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Ich komme nicht mehr klar! Angst, Blockade, Unsicherheit.

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Gast

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Es fällt mir wirklich sehr schwer darüber zu schreiben, aber ich weiß einfach nicht mehr weiter und meine Probleme erdrücken mich. Ich weiß momentan echt nicht wo mir der Kopf steht und kann mich kaum noch konzentrieren, geschweige denn für irgendetwas aufraffen. Ich fühle mich schwach, ausgelaugt und völlig fehl am Platz. Mache mich selbst fertig und kann keinen positiven Gedanken fassen. Leider geht es mir nicht zum ersten Mal so. Mir geht es häufig schlecht. Nicht körperlich, sondern psychisch und ich sage mir zwar immer wieder: komm klar! heul nicht, reiß dich zusammen usw. Doch leider muss ich mir eingestehen, dass ich es nicht unterdrücken kann und auch nicht den Sinn darin sehe, irgendetwas zu überspielen. Deshalb laufe ich momentan wie ein Häufchen Elend rum und starre in die Luft. Körperlich anwesend, geistig jedoch im Nirgendwo.

Ich bin männlich und 25 Jahre alt, wohne alleine in einer 1-Zimmer-Wohnung und arbeite als Teilzeitkraft im kaufmännischen Bereich. Meine größte Sorge liegt in meinem beruflichen Leben. Ich habe keine Freude an meinem Job, mache viele Fehler und fühle mich so nutzlos. Ich bin mehr Klotz am Bein, als eine Hilfe. Ich habe Kaufmann "gelernt", aber habe überhaupt keine Ahnung von dem Beruf. Habe mich nie wirklich dafür interessiert, sondern nur gemacht, weil ich nichts anderes wusste. Nach der Ausbildung habe ich versucht mich umzuorientieren, aber scheinbar eigne ich mich für gar nichts. Entweder ich stelle mich zu blöd an, bin zu langsam oder kriegs körperlich nicht auf die reihe. Ich bin relativ schlank und sehe noch ziemlich jung aus (blond, sehr weiche Gesichtszüge) Mir kommt es so vor, als würde mich niemand ernst nehmen. Leider bin ich auch noch so ruhig. Ich weiß nicht warum das so ist, aber ich rede kaum...denke hauptsächlich. Ich bin extrem schüchtern geworden.
Nachdem ich nach meiner Schulzeit die Ausbildung angefangen hatte, habe ich keine Freunde mehr. Das ist nun ca. 8 Jahre her.
Ich fühle mich extrem alleingelassen und verbringe meine gesamte Freizeit damit, vor meinem Leben zu flüchten. Somit spiele ich den ganzen Tag nur noch und tue alles erdenkliche, um nicht an mein Leben denken zu müssen. Ich flüchte vor der Realität und das habe ich über die Jahre hinweg so verinnerlicht, dass ich gar nicht anders kann. Mein richtiges Leben ist so irrelevant und wertlos für mich geworden. Sobald ich auch nur daran denke, dreht sich mir der Magen um. Aber was bleibt mir auch anderes übrig. Ich habe niemanden, sehe für mich auch keine Chancen je wieder normal ins Leben zurückzufinden. Von August bis Oktober habe ich es geschafft positiv zu denken (keine Suizidgedanken etc., das ist für mich schon positiv), nach vorne zu blicken. Aber jetzt zweifel ich wieder an allem und fühle mich so machtlos, haltlos. Das habe ich immer wieder, ständig diese Hoch und Tiefs. Ich komme damit nicht zurecht!

