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Ich hab keine Ahnung wer ich bin...

Pync

Mitglied
Zuerst einmal möchte ich mich vorweg entschuldigen, weil der Text mit Sicherheit lang werden wird. Ich weiss auch eigentlich garnicht wieso ich das gleich alles schreibe. Ich bin gerne hier im Forum und lese mit und versuche zu helfen wenn ich kann... Aber ich weiss keinen Grund, wieso ich über mein Leben und meine Gefühle schreiben sollte. Ich hab das Gefühl das es keinen interessiert und ich irgendwie nicht das Recht habe, drüber zu schreiben weil es soviele leute hier gibt, die ganz viele Probleme haben. Vielleicht schreib ich es nur für mich selbst, um mir mal alles vor Augen zu halten.

Ich grübel ständig über mich und versuch Antworten auf manches Verhalten oder manche Denkensweise zu finden. Hin und wieder glaube ich sogar einige Antworten zu entdecken. Ich denke viel nach, mache mir zuviele Gedanken über belanglose Dinge die für andere Menschen vielleicht selbstverständlich sind.

Ich hatte schon immer viel Angst, vor allem Möglichen... Ich kann mich an Bruchstücke aus dem Kindergarten erinnern oder der Grundschule zum Beispiel. Ich hatte damals schon Angst und hab mir die furchtbarsten Sachen ausgemalt, wie etwas ausgehen könnte. Sei es beim Sport oder bei einem Ausflug. Ich weiss auch nicht wieso, aber das ist bis heute so geblieben.

Ich habe z.B. Angst, wenn mich fremde ansprechen (habe dazu gerade in einem anderen Thema gepostet)... Mir entfallen sämtliche mir bekannte Wörter und heraus kommt nur dämliches Gestammel oder auch garnix. Raus gehen kann ich alleine nur ganz schwer. Ich habe Angst angekuckt zu werden, weil ich denke, die Leute denken schlecht über mich oder ihnen fällt etwas an mir auf was mir dann peinlich ist.
Wenn ich rausgehe, dann nur wenn es absolut sein muss oder mit meinem Mann. Ich gehe gerne einkaufen, aber nicht alleine.

Auch in der Schule hab ich nie bei Aufführungen mitgemacht obwohl ich es mir manchmal total gewünscht habe. Zum Beispiel ging es mal um einen Tanz, den mehrere Mädchen in der Klasse aufführen wollten, ich glaube zum Schuljahresende. Ich sagte ich möchte mitmachen, ich kannte jeden Schritt, Wurde in die erste Reihe beordert. Naja und dann je näher der Tag kam, umso mehr Dinge schlichen sich in meine Gedanken was alles passieren könnte und schlussendlich habe ich dann gesagt, das ich doch nicht mitmachen will. Als die Mädchen dann den Tanz aufführten war ich sauer und enttäuscht über mich selbst, das ich wieder nur zu gucke...

Meine Kindheit war eigentlich schön, meine Mutter hat viel mit mir unternommen, spazieren, basteln und dieses ganze Zeugs was Mütter eben so mit ihren Kindern machen... Meine Eltern leben schon getrennt, seit ich 5 jahre alt war... Ich hatte ein Zimmer bei meiner Mutter und eines bei meinem Vater. Die beiden wohnten eine Strasse weit auseinander und ich konnte gehen wohin ich wollte und wann ich wollte. Meine Oma sagt, ich wurde hin und hergeschoben und ich weiss noch dunkel das es später, als ich so 10 oder 11 war immer losging von wegen wer hier wem Unterhalt zahlen sollte usw...
Ich habe dann mal hier und mal da gewohnt...

Als ich 14 war, zog meine Mutter weg... Sie wollte zu ihrem Freund, der in Hamburg lebte, etwa 500km weg von mir... Ich hatte die Wahl, will ich mit oder bleibe ich hier bei meinem Vater. Damals waren mir meine Freunde etc wichtig und ich wollte nicht weg aus meiner mir bekannten Umgebung. Na das seh ich heute anders.

