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Ich verzweifle komplett weil es für mich anscheinend keine Hilfe mehr gibt. Was kann ich noch tun?

jo2899

Mitglied
Hallo liebes Forum,
ich schreibe jetzt mal hier, weil ich nicht mehr vorwärts komme in meinem Leben.
Ich fühle mich in letzter Zeit immer mehr als wenn das Leben komplett an mir vorbeirauscht. Viele meiner Freunde sind mittlerweile in einer Beziehung, haben unfassbar viele Freunde und viele Hobbys, einige ziehen für Studium und Ausbildung weg und ich (m/21) sitze noch zuhause bei meinen Eltern und fühle mich meist sehr sehr einsam, weil ich anscheinend eher sehr wenig Leute habe, die mich mögen.

Dazu muss man sagen, dass ich schon seit meiner Kindheit bei vielen verschiedenen Psychologen war, aber es hat alles nie was geholfen. Man hat mir eine Depression, soziale Phobie (die ich eigentlich bei mir selbst nicht mehr so sehr entdecken kann), eine ängstlich-vermeidende und dependente Persönlichkeit und in einem Hin und Her auch das Asperger-Syndrom diagnostiziert, wobei sich damit so keiner wirklich sicher ist, weil es eben ein Spektrum ist.

Ich war in 2019 auch für einige Wochen in teilstationärer Behandlung aber auch die hat mir nichts gebracht, die Beschwerden sind quasi gar nicht besser geworden, eher noch schlechter. Die ambulante Therapie danach hat ebenfalls nichts gebracht, weshalb ich sie dann auch beendet habe.

Ich fühle mich als wenn ich der Welt und dem Leben hier nicht genüge und bin emotional instabil. Und ich habe eigentlich kaum ein Selbstwertgefühl aufbauen können, weil ich mich von vielen sehr stark abgelehnt fühle.

Mittlerweile geht es soweit, dass ich auch schon bei WhatsApp lange grüble, ob ich der Person dann schreiben soll, wenn ja wie und ob es nicht falsch rüberkommen könnte usw. Das passiert vor allem dann, wenn ich neue Leute kennenlerne, weil ich sagen muss, dass die Freunde die ich habe, mich kennen und wirklich so mögen, wie ich bin und das freut mich schon sehr.

Jedenfalls weiß ich nicht mehr was ich machen soll. damit ich meine Emotionen besser im Griff haben kann. Hab im Psychologie-Unterricht auch gemerkt, dass in meiner emotionalen Entwicklung sehr vieles sehr schief gelaufen ist und das was mich belastet, ist, dass ich eigentlich gar nicht so genau weiß warum.

Ich bin über alle Tipps und Vorschläge von Euch, sowie natürlich auch für Fragen sehr dankbar. Ganz liebe Grüße,
jo2899
 

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Binchy

Aktives Mitglied
ich (m/21) sitze noch zuhause bei meinen Eltern und fühle mich meist sehr sehr einsam, weil ich anscheinend eher sehr wenig Leute habe, die mich mögen.
Hallo und Willkommen.

Was genau machst Du denn? Hast Du eine Ausbildung oder ein Studium oder etwas angefangen oder weißt Du nicht genau, was Du möchtest? Warst Du mal bei einer Jobberatung, wenn Du bisher noch nichts gefunden hast?
Eine berufliche Perspektive zu haben hilft einem schon mal, dass man eine Zukunft sieht und dann auch eine Möglichkeit hat, aus dem Elternhaus auszuziehen. Man kann nicht erwachsen werden, wenn man zu lange im Elternhaus lebt.

Ist es deine Einschätzung, dass Du wenig Leute hast, die Dich mögen, hast Du wenig Freunde oder signalisieren dir das die Leute?

