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Ich komm nicht mehr klar

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Gast

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Ich komm echt nicht mehr klar auf mein Leben. Was mich belastet, es gibt Dinge in meinem Leben die ich einfach nicht ändern kann. Familiäre Probleme, es ist einfach alles nur noch scheisse. Ich denke oft an die Zeiten von früher zurück als ich noch Kind war, ich kann die Vergangenheit nicht hinter mir lassen. Statt besser wird alles nur noch schlimmer, für die Zukunft sehe ich schwarz. Auf der Arbeit mache ich nur Fehler, da ich mich nicht konzentrieren kann, mein befristeter läuft aus und dann kann ich mir wieder was anderes suchen. Mir ist jeden Tag schlecht, ich könnte heulen und schreien aber kann nicht. Ich habe so viel erlebt, was ich noch gar nicht verarbeitet habe, ich frage mich ob ich das überhaupt jemals kann, ich denke oft über selbstmord nach, ich mag einfach nicht mehr, ich will einfach nur meine ruhe haben. Ich habe schon oft zu meiner Familie und Freund gesagt das ich mich demnächst einweisen lasse (Psychiatrie) ich werde gar nicht ernst genommen, mein Freund meint da wären nur noch mehr bekloppte und was ich da soll, das ich Selbstmordgefährdet bin nimmt scheinbar auch keiner ernst, obwohl ich andeute das ich am liebsten vom Dach springen würde. Man, warum hilft mir denn keiner??? Ich bin so am Ende... Ich mag einfach nicht mehr. Ich könnte nur noch heulen, weiss nicht mehr was ich fühlen und denken soll, meine Nerven liegen blank. Ich bin eher eine ruhige und zurückhaltende Person, keiner nimmt meine Probleme ernst obwohl ich offen darüber rede das ich am liebsten in die klapse will. Ich weiss nicht mal warum ich das hier schreibe und was ich mir dadurch erhoffe.
 

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tuny

Gast
Hallo Gast,

erstmal finde ich es gut, dass du selbst den Entschluss gefasst hast, dir Unterstützung zu holen. Sei es zunächst in diesem Forum oder auch im Rahem professioneller Einrichtungen. Deinen Wunsch, von deinen Angehörigen und Freunden in diesen Zeiten ernst genommen zu werden, kann ich absolut nachvollziehen. Leider ist auch meine Erfahrung, dass andere Menschen oft zu einer solchen Begleitung nicht willens oder fähig sind. Möglicherweise würden Sie sonst mit ihren eigenen Sorgen oder Ängsten konftrontiert. Möglicherweise müssten sie auch zugeben, für die Probleme selbst keine Lösung parat zu haben. Das alles kann höchst unangenehm sein und so fällt es (vermeintlich) leichter, durch Abstempeln oder nicht-Zuhören den Themen aus dem Weg zu gehen.

Ich möchte dich zu zwei Dingen ermuntern: Wenn du dich danach fühlst, bei einem Psychologen oder einer psychatrischen Einrichtung vorzusprechen, dann tue das. Es ist in der Regel eine sehr gute Entscheidung. Nutze aber bitte das Thema "einweisen lassen" nicht dazu, deine Angehörigen dazu zu bringen, dir nun endlich zuzuhören. Aus den oben genannten Gründen steht hier zu befürchten, dass so etwas die Abwehrhaltung weiter verschärft. Wenn du dich also diesem Thema widmest, dann ausschließlich und aufrichtig zu dem Zwecke, dir selbst die Unterstützung zu holen, die dir gut tut. Ganz unabhängig vom Verständnis oder Unverständnis deiner Angehörigen.

Der zweite Punkt betrifft den direkten Umgang mit deinen Angehörigen. Auch wenn eigentlich du die Person bist, die Hilfe, Unterstützung und Mitgefühl benötigt - Versuche, deine Angehörigen mit Nachsicht zu betrachten und ihre mangelnde Unterstützung als Unfähigkeit oder Schutzmechanismus anstatt als "nicht ernst nehmen" zu deuten. Sage stattdessen offen und ehrlich, dass es dir nicht gut geht und dass sie dich bitte bei der Suche nach geeigneter Hilfe auf rein praktischer Ebene unterstützen sollen.
 
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Gast

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Danke tuny für deine Antwort. Nein, von meiner Familie kann ich bei der Suche keine unterstütztung erwarten. Die haben selber genug Probleme, würden sich, wie du sagst, wahrscheinlich dann selber mit ihren Ängsten und Problemen konfrontiert fühlen, und das Problem ist, ich fühle mich für meine Familie verantwortlich, ich würde ihnen gerne helfen, aber sie wollen scheinbar nicht.

