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Ich weiß einfach nicht mehr weiter...

NormalerTyp

Mitglied
Hallo,


ich bin auf dieses Forum gestoßen, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß und auch momentan nichts mehr mit meinem Leben anfangen kann.
Vielleicht erhalte ich hier ja Ratschläge/Tipps und ich kann mich etwas entlasten, da ich immerhin Anonym mir meine Probleme und Sorgen von der Seele schreiben kann.


Kurz zu mir: Ich bin Männlich und (noch) 21 Jahre jung.


Ich hatte eigentlich eine gute Kindheit, ich habe alles bekommen, hatte genug Kleidung und genügend zum Essen. In Kinderaugen betrachtet hatte ich ein ziemlich gutes Leben. Das schlechte an dieser Situation war, dass mein Vater Sizilianer war und äußerst Temperamentvoll und Aggressiv. Er schlug regelmäßig meine Mutter, aus jeglichen Gründen. Egal ob Ihm das Essen nicht geschmeckt hat oder ähnliches. Meine Mutter hatte mir später – als ich Älter war – erzählt, dass Sie das alles ertragen hat, weil Sie Ihre Kinder (Mich und meine beiden jüngeren Schwestern) nicht verlassen wollte.
An ein Weihnachten kann ich mich noch besonders gut erinnern, obwohl ich erst 7 Jahre alt war. Es kommt mir trotzdem noch so vor, als wäre es vor 5 Minuten passiert.
Mein Vater hatte sich betrunken gehabt, hat meine Mama verprügelt und wollte sich danach selbst ermorden.


Im laufe der Jahre wurde bei meinem Vater Darmkrebs diagnostiziert und er musste eben einer Operation unterzogen werden, da fast der ganze Darm voll war. Ihm wurde fast der ganze Darm entfernt und musste mit zwei Stomabeutel leben (Einmal für Kot und einmal für Urin). Durch diese Beutel war er wohl so in seinem Stolz gekränkt und hat sich nicht mehr als Mann gefühlt. Er wurde aggressiver und brutaler so, dass meine Mama Ihn endlich verlassen hat. Sie nahm meine kleinen Schwestern mit und ließ mich bei Ihm alleine, weil ich zu diesem Zeitpunkt schon 14 war und Sie keine Angst um mich haben brauchte, weil ich anscheinend der ganze Stolz meines Vaters war und er mir nie was angetan hat und es auch niemals getan hätte.


Daraufhin folgte eben der Prozess der Scheidung zwischen meinen Eltern und es war auch für mich nicht gerade schon. Ich saß natürlich zwischen zwei Stühlen und wusste mit 14 Jahren nicht, wie ich mich verhalten soll. Da Sie Ihren Streit auch auf meinem Rücken ausgetragen haben, bezüglich Sorgerecht und Aufenthaltsrecht stieß ich auch an meine Grenzen. Aus diesem Grund, zu dem Zeitpunkt besuchte ich die 9. Klasse, ließen meine Leistungen nach und die Versetzung an Klasse 10 war massivst gefährdet. Es hatte sich, einigermaßen beruhigt. Zumindest der Teil um mich. Ich schaffte noch die Klasse 9 und wurde eben in Klasse 10 versetzt und absolvierte diese mit der Fachoberschulreife mit Qualifikation.


Plötzlich kam alles wieder auf mich zurück. Mir wurde von meinem Vater verboten, den Kontakt zu meiner Mutter und zu meinen Schwestern zu halten. Wenn ich Duschen war, schrieb er über mein Handy oder über meinen Account bei Facebook meine Mutter an und beleidigte und bedrohte sie auf übelste. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich eine Beziehung, so dass ich mich eben immer heimlich mit meiner Mutter getroffen habe, da mein Vater eben dachte, ich wäre mit meiner Freundin unterwegs. Dort erzählte meine Mutter mir eben, dass mein Vater eben über meinen Namen sie beleidigte und bedrohte. Sie erzählte mir auch, dass mein Vater regelmäßig bei Ihr vor der Haustüre stand und randaliert und Sie eben auch beobachtet wurde, von Männern die Sie in Ihrem leben noch nie gesehen hatte. Sie hatte die Vermutung, dass Sie eben von meinem Vater angeheuert worden sind, da sie zum einen nur Italienisch sprachen und laut meiner Mutter eben auch keine Hemmungen gehabt hätten, jemanden zu ermorden. Ich dachte mir auch im ersten Moment, ob Sie zu viele Filme geschaut hat, oder ob Sie Paranoid geworden war. - Aber Sie hatte eben recht. Meine Mutter wendete sich an die Polizei und als die Polizei zu schlug und es zur Verhandlung kam, kam heraus das diese Männer dazu bezahlt wurden, meine Mutter zu beobachten, Sie zu verfolgen und Sie eben einzuschüchtern. Ein Machtspielchen meines Vaters eben.


Nun gut, irgendwann fand mein Vater dann heraus, dass ich mich mit meiner Mutter heimlich traf und Sie mir dann eben Geld gab, mir Zigaretten kaufte etc. Mir wurde von meinem Vater vorgeworfen, dass ich es nicht wert schätze was er tut, ob er nicht mehr gut genug ist etc.
Nach einer Diskussion hat er mich auf die Straße gesetzt, so dass ich erst mal bei meiner Mutter unterkommen musste und wir eben übers Jobcenter eine eigene Wohnung für mich beantragen musste, da die Wohnung meiner Mutter für eine weitere Person zu groß war. (Zu diesem Zeitpunkt war ich schon 18.)


Zu diesem Zeitpunkt war ich aber im ersten Halbjahr der 11. Klasse, die so gut für mich angefangen hat und dadurch wieder meine Leistungen sanken. Ich musste mir den Hintern aufreißen, um die Versetzung in Klasse 12 zu schaffen, welche ich auch erreichte. In Klasse 12 erhielt ich die Nachricht, dass mein Opa verstorben war und eine Woche später mein Vater, der auch am Krebs erlegen war, da er jegliche Therapien abgebrochen hat und seine Medikamente auch nicht mehr nahm.