Dazu muss man sagen, dass ich schon seit meiner Kindheit bei vielen verschiedenen Psychologen war, aber es hat alles nie was geholfen. Man hat mir eine Depression, soziale Phobie (die ich eigentlich bei mir selbst nicht mehr so sehr entdecken kann), eine ängstlich-vermeidende und dependente Persönlichkeit und in einem Hin und Her auch das Asperger-Syndrom diagnostiziert, wobei sich damit so keiner wirklich sicher ist, weil es eben ein Spektrum ist.

Ich war in 2019 auch für einige Wochen in teilstationärer Behandlung aber auch die hat mir nichts gebracht, die Beschwerden sind quasi gar nicht besser geworden, eher noch schlechter. Die ambulante Therapie danach hat ebenfalls nichts gebracht, weshalb ich sie dann auch beendet habe.
Das ist wirklich hart und lässt einen etwas am Sinn von manchen Therapien zweifeln. Ein buntes Potpouri an Diagnosen und keiner kann es genau sagen? Warst Du mal bei Spezialisten, die sich damit auskennen? Wie lange hast Du denn Therapie gemacht? Manchmal dauert es länger bis Erfolge erzielt werden und nicht jeder Therapeut ist gut. Da muss man öfter suchen, bis man jemanden findet, wo es wirklich passt.

Ich fühle mich als wenn ich der Welt und dem Leben hier nicht genüge und bin emotional instabil. Und ich habe eigentlich kaum ein Selbstwertgefühl aufbauen können, weil ich mich von vielen sehr stark abgelehnt fühle.
Kennst Du diese Ablehnung aus Deinem Elternhaus? Bildest Du sie Dir vielleicht ein oder ist es wirklich so?

Das passiert vor allem dann, wenn ich neue Leute kennenlerne, weil ich sagen muss, dass die Freunde die ich habe, mich kennen und wirklich so mögen, wie ich bin und das freut mich schon sehr.
Also hast Du Freunde, die Dich so mögen, wie Du bist. Das ist doch schon mal gut. Ich denke, dass Du einfach gefühlmäßig sehr unklar und selbst-unbewusst bist und vielleicht dich selbst nicht gut einschätzen kannst.

Hab im Psychologie-Unterricht auch gemerkt, dass in meiner emotionalen Entwicklung sehr vieles sehr schief gelaufen ist und das was mich belastet, ist, dass ich eigentlich gar nicht so genau weiß warum.
Genau das sollte aber eine gute Therapie aufarbeiten, dafür sind Therapien da, um Ursachen aufzudecken, Lösungsmöglichkeiten zu zeigen, den Patienten zu stärken und ihm neue Wege zu geben.

Ich kann Dir nur raten, dass Du Dir einen wirklich guten Therapeuten suchst und eine längere Therapie machst. Solange Du Dich nicht wirklich kennst und Dich zu sehr mit anderen vergleichst und ein niedriges Selbstbewusstsein hast, wird es Dir vermutlich nicht besser gehen. Da das aber einige Punkte sind, an denen Du was ändern müsstest, ist das zuviel, um es alleine zu schaffen.

Und solltest Du bisher beruflich noch nichts machen, dann guck mal nach Eignungstest oder Beratungen bei der Jobagentur. Was interessiert Dich denn im Leben, was machst Du gerne, worin bist Du gut? Mit Menschen oder Tieren umgehen, Natur, Pflanzen, Ernährung, Pflegetätigkeiten - was spricht Dich an?

Du kannst hier im Forum in der Rubrik "tagebuch" auch ein öffentliches oder nicht-öffentliches Tagebuch führen, um Deine Gedanken zu ordnen, wenn Du sowas gerne machst.
 

LW84

Aktives Mitglied
Hallo @jo2899,

Deine Gefühlslage ist nachvollziehbar. Du bist nicht alleine, das Problem haben viele Menschen. Ich finde deinen Beitrag sehr sympathisch formuliert, Du bist sicher nicht auf den Kopf gefallen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Du niemandem wichtig bist. Deine Freunde kennen und schätzen Dich ja offenbar und das ist schon einmal sehr, sehr wertvoll!

