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Ich muss unbeding da weg!!

C

Clementina

Gast
Hallo zusammen, ich stecke grade in einer ziemlichen Sackgasse und weiss gar nicht mehr was ich machen soll. Ich weiss nur, dass es in meinem Berufsleben so nicht mehr weitergehen kann.

Kurz etwas zu meiner Person: Ich bin ein kompletter Einzelgänger, unbeholfen im Umgang mit Menschen und mir ganz sicher, dass ich eigentlich absolut gar nichts kann, was mir auch beinahe jeden Tag von einer "Kollegin" ins Gesicht gesagt wird.

Kurz etwas zu meinem beruflichen Werdegang: Ich habe schon einige Dinge abgebrochen, unter anderem ein Studium des Bibliothekswesens und mit 25 in letzter Sekunde noch die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten erwischt, eigentlich ein kompletter Notnagel aber meine Ausbildung war ziemlich super und hat mir Spaß gemacht. Ich habe meine Prüfungen insgesamt mit "sehr gut" abgeschlossen und die Berufsschule mit Durchschnitt 1,7. Meine Ausbildungskanzlei hat leider nur ausgebildet und außerdem war meine Ausbildung in Köln und ich wollte zurück ins Ruhrgebiet zu meiner Familie und meinen Freunden. Also habe ich mich hier in der Umgebung beworben und Glück gehabt (wenn man es so nennen mag) nach nicht einmal einem Monat in dem ich mich beworben habe, habe ich eine Stelle in der Kanzlei bekommen, in die ich von Anfang an wollte- allerdings erst im zweiten Anlauf, nachdem ich beim ersten Mal abgelehnt wurde. Eigentlich ein sehr schlechtes Omen.

In meiner Ausbildung war ich die einzige Refa für zwei Anwälte. Jetzt arbeite ich für sieben Anwälte und habe elf Kolleginnen und sechs Auszubildende und von Anfang an gab es das Problem, das ich da nicht reingepasst habe. Ich bin still, rede nicht gerne über oberflächliche Dinge, unbeholfen im sozialen Umgang, unsicher und kann auch nicht für mich selbst einstehen. Und ich bin umgeben von selbstbewussten Extrovertierten, die mir sofort gezeigt haben, dass ich nicht dazu gehöre. Vor allem die oben erwähnte "Kollegin" hat mich immer behandelt wie eine Zehnjährige, mich angemeckert, mir Akten auf den Tisch geknallt und mir gesagt, dass ich inkompetent bin. Dazu kam noch, dass ich Anfangs viele Fehler gemacht habe und dadurch noch unsicher geworden bin.

Schon nach nicht mal fünf Monaten, noch in der Probezeit, wollte ich kündigen. Ich war einfach nur noch verzweifelt, hatte Magenschmerzen und wollte einfach alles stehen und liegen lassen und weglaufen. Ich habe mit meinem Chef, der wirklich sehr nett ist und mit dem ich mich sehr gut verstehe (genau so übrigens mit den anderen Anwälten) darüber geredet und er meinte, ich solle das Gerede nicht so ernst nehmen, die würden ja schließlich auch nicht alles richtig machen und sollten lieber den Mund halten. Das ist sicherlich auch so, kein Mensch ist ja ohne Fehler, aber ich seh bei ihnen keine, ich sehe immer nur meine eigenen, die mir ja auch noch immer schön unter die Nase gerieben wurden. Die Aussage von meinem Chef hat also so gut wie gar nicht geholfen aber ich habe es weiter versucht.

Ich weiss nicht mehr, wie lange ich dann durchgehalten habe, ich glaube nur noch ein oder zwei Wochen bis ich dann wieder so weit war, dass ich einfach nur kündigen wollte. Ich habe mit meinem Chef darüber gesprochen, der ist mit mir zum Geschäftsführer gegangen, dann kam auch noch der dritte Sozius dazu und alle haben mir gesagt, dass ich nicht gehen soll, dass sie mich unbedingt behalten wollten. Deswegen habe ich dann noch einmal auf die Zähne gebissen.

Weil eine von den Refas länger ausgefallen ist, wurde eine neue Kollegin eingestellt und auf einmal wurde sich nicht mehr gegen mich verbündet sondern gegen die Neue, die mir furchtbar Leid tat und mit ihr wurde umgegangen wie mit mir und da sich nun alles gegen sie verbündete, gehörte ich auf einmal dazu. Die Kollegin, die mich vorher noch immer angemeckert und als inkompeten bezeichnete, wurde auf einmal richtig nett zu mir und wir haben uns relativ gut verstanden. Und das gute Verstehen war mir wichtig, denn bei ihr laufen viele Fäden zusammen ich habe öfters mit ihr zu tun, es war also sehr gut, dass ich mich auf einmal mit ihr verstand.

