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Ich mag und ich kann nicht mehr

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Hallo zusammen,
ich muss jetzt einfach mal meinen Frust von der Seele schreiben.
Heute kam mein Chef auf mich zu um mit mir zu "reden" und hat mir dabei allerhand an den Kopf geworfen und noch jetzt, stunden später bin ich kurz vor dem explodieren.

Kurz zu mir, ich habe Innenarchitektur studiert und arbeite im Einzelhandel. Hauptsächlich Verkauf, aber auch Planung.
Nach dem Studium war dies mein erster Job, eigentlich als Schwangerschaftsvertretung, aber da alles passt wurde ich behalten.

Zum einen meinte er, er hätte nicht die Zeit und auch nicht die Lust mich weiter anzulernen. Eigentlich bräuchte er jemanden der schon mit beiden Beinen im Berufsleben steht und es für ihn eine Zumutung wäre mich überhaupt zu behalten und dass ich dort auch nicht richtig aufgehoben wäre. Außerdem wäre ich nicht freundlich genug zu den Kollegen und den Kunden und dass er sich auf mich auch nicht verlassen kann, weil ich dauernd krank bin.
Insgesamt bin ich jetzt 18 Monate hier und war zwei mal krank mit Magen-Darmgrippe die ich mir auf der Arbeit von Kollegen eingefangen hab.
Ich muss zugeben, dass ich tatsächlich nicht mehr motiviert bin und ich kann mich auch nicht mehr motivieren, weshalb es logischerweise schwer ist immer freundlich zu sein, wenn es einen an den Haaren auf die Arbeit zieht. Dennoch würde ich nicht sagen, dass ich ausnehmend unfreundlich wäre, zu Kunden bin ich IMMER freundlich - auch die Kollegen stimmen dem nicht zu. Im Gegenteil die haben mich alle sehr gerne. Im Zweitgeschäft hätten sie mich sogar gerne bei sich (interner Wechsel), aber der Chef traut es mir nicht zu.

Hier läuft so vieles daneben, dass ich ein ganzes Buch darüber schreiben könnte.Wollen wir mal davon absehen, dass ich wirklich nicht gut verdiene und noch dazu eine große Strecke pendel, was mich eine Menge Zeit und Geld kostet: Bei meiner Anstellung war eine Lohnerhöhung nach 6-12 Monaten vereinbart, die ich selbstverständlich nicht bekommen habe und mit Sicherheit auch nie bekomme.
Der Chef ist so launisch, dass niemand mehr Lust hat hier zu arbeiten: Ungerechtfertigte Schuldzuweisungen, gekürzte Urlaubstage aus einer Laune heraus- weil es dem Chef zu viel Urlaub ist ( manche unserer Mitarbeiter bekommen gar keinen Urlaub trotz fester Anstellung, Pausen haben wir alle keine), Absprachen werden nicht eingehalten, sobald darüber gesprochen wird, werden Tatsachen vertauscht oder er kann sich plötzlich nicht mehr erinnern.

Ich arbeite mich hier wirklich nicht zu Tode, meist ist es ruhig und deswegen dachte ich, dass ich die Zeit bis ich etwas neues gefunden habe noch durchhalte aber jede Woche stehe ich kurz vorm Nervenzusammenbruch.
Nie wollte ich fest dort arbeiten, dachte aber: Gut, du hast was zum überbrücken und kannst Erfahrungen sammeln. Aber schon nach 4 Monaten habe ich wieder die Stellenanzeigen gewälzt. Ich lese sie immer noch und sobald etwas passendes dabei ist, schreibe ich eine Bewerbung ( auch außerhalb meines Berufs, mittlerweile bin ich für so vieles offen, ich will einfach nur weg.)