Ich weiß nicht wie es weiter gehen soll, was ich tun soll. Ob ich irgendwann wieder normal sein kann. Ständig habe ich Albträume, denke sehr oft an meine Kindheit. Ich wurde früher von meinem Vater auf Strich und Faden kontrolliert, alles wurde mir abgenommen, nichts durfte ich alleine machen. Ich könnte ja was kaputt machen oder oder...Es gibt einige einschneidende Erlebnisse, die irgendwas in mir ausgelöst haben, was mich zu dem gemacht haben was ich heute bin.
Ich in froh, dass ich jetzt nicht mehr zuhause wohnen muss. Mein Vater hatte als ich 7 Jahre alt war seinen Job verloren und hat sich danach nicht mehr um einen neuen bemüht. So musste meine Mutter 2 Jobs machen und war den ganzen Tag außer Haus. Er war aber immer da. Es gab keinen Tag, wo man mal seine Ruhe vor ihm hatte. Als ich noch in der Grundschule war, war es ganz schlimm. Nämlich dann, als ich die Hausaufgaben machen musste. Ich sollte sie immer im Wohnzimmer machen, wo er mich ständig im Blick hatte, während er nebenbei vorm Fernsehr saß. Wenn ich dann auch nur einen Fehler gemacht habe, durfte ich mich wieder zusammenscheißen lassen und alles von vorne machen. Einmal war es sogar so schlimm, dass er handgreiflich wurde. Als ich das dann meiner Mutter erzählt hatte und mein Bruder sogar die Schreie von ihm aufgezeichnet hat, hat er alles runtergespielt. Als ob alles ganz harmlos war, ich empfand das aber nicht so.
Irgendwann fing ich dann an alles zu verheimlichen und habe sehr viel gelogen. Ich verstrickte mich in immer größere Lügennetze und konnte nicht mehr ehrlich sein. Die Hausaufgaben, die ich ja angeblich nicht aufgehabt hatte, habe ich z.B. heimlich vorm Schlafengehen oder vor der Schule gemacht. Ich habe früh morgens kurz bevor ich zur Schule gegangen bin meine Mutter geweckt oder abgefangen, wenn sie zur Arbeit musste, um Klassenarbeiten mit ner 3 unterschreiben zu lassen. Manchmal habe ich die Unterschrift auch gefälscht. Das ist sogar einmal aufgeflogen und ich musste mich um Kopf und Kragen lügen, damit die Lehrerin das nicht meinen Eltern erzählt. Alles nur, damit mein Vater nichts davon mitkriegt.
Dann gab es ein Erlebnis, da habe ich an der Bushaltestelle mit den anderen Schülern auf den Bus gewartet. Währenddessen haben sich 2 Schüler eine gefundene Bierflasche gegenseitig hin und her geworfen. Und ja...ich habe sie letztendlich vermutlich unabsichtlich auf den Kopf bekommen und hatte eine Platzwunde. Es war alles voller Blut und ich musste zurück in die Schule ins Sekretariat, wo die Sekretärin bei mir zuhause angerufen hat, damit mich jemand abholt. Meine Mutter war wie immer arbeiten und mein Vater natürlich da. Nur zu dumm, dass er wieder seine Biere gesoffen hat und mich mit dem Auto abholen sollte. Das gab dann als ich zuhause war auch wieder einen gehörigen Anschiss. Als wenn ich daran schuld wäre, dass ich die Flasche auf den Kopf bekommen habe.
Solche Zustände waren das damals. Irgendwann habe ich mich daran gewöhnt ihn alles machen zu lassen. er bestand sogar darauf meinen Teller in die Geschirrspülmaschine zu packen. Voll krank, aber scheinbar fühlte er sich sonst so nutzlos, weil er ja nicht gearbeitet hat und sich irgendwie vor meiner Mutter rechtfertigen musste, dass er wenigstens etwas macht.
Ich habe das damals alles nur ausgehalten, weil ich mich so bescheuert wie es sich anhört in Computerspielen usw. verkrochen habe. Alles nur, um von allem anderen abzuschalten. Ich habe mich damals nur selten getraut einen Freund aus der Schule mit nachhause zu bringen. Davor bin ich immer zu denen gegangen, aber irgenwann hatte ich keine Lust mehr darauf, mich ständig rechtfertigen zu müssen, wo ich hingehe, warum ich nicht weggehen darf usw. Das wurde mir einfach zu viel. Als ich dann den ganzen Tag vorm PC saß hieß es dann aufeinmal ich solle rausgehen in den Garten oder so und dass ich süchtig bin.