Was ich mittlerweile ganz sicher weiß: Die ständigen Vergleiche mit den Freundeskreisen anderer sind psychisch nicht nur extrem belastend, sondern oft auch trügerisch. Mir ging es in Deinem Alter ganz ähnlich. So hatte ich schon mit Menschen zu tun, die gefühlt die halbe Welt kannten und auf jeder Party zugegen waren. Was natürlich auch auf Social Media immer groß inszeniert wurde. Später wurde aber öfter klar, dass die Kontakte dieser Personen meistens extrem oberflächlich und brüchig waren. Es ist oft wirklich das typische mehr Schein als Sein.

Ich kann in Deinem Beitrag Empathie und Selbstreflexion erkennen. Das ist sehr positiv und darauf kannst Du aufbauen. Bei mir hat sich das mit den Freunden und Kontakten auch erst ziemlich spät im Studium entwickelt. Klar, Du bist jetzt in einem Alter, in dem die Weichen gestellt werden, viel passiert und sich manche Vergleiche automatisch ins Leben schleichen. Aber Dein Alter ist auch Deine größter Trumpf. Mit 21 ist noch so ziemlich alles möglich - selbst mit den beschriebenen Problemen, die ich teilweise aus eigener Erfahrung kenne. Ich würde Dir empfehlen, Dich zunächst intensiv mit Deinen Stärken und Interessen zu befassen. Und dann Pläne hinsichtlich Ausbildung oder Studium zu entwickeln.

Ich würde dazu dann auch einen Auszug aus dem Elternhaus empfehlen, falls irgendwie möglich. Das ist mit den beschriebenen Problemen alles eine große Hürde, ich weiß. Aber aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass es für mich damals die beste Entscheidung war, das Elternhaus zu verlassen und in einer Ausbildung und später dann im Studium an einem anderen Ort auf gleichgesinnte Menschen zu treffen. Gleichzeitig solltest Du aber natürlich auch weiter die Kontakte in der Heimat weiter pflegen. Manchmal intensivieren sich diese mit einem gewissen Abstand sogar. Mit dem heutigen Wissen wäre ich diesen Schritt damals viel früher gegangen, ich war diesbezüglich auch eher ein Spätsemester. Viel Kraft und alles Gute, die Ratschläge von @Binchy kann ich übrigens auch nur unterstreichen.
 

jo2899

Mitglied
Hallo ihr Lieben,
danke schon mal für alle Antworten. Ich versuche mal im Einzelnen drauf einzugehen.

Was genau machst Du denn? Hast Du eine Ausbildung oder ein Studium oder etwas angefangen oder weißt Du nicht genau, was Du möchtest? Warst Du mal bei einer Jobberatung, wenn Du bisher noch nichts gefunden hast?
Ich mache eine Ausbildung zum Logopäden im 1. Ausbildungsjahr und bin bisher (recht) zufrieden damit
Das ist wirklich hart und lässt einen etwas am Sinn von manchen Therapien zweifeln. Ein buntes Potpouri an Diagnosen und keiner kann es genau sagen? Warst Du mal bei Spezialisten, die sich damit auskennen? Wie lange hast Du denn Therapie gemacht? Manchmal dauert es länger bis Erfolge erzielt werden und nicht jeder Therapeut ist gut. Da muss man öfter suchen, bis man jemanden findet, wo es wirklich passt.
Naja das ist oft das Problem bei psychischen Erkrankungen. Alles ist eine Art "Spektrum" und oft haben verschiedenste Erkrankungen so viele Überschneidungsbereiche, dass man es nicht genau sagen kann. Bin seit etlichen Jahren, so ca. 5, in Therapie in einer Gruppe für Menschen mit dem Asperger Syndrom bzw. Autismus aber das hat mir m.E. und auch nach der Ansicht meiner Eltern/Freunde kaum geholfen

Kennst Du diese Ablehnung aus Deinem Elternhaus? Bildest Du sie Dir vielleicht ein oder ist es wirklich so?
Mit meinem Vater hab ich schon immer viele Probleme gehabt und von daher kann ich mir vorstellen dass mich das auch auf mein Selbstwertgefühl hin geprägt hat.