Mein Vater ist so ein Mensch, der die Schuld für seine Probleme bei anderen sucht und auch über Gefühle nicht reden kann, weder über seine eigenen, noch mit jemandem über dessen. Noch dazu ist er sehr aufbrausend, ich sage immer er sei cholerisch, denn er regt sich über alles auf, wo garnichts zum aufregen ist.
Man erzählt mal einen Witz und er bezieht irgendwas aus welchem Grund auch immer auf sich, dann geht´s aber los... Stühle flogen oft... Über meine Probleme konnte ich zu Hause nicht reden und jeder Frust über die Arbeit o.ä. wurde an mir ausgelassen. Über meine Probleme wurde sich lustig gemacht, was mich immer sehr gekränkt hat. Ich kann heute nur sehr schlecht über meine Probleme sprechen und komme mir dämlich vor auszusprechen was mich bedrückt. Ich schäme mich richtig.

Naja jedenfalls hatte ich damals einen Freund. Wir waren am Wochenende in so einer BilliardBar und haben immer viel gesoffen. Ich ging oft nicht heim und sagte auch zu Hause nicht wo und mit wem ich unterwegs war, Schule war kaum ein Thema für mich. Andererseits interessierte es auch überhaupt niemanden, wo ich war und was ich tat.
In dieser BilliardBar waren wir jedes Wochenende und irgendwann wollte ich meinen Freund abholen und fuhr deshalb nach O. um am Marktplatz auf ihn zu warten.
Es war abends und dunkel und ich sah nen Kerl, der irgendwelche Aufkleber an die Scheibe des Einkaufszentrum´s pappte... Ich hab ihn eine Weile beobachtet bis mein Freund kam. Durch irgendwas kamen wir mit dem Kerl dann ins Gespräch.
Bevor ich über den Typ schreibe, muss ich erwähnen das ich damals wirklich naiv war und nur so mit meinem Krempel beschäftigt, das mein Horizont nicht soweit reichte zu erkennen, das der Typ ein rechtsradikaler war. Rechts und Links, Politik blabla, davon hatte ich keine Ahnung und Punk´s assoziierte ich damals auch überhaupt nicht mit einer politischen Gruppe. Klar kannte ich aus der Schule das ganze Zeug´s über die Nazi´s und Hitler, aber das es Leute gab die sich heute da irgendwie noch in der Hinsicht damit befassen, das wusste ich ÜBERHAUPT nicht.

Der Kerl wirkte auf mich damals irgendwie beeindruckend, mit seinen schwarzen Stiefeln und der Tarnhose und der Glatze und der Bomberjacke. Ich weiss nicht wieso, aber irgendwie war ich mächtig beeindruckt von ihm.
Er ging jedenfalls mit uns Party machen und ich merkte auch echt schnell, das er wohl auf mich stand, daraus machte er selbst vor meinem Freund kein Geheimnis und es war ihm scheiss egal, das meinem Freund das nicht passte.
Naja, obwohl ich beeindruckt und irgendwie geschmeichelt war, liess es mich kalt und nach dem Abend ging ich mit zu meinem Freund und schlief dort, nach Hause wollte ich nicht.

Die darauffolgenden Tage trafen wir den Typen andauernd und immer machte er mir schöne Augen. er war damals 17, ich 14... Allerdings war er kein Bubi und sah ziemlich erwachsen aus, vom Erscheinungsbild her. Als wir am Wochenende wieder in der BilliardBar waren, kam der Typ auch wieder vorbei. Wir drei waren alle ziemlich besoffen und irgendwie merkte ich, das ich mich in den Typ verknallte... Ziemlich gemeine Aktionen meinem damaligen Freund gegenüber folgten, auf dem Nachhauseweg setzte ich mich von meinem Freund ab und lief neben dem anderen her, irgendwann hielten wir Händchen... Es gab Streit und zum Schluss ging ich nicht mit meinem Freund nach Hause, sondern mit dem anderen. Nicht jetzt zum poppen oder so... Es dauerte noch einige Tage und ich war richtig mit dem Typ zusammen. Was ich schnell bereuen durfte.
Er hatte eine eigene Wohnung, ziemlich verwahrlost und überall die Wände vollgesprayt mit Hakenkreuzen etc... Über den Sinn war ich mir glaub ich damals nicht wirklich bewusst. Es dauerte nicht lang, da gab es den ersten Streit, er war besoffen, das war er oft. Er sagte Schlampe zu mir und ich reagierte darauf sehr sauer und wollte gehen. Ich drehte mich um und ging zur Tür und auf einmal ging es so schnell das ich es garnicht begreifen sollte. Er packte mich von hinten warf mich auf den Boden, trat auf mich ein, schlug auf mich ein und zerrte mich zurück ins Wohnzimmer, schmiss mich gegen die Wand und sagte so irre Sachen wie: Du gehst bestimmt nirgends wohin... Du bleibst gefälligst bei mir.... Glaubst Du ich lass zu das Du draussen rumhurst etc...

