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Ich habe mein Baby verloren...

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Gast

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'Ja, wenn es nun das ERSTE Kind geweswen wäre...DAS wäre tragisch gewesen - aber so? Was willst Du denn eigentlich!?' 'Sei doch froh; wahrscheinlich wäre es sowiso behindert gewesen. Die Natur denkt sich schon etwas dabei...'
Das finde ich sehr geschmacklos! Natürlich hast Du das Recht darauf, um dieses Kind zu trauern! Jedes Kind ist ein Individuum, ob es nun das erste oder das vierte ist.

Ich finde es auch vermessen, Dir zu sagen, was Du fühlen "sollst". Du fühlst das, was Du eben fühlst. Und ich finde es nur verständlich, wenn eine Mutter um ihr verlorenes Kind trauert. Lass Dir da bitte nicht reinreden.

Du hast ein Recht auf Deine Trauer und Deinen Schmerz. Oft können viele aus dem Umfeld damit nicht umgehen. Das sollte aber nicht zu Deinem Problem werden. Trauer ist schwer auszuhalten, besonders, wenn man sie aushalten muss und sie dem anderen Menschen nicht nehmen kann und keine Antwort hat. Echte Freunde aber halten den Schmerz mit Dir gemeinsam aus.

Fühle Dich mal in den Arm genommen!
 

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Gast

Gast
Fühl dich gedrückt!

Mir is es auch so ergangen, ich hatte eine Fehlgeburt 2015, unser kleines Folgewunder liegt mit seinen 4 Wochen neben mir...

Jeder trauert anders und alles ist OK. Die Menschen, die so unsensibel reagieren, haben das noch nicht erlebt! Alle Hoffnung, all die Vorfreude... Alles weg und es bleibt die leere und die Frage nach dem warum... Auch wenn man den medizinischen Grund kennt. Ich hab sehr an meinem Körper aber auch an Gott gezweifelt.

Und ich kann dir raten: erzählt Deinen Kindern vom Sternenkind, dann können sie verstehen, wie es dir geht. Ich erzählt meinem Kleinen von seinem Schutzengel im Himmel. So bleibt unser Kleiner stern in Erinnerung.

Mit jedem Tag wird es einfacher, aber es ist gut, dass die Erinnerung bleibt.

Alles Liebe
 

Nellylein

Neues Mitglied
AW Sternenmama

Vielen, herzlichen Dank, für Eure Anteilnahme!
Es tut so gut, zu lesen, dass Ihr mich versteht. Obwohl Ihr mich und meine Situation doch gar nicht kennt, habe ich hier in gewisser Weise weit mehr Anteilnahme erfahren als in meinem unmittelbaren Umfeld. Das hat so gut getan!
Es geht mir heute irgendwie ein wenig besser als noch vor einigen Tagen. Ich weiß ich bin noch lange nicht ‚über den Berg’, es ist ein ständiges auf und ab zur Zeit und es wird nicht einfach so gut bleiben, sondern noch oft wieder ganz unerwartet und haltlos abwärts gehen, doch es ist ein Lichtblick auch noch anderes empfinden zu können.
Erst im Nachhinein, als ich meinen post erneut gelesen habe, ist mir bewusst geworden dass meine Worte in gewisser Weise missverständlich gewesen sein mögen. Ich habe kein Kind verloren, das ich (still) geboren hätte, dass man schon hätte in den Armen halten können, welches dann, oder kurz zuvor gestorben ist.
Ich habe (lediglich) eine frühe Fehlgeburt erlitten. Ich war erst im dritten Monat und doch habe ich auch dieses Kind schon so sehr geliebt, das mich der Verlust unendlich schmerzt. Ich wünschte ich hätte die Möglichkeit gehabt es kennen lernen zu dürfen und groß werden zu sehen.
Es war noch so winzig klein – und doch so real für mich. Es ist mir durchaus bewusst, dass es sehr – sehr viele Frauen gibt, die so etwas oder gar viel schlimmeres durchmachen müssen. Ihnen gegenüber möchte ich ganz sicher nicht respektlos erscheinen!