Dies führte dazu, dass ich die Schule abgebrochen habe, weil ich einfach nicht mehr konnte und es mir auch im Herzen weh getan hat, dass mein Vater und Ich uns nie wieder ausgesprochen haben und ich Ihn auf einer Geburtstagsfeier meiner Schwester konsequent Ignoriert habe, auch wenn er offensichtlich mich ansprach. Und ich mental auch kaputt war, da mein Vater im Internet Waren über meinen Namen gekauft hatte und Sie nicht zahlte. - Er hat mich komplett verschuldet und ich habe keine Ahnung, wie ich das alles von momentan noch Hartz IV zahlen soll. Mir bleiben teilweise nur 50-100€ im Monat zum leben.


In dieser Zeit ging ich sehr gerne zum Fußball, da man eben im Stadion für 90 Minuten seine sorgen vergessen kann und durch die Fangesänge sich auch eben die Seele frei schreien kann. Ich kam in Kontakt mit den Ultras. Wir freundeten uns an, unternahmen auch privat viel gemeinsam und ich wurde ein Teil dieser Gruppe. Man trank Alkohol, nahm Drogen und prügelte sich. Dies lehnte ich grundsätzlich anfangs alles ab, da ich eben nichts trinken wollte, Drogen waren zu diesem Zeitpunkt auch keine Thematik und prügeln? Nein. Mein Ziel war es, nach dem scheitern des Abiturs zur Bundeswehr zu gehen um dort Karriere zu machen. Plötzlich, wie aus dem nichts, änderte sich meine Meinung und ich fing an zu trinken. Erst blieb es bei paar Bierchen am Spieltag, dann fing ich an auch Freitags zu trinken. Es endete so, dass immer wenn wir uns sahen getrunken wurde. Drogen wurden mir auch immer angeboten, irgendwann dachte ich mir auch ''Ach, komm. - Einmal Kiffen wird schon nicht so schlimm sein.''. Ist es im Endeffekt auch nicht, aber wie beim Alkohol wurde es immer mehr und mehr. Schlussendlich landete ich beim Kokain.


Mein Leben änderte sich brisant und plötzlich war mir der ''Ultragedanke'' nicht mehr gut genug, so dass ich den Kontakt zu einschlägigen Hooligans suchte und mich denen anschloss. So kamen dann mit der Zeit mehrere Anzeigen wegen Körperverletzungen, Landfriedensbrüche, Sachbeschädigungen etc. Ich war in einem Teufelskreislauf zwischen Alkohol, Drogen und Gewalt gefangen.


Arbeiten oder Schule kam mir während dieser Zeit gar nicht in den Sinn, da mir meine Mutter ständig Geld gegeben hat und ich mein Leben bis dahin führte.


Im Januar 2015 kam es dann so weit, dass die Kriminalpolizei morgens vor der Tür stand und meine Wohnung durchsucht hatte, jedoch nichts fand. Da kamen schon die ersten Gedanken, dass irgendwas hier falsch läuft. Ich wurde abgeführt und wurde von drei Polizisten verhört und massivst unter Druck gesetzt, da ich nichts zu dem Tatvorwurf sagen wollte. Die Polizisten waren aber eben so erfahren, dass ich trotzdem alles erzählt habe. Da Sie mein Handy beschlagnahmt hatten, ging ich zu meiner Mutter um zu fragen, ob Sie ein Haustelefon für mich hätte. Bei meiner Mutter angekommen, sagte Sie mir auch gleich, dass auch bei Ihr Krebs diagnostiziert wurde. Diese Nachricht traf mich so hart, so dass ich mich nur sehr langsam davon erholte. Ich fing an mein Leben wieder zuordnen, und nahm den Posten als Pflegeperson meiner Mutter an, da ich nicht wollte, dass meine Schwestern Ihr Leben so wie ich, voller Stress, führen sollten.


Leider war ich zu blöd und gab meine ''Freunde'' nicht auf.


Meine Mutter erzählte mir vieles über Ihre Therapien, dass die Ärzte sagen dass diese Therapien gut anschlagen und Sie wieder Gesund wird. Sie besuchte in Bayern auch extra eine Klinik für Krebspatienten wo Ihr dasselbe gesagt wurde.


Eines Abends plagten meine Mutter schwere Kopfschmerzen und Sie brach zusammen. Sie kam ins Krankenhaus und die Ärzte sagten mir, dass es nicht so schlimm sei aber Sie trotzdem zur Beobachtung einige Tage im Krankenhaus bleiben sollte. Am nächsten Tag besuchte ich meine Mutter im Krankenhaus und sah, dass Sie wohl nachts aufgestanden war und mit dem Kopf gegen einen Stuhl knallte. So lag Sie im Bett, mit einem blauen Auge und einer genähten Wunde am Kopf. Das schlimme daran war, dass Sie im Koma lag und der Chefarzt mir mitteilte, dass Untersuchungen ergeben haben, dass Sich ein Tumor im Hirn befindet. Mir wurde mitgeteilt, dass Sie eventuell nie mehr aufwachen wird oder gar innerhalb der nächsten Tage auch stirbt. Ich besuchte meine Mutter jeden Tag, auch wenn es mich mental fertig gemacht habe, sie so zu sehen. Sie zeigte keine Reaktion wenn man mit Ihr redete, nichts. Eines Tages sagte mir der Arzt, dass sich der Zustand gebessert hat und Sie sich bewegt und auch Ihre Augen öffnet wenn man mit Ihr redet. Sie suchte eben diese Person die redete. Ich freute mich, dass es anscheinend wieder Berg auf ging und meine Mutter mich ständig anschaute und auch immer nach meiner Hand griff. Es tat trotzdem noch weh, da man gesehen hat, dass Sie einfach keine Kraft aufbringen konnte um etwas zu sagen oder die Augen aufhalten konnte. Wenn man Ihr in die Augen sah, konnte man eben sehen dass sie etwas sagen wollte. Da es langsam aufs Wochenende zu ging sagte mir der Arzt, dass Sie übers Wochenende natürlich noch im Krankenhaus bleiben muss, aber Sie mittlerweile so Stabil war um Sie in eine andere Klinik zu transportieren, da zum einen die Chemotherapie vollzogen werden musste und genau in Erfahrung gebracht werden musste, wo der Tumor im Hirn ist und ob er inoperabel zu entfernen ist. So ging ich voller Hoffnung Freitag abends nachhause und musste es eben meinen Schwestern auch erzählen. Samstags morgen ging ich ins Krankenhaus und besuchte meine Mutter. Ich redete mit Ihr, hielt Ihre Hand. Plötzlich riss Sie die Augen auf, schaute mich bestimmt 2-3 Minuten an kniff mich richtig in die Hand (musste sogar genäht werden). Ihre Augen fielen zu, sie lockerte Ihre Hand. Sie war Tod.