Ich würde dazu dann auch einen Auszug aus dem Elternhaus empfehlen, falls irgendwie möglich. Das ist mit den beschriebenen Problemen alles eine große Hürde, ich weiß. Aber aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass es für mich damals die beste Entscheidung war, das Elternhaus zu verlassen und in einer Ausbildung und später dann im Studium an einem anderen Ort auf gleichgesinnte Menschen zu treffen.
Natürlich danke für Deine gesamte Antwort. Ja, ich würde schon denken, dass ich zumindest sehr viel selbst reflektiere. Wie gut es dann ist, ist die andere Frage, weil bei mir leider dann auch meine depressiven, ich nenne es mal "selbstwert-schwachen" Glaubenssätze da reinspielen.
Ausziehen ist bei mir wahrscheinlich auch noch schwer, weil zusätzlich zu dem oben erwähnten bei mir vermutlich noch eine Agoraphobie hinzukommt, die sich leider darauf ausstreckt, dass ich ohne fremde Hilfe das Haus kaum bis gar nicht verlassen kann. Das macht das Allein-Leben natürlich schwer.

Später wurde aber öfter klar, dass die Kontakte dieser Personen meistens extrem oberflächlich und brüchig waren. Es ist oft wirklich das typische mehr Schein als Sein.
Ja, das frage ich mich in letzter Zeit auch öfter und versuche meine Gedanken dahin gehend positiv zu beeinflussen, dass ich mich frage, wie intensiv die Freundschaften wirklich sein können, wenn meine Freunde sich gefühlt ständig mit jemandem anders treffen.

Würde es dir besser gehen, wenn du ausziehst ?
Deshalb kann ich auch das schwer beurteilen.

Sorry, die Antwort ist leider sehr lang geworden, aber bin dankbar für alle Antworten und wollte dann auch auf alle eingegangen sein.

Herzliche Grüße,
jo2899
 

cucaracha

Sehr aktives Mitglied
Depressionen haben meistens viel mit der Kindheit und Elternbeziehung zu tun.
Dazu werde ich mal mehr in dem Faden für Depressive von Binchy schreiben.

Beschäftigt man sich nicht mit seiner Kindheit /Elternbeziehung und bleibt man bei den Eltern wohnen besteht eine grosse Wahrscheinlchkeit, dass man aus der Depression und dem alten Verhaltensmuster nicht heraus kommt.

Depressionen sind Aggressionen, welche nach innen gegen einen selber gelenkt worden sind.

Ich würde mir einen guten Therapeuten suchen.
 

LW84

Aktives Mitglied
Mit meinem Vater hab ich schon immer viele Probleme gehabt und von daher kann ich mir vorstellen dass mich das auch auf mein Selbstwertgefühl hin geprägt hat.
Das könnte hinsichtlich Deiner Probleme schon einiges erklären. Strenge, abweisende und lieblose Elternhäuser oder Elternteile sind meist Hauptursachen für solche Probleme. Einfach deshalb, weil es natürlich die Bezugspersonen überhaupt sind und die Eltern-/Kind-Bindung vieles beeinflusst. Mir ist relativ bewusst, woher meine mal mehr mal weniger ausgeprägte soziale Phobie, mangelndes Selbstwertgefühl und teils starke depressive Phasen kommen. Vor allem auch deshalb, weil die Situation im Elternhaus natürlich auch Einfluss auf das restliche Leben hat. Deine beschriebenen Selbstzweifel gedeihen in solchen Verhältnissen wunderbar und sind mir ebenfalls nicht fremd.

