich immer traurig, ich kann damit nicht umgehen, dass ich jetzt immer so wütend bin. Ich bekomme meine Gefühle nicht gebändigt. Am besten verletze ich mich, wenn ich dann meinen Partner verletze. Denn am meisten würde es mich verletzen, wenn er mich dann verlässt. Und meine Launen werden immer häufiger, meine Bemühungen immer stärker, dass er mich verlässt. Ich weiß, dass ich ihn dann emotional missbrauche. Und wenn er mich in eine Ecke drängt schlage ich um mich, wenn er mich festhält kneife ich, bis er blutet.

So ein Mensch wollte ich nie sein. Ich ekel mich vor mir selbst, aber ich kann mich selbst nicht aufhalten.

Wenn die Launen weg sind, dann fühl ich mich immer schlechter. Jedes Mal wird es schlimmer. Diese Schuld....ich erkenne mich selbst nicht wieder.

Meine suizidalen Gedanken sind schon lange zurückgekehrt und meine emotionale Selbstverstümmelung von damals reicht nicht mehr aus. Leider habe ich nun auch mit körperlicher Selbstverletzung einen drauf gelegt. Ich halte es kaum noch ohne aus. Ich bin am Ende. Ich will diese Liebe nicht aufgeben. Ich will sie nicht wegwerfen, nicht zerstören, aber ich verletze meinen Partner und mich selbst. Das geht so nicht weiter, schon lange nicht mehr, aber ich habe so Angst wieder alleine zu sein. Ich glaube nicht, dass ich ohne ihn noch leben kann, nachdem ich eine solche Nähe erfahren durfte. Und ich möchte eigentlich lieber jetzt sterben, als alt und ohne ihn.

Ich weiß nicht weiter. Er fleht immer darum die Beziehung weiterzuführen. Zu kämpfen bis wir einen Platz bei einer Paartherapie bekommen. Aber was soll noch alles passieren bis dahin? Und leider glaube ich nicht, dass eine Paartherapie helfen wird, denn die Probleme liegen nicht bei uns, sondern nur bei mir. Ich komme mit mir selbst nicht klar, ich bin einer Beziehung glaube ich noch nicht gewachsen. Egal was ich ausprobiere, es passiert immer wieder. Es wird nicht besser.

Vielleicht hat jemand einen Tipp von euch, obwohl ich glaube, dass es nur auf das eine hinauslaufen kann. Ich sehe mittlerweile eine Trennung als unvermeidlich, aber bekomme es nicht hin.
 
D

Die Katze

Gast
Was für Therapien hast du schon gemacht?
Welche Diagnose hast du?

Zugegeben diese Tendenz die eigene Beziehung zu sabotieren kannte ich ein Stück von mir selbst früher.

Ich sehe es deswegen bei dir so: Würde ich deinen ganzen Text zusammenfassen, würde ein "Ich bin nicht liebenswert rauskommen".

Durch deine Biographie glaubt ein gewisser Teil (ein verletzter, ängstlicher, kindlicher Anteil) daran keine Liebe zu verdienen... und das gerade zu fanatisch. Aber du hast einen Partner gefunden, was dem Glauben dieses kindlichen Anteil stark widerspricht.

Wir Menschen sind ein wenig seltsam: Wir stellen "Sicherheit" und "Gewohntes" über "Glücklich werden", weil letzteres Veränderung bedeutet und der Mensch hat eine angeborene Abscheu von Veränderung.

Diese Veränderung fürchtet der kindliche Anteil, denn der Glaube "Ich bin nicht liebenswert" hat ihn schließlich all die Jahre Sicherheit und Gewohntes gegeben. Was macht er also? Der kindliche Anteil versucht mit allen Mitteln deinen Partner zu vertreiben, ihn wegzuscheuchen mit dem Ziel endlich zu beweisen, dass er eben nicht liebenswert ist. Dass dein Partner aber dennoch bei dir bleibt, verärgert und verunsichert dem "verletzten Kind" noch mehr, weswegen seine Anstrengung nochmals maximiert seinen Glauben nicht liebenswert doch endlich zu beweisen.

Es gibt nur ein Weg diesen Spuk zu beenden: Dem verletzten, kindlichen Anteil versorgen und klarmachen, dass sein Glauben nicht liebenswert zu sein Quatsch ist.
 

Bodenschatz

Aktives Mitglied
Hallo Emily.
als erstes möchte ich dir unbekannterweise einfach mal meinen uneingeschränkten Respekt dafür aussprechen wie glasklar du Dich selber analysierst.
Die Gabe hat lange nicht jeder, und wer sie nicht besitzt, wird nie eine Änderung herbeiführen!

Lass mich einfach mal behaupten, dass Du ab und zu in diese "minderwertigen " Situationen kommst, aber diese mit etwas Übung erkennen kannst.

Du benötigst meiner Ansicht nach einen Wecker, eine Klingel, ein Gefahrenbewusstsein, einen Fluchtgedanken, der genau in dem Moment einsetzt, wenn Du denkst, Du seist nicht gut genug.

Du behauptest, es gäbe einen Schuldenberg, der abzutragen sei.
Jedoch stellst Du nicht dagegen, dass Du in der Beziehung auch gibst, was den Berg vermindert und zu einer gemeinsamen flachen Ebene der Beziehung führt.

Diese fehlende Aufrechnung ist ein Fehler, den Dein Partner Dich wohl spüren lassen würde, aber es ja nicht tut. Warum wohl nicht?

Es wäre gut, wenn Du (Laienmeinung!!) Dich fiktiv in derartige Situationen des nicht-genug-seins hinein versetzen würdest. Du würdest die Situation herbei führen, sie käme nicht ohne dein Zutun.

Sodann gehst Du hin und vertreibst die Situation aktiv.
Du hast sie gerufen und entfernst sie.
Diesen Lerneffekt übst Du intensiv und betrachtest derartige Situationen als eine Art Priorität, als eine Art Muss, das es zu bewältigen gibt. Als Feind, Gegner.

Kurz später wird sich unbewusst die Situation wieder einstellen, ohne dass Du sie gerufen hast. Nun aber folgerst Du, dass Du sie entfernen kannst, weil Du es kannst: weil Du es vorher konntest!

Vielleicht sogar könntest Du beschreiben, ob das Rufen und Entfernen einmal geklappt hat und ob Du tatsächlich so zu Erfolg kommst?
 
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