Es tat mir weh, dass meine Mutter gestorben ist. Tut es immer noch. Aber noch mehr nagt es an mir, dass ich gesehen habe wie Sie starb. Ich werde diese 5 Minuten niemals vergessen und es ist für mich sehr schwer damit umzugehen.


Also ging ich nachhause und musste meinen beiden Schwestern eben mitteilen, dass Sie gar nicht erst ins Krankenhaus gehen müssen, da es nun vorbei ist. An diesem Tag beendete ich jeglichen Kontakt mit meinen ''Freunden'', die auch keine ''Freunde'' waren. Ich bemerkte dies leider nur zu spät.


Es folgte eben eine schwere Zeit zwischen Trauer und der Kampf, dass meine Schwestern nicht ins Heim oder sonst wo hin sollten. Ich wollte, dass Sie dann bei mir wohnen.


Nach einiger Zeit musste das Leben eben weiter gehen, so dass ich mich beim Jobcenter meldete und nach einer Maßnahme (Vollzeit) fragte, da ich etwas zu tun und Ablenkung brauchte. So ging ich zu der Maßnahme und meine Schwestern gingen wieder zur Schule. Da die ältere meiner beiden jüngeren Schwestern Fußball spielt, hatte Sie sich eine Verletzung an der leiste zugezogen. Sie kam ins Krankenhaus und wurde operiert. (Dezember 2016). Das was mich daran nun innerlich zerstört ist, dass sie eben seitdem nicht mehr aufgewacht ist. Sie wurde auch in eine andere Klinik verlegt und der Arzt dort sagte mir, Sie stehen selber auf dem Schlauch und wissen nicht, was los ist und warum Sie Sie nicht wach bekommen. Irgendwann auf der Arbeit (Maßnahme) bekam ich einen Anruf, ich solle mal bitte ins Krankenhaus kommen. Ich dachte mir, ja toll... - Sie ist tot. Und was wurde mir gesagt? Die Ärzte gehen zu 95% davon aus, dass meine Schwester hirntot ist, dies aber erst weiter untersucht werden muss.


Ich muss es irgendwie der jüngsten mitteilen, aber ich weiß nicht wie ich es Ihr sagen soll. Ich kann Ihr nicht sagen, dass Ihre 17 Jährige Schwester wahrscheinlich auch bald nicht mehr da ist. Ich verstehe auch nicht, wieso Sie mit 17. Sie ist im Januar 17 geworden und ist wahrscheinlich Hirntod.


Ich weiß echt nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich weiß auch echt nicht, wie viel Leid ich noch ertragen muss, um irgendwann wieder glücklich zu sein.


Es gibt Zeiten, da fühle ich mich echt Einsam. Klar, habe ich noch meine jüngste Schwester bei mir, aber es ist eben nicht dasselbe als wenn man Freunde hat oder eine Beziehung führt. Von meinen anderen Verwandten, sprich Onkel und Tanten interessiert sich niemand für uns, keiner versucht zu helfen. Nur meine Oma, die regelmäßig zu Besuch kommt und uns bzw. mir Geld hierlässt, damit ich und meine Schwester was zu Essen haben.


Natürlich wünschte ich mir aber auch mal nach Jahren wieder eine Beziehung. Ich weiß, dass ich mit meiner Schwester über alles reden kann. Nur sie ist eben erst 14 und ich werde 22. Sie kann mir in bestimmten Dingen auch nicht helfen. Ich bräuchte einfach nur eine Person, bei der ich meine Sorgen vergessen kann und mir auch die Seele frei reden kann. Ich merke gerade, welche Last von mir abfällt, nur weil ich das hier mit einem Internetforum teile.


Leider habe ich auch das Gefühl, dass ich von der Frauenwelt ignoriert werde. Ich bin auch seit einiger Zeit bei einer bekannten APP angemeldet nur jede Nachricht die ich versende wird konsequent gelöscht. Mein Selbstbewusstsein ist einfach mittlerweile so im Keller, ich traue mich schon teilweise gar nicht mehr irgendeine Dame dort anzuschreiben, da die Nachricht ja sowieso unbeantwortet bleibt.


Manchmal tut es echt weh, dass ich niemanden zum reden habe oder einfach jemanden zu haben, der für mich da ist oder mich etwas entlasten kann.


Teilweise habe ich das Bedürfnis, einfach abzuhauen und mir ein neues Leben aufzubauen oder mich gar umzubringen, weil ich in meinem Leben keinen Sinn mehr sehe. Jedoch hält mich meine Schwestern unbewusst davon ab, es zu tun. Mittlerweile ist sie der letzte halt den ich noch habe.


Ich weiß echt nicht, was ich ohne Sie tun würde oder ob ich ohne Sie noch leben würde.


Trotzdem muss ich mir irgendwie etwas einfallen lassen, wie ich Ihr mitteile, dass meine andere Schwester anscheinend Hirntod ist. - Vielleicht hat hier ja jemand einen Rat für mich?


Inzwischen weiß ich schon gar nicht mehr, warum ich dies hier alles schreibe, da mir wie oben schon geschrieben, eine Riesen last abgefallen ist. Aber vielleicht erhalte ich ja einen Rat, wie ich mein Leben wieder auf die Reihe kriege. Ich will so gerne wieder Glücklich sein und ein Leben führen, wie andere in meinem Alter. Ich würde so gerne eine Beziehung führen, aber ich habe keine Ahnung wo oder wie ich jemanden kennenlernen soll. Ich würde auch gerne neue Freunde finden, mit denen ich auch etwas unternehmen kann und mit denen ich auch reden kann.