Ausziehen ist bei mir wahrscheinlich auch noch schwer, weil zusätzlich zu dem oben erwähnten bei mir vermutlich noch eine Agoraphobie hinzukommt, die sich leider darauf ausstreckt, dass ich ohne fremde Hilfe das Haus kaum bis gar nicht verlassen kann. Das macht das Allein-Leben natürlich schwer.
Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Frage ist wahrscheinlich, ob die noch bestehende (?) Therapie hinsichtlich Asperger Syndrom bzw. Autismus wirklich zielführend ist. Vielleicht solltest Du vor allem mit Blick auf die Angstproblematik versuchen, nochmals therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Denn Angst kann wirklich das halbe oder auch das ganze Leben verbauen. Ich habe bis heute damit zu tun. Und erst durch das Studium musste ich dann quasi ausziehen. Dieser Schritt war in meinem Zustand abenteuerlich und es gab diverse mehr als denkwürdige Situationen und Verhaltensweisen, die nur mit der Angstproblematik erklärbar sind. Auch das Studium selbst war davon geprägt, wobei es sich im Laufe der Zeit besserte. Die Angst rückte mehr und mehr in den Hintergrund. Erstens durch den Abstand zum Elternhaus und eine gesunde Distanz. Zweitens durch ein neues Umfeld, mit dem ich zumindest zu jener Zeit wahrscheinlich auch Glück hatte. Zudem war ich kurzeitig in einer entsprechenden Therapie und das verschriebene Medikament hatte durchaus eine angstlösende, positive Wirkung.

Ja, das frage ich mich in letzter Zeit auch öfter und versuche meine Gedanken dahin gehend positiv zu beeinflussen, dass ich mich frage, wie intensiv die Freundschaften wirklich sein können, wenn meine Freunde sich gefühlt ständig mit jemandem anders treffen.
Es ist natürlich ein Altersphase, in der sich viele ausprobieren und etwas erleben möchten. Als eher ruhiger, reflektierender Mensch, erst recht mit den beschriebenen Problemen, hat man es heute wohl noch schwerer, Zugang zur hippen "Party-Influencer-Szene" zu finden. Mir ging das damals ähnlich, obwohl ich sogar gerne auch mal Party gemacht habe und in einem vertrauten Umfeld auch nicht wirklich menschenscheu bin.

Nach der wilden Partyzeit bleibt aber bei vielen auch nur eine Handvoll fester Bindungen. Ich würde mich auf genau die konzentrieren und diese Freundschaften pflegen, auch wenn es vielleicht die ein oder andere Enttäuschung geben wird. Zusätzlich würde ich versuchen, andere Kontakte zu knüpfen. Etwa in der Therapiegruppe, falls es in Deinem Fall so etwas gibt. Oder über Interessen und Hobbys. Wobei wir natürlich wieder bei der Angstproblematik wären, ich weiß. Aber nütze die Chancen, die Dir das noch sehr junge Alter bietet. Weshalb ich auch primär die Angst anpacken würde. Neue Kontakte und Freundschaften zu knüpfen wird mit steigendem Lebensalter jedenfalls meistens eher schwieriger und ist dann zusätzlich durch festgefahrene Tagesabläufe etc. eingeschränkt.

Herzliche Grüße und Kopf hoch! Es ist noch alles offen und möglich.
 

jo2899

Mitglied
Hallo liebes Forum,

Depressionen sind Aggressionen, welche nach innen gegen einen selber gelenkt worden sind.
Oh ja, das trifft es sehr gut.

Deine beschriebenen Selbstzweifel gedeihen in solchen Verhältnissen wunderbar und sind mir ebenfalls nicht fremd.
Naja, ich würde aber nicht sagen, dass es allein an meinem Elternhaus liegt. Ich glaube ich bin vom Charakter/ von der Persönlichkeit her schon so. Ich meine ich habe ja eh eine ängstlich-vermeidende und dependente Persönlichkeitsakzentuierung.

