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Ich habe kein Vertrauen mehr in den Menschen

Charcky

Neues Mitglied
Ich bin 20 Jahre alt, Männlich und wie in meinem Titel schon besagt.. bin ich unzufrieden mit meinem Dasein. Ich hatte keine leichte Kindheit, damit ist gemeint das ich in der Grundschule nur wenig bis gar keine Freunde hatte. Ab der vierten Klasse wurde ich gehänselt weil ich übergewichtig war, ich lernte also nur negatives mir gegenüber kennen von gleichaltrigen und bis zum ende der Grundschule weinte ich mich jeden Abend bitterlich in den Schlaf. Ich lernte in der Zeit zwar "Freunde" kennen aber selbst die waren nur darauf aus das ich ihnen etwas kaufe und als sie gemerkt haben das ich das nicht tue waren sie weg.

Bis Ende der Grundschule wurde ich gehänselt, hier in Berlin geht die Grundschule ab der ersten Klasse los und endet in der Sechsten, danach beginnt die Oberschule. Das ganze Gehänsel Spiegelte auch meine Noten wieder, ich bekam eine Hauptschulempfehlung. In der Oberschule habe ich versucht fern von anderen Menschen zu bleiben und überhaupt nicht aufzufallen. Es gelang mir auch bis zur achten Klasse ein anderes Gefühl von Menschlicher nähe kennen zu lernen und zwar gar keine, ich hatte dauerhaft meine ruhe ich ging allein zur Schule und auch allein wieder Nachhause und war froh darüber das mich keiner runter gemacht hat oder ausgenutzt hat. Irgendwann lernte ich meine Klasse näher kennen und auch meine ersten guten Freunde dadurch, mein Fett verteilte sich als ich Gewachsen bin und irgendwann war ich für meine Größe in einem Optimalen Gewicht. Mit 14 fing ich dann mit Kraftsport an ich wollte Muskeln aufbauen und gewann dadurch auch mehr Selbstbewusstsein. Als ich mit der Zeit dann auch meine alten Klassenkameraden aus der Grundschule zeigen konnte wie sehr ich mich gewandelt habe fühlte ich mich erhaben und nicht mehr wie ich selbst. Ich war nicht mehr der schüchterne dicke junge der mit sich alles machen lies, ich war ab da an ein junger Mann der jedem gezeigt hat wo es lang geht und das ich mir nichts mehr gefallen lasse. Mit 15 lernte ich meinen Besten Kumpel kennen mit den ich auch heute noch sehr dicke bin und mit 16 habe ich meine aller erste Große liebe kennengelernt, ich dachte es kann nicht mehr besser werden.. ich war beliebt wurde sogar Klassensprecher und meine Noten waren reibungslos niemals unter Note 2 gewesen. Doch ab der 10ten ging dann wieder alles den Bach runter.. ich hab den Realschulabschluss nicht geschafft. Ich war sehr gekränkt und bin dadurch auch in ein kleines Loch gefallen.. meine Freundin zog mich wieder hoch und ich habe einen zweiten versuch gestartet den Realschulabschluss fertig zu machen. Noch bevor ich meine Prüfungen hatte wurde ich Single, sie hat 2 1/2 Jahre Beziehung hin geschmissen.. es hieß, ich würde später weniger verdienen als sie und sie könne mit mir ihren Traum ein Haus und ein gutes einkommen zu haben nicht stützen.

Mit diesen Worten bin ich neue Wege gegangen, ich hab mich schon davor ohne ende unter druck gesetzt ich wollte mich zwingen diesen Realschulabschluss zu schaffen.. ich hab ihn auch beim zweiten mal nicht geschafft. Jedoch wollte ich mir das von meinem Schicksal nicht gefallen lassen und habe mir daraufhin eine Ausbildung verschafft als Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik das erste Jahr war super und ging auch schnell rum, ich hab den Job lieben gelernt in der kurzen Zeit als Azubi. Aber ab dem zweiten Lehrjahr ging es wieder Berg ab, ich wurde gehänselt von einen meiner Meister, er griff mich Persönlich an.. ich lies mir das nicht gefallen und habe immer wieder gekontert ich dachte er lässt es dann auch irgend wann mal aber daraus wurde nichts. Ich war dann bald fast am ende meines zweiten Lehrjahres und hatte die erste Prüfung in greifbarer nähe ich hab mich wieder ohne ende unter druck gesetzt weil ich nicht versagen wollte.. das ende befand sich dabei aber ganz wo anders. Am 2.03 diesen Jahres habe ich meine Ausbildung abrupt beendet. Ich habe über ein halbes Jahr mit Kollegen arbeiten müssen die für mich nichts übrig hatten, die es fürs beste empfunden haben mich runter zu machen mit ihren Sprüchen.