Ich beneide die Jungs in meinem Alter teilweise. Sie sind glücklich, was ich nicht bin. Und auch schon lange nicht mehr wahr.


Mein größter Wunsch ist es einfach, dass ich nach diesen ganzen Schicksalsschlägen in meinem Leben, ein normales Leben führen kann, wie jeder andere Mensch auch. - Nur die Hoffnung daran schwindet von Tag zu Tag und allmählich habe ich das Gefühl, dass ich in meinem Leben nie wieder glücklich sein soll. Das mein Leben einfach nicht dafür bestimmt ist, Glück zu haben.
 

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N

Neverland

Gast
Einen ganz liebevollen Gruß lieber NormalerTyp,

und wenn Du es vielleicht gerade gebrauchen kannst, annehmen magst eine sanfte Umarmung an Dich sende...
-
vielleicht ist es zu "früh" zu schnell von mir, Dir zu schreiben. Denn Dein Text ist ja sehr lang. Und meine Güte...da hast Du einiges bereits durch gemacht. Aber es ist wirklich gut denke ich, das Du Dir das alles erstmal von der Seele geschrieben hast. Und ich finde Deine Offenheit, Ehrlichkeit und Deine Art Dein Leben zu erzählen sehr mutig und schön. Ich habe ein...wie soll ich es beschreiben...ganz sanftes, liebes Gefühl wenn ich Deine Zeilen lese.
Ich glaube Du bist zwar sehr "verwundet" aber auch sehr nett. Trotz der Dinge die Du angestellt hast. Ich kann verstehen, wie es eben manchmal zu so etwas kommt...

Im Augenblick muss ich Deinen Text evtl. erstmal "sacken" lassen...und evtl. noch mal lesen...
Im Augenblick habe ich auch nicht gerade die "richtigen Worte" oder passenden Ratschläge für Dich.
Vielleicht sind hier auch Einige, die Dir derzeit besser etwas sagen könnten als ich. Und ich denke, Du wirst noch einige mitfühlende Antworten und guten Rat erhalten.

Ich werde mich jetzt auch noch mal mit Deiner Erzählung befassen...
(Habe hier nur ein Kindchen sitzen, das gleich ins Bett muss...und dann hast Du auch noch mal meine Aufmerksamkeit! )

Ich wollte Dich bloß nicht noch länger ohne eine Antwort, mit Deinem Text alleine lassen und Dir darum schon mal zeigen, das es nicht verkehrt war von Dir hier zu schreiben. Und das es Leute gibt, die Deine Lebensgeschichte im Herzen berührt und die Dir gerne helfen mögen, soweit es möglich ist...

Bis gleich demnächst ...

Fühl Dich zunächst ein Mal verständnisvoll in den Arm genommen...

Liebe Grüße
Neverland

P.S...
Was mir gerade noch einfällt...
Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich auf Grund des plötzlichen Todes meines Ex-Mannes mit dem Kriseninterventionsteam vom DRK Deutschen Roten Kreuz zu tun. Meine Erfahrungen mit denen sind wirklich gut gewesen. Sie waren sehr sehr nett und kompetent. Und haben mir auch dabei geholfen, seinen Eltern seinen Tod mit zu teilen. (die waren zu dem Zeitpunkt auf den Kanarischen Inseln und ich war die Erste die es erfuhr und es ihnen ein paar Tage später sagen musste).
Nun mein Einfall, was Deine Schwester betrifft, wie Du mit ihr darüber reden könntest und Du selber vor allem, auch evtl. einen kompetenten "Ansprechpartner" und aktive Hilfe für`s Erste bekommen könntest...vielleicht kannst Du Dich beim DRK- Krieseninterventionsteam mal melden. ?
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Zuletzt bearbeitet:

NormalerTyp

Mitglied
Danke vielmals für Deine Antwort.

Ja, ich bin auch eigentlich ein netter Mensch, ich hatte eben nur den falschen Umgang und wollte dies persönlich einfach nicht wahr haben, obwohl mich sehr viele Menschen daraufhin gewiesen haben. Sei es meine Mutter, der Staatsanwalt oder der Richter. Ich dachte eben, die wollen mir was böses. Mittlerweile weiß ich, dass Sie es nur gut mit mir meinten und ich mir in dem Sinne mit den Körperlichen Auseinandersetzungen und der Kriminalität an sich mir selber ein stückchen mein Leben verbaut habe. Aber zurückschauend weiß ich, dass es natürlich falsch war, jedoch waren z.B die Schlägereien ein krasses Ventil für mich waren, da ich vor dem Tod meiner Mutter alles in mich hineingefressen habe und Gefühle zeigen für mich so etwas wie ein Fremdwort war.
Es fällt mir jetzt immernoch sehr schwer, meine Gefühle nach aussenhin zu transportieren oder jemanden meine Gefühle zu zeigen. Ich schaffe z.B es nicht meiner Schwester zu sagen, dass ich Sie liebe oder vor Ihr zu weinen. Ich glaube das hat sie sogar noch nie gesehen, dass ich weine. - Schade eigentlich.

Es tut mir selber sehr weh, dass alle denken das ich eben der starke Mann bin, der alles irgendwie gut verarbeitet. Im endeffekt leide ich mehr als meine Schwester unter den verlusten.

Darüber zu schreiben fällt mir nicht schwer, da es ja recht Anonym hier ist. Wo ich dran zu knabbern hatte und wo mir beim schreiben die Tränen kamen war der Teil mit meiner Mutter und meiner anderen Schwester.