Viele werden jetzt denken, wer sich schlagen lässt ist selbst Schuld und der soll doch einfach gehen usw, aber könnt ihr Euch überhaupt vorstellen wieviel Angst in einem steckt, der solche Gewalt mitmachen muss? Man fühlt sich nirgends sicher, weder in den eigenen Wänden noch bei Freunden. Bei mir war es so, das ich Angst hatte, er würde bei mir daheim die Tür eintreten, mein Vater ist schnell überwältigt, meine Freunde ebenso... Man hat einfach Angst, das anderen etwas passiert. Ich dachte immer, wenn denen was passiert, ist das meine Schuld usw... Und im Endeffekt traut man sich nicht weg. Man malt sich die schlimmsten Dinge aus, ist irgendwo klar, denn wenn jemand so aggressiv ist, dann traut man ihm alles zu.

Naja ich wurde langsam aber sicher in die rechte Szene gezwungen, ich bekam die passenden Klamotten, ich wurde in die Bücherei gesetzt und musste 2. Weltkrieg lernen, viele Bücher lesen, ich wurde abgefragt, all solche dollen Dinger. Meine Haare wurden rasiert, ich sollte eine passable und vorzeigbare Renee (so heissen die Mädchen dort, die diese Frisuren tragen) werden.

Irgendwann durfte ich mit auf Party´s und schnell musste ich feststellen, das (nicht alle) aber viele der Kerle ihre Freundinnen schlugen wenn sie besoffen waren. Das schien normal und wer etwas dagegen sagte, bekam grad auch auf die Fresse.

Anderthalb Jahre lang lief ich mit zerdelltem Gesicht rum, immer wieder neue blaue Augen und auf was weiss ich wievielen verbotenen Party´s in ganz Deutschland wurde ich rumgezerrt und musste die Glückliche miemen. Hab ich nicht gespurt, gab´s aufs Maul. Mit Stahlkappenschuhen ins Gesicht und was weiss ich nicht noch alles. Wenn ich ihn verlassen hätte, würde er mich umbringen hat er gesagt, ich hätte es ihm zugetraut. Ich lernte in der Zeit viele seiner Exfreundinnen kennen, denen es genauso ging, die er aber irgendwann abgeschoben hatte, wenn er eine neue hatte.
Zum Schluss verlor er seine Wohnung und zog bei mir und meinem Vater ein. Mein Vater hatte total was gegen ihn und wusste auch das er mich verprügelte. Ich nahm ihn aber immer in Schutz und verteidigte ihn sogar gegen meinen Vater.
Irgendwann hatte ich mich an meinen Vater gewandt und gesagt ich wolle das er auszieht. Als er dann irgendwann heimkam, stand mein Vater mit seinem Koffer da und schmiss ihn raus, er zog den Schwanz ein und ging.

Allerdings terrorisierte er mich, schmiss nachts Steinchen an mein Fenster und schrieb ständig SMS und rief an, ich wäre seine Traumfrau. Selbst Jahre später, als ich schon volljährig war, hatte er die Nummer nicht vergessen und ab und zu kam es vor, das ich bei meinem Vater am PC sass und das Telefon klingelte und er dran war. Er wollte sich unterhalten, immer ganz normal und lieb und nett. Den Satz ich wäre seine Traumfrau hörte ich immer wieder.

Als ich 17 war, machte ich nochmal den Fehler mich mit ihm zu treffen und er nahm mich wieder mit. Er war mittlerweile obdachlos und so zogen wir eine Woche lang in Frankfurt rum, pennten in Obdachlosenheimen, am Flughafen und sowas eben. Wow ich hatte so verdammte Angst. In diesem einen Obdachlosenheim waren viele Menschen mit Gelbsucht untergebracht und die Sozialarbeiterin warnte uns schon, das die Krankheit auch durch Speichel zb übertragen werden konnte. Ich hab im Bett mit Aidshandschuhen geschlafen, bzw wach gelegen bis wir da wieder weg waren.
Am Flughafen bin abgehauen, wir haben irgendwo auf Wartesitzen gehockt und ich sagte, ich gehe runter ne Zigarette schnorren, bin dann zur Polizei am Flughafen und sagte ich wolle heim.