Ich ging nicht zum Chef weil es nichts mehr gebracht hätte, ich wollte einfach nicht mehr in dieser Firma arbeiten und Generell hat das in mir eine starke Abneigung ausgelöst in nächster Zeit überhaupt etwas zu machen. Ich gab mein bestes in der Ausbildung, ich gab wirklich alles ich hab Überstunden gemacht und auch am Wochenende gearbeitet mit meinem kleinen Azubi Geld. Ich hab gedacht in der Firma kann ich sässig werden weil mir der Job so viel Spaß gemacht hat.. weil ich so schnell alles verstanden habe und auch alles umsetzen konnte.. ich dachte wirklich zum ersten mal in meinem Leben das ich was richtig mache und man das auch zu schätzen weiß was ich da tue. Am ende sagte man mir das ich von glück reden kann, das man mich in der Probezeit nicht schon abgewimmelt hat und das ich mich mehr anstrengen sollte damit ich das schaffe. Ab da an, hat sich mein Wesen.. MEIN Ich verändert. Ich habe erkannt, egal wie viel Anstrengung.. egal wie viel Kraft ich in etwas lege.. es war nie genug. Ich hab auch nie wirklich gelebt und darum entschied ich mich diese Ausbildung zu beenden und einfach mal das zu tun was mich verdammt noch mal glücklich macht. Ich bin das erste mal Frei gewesen, frei von allen Verpflichtungen.. ich hab gefeiert jedes Wochenende oder sogar in der Woche. Bis jetzt, bis am heutigen Tage hat sich das auch nicht verändert. Jetzt lebe ich das erste mal in meinen 20 Jahren, jetzt genieße ich mal etwas.. jetzt gönne ich mir SELBST mal etwas, weg von trauer Frust und Selbsthass.. ich mach das was ich will.. das aller erste mal. Ich lebe grade mein eigenes Ich aus weil ich meinem Schicksal und der Welt zeigen will, das ich nicht mit mir machen lasse was ich nicht will. Meine Eltern verstehen mich nicht und machen sich sorgen um meine Zukunft.. aber dabei möchte ich doch einfach mal ausleben was ich nie ausleben konnte.. ohne zwang.. mein leben lang herrschte unendliche Bedrücktheit in meinem Kopf und jetzt wo ich das tue worauf ich lust habe ist das alles wie weg geblasen.

Dieses Jahr wurde meine 19 Jährige Cousine ermordet, seither habe ich eine art Psychose entwickelt weil ich nicht fassen kann was dieses Jahr alles auf einen drauf prasselt. Wenige Monate später verstarb dann auch mein Opa. Auch wenn ich das tue was ich will im Moment bin ich in tiefer Verzweiflung und so ziemlich am ende.. ich möchte doch auch nur Glücklich sein und mein Leben sticht auf mich ein, immer und immer wieder damit ich endlich liegen bleibe.. so habe ich das Gefühl. In meinem Kopf herrscht leere.. ich weiß nicht mehr was mich aufmuntern soll.. Menschen die ich kennen lerne sind vorne rum alle lieb und nett zu mir aber hinten rum höre ich wieder wie sie über mich reden.. Ich bin kein fauler Mensch und ich werde mich auch nicht hängen lassen wenn es ums finanzielle geht oder einfach auch um die Zukunft aber jetzt in diesem Moment bin ich einfach so durchstochen von allem was mir ein Stein in den weg gelegt hat das ich das erst mal alles schlucken möchte bevor ich mit vollem Kopf ne neue Ausbildung beginne möchte ich halbwegs wieder fit im Kopf sein.. bevor ich meine Ausbildung wieder abbreche. 🙁 Ich hab wirklich keine guten Erfahrungen gemacht mit Menschen, menschen zerstören mich sie machen mich verrückt und kaputt ich hab jedem ein offenes Ohr hingehalten ich hab jedem geholfen wo ich nur konnte ich war für jede Menschenseele da.. ich bin ein Herzens guter Mensch und will für jede Menschen seele da sein aber diese Menschen haben wir immer wieder ein Messer in den rücken gestochen. Jetzt.. will ich einfach nur allein sein, mit niemanden Kontakt haben und mich so weit wieder aufrappeln das ich nächstes Jahr gestärkt in die neue Ausbildung gehen kann.. ich bin nämlich so sehr geschwächt.. das ich alles zu Herzen nehme was man mir negatives an den Kopf wirft. Ich vertraue niemanden mehr nicht mal meinen Eltern.. ich bin froh das ich bald eine eigene Wohnung habe und dann meine ruhe vor jeglicher Menschlichen Existenz genießen kann.