Ich weiß es hört sich doof an, aber ich mache mir momentan auch sehr viele Vorwürfe. Ich verabscheue mich dafür, dass ich in die Drogensucht gefallen bin, dass ich bewusst andere Menschen verletzt habe und es mir spaß gemacht habe (auch wenn es ''gleichgesinnte'' waren). Ich weiß, dass ich nichts dafür kann, jedoch würde ich auch sehr gerne meiner Schwester ein schöneres Leben bereiten und Ihr mehr Geld geben. - Es tut mir sehr weh, wenn ich Sie leiden sehe oder sehe, dass Sie traurig ist, weil Ihre Freundinen ins Kino gehen und ich es Ihr nicht ermöglichen kann..


P.S...
Was mir gerade noch einfällt...
Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich auf Grund des plötzlichen Todes meines Ex-Mannes mit dem Kriseninterventionsteam vom DRK Deutschen Roten Kreuz zu tun. Meine Erfahrungen mit denen sind wirklich gut gewesen. Sie waren sehr sehr nett und kompetent. Und haben mir auch dabei geholfen, seinen Eltern seinen Tod mit zu teilen. (die waren zu dem Zeitpunkt auf den Kanarischen Inseln und ich war die Erste die es erfuhr und es ihnen ein paar Tage später sagen musste).
Nun mein Einfall, was Deine Schwester betrifft, wie Du mit ihr darüber reden könntest und Du selber vor allem, auch evtl. einen kompetenten "Ansprechpartner" und aktive Hilfe für`s Erste bekommen könntest...vielleicht kannst Du Dich beim DRK- Krieseninterventionsteam mal melden. ?
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Das hört sich doch gut an. Wenn der Fall eintrifft, dass Sie auch von uns geht werde ich den Kontakt zu Ihnen suchen. Ein stückchen Hoffnung habe ich noch...
 
N

Neverland

Gast
NormalerTyp,

Hoffnung...Hoffnung ist immer gut. Aber ich habe auch den Eindruck, das Du Dir schon auch bewusst bist, das diese Hoffnung was Deine Schwester betrifft zumindest auch erlischen könnte..G*tt bewahre!
Doch ich wünsche Dir auch, das sollte diese tatsächlich erlischen...Du nicht denkst, das jegliche Hoffnung auf irgendwas nichts mehr wert ist. Bewahre Dir bitte wenn es irgend geht, Hoffnungen, Träume, Ziele und Wünsche.
Auch wenn Dinge im Augenblick aussichtslos erscheinen mögen. Ich weiß selber ganz genau, wie schwer das ist.
Manchmal denkt man auch, es sei quasi unmöglich...
-

Ichweiß nicht ob es gerade irgendwie hilfreich ist...
Zunächstevtl. um sich nicht ganz so alleine mit dem eigenen Schicksal zufühlen, kann ich Dir schon mal sagen,das ich etwas von dem was Dubisher durch gemacht hast, in anderer Form kenne. Und selber auch soEINIGES andere „überlebt“ habe...wo ich mich heute noch ab undan frage, wie ich das bisher alles geschafft habe...
Dochauch ich war immer wieder in meinem Leben an verschiedenen Punkten,an denen ich aufgeben wollte und so am Boden war, das ich nicht mehrkonnte....
Und selber habe ich auch sehr, sehr viel erleiden und ertragen müssen...

Doch weist Du was? Ich kann heute sagen: "Ich habe überlebt! Das alles habe ich erleiden müssen, aber ich habe es geschafft. Habe es überlebt. Hier stehe ich, bin immer noch da. Nicht mehr so unbefangen und nicht mehr ohne Lebensnarben. Aber die Narben auf Körper und Seele, sind "Zeugnisse" dessen, was alles möglich ist durch zu stehen.

Ich glaube, das Du das auch kannst. Du bist vielleicht sogar stärker als Du denkst. Selbst wenn Du unter alledem fast meinst zusammen zu brechen. Wenn ich lese, was Du durch gemacht hast und dann lese, welche Erkenntnisse Du daraus, egal wann gezogen hat. Und wo Du Dich dann überall aus echt heftigen Dingen heraus geholt hast...
Mensch min Jung....Du hast innere Stärke! Musst Du haben, sonst wäre es Dir nicht möglich gewesen.
An diesen Punkten, die Du Dich selbst schon "gerettet" und verändert hast, darfst Du stolz auf Dich sein

NormalerTyp!

Außerdem hast Du schon einiges an Selbstreflektion und eigenen Erkenntnissen gewonnen.
Und das ist doch etwas wert. Und wunderbar das Du das überhaupt kannst. Trotz und wegen allem.
Das mit den Gefühlen ist kein Wunder. Bei dem was Du bisher so erlebt hast.

Ich schaffe z.B es nicht meiner Schwester zu sagen, dass ich Sie liebe oder vor Ihr zu weinen. Ich glaube das hat sie sogar noch nie gesehen, dass ich weine. - Schade eigentlich.
Das Du vor ihr nicht weinen kannst...wundert mich auch nicht. Ist auch erstmal nicht sooo tragisch. Es ist sogar ganz normal. Ich denke, das Du in Deiner Situation, als "Ältester", als Beschützer-Bruder...und als Mann auch...einfach immer irgendwie "funktionieren" musstest. Da sein musstest. Stark sein musstest für die Anderen. oder?

Zumindest dachtest Du es wohl oder es war auch notwendig hier und dort und/ oder wurde von Dir erwartet...?

Gräme Dich nicht deswegen. Es kann noch anders werden. Dämme brechen auch irgendwann...
Aber es ist auch wichtig, das Du Dich jetzt darum kümmerst, wo bei alledem DU selbst bleibst.
Es wäre vielleicht gut, wenn ich das so sagen darf, wenn Du Dir auch Hilfe für DICH persönlich holen würdest. Nicht erst einen Krieseninterventionsdienst anrufst, wenn besagter Ernstfall eintritt...
Weist Du was ich meine?
Hast Du selber Ideen dazu? Wohin Du Dich wenden kannst?
Hast Du die Kraft und kannst die Hemmungen, die evtl. da sein könnten, für Dich Hilfe an zu nehmen fallen lassen?