Naja, so viel zu meiner Vergangenheit. Ich wurde so unselbstständig erzogen und das wird mir jetzt alles noch viel bewusster.
Ich habe überhaupt kein Selbstbewusstsein. Mir schwirren jedes Mal, wenn ich unterwegs bin, Gedanken wie: Dich Depp will niemand kennen, du lernst nie eine kennen. Was soll jemand mit jemanden wie dich usw. durch den Kopf und ich kann nicht umdenken. Diese Gedanken sind für mich so logisch, wo vermutlich jeder andere sagen würde: Du spinnst doch!
ich bin erstaunt, dass ich es geschafft habe, mich um mich selbst zu kümmern, sprich: Essen kochen, Wäsche waschen, Haushalt, Papierkram usw. Doch das musste ich mir alles selbst beibringen bzw. google ist mein Freund und Helfer...und ich kann diese Dinge komischerweise auch nur tun, wenn ich alleine bin. Wenn andere Personen in meiner Nähe sind, die mich sehen und beobachten könnten, mache ich nur Fehler und bin total unbeholfen. Ich zahle an der Kasse immer nur mit Karte oder Scheinen und bloß nicht mit Kleingeld. Da ich immer so zittere und mir das extrem peinlich ist. Zuhause ist mir auch manchmal aufgefallen, dass die Kassiererin mir 2 anstatt 1 ... berechnet hat. Solche Sachen eben. Und mir fällt das immer zu spät auf. Selbst, wenn ich ein paar Schritte aus dem Laden raus bin und mir das dann auffällt. Ich habe einfach nicht den Mut, um dort wieder reinzugehen und das zu beanstanden. Nein... ich nehme immer alles so hin und das hasse ich wirklich sehr an mir. Wenn ich zuhause alleine bin, dann denke ich wieder ganz anders darüber und ärgere mich einfach nur. Ich kann auch niemandem ins Wort fallen. Ich verhalte mich immer so unauffällig und eingeschüchtert, wie so ´ne kleine Memme... Ich kann einfach nich ich sein und verstelle mich immer zum Negativen. Ich habe auch immer den Eindruck, dass ich die Leute nerve, wenn mir etwas nicht auf anhieb einleuchtet und ich es hinterfragen muss. Deshalb frage ich auch manchmal gar nicht nach und handle intuitiv, was schon oft nach hinten losgegangen ist. Es ist auch so, dass ich mich aus allem raushalte. Ich möchte keine Verantwortung haben und habe damit bloß nichts zu tun. Ich habe sehr viel Angst vor Verantwortung. Obwohl ich früher so viel verleugnet habe, bin ich heute ganz anders. Ich bin so ehrlich geworden, dass ich es selbst schon fast gruselig finde.
Ich möchte niemanden verletzen und bin sehr sensibel. Nach außen hin verstelle ich mich trotzdem, wirke kalt und unantastbar. Dabei bin ich ziemlich zerbrechlich. Ich bin froh, dass niemand das ausnutzt, niemand davon weiß, wie ich wirklich bin. Keine Ahnung wieso, aber vielleicht macht die Einsamkeit genau das aus einem Menschen. Ich habe mich damit abgefunden und bin auch froh, wenn ich zuhause bin und die Tür hinter mir zumachen kann. Einfach meine Ruhe haben...aber trotzdem bin ich nicht glücklich. Ich brauche viel Bestätigung und fühle mich gut, wenn mich jemand lobt, auch wenn ich es dann immer aus Prinzip runterspiele und mir das Lob teilweise negativ zurecht biege. Ich habe den Eindruck, dass ich in den letzten Jahren so viel verpasst habe und ich durch meine extreme Schüchternheit immer nur ausgebremst werde. Ich wäre froh, wenn es nur die Schüchternheit wäre. Dass ich dabei aber auch so negativ/pessimistisch denke, macht das alles erst so schlimm für mich.