Zwischendurch ist noch vieles anderes passiert, mein Vater bekam mal einen Ausraster weil er sich zugesoffen hatte (er ist kein Alkoholiker, das war das einzige Mal das er getrunken hatte, Liebeskummer hatte er) und er warf mich auf den Boden und ging weg, schloss mich ein. Meine Oma, die auch im Haus wohnte kam immer an die Tür und wollte mich rausholen, aber ging ja nicht. Es war zugeschlossen. Zwei tage war mein vater weg. Als er wieder kam rief er die Polizei an und steckte mich ins Heim. Ok, ich war kein Engel, war in der Zeit mit dem rechtsradikalen viel mit der Polizei in Konflikt geraten und kostete meine Vater viel Geld und nerven.
Aus dem Heim holte er mich nach wenigen Wochen schon wieder heim.

Ich war schlussendlich 17, 2 jahre nicht in der Schule gewesen und hatte keinen Abschluss. Den holte ich dann mit Ach und Krach nach. Am Abend vor der Abschlussprüfung war ich so fertig mit den Nerven und fühlte mich total hilflos und dumm und hatte Angst zur Schule zu gehen. Ich holte Schlaftabeltten aus dem Schrank, die mein Vater öfter nahm wenn er nicht pennen konnte und nahm alle. Mein Handy klingelte plötzlich und mir war total schwummerig, als wäre ich endlos besoffen und konnte mich kaum regen. Mein Vater wachte davon auf und schrie mich an, wieso es so laut wäre er könne nicht pennen und dann sah er die Schlaftabletten. Er rief einen Krankenwagen, sagte mir ich solle nicht so hysterisch sein, setzte mich vor die Tür und ging pennen.
Ich also in der Psychiatrie, nicht zum ersten Mal, und auch nicht zum letzten Mal.

Borderline habe ich. Deppressionen. Bin sehr labil. Meine Arme sind ganz zerschnitten, meine Beine und meine Brust auch. Tabletten habe ich nur einmal genommen.

Mein Leben verlief weiterhin sehr unproduktiv... Ich habe zu nichts Lust, solange es bedeutet das ich rausgehen muss, unter Leute oder Stress ausgesetzt werde. Stress ist für mich allerdings schon jemandem über den Weg zu laufen der mich anschauen oder ansprechen könnte. Ich bin arbeitsunfähig, schon direkt seit ich das erste mal in kurzer stationärer Notfallbehandlung war.

Sicher habe ich zwischenzeitlich versucht von mir aus einen Job zu finden, aber lange hab ich es dort nie ausgehalten. Es hat mich fertig gemacht, ich habe immer Angst was falsch zu machen und dadurch passieren mir dann Fehler, wodurch ich Angst habe wieder hinzugehen, weil ich mich schäbig fühle, mich schäme und Angst davor habe drauf angesprochen zu werden. Ich fühle mich nur wohl wenn ich zu Hause bin, dort mache ich meinen Haushalt, koche, sitze am PC... Ich habe meine Hobby´s, Fingernagelmodellage (Künstliche Fingernägel), meine Homepage auf der ich CSS Style´s für ein browsergame anbiete die ich erstellt habe, so als eine Art Fanprojekt. Ich bekomme dafür kein Geld, aber es bringt mir Spass. Ich mag es wenn den Leuten meine Style´s gefallen und freue mich immer ganz doll wie ein Schneekönig über positives Feedback.
Es ist ja nicht so, das ich faul bin oder gar dumm, ich möchte keinen reellen Kontakt zu Menschen. Ich kann damit nicht umgehen. Ich weiss nicht, aus welchem Grund genau, aber ich fühle mich ganz mies und klein.