Ich weiß es hört sich doof an, aber ich mache mir momentan auch sehr viele Vorwürfe.
Nein, es hört sich nicht doof an, es ist finde ich verständlich. Diese Gefühle kommen halt dann auch mal...
Das ist vollkommen okay.
Und auch darüber hat Dein Verstand bereits eine Erkenntnis, die gut und richtig und wichtig ist. Nur kannst Du die zur Zeit noch nicht verinnerlichen. Aber sie ist schon mal da...und das ist gut.

Deiner Schwester ein schöneres Leben bieten...
Es mag utopisch klingen im Augenblick, aber es werden andere Zeiten kommen.
Und weist Du, ich verstehe sehr gut, das es Dir weh tut, wenn Du siehst das sie traurig ist, das sie sich nicht dieses oder jenes leisten kann. Aber Geld und Güter sind auch nicht alles. Sie beruhigen und können gut tun, ablenken ja...aber nie auf Dauer glücklich machen...

Gibt es denn evtl. Möglichkeiten, wie Ihr dahingehend etwas verändern könntet?
Sie ist 14 oder? Vielleicht würde es ihr ja gut tun, wenn sie irgendetwas "jobbt"...? Das darf sie in dem Alter doch auch schon begrenzt. Sie könnte so auch sehen, das sie selbst etwas gutes leisten kann. Das sie in der Lage ist, selbst etwas zu verändern. Ob es nun ein Aushilfs-Teenejob ist, oder Hunde ausführen, oder Babysitten oder Zeitung austragen oder oder....
Könntet ihr evtl. bspw. einen "Putzjob" annehmen. Oder irgendeinen Hilfsdienst für Ältere Leute oder etwas in der Art? Um Euch etwas dazu zu verdienen?

Es gibt auch andere schöne und sehr einfache Dinge, die Ihr unternehmen und erleben könntet um mal wieder Spaß zu haben und durch zu atmen...

Das sind nur mal so pauschale Ideen, die mir spontan einfallen. Es muss nicht unbedingt passend sein gerade. Aber evtl. ist da eine Idee dabei, die Dich wieder auf eine Idee für euch bringt.

Wie ist es außerdem mit Familienhilfe?
Diakonie...und ähnlichem...die in so Krisenfällen aller Art eine echte Hilfe sein können...
-

.... jaaaa das ist für`s erste das, was mir gerade einfällt...
Ich hoffe es ist okay und es ist etwas hilfreiches dabei....
 

Nordrheiner

Urgestein
Lieber Normaler Typ,

es tut mir so leid für Dich und für Deine Schwester, daß ich selbst Tränen in den Augen habe und Dich in den Arm nehmen möchte. Würdest Du in der Nähe wohnen, käme ich zu Euch und würde Euch praktisch helfen, so gut ich kann. Leider ist das nicht möglich.... Bitte fühle dich wenigstens virtuell in den Arm genommen.

Du weißt noch nicht genug vom Leben. Die Situation ist für Dich neu. Deshalb ist es wichtig, dass Du Dir einen Lebensberater suchst. Wende Dich bitte z.B. an eine Kirchengemeinde und frage dort nach einer Person, die über gute Lebenserfahrung verfügt und die Dich in Deinem Leben begleiten und beraten kann. Ich weiss nicht, wie schnell Du einen Lebensberater findest, aber höre nicht auf ... diesen zu suchen. Vielleicht gibt es auch ein Ehepaar in einer Gemeinde, die sich um Euch beide kümmern können. Bitte frage danach!

Ob Du willst oder nicht, für Deine Schwester bist Du jetzt der große und starke Mann im Haus. Sie braucht jemanden, der sie liebt. Du bist nicht ihr Vater und solltest auch nicht den Vater raushängen lassen. Dein Vater war ein sehr sehr schlechtes Vorbild. Deine Schwester braucht einen väterlichen Freund. Jemand, der sich Mühe gibt, sie zu verstehen. Du kannst mit der schlimmen Familiengeschichte schlecht umgehen? Diese Geschichte ist für Dich eine Belastung? Für Deine Schwester ist diese Belastung noch viel größer. Deshalb habe Verständnis, wenn Deine Schwester nicht immer ausgeglichen sein sollte. Ihre Traurigkeit sucht sich ein Ventil.

Du hast in Deiner Vergangenheit viel falsch gemacht. Aber Du hast daraus gelernt... Also im Moment vergiß bitte Deine Fehler der Vergangenheit und kümmere Dich um die Gegenwart und um die Zukunft.

Ihr beide "müsst" sehen, dass ihr lernt, wie das Leben funktioniert. Hilf Deiner Schwester, dass sie für ihre Schule gut lernt. Und Du musst auch für Dein Lernen sorgen. Lernen geht immer. Es ist nie zu spät.

Das Leben ist oft sehr sehr hart. Es wird nicht leichter, wenn man sich gehen lässt. Für die Trauerperiode gibt es auch im Krankenhaus sogenannte Krankenhausseelsorger. Sprich mit ihnen über Deine Trauer und nimm auch Deine Schwester zu der Krankenhausseelsorge mit, denn auch sie braucht sicher Hilfe in ihrer Trauer.

Und immer wenn Du Fragen hast, dann schreibe hier im Forum.

Gott beschütze Euch,
Nordrheiner
 

NormalerTyp

Mitglied
Also mir wurde heute mitgeteilt, dass ein Hirntod meiner Schwester auszuschließen ist. Nur ob Sie jemals wieder vollständig Gesund wird oder ein Pflegefall wird / bleibt konnten die Ärzte mir nicht sagen.
Gehen wir mal davon aus, dass Sie ein Pflegefall wird / bleibt, müsste ich die Kosten selber tragen, wenn Sie in ein Pflegeheim kommt? Oder wird dies von der Versicherung gezahlt?