Da ich nicht mehr beschimpft wurde und mich mit den Menschen, mit denen ich jeden Tag direkt zu tun hatte, auf einmal super verstand hatte ich auf einmal auch wieder Spaß an meiner Arbeit. Dann muss ich aufgrund meiner sozialen Unbeholfenheit wohl irgendetwas falsch gemacht haben, denn seit diesem Montag begegnet mir diese Kollegin mit einer Kälte und Abweisung wie am Anfang. Wieder werde ich angemeckert, mir wird gesagt, dass ich am Telefon nur "Müll" rede, dass ich mich unkollegial verhalte, es wird mir keine Gelegenheit gegeben, mich in eine Situation einzuarbeiten, sondern sie reißt alles an sich um mir zu sagen, dass ich meine Arbeit schlecht mache.

Ich habe ehrlich keine Lust, dass das jetzt so weiter geht oder das Spielchen mit dem Mögen und Nicht-Mögen wieder von vorne gespielt wird. Und dann habe ich auch keinen wirklichen Spaß mehr an der Arbeit, nach vier Jahren in diesem Beruf (drei Jahre Ausbildung, fast anderthalb Jahre Arbeit in meiner jetzigen Kanzlei) merke ich, dass der Beruf wohl nicht der Richtige für mich ist. Ich weiss nicht, ob ich das grade denke, weil es auf der Arbeit so schlecht läuft, aber im Moment möchte ich einfach nur etwas anderes machen, wo ich nicht so viel Kontakt mit Menschen habe und in Ruhe für mich arbeiten kann. Großes Gehalt muss ich auch nicht grade verdienen, ich verdiene auch jetzt nur knapp über € 1.000,00 aber ich lebe sehr bescheiden, habe kein Auto und keine größeren Ausgaben und eine große Karriere will ich auch nicht machen.

Im Moment habe ich das Bedürfnis, gleich am Montag zu kündigen und mich dann nach Alternativen umzusehen. Andererseits habe ich Angst, dass ich nichts finde und aus meiner geliebten Wohnung geschmissen werde und ob ich nicht einfach wieder die Zähne zusammenbeissen und in meinem furchtbaren aber unbefristeten Job bleiben soll. Aber allein bei diesem Gedanken wird mir schlecht. Mir grauts ja jetzt schon vor Montag und dem, was ich alles falsch machen werde.

Ich fühle mich grade in der Falle und weiss einfach nicht weiter.
 

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K

Kassenzettel

Gast
Deine Kollegen sind ziemlich asozial. Aber du solltest trotzdem nicht einfach so kündigen. Bewirb dich erst einmal auf neue Stellen, bevor du hinschmeißt, dann musst du auch keine Existenzängste hegen. Aber dass du da raus musst, da stimme ich dir auf jeden Fall zu.
 

Mr. Nice Guy

Mitglied
Sehe das so wie Kassenzettel, denn ich finde es auch wichtig, dass du dir erstmal etwas Neues suchst und dann erst kündigst. Heißt natürlich, dass du jetzt noch etwas die Zähne zusammenbeißen musst, auch wenn es dir schwerfällt. Grundsätzlich dürftest du gar nicht darauf hören, was deine Kollegin ständig verzapft. Die anderen kochen auch nur mit Wasser. Das war schon immer so und das wird auch so bleiben. Ich weiß - das ist einfach gesagt.

Das Problem ist, wenn andere dir ständig einreden, dass du alles falsch machst, dann glaubst du es irgendwann selber. Ich bin mir aber sicher, dass du genug Dinge richtig machst und definitiv auch etwas kannst.

Frohe Weihnachten.
 
G

Gast

Gast
Du bist da in ein übles System rein geraten, nennt sich: Mobbing.
In Betrieben wo es so was gibt, stimmt was nicht, nicht nur unter den Kollegen / Kolleginnen sondern auch in der Führung.
Ist oft Anzeichen für fehlende oder mangelnde Führung.
Mißbrauch von Macht und Hierarchien, Konkurrenzkampf, Neid, Antipathie,
Ist oft eine Person , von der das ausgenutzt wird, die andren machen aus Angst mit.
Nenne wir Scheiterhaufen Symptom.
Alle jubeln, wenn die Hexe brennt, aber das Sie morgen selber da stehn könnten und brennen...-.
Hast du ja jetzt selbst erlebt.
Da kommst du allein nicht raus:
8 wirksame Tipps gegen Mobbing - Zeitblüten
 

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