2) Vielen Dank für Deine lieben Worte. Meine drei lebenden Kinder halten mich schon sehr auf Trab, so dass ich sie wohl gar nicht vergessen könnte. Aber es ist sicher gut und richtig sich auch das bewusst zu machen und auch daran zu arbeiten. Vielen Dank für die Anregung! Es ist auch für mich eine Hilfe mich noch stärker auf die drei großen zu konzentrieren.
Das Leben geht eben weiter, ganz gleich, was wir erdulden müssen.
Seit dem Verlust unseres Sternenkindes sind mir unsere drei sogar noch kostbarer als sie es mir zuvor sowieso schon waren. Da ist soviel Dankbarkeit sie auf ihrem Weg in ihr Leben begleiten zu dürfen, soviel Trost den sie mir in ihrer ganz eigenen, kindlichen Form vermitteln. Wenn z. B. unser ‚Großer’ (6) mich ganz unaufgefordert in den Arm nimmt, einfach nur, weil er spürt, dass ich auf einmal wieder sehr traurig bin, selbst wenn ich gar nicht weine. Oder wenn unsere Tochter (4) mir immer mal wieder neue Bilder für unser ‚liebes Sternchen im Himmel’ malt. Bei ihr habe ich am stärksten das Gefühl, dass sie ‚unser liebes Sternchen’ als ‚echtes’ Geschwisterchen empfindet.
Unser Kleiner (2) begreift wohl noch nicht so vollends, was hier eigentlich los ist, aber er ist seitdem sehr viel anschmiegsamer und weinerlicher. (Könnte natürlich auch an den Backenzähnen liegen; aber ich denke schon, dass er eine ganze Menge begreift.) Ohne unsere drei wäre all dies noch so viel schwerer und unbegreiflicher.
3) Ich danke Dir.
4) Danke! Wundersamerweise sind Deine Worte ein starker Trost für mich.
5) Ganz genau so fühle ich mich! Es fehlt tatsächlich ein Stück – wird immer fehlen...
6) Vielen Dank auch an Dich! Ja, mein Partner steht mir bei, Gott sei Dank! Er ist einer der Wenigen, die mich verstehen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich weiß, auch er trauert um unser Kleinstes, doch tut er dies auf ganz andere Weise. Manchmal ist auch das schwer. Es fehlen ‚buchstäblich’ die Worte. Wir sind so gelähmt in unserem Schmerz.
7) Noch ganz früh. Im dritten Monat. Natürlich habe ich gewusst, dass so etwas gar nicht so selten passiert, doch wissen oder etwas tatsächlich erleben, sind zwei völlig verschiedene Dinge. Es war noch so winzig klein – und doch so real - so wichtig für uns.
8) Ich glaube damit könntest Du durchaus recht haben! Manche haben wohl schon unser drittes Kind nicht so wirklich verstanden und nun noch eines? Wir hätten es lieben, behüten und großziehen können, doch die Gesellschaft hat wohl ihre klaren, vorgefassten Vorstellungen von der perfekten Familie?
Darüber hinaus, ja, es war eine Fehlgeburt, früh zwar noch (3ter Monat erst), doch nicht minder schmerzlich.
Vielleicht hat mich die Erfahrung meiner drei vorausgegangenen, problemlosen Schwangerschaften auch zuviel erhoffen lassen? Ich habe darauf vertraut, dass mein Körper das kann – dass bestimmt auch jetzt wieder alles gut gehen wird – und ich habe mich einfach nur auf unseren vierten Schatz gefreut. Doch jetzt auf einmal ist der Schmerz einer Fehlgeburt so entsetzlich real...
9) Vielen Dank! Deine einfühlsamen Worte haben mir sehr gut getan. Gerade auch weil Du ein ‚Sternen PAPA’ bist. Ich weiß, dass auch mein Mann unser viertes Kind betrauert. Er ist lieb und verständnisvoll aber gerade irgendwie so entsetzlich weit weg in seinem eigenen Schmerz. Deine Liebste kann froh sein einen so einfühlsamen Menschen an ihrer Seite zu haben. Es tut mir leid, dass auch Ihr so etwas erleben musstet. Ich wünsche Euch Glück!