Mit der jüngsten habe ich auch darüber gesprochen, ob Sie für sich eine nebentätigkeit ausüben möchte um etwas mehr Geld für Ihre Freizeitgestaltung hat. Dies lehnte Sie aber konsequent ab. Sie sagte zwar, dass Sie auch traurig darüber ist, dass sich andere Mädels in Ihrem Alter sich mehr leisten können und Sie eben auch mehr Geld Ihrer Eltern bekommen, aber es Ihr nicht so wichtig ist und Ihr meine entschuldung wichtiger ist. Sie begründet dies außerdem damit, dass Sie zum einen lernt richtig mit Ihren Finanzen umzugehen, Sie Ihre Zeit lieber für die Schule investiert (Lege ich auch persönlich sehr hohen Wert darauf, da ich nicht möchte, dass Sie schulisch so abstürzt wie ich) und es Ihr eben mittlerweile egal ist, ob Sie täglich shoppen gehen kann oder ähnliches. Sie sagte mir, wenn Ihre Freundinnen dies nicht verstehen oder akzeptieren, dass Sie sich momentan nicht viel leisten kann, dann sind dies auch keine Freunde. - So eine Antwort mit 14, so reif. Hätte ich Ihr persönlich nicht zugetraut, muss ich zugeben.

Für Deine Schwester ist diese Belastung noch viel größer. Deshalb habe Verständnis, wenn Deine Schwester nicht immer ausgeglichen sein sollte. Ihre Traurigkeit sucht sich ein Ventil.
Ich gehe mal davon aus, dass ich Ihr Ventil bin. Sie redet ständig mit mir über Ihre Probleme und mag mittlerweile auch mit niemand anderes reden, wenn Sie traurig ist oder Probleme hat. Ich versuche eben auch, so gut es geht, sie abzulenken. Ob ich mit Ihr spazieren gehe oder mit Ihr auch etwas Unternehme was ggf. kostet, wenn es das Budget zulässt. - Zumindest dann, wenn Sie nicht mit Ihren Freundinnen unterwegs ist.


Immerhin geht es mir auch einigermaßen besser, nachdem ich mir alles von der Seele geschrieben habe. Es hilft mir auch ein wenig zu verstehen, dass ich eben doch nicht dieser harte Kerl bin, was viele denken und was ich eben auch von mir dachte.
Jedoch musste ich auch für mich feststellen, dass ich enorme Angst vor weiteren Enttäuschungen habe. Sei es mit meinen Schwestern oder meiner Oma. Oder eben den Kontaktaufbau zum anderen Geschlecht bzw. generell der Aufbau neuer sozialer Kontakte. Ich habe enorme Angst, dass wenn ich enttäuscht werde, ich in mein altes Leben zurückfalle und wieder anfange zu Alkohol zu trinken oder andere Dinge zu konsumieren. - Bisher konnte ich aber genug willensstärke zeigen, auch wenn ich streckenweise ein sehr starkes Bedürfnis habe, mir Alkohol oder Illegale substanzen zu besorgen. Nur wenn ich eben meine Schwester ansehe weiß ich, dass Sie mein letzter halt ist und anders rum genau so. Ich könnte es nicht übers Herz bringen sie zu enttäuschen. - Zumindest nicht in dieser schweren Zeit.

Eine sache habe ich auch mit meiner Schwester besprochen, für ''normale'' Menschen hört es sich verrückt an für religiöse denke ich eher weniger. Manchmal, wenn es mir wirklich schlecht geht, spüre ich diese Gefühle die ich immer in der nähe meiner Mutter verspürt habe. Manchmal fühlt es sich eben so an, als würde Sie genau neben mir sitzen und mir alle Sorgen nehmen, wie Sie es damals auch immer getan hat. Ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll, meiner Schwester sagte, sie spürt sowas nicht. Ob ich mir das doch nur einbilde?
(Bitte deswegen aber keine Diskussion anfangen, ob es Geister gibt oder ähnliches....)
 

Nordrheiner

Urgestein
Also mir wurde heute mitgeteilt, dass ein Hirntod meiner Schwester auszuschließen ist. Nur ob Sie jemals wieder vollständig Gesund wird oder ein Pflegefall wird / bleibt konnten die Ärzte mir nicht sagen.
Gehen wir mal davon aus, dass Sie ein Pflegefall wird / bleibt, müsste ich die Kosten selber tragen, wenn Sie in ein Pflegeheim kommt? Oder wird dies von der Versicherung gezahlt?

Sie sagte mir, wenn Ihre Freundinnen dies nicht verstehen oder akzeptieren, dass Sie sich momentan nicht viel leisten kann, dann sind dies auch keine Freunde. - So eine Antwort mit 14, so reif. Hätte ich Ihr persönlich nicht zugetraut, muss ich zugeben.

Immerhin geht es mir auch einigermaßen besser, nachdem ich mir alles von der Seele geschrieben habe. Es hilft mir auch ein wenig zu verstehen, dass ich eben doch nicht dieser harte Kerl bin, was viele denken und was ich eben auch von mir dachte.
Jedoch musste ich auch für mich feststellen, dass ich enorme Angst vor weiteren Enttäuschungen habe. Sei es mit meinen Schwestern oder meiner Oma. Oder eben den Kontaktaufbau zum anderen Geschlecht bzw. generell der Aufbau neuer sozialer Kontakte. Ich habe enorme Angst, dass wenn ich enttäuscht werde, ich in mein altes Leben zurückfa lle und wieder anfange zu Alkohol zu trinken oder andere Dinge zu konsumieren. - Bisher konnte ich aber genug willensstärke zeigen, auch wenn ich streckenweise ein sehr starkes Bedürfnis habe, mir Alkohol oder Illegale substanzen zu besorgen. Nur wenn ich eben meine Schwester ansehe weiß ich, dass Sie mein letzter halt ist und anders rum genau so. Ich könnte es nicht übers Herz bringen sie zu enttäuschen. - Zumindest nicht in dieser schweren Zeit.

Eine sache habe ich auch mit meiner Schwester besprochen, für ''normale'' Menschen hört es sich verrückt an für religiöse denke ich eher weniger. Manchmal, wenn es mir wirklich schlecht geht, spüre ich diese Gefühle die ich immer in der nähe meiner Mutter verspürt habe. Manchmal fühlt es sich eben so an, als würde Sie genau neben mir sitzen und mir alle Sorgen nehmen, wie Sie es damals auch immer getan hat. Ich weiß nicht, was ich damit anfangen soll, meiner Schwester sagte, sie spürt sowas nicht. Ob ich mir das doch nur einbilde?
(Bitte deswegen aber keine Diskussion anfangen, ob es Geister gibt oder ähnliches....)