Die Frage ist wahrscheinlich, ob die noch bestehende (?) Therapie hinsichtlich Asperger-Syndrom bzw. Autismus wirklich zielführend ist
Ja, sie besteht immer noch, erstmal bis Ende diesen Jahres, dann erfolgt das nächste HPG (Hilfeplangespräch). Ich glaube zielführend ist und war sie noch nie richtig, und ich kann mir auch vorstellen, dass meine "dependente Störung" daher kommt, denn wenn einem immer wieder eingeredet wird, dass man eh nie alleine leben können wird ...

und das verschriebene Medikament hatte durchaus eine angstlösende, positive Wirkung.
Mich freut es natürlich sehr, dass es dir (hoffe es ist in Ordnung dass ich duze) geholfen hat. Ich bin allerdings eher gegen solche Medikamente und habe mich immer dagegen gewehrt.

Zusätzlich würde ich versuchen, andere Kontakte zu knüpfen. Etwa in der Therapiegruppe, falls es in Deinem Fall so etwas gibt. Oder über Interessen und Hobbys
Das versuche ich aktuell auch wieder. Ich meine ich bin neu in meiner Ausbildung. da ist bestimmt was möglich und mache sehr viel Musik, was in der jetzigen Zeit natürlich sehr schwer ist, da neue Leute kennenzulernen.

Weshalb ich auch primär die Angst anpacken würde
Okay, das ist sehr interessant, denn ich hatte in letzter Zeit vermehrt die Überlegungen, zu versuchen erst meine Depressionen und meine Persönlichkeit anzugehen, da ich dachte dass dadurch vielleicht auch die Angst schon deutlich besser wird.

Freue mich weiterhin über alle Antworten.
Herzliche Grüße an euch alle,
jo2899
 

LW84

Aktives Mitglied
Naja, ich würde aber nicht sagen, dass es allein an meinem Elternhaus liegt. Ich glaube ich bin vom Charakter/ von der Persönlichkeit her schon so. Ich meine ich habe ja eh eine ängstlich-vermeidende und dependente Persönlichkeitsakzentuierung.
Sicher wird Dein Elternhaus nicht der alleinige Grund für bestimmte Entwicklungen sein, aber im Elternhaus wird vieles angelegt, verstärkt und verfestigt.

Ja, sie besteht immer noch, erstmal bis Ende diesen Jahres, dann erfolgt das nächste HPG (Hilfeplangespräch). Ich glaube zielführend ist und war sie noch nie richtig, und ich kann mir auch vorstellen, dass meine "dependente Störung" daher kommt, denn wenn einem immer wieder eingeredet wird, dass man eh nie alleine leben können wird ...
Da ja auch die Schulzeit gemeistert hast und eine Ausbildung machst, würde ich solche Aussagen mit Skepsis betrachten. Ich wüsste nicht, was man mir dann hätte in Deinem Alter diagnostiziert... Einerseits hatte ich große Probleme und ständigen Stress mit Vater, andererseits war ich lange im Elternhaus, weil ich mir einen Auszug aus vielen Gründen nicht hätte vorstellen können. Vor allem aufgrund der Angst, wie ich das alleine alles schaffen und anderswo leben soll. Aber wahrscheinlich wäre schon ein Umzug im gleichen Ort oder in die Nähe eine gewisse Befreiung gewesen.

Mich freut es natürlich sehr, dass es dir (hoffe es ist in Ordnung dass ich duze) geholfen hat. Ich bin allerdings eher gegen solche Medikamente und habe mich immer dagegen gewehrt.
Gar kein Problem... Ja, ich kann die Abneigung nachvollziehen. Es ist auch nicht so, dass dieses Medikament keine Nebenwirkungen gehabt hätte. Habe das dann irgendwann einfach abgesetzt, da es mir aufgrund des Umfelds in dieser Zeit dann auch psychisch deutlich besser ging. Grundsätzlich sehe ich das ähnlich mit solchen Medikamenten, damals war es mir relativ egal, da die Angst schon ziemlich einschränkend war.