10) Ich danke Dir! Du spricht genau aus, was ich empfinde – all die Träume und unerfüllten Hoffnungen und soviel Traurigkeit und Schmerz. Mein Mitgefühl für Deinen Verlust. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie Du all das ertragen hast. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen Glück!
11) Ja, es war eine frühe Fehlgeburt, im dritten Monat. Wir haben uns entschieden es unseren Kindern dennoch zu sagen, da sie ganz sicher unsere Traurigkeit spüren würden und wir ihnen die Angst der Ungewissheit ersparen wollten. Sie kommen überraschend gut damit zurecht und reden ganz offen über ‚Unser liebes Sternchen’. Ich glaube es war richtig so.
12) Vielen Dank für die Anregung. Ich werde darüber nachdenken. Allein zu wissen, dass so viele Außenstehende so viel Verständnis zeigen macht es schon irgendwie... erträglicher. Vielleicht ist es doch nicht so gänzlich unbegreiflich, dass ich um so einen ‚Hauch von Leben’ so ein Theater mache.
13) Wie wundervoll. Vielen Dank dafür!
14) Ich danke Dir.
15) Es tut mit leid, dass auch Du dies erfahren musstest. Wir kennen einander zwar nicht, doch ich fühle mich dennoch von Dir verstanden. Auch ich fühle diese Zweifel. Ich fühle mich als hätte mein Körper mein Kleines im Stich gelassen, es nicht gut genug beschützt und behütet. Es war noch so winzig, ich weiß nicht einmal ob es ein Junge oder Mädchen gewesen wäre. Wir hätten bereits für beide einen Namen gehabt – nun wissen wir nicht einmal welchen es getragen hätte.
Einen medizinischen Grund kenne ich auch nicht, und ich weis nicht, ob die Kenntnis darum es leichter oder schwerer machen würde. Vermutlich gab es aber einen, denn das macht die Natur nun einmal mit uns... in den ersten drei Monaten.... und manchmal sogar danach...
Ich weiß nicht, was Du durchlitten hast, doch es ist es schön und tröstlich zu wissen, dass Du ein kostbares Folgewunder in den Armen halten darfst! Ich freue mich für Dich und ich wünsche Euch ein wunderbares Leben miteinander!
Ich weis nicht, ob wir noch einmal den Mut aufbringen werden es zu versuchen. Noch sitzt der Schmerz zu tief um das sagen zu können. Vielleicht habe ich das mir zustehende Glück auch tatsächlich schon erhalten? Vielleicht ist es falsch noch mehr zu erhoffen? Ich weiß es nicht, ich bin zu durcheinander, im Moment.
Auch ich habe mich gefragt warum der liebe Gott wohl so etwas zulässt. Was er sich dabei denken mag. Ich glaube nicht, dass ich je eine Antwort darauf finden werde.
Auch wir haben unseren lebenden Kindern noch am Tag der Fehlgeburt von unserem ‚lieben Sternchen im Himmel’ erzählt. Ich habe den Eindruck, dass das richtig war, da es ihnen zu verstehen hilft was mit Mama und Papa los ist. Warum sie auf einmal so traurig sind. Alles andere würde ihnen möglicherweise Angst machen, denke ich.
Noch kann ich nicht glauben, dass alles je wieder gut werden kann. Doch es ist schön zu wissen, dass Du das hast erfahren dürfen. Die Erinnerung gehört zu uns, auch damit hast Du recht. Sie ist ein Teil von uns und niemals möchte ich sie missen! Ich hoffe nur, sie mildert eines Tages ihre Schärfe, wird ruhiger und lässt uns dankbar sein für die Zeit die wir hatten, so kurz sie auch immer gewesen sein mag. Sie war da! Sie was real und niemand wird sie uns jemals wieder nehmen können, auch wenn nicht sein durfte, was wir uns erträumt haben.
Es ist gut, dass die Erinnerung bleibt!
Viel Glück und Freude mit Eurem ‚Folgewunder’ und vielen Dank für Deine verständnisvollen Worte,
Nellylein.
 