Ich entschuldige mich für jegliche Rechtschreibschwäche.​
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen Charcky,

es ist nicht schön zu lesen was dir so Alles widerfahren ist. Das Leben kann manchmal schon grausam sein.

Kann es sein das es das "Gehänsel" von deinen ehemaligen Arbeitskollegen war, was dich so aus der Bahn geworfen hat? Eventuell gerade deshalb weil du dachtest soetwas, wie in deiner Schulzeit, hinter dir gelassen zu haben? Weisst du, oftmals kommt es darauf an manche Dinge im Leben einfach nicht zu sehr an sich herankommen zu lassen. Vielleicht waren sie auch nur neidisch auf deine Leistung? Dumm waren sie auf jeden Fall!

Wie du berichtest, setzt du dich vor Prüfungen extrem unter Druck. Warum machst du das? Du bist den Weg bis dahin gegangen, in deinem Tempo, souverän - so hättest du die Prüfungen doch auch angehen können, oder?

Deine Eltern meinen es sicher nicht schlecht mit dir. Schau mal, du hast die Ausbildung geschmissen, feierst und ziehst herum - da läuten bei Denen sicher die Alarmglocken. Sie wollen sicher nur das du eine Zukunft hast und sicher auch das du glücklich bist/wirst. Gut, du nimmst dir im Moment eine "kreative Schaffenspause" oder "Urlaub vom Alltag" aber das ist leider nicht das was das Leben von dir erwartet.
Du bist der wichtigste Mensch der dich im Spiegel anschauen, dich mögen, dich wertschätzen soll und muss. Du darst im Leben gerne einmal kraftlos sein und durchhängen - aber nutze es als Kraftspender um wieder aufzustehen und dir und der Welt zu beweisen - ja, ich schaffe es.

Weisst du, mit Gerede kenne ich mich gut aus. Lass sie. Wichtig ist das du du bist und Dies gerne.

Na, was meinst du?

Liebe Grüsse vom
Sandmann
 
Guten Morgen, Charcky.

Ich wollte nur schreiben, dass ich sehr genau weiß wie es dir geht. Mir ist sehr ähnliches widerfahren. Zugegeben hab ich momentan mal wieder eine sehr depressive Phase. Das Wetter ist Furchtbar, die Arbeit ist nur noch lästig. Private Probleme, zu viele düstere Gedanken was die Zukunft anbelangt. Daher sollte ich eigentlich nichts schreiben, aber sei es drum:

Ich der Schule war ich stets der Außenseiter, der Gehänselte. Ganz schlimm wurde es auf der Realschule. Die hab ich zwar geschafft, für die Fachoberschule hat es dann nicht mehr gereicht. Ein Jahr musste ich dort wiederholen. Alles für die Katz. 3 Jahre meines Lebens ans Bein geschmiert. Dann - ich weiß nicht - bestimmt über 50 Bewerbungen für eine Ausbildung verfasst. Immer abgelehnt. Wer will schon einen 21 jährigen Realschüler ausbilden? Eine schulische Ausbildung gemacht. Jetzt arbeite ich in einem Betrieb in einem Job der mir zwar nicht wirklich gefällt, aber mir auch nicht wirklich weh tut. Die Bezahlung ist eher dürftig, aber ich bin darauf nun mal angewiesen. Viel mehr kann jemand wie ich auch nicht erwarten.

Ich hab einen sehr kleinen Freundeskreis aus guten Freunden. 3 um ganz genau zu sein. Dafür halten die auch wirklich 100% zu mir. Das weiß ich.