In der jüngeren Vergangenheit habe ich es hier und da mit Johanniskraut und, vor allem im Bezug auf die Angst, Präparaten mit hochdosiertem Lavendelöl versucht. Insbesondere letzteres hatte in bestimmten Situationen durchaus eine Wirkung. Das wäre vielleicht einen Versuch wert, falls Du solchen Situationen regelmäßig ausgesetzt bist. Ich konnte zumindest eine angenehme, leichte Beruhigung feststellen.

Das versuche ich aktuell auch wieder. Ich meine ich bin neu in meiner Ausbildung. da ist bestimmt was möglich und mache sehr viel Musik, was in der jetzigen Zeit natürlich sehr schwer ist, da neue Leute kennenzulernen.
Musik machen ist immer eine gute Voraussetzung für Kontakte und Anschluss. Klar, die jetzige Situation erschwert das enorm, aber auf jeden Fall dranbleiben. Ich weiß nicht, in welcher Region Du wohnst, aber in größeren Städten gibt es auch psychosoziale Einrichtungen, in denen man in kleineren Gruppen gemeinsam Musik und Kunst macht und so feste, regelmäßige Kontakte aufbauen kann. Vielleicht wäre das perspektivisch auch eine Option, wobei sich deine jetzige Therapieform ähnlich anhört.

Okay, das ist sehr interessant, denn ich hatte in letzter Zeit vermehrt die Überlegungen, zu versuchen erst meine Depressionen und meine Persönlichkeit anzugehen, da ich dachte dass dadurch vielleicht auch die Angst schon deutlich besser wird.
Es ist eben immer die Frage, was zu dem Status quo geführt hat. Meine Depressionen hatten immer damit zu tun, dass mein Leben durch die Angst und das Vermeidungsverhalten ziemlich eingeschränkt war. Vor allem auch in jüngeren Jahren. Deshalb hätte ich rückblickend wohl erst an der Angst arbeiten sollen, um eben leichter Kontakte knüpfen zu können, alleine zu Veranstaltungen zu gehen, vielleicht auch mal alleine zu reisen...

Ehrlich gesagt würde ich mir um Deine Persönlichkeit nicht allzu viele Gedanken machen, auch wenn das in Therapien natürlich von vorne bis hinten durchgekaut wird. Du musst Dich fragen, was zu Deinen Problemen geführt hat und was Du daran heute ändern kannst. Bei mir war es so, dass ich viel zu lange vom elterlichen "Nest" und dem schulischen Freundeskreis im Heimatort sozusagen "abhängig" war. Und während sich die anderen weiterentwickelt haben und mitunter auch fortgezogen sind (was Du ja ebenfalls beschreibst), habe ich mich lange in mein zwar suboptimales, aber auch schützendes Schneckenhaus zurückgezogen. Psychisch einigermaßen "bei mir" bin ich nun erst seit ein paar Jahren, in meinen 20ern ist leider vieles an mir vorbeigezogen. Eben insbesondere was Kontakte, Interessen und Aufbau eines stabilen Umfelds anbelangt. Deshalb auch meine Empfehlungen an Dich. Die Zeit lässt sich nämlich leider nicht zurückdrehen und irgendwann sind viele Züge dann auch abgefahren. Aber bis dahin ist bei Dir immerhin noch viel Zeit.

Herzliche Grüße!
 

CasperH

Mitglied
Hey Jo2899,

kurz und knapp, du scheinst ein toller Typ zu sein, es ist an der Zeit, das du versuchst selber auf die Beine zu kommen... Kleiner Tip am Rande: Das Leben beginnt dort wo man die Komfortzone verlässt ! Habe den Mut, du packst das....

Alles gut für dich

Casper
 

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