Zuletzt bearbeitet:
A

annakarina

Gast
...und nun brauche ich hier und jetzt, ganz dringend Euren Rat, denn ich trauere geradezu hoffnungslos und so verzweifelt um unser viertes Kind, doch beinahe niemand versteht das!

Keine vier Wochen ist es nun her und ich fühle mich so furchtbar leer; bin so abrundtief traurig und verzweifelt.
Das Umfeld bietet da wenig Hilfe - 'Ja, wenn es nun das ERSTE Kind geweswen wäre...DAS wäre tragisch gewesen - aber so? Was willst Du denn eigentlich!?' 'Sei doch froh; wahrscheinlich wäre es sowiso behindert gewesen. Die Natur denkt sich schon etwas dabei...'

Habe ich (nach drei wundervollen, heißgeliebten Kindern 6/4/2 ) denn nun auf einmal kein Recht mehr auch dieses Kind geliebt und ersehnt zu haben?
War es so falsch oder gar vermessnvon mir, mehr zu erhoffen?
Habe ich nun kein Recht mehr um mein Kind zu trauern?
Bitte gebt mir Rat, wie ich all dies überwinden kann. Bitte sagt mir, was ich denken, hoffen und glauben soll!! Ich weiß es nicht - mehr. Ich liebe meine Kinder - alle vier! Drei im Leben und eines in den Sternen. Ich fühle mich so allein, so gelähmt in meinen Schmerz.
Bitte gebt mir Rat. Gebt mir Trost... und Hoffnung. Bitte, bitte - helft mir doch!!

nellylein



Du hast JEDES Recht, deine Kinder, wieviele auch immer, gewollt zu haben - und so aiuch JEDES Recht, zu trauern um das Kind, das nicht zur Welt kommen durfte....

Nicht vergleichbar, aber mit dem Versuch, mich einzufühlen: Ich habe vier Kinder (nun erwachsen). Als das Jüngste so 3 Jahre alt war, sehnte ich mich noch nach einem 5. Kind. Mein Mann wollte jedoch nicht mehr - der Schmerz, den ich empfand bei dem Wissen, ich werde nie wieder ein Kind bekommen dürfen, war unbeschreiblich.
Verstanden hat auch das wie bei dir nun niemand.....

In dir ist ein neues Leben entstanden, das sterben musste, bevor seine Erdenzeit gekommen war. Das IST schwer, das IST Leid - höre doch da auf DEINE innere Stimme, auf DEINE Gefühle, nicht auf Aussagen anderer!
Du hast JEDES Recht zu trauern, denn da ist dein Kind gestorben - in dir, aber wo ist der Unterschied zu einem Kind, das bereits auf der Welt war?
Es ist DEIN Kind - und es ist DEIN Schmerz.
Nimm dir alle Zeit, die du brauchst, um zu trauern um das Wesen, das du ersehnt hast. Wenn es ein Grab gibt, dann pflege es - das hilft. Wenn es keins gibt, dann richte ihm eine Ecke ein im Garten oder an irgendeiner Stelle, die nur euch gehört. Einen Namen hat es sicherlich bekommen, hm?
Wie heißt dein Kleines - magst es hier sagen? Es bekommt auch so für uns einen besonderen Wert, ein Gesicht.

Vielleicht helfen dir Trauergruppen weiter - es gibt auch im Netz Gruppen für sog. "Sternenkinder", da wirst du Menschen finden, denen auch so Furchtbares widerfahren ist.

Ich umarme dich still - und denke mir dir zusammen an dein Kind, das nun schon bei Gott ist.