Durch meine Kindheit als Außenseiter und Gehänselter hab ich auch unglaubliche Probleme damit zu der Spezies Mensch irgendwie noch Vertrauen zu fassen. Es dauert ewig bis ich mich Menschen mit denen ich öfter zu tun habe - Kollegen z.B. - öffnen kann. Aber nach meiner Erfahrung ist der Mensch ein Wesen das dir lieber ins Gesicht tritt, anstatt es anzulächeln. Stecke zwei von uns in einen verschlossenen Raum mit begrenzten Ressourcen und ich glaube, dass die zwei eher als erstes darüber nachdenken wie sie den anderen loswerden können um 100% der Ressourcen zu bekommen, anstatt sich zusammen darüber Gedanken zu machen wie sie aus dem Raum gemeinsam entkommen können.

Daher umgebe ich mich lieber mit Tieren. Katzen, Hunde, etc. Tiere sind ehrlich. Wenn dich ein Tier mag, mag es dich. Da kannst du dir absolut sicher sein. Es wird keine Hintergedanken hegen. Es liebt dich aufrichtig. Es hasst dich aufrichtig. Seine Gefühle sind echt. Die von Menschen können gespielt sein. Und meiner Erfahrung nach sind es die positiven besonders oft.

Mein Rat an dich: Denke nicht an die Zukunft, lebe für den Tag. Überlege dir wie du heute alles aus dem Tag herausholen kannst was geht. Du kannst die Zukunft ohnehin nur bis zu einem gewissen Grad planen - und zu einem noch viel geringeren auch wirklich beeinflussen.
 
Wie du berichtest, setzt du dich vor Prüfungen extrem unter Druck. Warum machst du das? Du bist den Weg bis dahin gegangen, in deinem Tempo, souverän - so hättest du die Prüfungen doch auch angehen können, oder?

Da ich bis jetzt nur Niederlagen von mir selbst kenne hab ich automatisch eingeredet das ichs nicht schaffe, ich hatte Panik das war auch noch ein weiterer Grund warum ich nicht mehr konnte. Ich hab mich so fertig gemacht das ich unruhig geschlafen hatte. Ich hatte den Führerschein 2014 angefangen und bis heute nicht beendet weil ich so sehr angst hatte zu versagen das ist nicht mehr normal.. das ist auch noch etwas das mich bedrückt. Ich bin eigentlich jemand der sehr selbstbewusst in die Welt tretet so hab ich mir das auch "antrainiert" sage ich mal. Aber dieses antrainierte selbstbewusste auftreten ist eben nur Fassade das muss ich mir selbst eingestehen.

Es ist mir peinlich nicht eines der dinge die ich mir vorgenommen habe jemals mit ach und krach bestanden zu haben. Ich bin auch am überlegen eine Therapie zu starten wegen all dem, meine Probleme stecken eben seit Kindes alter in den Knochen fest. Ich war noch nie jemand der aufgegeben hat ich hab mich immer weiter gekämpft trotz Niederlagen aber nun ist die Bombe geplatzt und mein Kopf streikt. Ich hab Panik bei der nächsten Ausbildung genau das selbe zu tun. Klar ich gehe im Moment feiern und alles um mich einfach mal abzulenken und suche die Stärke in der nähe meiner engsten Freunde.

Ich weiß aber das ich mich niemals hängen lassen würde, ich bin mein eigener Mensch es ist meine Sache was ich tue und mir ist auch deutlich bewusst das dass was ich grade tue für viele vielleicht so aussieht als hätte ich aufgegeben. Man lebt nur einmal das ist mein Motto und ich lebe grade das aus was ich nie ausleben konnte, ich hatte immer mit ängsten zu kämpfen und mit nieten.

Und es verstehen nicht alle wenn ich mal sage das ich ein kleinen abschnitt lang das tue was mich glücklich macht und das ist Leben und das Leben genießen. Ich konnte mein leben wirklich nie richtig genießen weil ich sehr hart zu mir selbst bin und ich darum diesen inneren Druck dauerhaft jahrelang in mir trug.

Danke für deine tolle Antwort 🙄 Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen als ich das alles niedergeschrieben habe.. ich hab mich um einiges "leichter" gefühlt vom gewissen her 🙂
 

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