Ich weiss nicht mehr was ich fühlen und denken soll. Soll ich etwa dabei zu sehen wie alle zu Grunde gehen? Kann das nicht mehr mit ansehen, es belastet mich sehr. Kann nichts vergessen und scheinbar erst recht nichts verarbeiteten, wenn ich mit anderen darüber rede, kommt immer nur "Ja das ist echt scheisse " "Ja du tust mir leid " Bla Bla, das hilft mir doch auch nicht. Keine Ahnung was mir helfen könnte, vielleicht mal den Gang zum Psychologen, doch habe ich auch Angst davor, wenn der genauso redet.
 
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tuny

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Du hast natürlich recht, solche Floskeln helfen nicht. Sie sind nur Ausdrücke von Ratlosigkeit angesichts deiner Situation. Wirkliche Hilfe in solchen Themen beinhaltet normalerweise zwei Aspekte:

1. Ernst nehmen der Gefühle von Hoffnungs- und Hilflosigkeit und natürlich den Wünschen nach Halt und Geborgenheit. Ein solcher Raum des Verstehens kann den Nährboden für die Entwicklung von Vertrauen und Zuversicht bilden.
2. Dekonstruieren der Erklärungs- und Wahrnehmungsmuster, welche deinen gegenwärtigen Gefühlszustand als zwingend notwendige Folge der Umstände erscheinen lassen. Stattdessen müssen Wahrnehmungsmuster derart verändert werden, dass sie Gefühlszustände von Zuversicht und Vertrauen in dich und das Leben zulassen und stabilisieren können.

Typischerweise liegt dem Ganzen das folgende Dilemma zugrunde: Jemand möchte in seinen Empfindungen verstanden werden, stößt aber auf Unverständis. Also beginnt er damit, das Auftreten dieser Empfindungen mit rationalen Argumentationsketten zu stützen. Dies soll dem Zweck dienen, die Empfindungen vor sich selbst begründen zu können und auch die anderen dazu zu bewegen, doch endlich zuzuhören. Aus dem subjektiven Erleben ist etwas scheinbar objektives geworden, was doch nun endlich für jeden sichtbar sein sollte. Tragischerweise hat dieser Prozess den Nebeneffekt, dass die betroffene Person dadurch immer mehr selbst an die Notwendigkeit und Alternativlosigkeit dieser Erklärungen und daraus resultierenden Empfindungen glaubt. Damit wird genau die Empfindung, die eigentlich verhindert werden sollte, verstärkt, stabilisiert und als zwingende Folge bestimmter äußerer Ereignisse wahrgenommen.
Im Rahmen einer Therapie müssen sich nun neu entdeckte positive Zustände gegen diese Denkmuster durchsetzen, ohne widerlegt zu werden. Die in diesem Zusammenhang auftauchenden Fragen lauten dann in etwa so: "Wie kann ich denn Zufriedenheit und Zuversicht erleben, wenn meine Familie in Problemen steckt? Wie, wenn meine berufliche Zukunft vollkommen ungewiss ist? Muss ich mich stattdessen nicht zwangsläufig schlecht fühlen als notwendige Folge dieser Umstände?"
Genau derartige Fragen werden den Kern einer Therapie bilden. Psychologen haben hier sehr gute Werkzeuge, die dir helfen, solche Denkmuster aufzulösen und gegen andere zu ersetzen, welche positive Schlussfolgerungen zulassen.

Beispiel: Der Glaubenssatz "Wenn jemand Probleme hat, dann geht es immer weiter Wege abwärts und vom Tiefpunkt führt kein Weg mehr nach oben. Also muss man alles dran setzen, die Person nicht abstürzen zu lassen, koste es so viel Kraft wie es wolle." - Einen solchen Glaubenssatz könnte man ersetzen durch die folgende Idee: "Probleme sind oft ein Anzeichen für eine kommende und dringend notwendige Umstrukturierung im Leben. Sie deuten an, dass alte Strukturen im Denken und Handeln an ihre funktionalen Grenzen kommen. Die betroffene Person hat die Chance, etwas zu lernen und sich weiterzuentwickeln."
 
G

Gast

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Ich weiß nicht
ich andeute das ich am liebsten vom Dach springen würde
Es kommt keiner.
Wer soll den auf so eine Erpressung wie regieren?
Was sollte der den deiner Meinung nach für dich tun, was du nicht selber kannst?
Erwachsen zu werden heißt, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und die Verantwortung für andere Menschen.
Ich habe nie gelernt, erwachsen zu werden!
Und jetzt bin ich zu alt dazu , oder ...?
Man wird nicht gefragt, ob man erwachsen werden will, man wird es einfach!
 

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