Annakarina
 

Nellylein

Neues Mitglied
Liebe Annakarina,
was du da beschreibst klingt für mich gar nicht so unvertraut. Ganz im Gegenteil. Vielleicht bin ich diesbezüglich ein wenig übersensibel, denn ich habe bevor ich meinen Mann kennerlernte in einer zehnjährigen Beziehung ‚festgesteckt’, in der sich mein zunehmend stärkerer werdender Kinderwunsch nicht verwirklichen ließ, da mein damaliger Verlobter immer noch etwas länger warten wollte.
Letztendlich ist unser Beziehung genau daran zerbrochen. Das war sehr schlimm für mich, aber rückblickend ist es für uns beide sicher besser so gewesen. Wir wären miteinander bestimmt niemals wirklich glücklich geworden. Für beide wäre es vermutlich eher eine Zumutung gewesen. So verzweifelt ich damals auch war, heute bin ich froh nicht mit einem Menschen der mir inzwischen so fremd geworden ist über die Bedürfnisse eines gemeinsamen Kindes diskutieren zu müssen.
Irgendwie scheint das Leben da manchmal tatsächlich einen Plan zu haben.
Interessanterweise war es für mich dann sehr viel erträglicher in den darauf folgenden drei Jahren ohne Partner kinderlos zu bleiben, als mich damit in einer langjährigen Beziehung, die einfach nicht vom Fleck kommen konnte, abzufinden.
Als mein Mann und ich einander schließlich gefunden haben, war dass gewissermaßen für uns beide wie ein Befreiungsschlag. Wir waren überglücklich einander gefunden zu haben und sind es noch heute. Endlich ist da ein Mensch der ihn genau versteht und teilt – ‚meinen Traum vom Glück’ und ihn mit mir gemeinsam umarmt und lebt. Es war und ist genau richtig so und hat mich mit all dem Schmerz der vergangenen Jahre versöhnt. Um es mit den Worten von Annett Louisanne zu sagen: ‚Aber auf Dich hab ich gewartet.’ Ein wunderschönes Lied, das ich meinem Liebsten zu einem Hochzeitstag geschenkt habe.
Nach zwei Monaten zogen wir zusammen. Nach dreien machten wir Pläne und fingen wir an zu ‚üben’. Nach vieren bestellten wir das Aufgebot. Im gleichen Monat wurde ich auch tatsächlich schwanger. Bei der Hochzeit war ich daher schon im dritten Monat und noch im gleichen Jahr kam unser erster Schatz zur Welt.
Viele hochgezogene Augenbrauen, die letztendlich sehr gut und dauerhaft wieder runter kamen. :)
Unsere drei großen sind alle in einem Abstand von nicht ganz zwei Jahren geboren. Mit dem Vierten haben wir uns allerdings deutlich mehr Zeit gelassen, da es natürlich zunehmend auch eine rationale Entscheidung bedeutet es noch einmal zu wagen. Allen gerecht zu werden IST eben sehr wichtig. Wir haben uns nach langen Erwägungen dazu entschlossen und waren überglücklich, als es wieder, ganz schnell’ klappte. Und nun das.
Der Schmerz über den Verlust ist schier haltlos – für uns beide... Ich weis auch er leidet sehr, nur eben anders und wir können so schlecht darüber reden zur Zeit.
Doch gleichzeitig steht auf einmal alles wieder ganz neu zur Diskussion als wenn es zuvor gar keine Entscheidung gegeben hätte. Ich weis, er macht das nicht einfach so. Er sorgt sich vielmehr sehr um mich und die Kinder und möchte weiterten Schmerz von uns fern halten. Doch diese aktuell gelebte ‚Tagestendenz’ macht es alles noch so viel schwerer erträglich. In dieser Hinsicht beneide ich all jene, die voller Zuversicht auf ihr ‚Folgewunder’ hoffen dürfen. Es sei ihnen von Herzen gegönnt – ich wünschte nur ich dürfte das auch! So vieles von früher kommt dabei hoch – und das ist gar nicht so leicht.
Die Vorstellung akzeptieren zu müssen das es das nun gewesen sein soll – und mit so einem Ende. Das schreckt mich und macht mich unsagbar traurig.
Irrational wie es sein mag, gibt es mir um so mehr das Gefühl das mein Körper schlicht weg versagt hat. Das ich wenn ich mein Kleines besser behütet und beschützt, es nicht verloren hätte, alles hätte haben können, was ich mir erträumt habe. Ich war so nahe dran und habe es doch nicht geschafft. Jetzt muss ich aufs neue darum kämpfen und werde vielleicht dennoch verlieren.
Irrational wie es ist stellt es für mich augenscheinlich auch die einmal getroffene Entscheidung in Frage. Ach das mindert meinen Schmerz nicht.
Ich danke Dir für Dein Verständnis. Du beschreibst es sehr treffend und einfühlsam genauso, wie es ist!
Ein offizielles Grab gibt es nicht, doch wir haben unseren Schatz meiner Mama anvertraut. Sie wird mein Kleines behüten, bis ich eines Tages wieder bei ihm bin.
Natürlich darfst Du fragen. Unser Kleines hätte Theodor oder Viktoria geheißen. Letzteres scheint mir nicht ganz so angemessen in diesem Fall. Die Namen all unserer Kinder sind eher traditionell, einen Hauch altmodisch vielleicht sogar, doch bisher hat sich keines beschwert.
Da es noch zu früh war sagen zu können ob es ein Junge oder Mädchen gewesen wäre, möchte ich mich nicht einfach so festlegen und dabei vielleicht das Falsche wählen. Genauso wenig möchte ich einen Unisex Namen wählen, der mir nichts sagt, mir nicht gefällt, einfach nur, weil er für beide gepasst hätte.
Da wir unser Sternenkind auch in unser Stammbuch eintragen lassen möchten hätten wir dazu sehr gern einen Namen. Ich denke, das möglicherweise ein Name aus einem ganz anderen Kulturkreis (Afrikanisch oder Arabisch mit einer Bedeutung wie ‚Vier’, ‚Stern’ oder ‚Paradies’) eine Lösung sein könnte. Ich denke ich brauche einfach Zeit dafür. Gefühlt war es mein kleiner Theo, aber kann ich das jemals wirklich wissen?
Hab Dank für Deine liebevollen Worte.
Nellylein
 