Lieber NormalerTyp,

ich freue mich, weil die ärztliche Prognose für Deine Schwester im Krankenhaus doch nicht ganz so schlimm ist, wie ursprünglich befürchtet. Natürlich wäre es immer noch sehr schlimm, wenn sie nicht gesund sondern ein Pflegefall wird. Über Pflegekosten sollest Du mit der Krankenkasse sprechen. Hat sie ggf. eine private Pflegeversicherung abgeschlossen oder ist im Falle des Pflegebedarfes über den gesetzlichen Träger versichert? Hinweis: Wenn man arbeitet, werden automatisch Beiträge für eine gesetzliche Pflegeversicherung abgeführt.

Deine kleine Schwester ist klasse!

Ich verstehe, dass Du Angst vor weiteren Enttäuschungen hast, besonders in Bezug auf neue soziale Kontakte. Hab' einfach Mut zum Leben. Lernst Du neue Menschen kennen, achte auf die Werte, die sie vertreten, ob diese Werte zu Dir passen. Auch Menschen, die X reden und Y tun, tun Dir nicht gut, denn sie sind nicht authentisch. Meide sie, so verringerst Du das Risiko einer Enttäuschung.

Was Deine Gefühle der Nähe Deiner Mutter betrifft, so denke ich, dass Gott uns "wie auch immer" nahe ist, gerade wenn wir es nicht erwarten. Diese Nähe können wir manchmal sogar fühlen. Wende Dich Ihm zu... und bleibe in Seiner Nähe.

Alles Gute, Nordrheiner
 

NormalerTyp

Mitglied
Hat sie ggf. eine private Pflegeversicherung abgeschlossen oder ist im Falle des Pflegebedarfes über den gesetzlichen Träger versichert? Hinweis: Wenn man arbeitet, werden automatisch Beiträge für eine gesetzliche Pflegeversicherung abgeführt.
Sie ist seit diesem Schuljahr Schülerin in der Gymnasialen Oberstufe. Aufgrund unserer Finanziellen Situation übernimmt das Jobcenter - so meine ich - die Kosten für die Versicherung.
Privat abgeschlossen hat Sie, denke ich mal, nichts. - Kann ja kein Mensch von ausgehen, dass eine Leistenoperation so ausgeht.

Deine kleine Schwester ist klasse!
Ich dachte auch erst, dass Sie anders reagiert. Auch wenn Sie deutlich jünger als ich ist, habe ich bei dem Gespräch echt gedacht, dass Sie in meinem Alter oder gar älter als ich bin. Und das obwohl Sie so von Mama verwöhnt worden ist und alles bekommen hat was sie haben wollte.

Ich verstehe, dass Du Angst vor weiteren Enttäuschungen hast, besonders in Bezug auf neue soziale Kontakte. Hab' einfach Mut zum Leben. Lernst Du neue Menschen kennen, achte auf die Werte, die sie vertreten, ob diese Werte zu Dir passen. Auch Menschen, die X reden und Y tun, tun Dir nicht gut, denn sie sind nicht authentisch. Meide sie, so verringerst Du das Risiko einer Enttäuschung.
Die Problematik daran ist, wie soll ich neue Kontakte knüpfen? Klar gibt es diese typischen Dinge wie z.B ein Verein, Fitnessstudio etc. - Nur kann ich mir dies momentan (leider) nicht leisten. Und im Internet gibt es eben teilweise, für Personen in meinem Alter, nur so etwas wie Facebook, Lovoo und wie das alles heißt. Klar habe ich Facebook, aber die Personen in meiner Freundesliste sind mehr bekannte oder ehemalige Schulkameraden. Und wenn ich die ganzen Bilder sehe, die dort gepostet werden wird mir schlecht. Jedes Wochenende wird anscheinend ''gesoffen'' bis zum Ende und wahrscheinlich werden auch noch andere Dinge konsumiert. Machen ja viele öffentlich. Und die, die ich aus meiner Schulzeit kenne. Nun gut, Sie haben Ihr Abitur absolviert und gehen nun auf die Universität. Erstmal nichts schlimmes, aber Sie sind einfach total Arrogant geworden.
Und diese Flirtseiten bzw. die Apps für's Smartphone... Bin zwar auch auf Lovoo angemeldet, aber wie in meinem ersten Post bereits verfasst werden die Nachrichten dort konsequent gelöscht, da die Oberflächlichkeit im Internet siegt.

An sich war und bin ich Frauen gegenüber ein eher schüchterner Typ, weswegen ich z.B auch damals nie eine Dame auf der Straße angesprochen habe. Und momentan würde ich mich auch doof fühlen, im Einkaufscenter rumzulaufen und Frauen anzusprechen.

Mal schauen, vielleicht bekomme ich für das nächste Schuljahr einen Schulplatz. - Da wird es sicherlich neue Kontakte geben, auch wenn ich momentan auch gerne welche hätte.

Was Deine Gefühle der Nähe Deiner Mutter betrifft, so denke ich, dass Gott uns "wie auch immer" nahe ist, gerade wenn wir es nicht erwarten. Diese Nähe können wir manchmal sogar fühlen. Wende Dich Ihm zu... und bleibe in Seiner Nähe.
Nun gut, äußerst religiös oder gläubig bin ich nun nicht. - Das einzige was mir meine Mutter wahrscheinlich nicht ''übertragen'' hat. Natürlich bringt mich diese Situation zum nachdenken. Von einem auf dem anderen Moment fühlt es sich so vertraut an.
Man sagt ja Tiere können ''Geister'' sehen. - Nunja, meine Katze schaut ständig neben mir, wenn ich dieses Gefühl habe und Sie kommt auch schnurrend angelaufen, obwohl Sie eben diesen typischen Katzencharackter a la ''Lass mich in ruhe'' hat.

Aber soll mir recht sein. - So weiß ich, dass ich nicht alleine bin, wenn es mir nicht gut geht.
 

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