Doch auch das es hier so ruhig ist, macht es nicht besser: die meiste Zeit habe ich nichts zu tun und bekomme Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Ich beschwere mich auch nicht. Ich erledige alles was man mir hinlegt.
Und manchmal kommt dann wieder alles auf einmal.
Aber der Chef meint es wäre meine Aufgabe durch Fleiß zu glänzen ( Hat er ja recht) und mir Arbeit zu beschaffen- Nur was soll ich tun? Hier ist immer alles top geputzt, mein Schreibtisch ist immer ordentlich, die Akten sind sortiert, die Daten hab ich auch schon gepflegt, ich frage die Kollegen oft mehrmals am Tag ob ich Ihnen helfen kann. Anfangs habe ich noch versucht mich mit meinem Zeichenprogramm selbst fortzubilden, doch es gibt hier niemanden der das Programm besser beherrscht als ich, weshalb man da auch ziemlich schnell an seine Grenzen kommt.

Letzte Woche wollte ich dem Chef einen Gefallen tun und einen Plan noch vor dem Wochenende fertig stellen, damit er ihn bis Montag bearbeiten kann. Also saß ich allein im Geschäft und hab Überstunden geschoben und ihm dann den Plan auf seinen Platz gelegt mit dem Hinweis, dass die Vorgaben leider nicht gestimmt haben und wir am besten neu ausmessen sollten und dass der Plan zur Weiterbearbeitung (!)vorbereitet ist.
Schlussendlich habe ich nur auf den Deckel bekommen weil der Plan noch nicht komplett fertig war ( Zitat vom Chef bei Planübergabe zu Beginn: Schauen Sie mal wie weit Sie heute kommen). Außerdem hätte ich seiner Meinung nach bei nicht passenden Maßen direkt beim Kunden anrufen und hinfahren müssen um neu zu vermessen- das ist grundsätzlich eine schöne Idee, aber der Chef hat auch bei Planübergabe gesagt, dass die Kunden heute nicht mehr zu Hause sind, abgesehen davon, dass ich weder Nummer noch Adresse noch ein Auto hatte und auch keiner mehr da war den ich danach hätte fragen können.


Ich bin total durcheinander, so viel macht mich wütend und traurig zugleich, dass ich gar nicht alles hier abtippen kann. Meine Familie kann sichs auch kaum noch mit anschauen und sagt ich soll gehen. Auch meine Partnerin steht hinter mir. Wir müssten finanziell unseren Gürtel natürlich enger schnallen, aber ich will nicht arbeitslos sein, nur ich sehe keinen Ausweg, ich suche jetzt schon über 1 Jahr nach einer neuen Stelle. Es ist zum Haare raufen.
 

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Hi!

Ach, was Du da schreibst kenne ich auch... Da heißt es innerlich kündigen, nur noch das machen, was einem gesagt wird (und sei es noch so dämlich, Du wirst dafür bezahlt - sieh es als Schmerzensgeld ;-)), keine Eigeninitiative mehr zeigen und wichtige Dinge und Absprachen schriftlich bestätigen lassen (zur Not einfach nochmal per Mail nachfassen "Unser Gespräch vorhin: Ich habe mir jetzt den xx.xx. als Urlaubstag eingetragen, war doch richtig so, oder?"), oder sowas im Beisein loyaler Kollegen besprechen. Manche Chefs kriegen halt genau das, was sie verdienen und keinen Millimeter mehr. Selbst schuld.

Und dann aus ungekündigter Stellung weitersuchen.

Halt durch und viel Glück weiterhin!
 
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Danke :)
Das ist jetzt schon seit langem meine Devise. Habe alles in den letzten Tagen nochmal durchgewälzt und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass mein Chef wohl schlicht und ergreifend jemand neuen einstellen will ( Kaufmann, wegen günstiger und flexibler).
Jetzt ist er zu mir als wäre nichts gewesen und lobt meine Arbeit wieder in den höchsten Tönen, wo ich mir vor wenigen Tagen nach anhören durfte ich würde schlechte Arbeit leisten.
Es ist wie es ist. Wenn er mir zu sehr aufs Dach steigt muss er mich eben entlassen.
Aber bis dahin werde ich wohl oder übel weiter durchhalten und die Augen weiter offen halten.
 

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