Nellylein

Neues Mitglied
Lieber Sternenpapa,
das ist sehr traurig. Allein davon zu lesen hat mich regelrecht aufgewühlt. Mir ist klar, dass Dir das auch nichts nützt und ich weis auch, das ich nicht mal annähernd begreifen kann, was Du da ertragen musstest, doch Du hast mein tiefes Mitgefühl. Ich weis, auch das hilft dir herzlich wenig.
Ich hoffe, ich habe Deinen Schmerz durch meine Worte in Unkenntnis Deiner Situation nicht noch vergrößert. Das war ganz sicher nicht meine Absicht. Da kann man mal wieder sehen, wie sehr wir dazu neigen die Dinge und Aussagen aus unserem eigenen Blickwinkel zu interpretieren. (Ich dachte tatsächlich, Du schreibst über einen Verlust durch eine Fehlgeburt.) Ich frage mich ernsthaft wie viele Menschen wohl so im Alltag aneinander vorbeireden ohne es überhaut je mitzukriegen.
Es steht mir nicht an zu urteilen, noch wüsste ich was Dir das nun wieder nützen sollte, daher halte ich mich diesbezüglich an dieser Stelle zurück. Einzig meine Meinung: Ich finde Du hast jedes Recht sehr traurig und tief verletzt zu sein. So darf es einfach nicht sein! Zwei Leben in solcher Weise und zu einem solchen Zeitpunkt einfach so vor vollendete Tatsachen zu stellen kann und darf einfach nicht richtig sein!
Bestimmt ist es überaus schwer mit solch einem Erlebnis je seinen ‚Frieden’ zu machen, wenn doch so ganz und gar kein ‚Sinn’ darin liegt.
Es tut mir von Herzen leid für Dich. Ich hoffe Du wirst den Schmerz über Dein verstorbenes Kind eines Tages besser ertragen können.
Ich wünsche Dir Viel Kraft dazu und viel Mut und Hoffnung das gute im Leben und in den Menschen wieder zu sehen.
Liebe Grüße, Nellylein
 