Das reicht soweit erstmal. Vermutlich bin ich mitten im Text wieder auf ein ganz anderes Thema abgedrifted. Ich konnte meinen Schreibfluss nur nicht unterbrechen. Ich danke euch, wenn ihr den Text bis hierher gelesen habt. Vielleicht gibt es ja jemanden unter euch, der mir einen Tipp geben kann, wie ich mich ändern kann bzw. wie ich das Leben wieder lebenswert empfinden könnte.
 

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Rosafee

Aktives Mitglied
Es ist gut, dass du hier einmal deine Sorgen abgeladen hast.
Du kannst das immer wieder tun, hier sind viele Menschen, die sich gut in dich hinein fühlen können und die dir helfen wollen.

Seine Sorgen herauszulassen, indem man sich öffnet und sie jemandem erzählt oder schreibt, ist der erste, wichtige Schritt. Diesen Schritt hast du alleine gemacht und so kannst du auch die nächsten Schritte gehen.

Was in deiner Kindheit passiert ist, war nicht gut und hat dazu geführt, wie es dir jetzt geht. Aber du hast die Kraft, dich davon zu lösen.

Versuche mal, deinen Vater auszublenden. Welches Gefühl hat deine Mutter dir gegeben? Sie war oft weg, aber es gab doch auch gemeinsame Wochenenden? Hast du die Liebe deiner Mutter gespürt?

Gib den guten Gefühlen aus deiner Kindheit mehr Raum. Schiebe die schlechten Erinnerungen weg, so gut es geht.

Gib dir einen Ruck, schau dich mal um, es gibt sicher in deiner Umgebung freundliche Menschen, die dich unterstützen wollen.

Sei dir sicher, du bist ein wertvoller Mensch. Man kann es schaffen, aus eigener Willenskraft, sich Schritt für Schritt aus einer misslichen Lage heraus zu kämpfen!

Alles Liebe und Gute für dich!
 
L

Lenja

Gast
Das habe ich immer wieder, ständig diese Hoch und Tiefs. Ich komme damit nicht zurecht!
...
Ständig habe ich Albträume, denke sehr oft an meine Kindheit.
Wenn ich das lese, lieber Gast, habe ich den Eindruck, als ob sich deine Seele verzweifelt, auf verschiedene Weise und mit aller Kraft von einer fremden, ihr auferlegten Last befreien wollte - weil sie darunter allmählich erstickt .., als ob du deinen Vater mitgenommen hättest und er dich immer noch unsichtbar überall begleitet und "bewacht" ..

Doch ich glaube, solange es so bleibt, du deinen Vater nicht bewusst und entschlossen von dieser Rolle "entlässt", kannst du nicht wirklich du selbst werden.

Vielleicht hast du davor Angst, weil es dir so neu wäre, oder du ohne ihn zuerst dich als unbestimmt und mehr oder weniger leer erleben müsstest..? Ist es aber nicht besser, erstmal in diese authentische (weil rein eigene) Unbestimmtheit einzutauchen, diesen eigenen großen leeren Raum in sich zu spüren, der hungrig darauf wartet, dass du ihn nach und nach mit dir selbst und deinem Leben füllst?
 
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Gast

Gast
Vielen Dank für die Antworten. Es hilft mir wirklich ein bisschen, wenn ich mich anderen mitteilen kann. Leider habe ich niemanden mit dem ich darüber reden kann. In meinem Leben kommen sonst nur oberflächliche Konversationen zustande.
Ich habe eigentlich vieles aus meiner Vergangenheit verdrängt. Mein Vater ist jetzt krank, kann nicht mehr alleine für sich sorgen und ist ein ganz anderer Mensch. Ich kann ihm nichtmal böse sein.
Durch das verdrängen meiner Erinnerungen habe ich mir schon oft selbst eingeredet, dass alles normal und ok ist/war. Doch leider habe ich eben immer wieder solche Momente, an denen mir, wie in einem Tagtraum, alle schlechten Erinnerungen und Erlebnisse nochmal vor Augen geführt werden. Ich kann mich dann an jede Einzelheit erinnern. Es gab auch Träume, in denen ich mit meinem Vater so sehr gestritten habe, dass ich ihn angeschrien, aufs tiefste beleidigt habe und dabei sogar aufgewacht bin. Ich glaube sogar, dass ich auch in Wirklichkeit schrie, also mir die Schreie nicht nur eingebildet hatte. Sonst bin ich in meinen Träumen auch oft auf der Flucht vor irgendetwas. Scheinbar hat das mit meinen realen Problemen zutun. Ich will weg davon und mein Unterbewusstsein hält mir das vor Augen. Aber was soll ich machen?
Um auf meine Mutter zukommen. Sie hat sich auch sehr verändert. Sie macht wirklich alles für mich und meinem Bruder, hilft uns und ist immer da. Sie schiebt sich oft selbst die Schuld zu und bereut vieles, was sie in der Erziehung hätte anders machen sollen. Es kommt mir so vor, als würde ihr meine Situation viel mehr wehtun, als mir selbst. Ich verdränge eben alles und schaffe es, nicht an das Jetzt und Hier zu denken. Sondern lasse mein Leben oft wie im Film passieren, in dem ich als Außenstehender mich selbst betrachte. So ganz realisieren kann ich das nicht. Ich lebe mein Leben nicht richtig bzw. kann mich nicht richtig damit identifizieren/hineinfühlen. Dazu bin ich emotional nicht in der Lage und wenn ich es könnte, dann hätte ich noch mehr Probleme. Einerseits positiv, weil ich dadurch vllt. den Mut zum Aufstehen und den Sinn in vielen Dingen wiederfinden könnte, aber auch negativ, weil ich damit so maßlos überfordert wär.
Meine Eltern waren auch nie ein Vorbild für mich. Sie haben mir ja vorgelebt und sich auch verbal dazu geäußert, wie schlecht alles sei. Als ich mit meiner Ausbildung anfing, dachte ich, dass sich vieles zum Positiven ändern würde. Aber dort wurde ich auch (ich schiebs immer auf mein kindliches Aussehen) immer so behandelt, als dass man mir nichts zutrauen könnte. Nirgends wurde ich für voll genommen und hab dann irgendwann selbst eingesehen, dass das Verstellen nichts bringt und benahm mich dann auch aus trotz so, wie sie mich gesehen haben. Deshalb fehlt mir auch das Selbstbewusstsein. Ich hatte mich immer darum bemüht, nicht so zu wirken, sondern so zu sein, wie ich bin und das hat leider nicht funktioniert. Selbst jetzt werde ich immer noch überall geduzt und nach dem Ausweis gefragt. Wenn mich jemand siezt, dann ist das immer so ungewohnt. Weil ja sonst auch niemand Respekt vor mir hat.
Ich finde deshalb auch schlecht Freunde und eine Freundin schon gar nicht, weil ich von gleichaltrigen nicht akzeptiert werde und ich mit 18/19 Jährigen nichts anfangen kann. Mir fällt es sehr schwer, mich irgendwo einzuordnen. Ich mag Berlin auch nicht. Hier gibts zwar Millionen Menschen, aber die kommen alle so kalt rüber. Hier ist jeder für sich. Ich wohne aber schon immer hier und kenne mich hier wenigstens aus.
Meine pessimistische Einstellung habe ich mir auch nicht selbst beigebracht, sondern wurde mir eingetrichtert. Diesen Spruch: "jetzt beginnt der Ernst des Lebens" kann ich gar nicht mehr hören. Zumal ich den völlig absurd finde. Ich kann in meinem Leben keinen Ernst sehen, mache mich auch selbst oft darüber lustig. Ich kann sehr zynisch sein. Und außerdem kann ich diese Haltung, dass das Leben nur aus Geld verdienen, essen und schlafen besteht, überhaupt nicht einsehen. Auf Arbeit bin ich auch immer wie ausgewechselt. In der Zeit, in der ich arbeite, bin ich überhaupt kein Mensch mehr. Wenn ein Arbeitskollege einen Witz erzählt weiß ich überhaupt nicht wie ich darauf reagieren soll. Ich bin immer so ernst und spießig. Als wenn ich mir selbst einrede, dass ich überhaupt nicht lachen darf. Ich werde ja für die Arbeit bezahlt und nicht für irgendetwas anderes. Mir würde auch nie in den Sinn kommen während der Arbeitszeit an mein persönliches Handy zu gehen. Egal wer anruft, das ist dann Tabu für mich. Ich gehöre in diesen Stunden einzig und allein der Firma. Wenn ein anderer das macht, was häufig vorkommt, dann akzeptiere ich das. Ich kann einfach nicht von dem Gedanken abkommen, dass die Belange anderer Menschen viel bedeutender und wichtiger sind, als meine. Ich stelle mich immer hinten an und habe nicht das Selbstvertrauen, um das anders zu sehen. Wenn ich mich in 50 Jahren frage, was ich aus meinem Leben gemacht habe, dann werde ich eh von Schuldgefühlen geplagt sein.
 

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