A

annakarina

Gast
Du hast dein Kind offenbar sehr, sehr früh verloren - was es nicht einfacher machen wird im Umgang mit deiner Umgebung. Denn da, so fürchte ich, werden weitere Zuschreibungen kommen wie "das war doch noch gar kein richtiges Kind" usw.....
Du musst dich echt abgrenzen. Und dich auf dein Baby konzentrieren, das euer Kind war vom Moment der Zeugung an.
Viktoria - Theodor - ich grübele, wie man das überein bekommt, denn es ist so schön, dass euer Kind nicht namenlos bleibt.
Wie wäre es, ihr würdet euer Kind Vik -Theo nennen? Nur ein Gedanke - ich fand dies auf facebook und es würde beide Namen beinhalten.

Alles Liebe euch

annakarina
 
P

Püppi83

Gast
...und nun brauche ich hier und jetzt, ganz dringend Euren Rat, denn ich trauere geradezu hoffnungslos und so verzweifelt um unser viertes Kind, doch beinahe niemand versteht das!

Keine vier Wochen ist es nun her und ich fühle mich so furchtbar leer; bin so abrundtief traurig und verzweifelt.
Das Umfeld bietet da wenig Hilfe - 'Ja, wenn es nun das ERSTE Kind geweswen wäre...DAS wäre tragisch gewesen - aber so? Was willst Du denn eigentlich!?' 'Sei doch froh; wahrscheinlich wäre es sowiso behindert gewesen. Die Natur denkt sich schon etwas dabei...'

Habe ich (nach drei wundervollen, heißgeliebten Kindern 6/4/2 ) denn nun auf einmal kein Recht mehr auch dieses Kind geliebt und ersehnt zu haben?
War es so falsch oder gar vermessnvon mir, mehr zu erhoffen?
Habe ich nun kein Recht mehr um mein Kind zu trauern?
Bitte gebt mir Rat, wie ich all dies überwinden kann. Bitte sagt mir, was ich denken, hoffen und glauben soll!! Ich weiß es nicht - mehr. Ich liebe meine Kinder - alle vier! Drei im Leben und eines in den Sternen. Ich fühle mich so allein, so gelähmt in meinen Schmerz.
Bitte gebt mir Rat. Gebt mir Trost... und Hoffnung. Bitte, bitte - helft mir doch!!

nellylein

Hallo, natürlich hast du recht um dieses Kind zu trauern. Jeder, der etwas anderes erzählt, ist unmenschlich.
Wie du es überwinden kannst, kann ich dir leider nicht wirklich beantworten. Mein Freund ist aktuell stationär in Therapie, um den Tod seiner zwei Kinder zu verarbeiten, sofern dies überhaupt möglich ist, sein drittes sitzt im Rollstuhl. Ihm Ratschläge zu geben, fällt mir schwer. Ich war noch nicht in dieser grausamen Situation und möchte weder als Klugscheißerin da stehen noch etwas falsches sagen und ihn damit schlimmstenfalls verletzten. Worüber wir uns aber einig sind ist, dass er auf jeden Fall Abschied nehmen muss. Dies blieb ihm damals verwehrt. Die Beerdigungen fanden ohne ihn statt und er hat erst ein halbes Jahr vom Jugendamt erfahren, dass einer seiner Söhne verstorben ist. Er möchte den Abschied nachholen. Er sucht auch nach einem Ritual, um die Geburts- und Todestage zu überstehen. Ich bin der auch der Meinung, dass er sich lieber Menschen, die leider diese schreckliche Erfahrung ebenfalls gemacht haben, zum Reden suchen soll. Ich bin mir sicher, dass ihm betroffene Menschen, vielleicht in Form einer Selbsthilfegruppe, eher helfen können als ich oder eine Therapie. Wichtig ist meiner Meinung auch, die Trauer zu zulassen. Dies hat mein Freund nicht gemacht, aber irgendwann kann man davor nicht mehr weglaufen. Ich wünsche dir jedenfalls von ganzen Herzen alle Kraft dieser Welt, um deinen Verlust einordnen und verarbeiten zu können.
 

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