Bis vor zwei Jahren habe ich exzessiv Drogen genommen, Speed, Koks, XTC, gekifft, Pilze... Bin böse abgestürzt aber ganz alleine wieder rausgekommen. Mein jetziger Mann war damals genauso drauf, heute nehmen wir beide nichts mehr, nichtmal Alkohol... Haben letztes Jahr am 1.11. geheiratet und sind glücklich, er hat einen tollen neuen Job und wir sind gerade umgezogen. Hier kennt uns niemand und wir kennen auch keinen. Wollen wir auch nicht.
Mit meinem Vater habe ich keinen Kontakt mehr. Mit meiner Mutter schon, aber sie stand immer hinter mir und war zumindest für Gespräche immer da für mich, kann sie anrufen wann ich möchte und über alles offen mit ihr reden.

Es ist noch mehr passiert, auch erst vor kurzem, womit ich nicht fertig werden kann... aber würde ich alles schreiben, was mir zu schaffen macht, sprenge ich den Speicher des Forum´s...

Ich grübel gerade noch, ob ich das hier alles wirklich online stellen soll, weil ich das Gefühl habe, das es soviel zu lesen ist und es sowieso niemanden interessiert. Ich trau mich irgendwie nicht.
Schäme mich auch. Ich bin früher so von einem extrem ins nächste gefallen, das ist mir irgendwie peinlich... Von der rechten Szene in die linke, dann exzessives feiern, Techno, Drogen... Plötzlich ganz unscheinbar. Ich hab keine Ahnung wer ich bin....


EDIT: Ok, das es so lang werden würde, hab selbst ich nicht gedacht... Tut mir leid. Wenn´s zu lang ist, einfach löschen @ Mod´s...
 

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Pync

Mitglied
Wenn ich ehrlich bin, hab ich auch da keine Ahnung...
Ich glaube ich möchte einfach mal unbeschwert sein können und ich will das es mich nicht interessiert, was andere Leute denken, aber irgendwie kann ich das nicht...

ich glaube ich möchte wieder anziehen können, ohne das ich gleich denke, andere leute könnten mich anschauen und denken "das sieht ja scheisse aus"...

Früher hab ich es geliebt bunt und auffällig zu sein, heute fühl ich mich am wohlsten im Winter, wenn ich ne Jacke und nen Schal und ne Mütze anhaben kann...

Wenn ich über Deine Frage nachdenke, weiss ich einfach keine gescheite Antwort.
 

PadraigOfGlencoe

Aktives Mitglied
Hey Pync,

na da haste in Deinem - aus meiner Sicht recht jungen - Alter ja echt schon allerhand mitgemacht!

Finde es übrigens toll, wie offen und treffsicher formuliert Du das rüberbringen kannst . . . und ebenfalls supi, dass da schon etwas mehr Stabilität (und entgegen heute vorherrschender Assoziationsmodelle hat Stabilität per se absolut gar nix mit "langweilig" zu tun!!) in Dein Leben Einzug halten konnte und Du jetzt jemand hast, der für Dich da ist!

Das mit der Frage nach der eigenen Identität ist so ´ne Sache . . . glaub mal nicht, dass ich mir diese Frage bereits zu meiner Zufriedenheit hätte beantworten können. Aber es ist ungemein spannend, das mehr und mehr herauszufinden. Wenn mir jemand so ´ne Frage stellt, dann sag ich immer, man soll sich das wie eine Reise vorstellen (eine Reise zu sich selbst) . . . ob Du noch auf dem Weg bist, merkst Du einerseits daran, ob Du immer wieder neues an Dir entdeckst UND (!!) das dann auch "integrieren" kannst (jemand hat das mal als "mit den Augen der Liebe anschauen können" bezeichnet; hat mir gefallen . . . logo gefällt einem nicht immer, was man so bei sich selbst entdeckt, aber es ist wichtig, dass wir das zumindest mal für den Moment aushalten und annehmen können, um es dann loszulassen und gespannt darauf warten zu können, worin sich dass dann vielleicht verwandeln mag) und andererseits daran, was es mit Dir macht . . . wenn das Resultat ist, dass Du in Deinem Urteil über Dich selbst und über andere milder wirst (nicht unkrititscher, aber milder - Du verstehst den Unterschied??), dann biste mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit auf dem richtigen Weg. ;)

Was mir aufgefallen ist - ich höre bei allem nicht allzuviel Anklage heraus (böse Welt, was mir alles zugestossen ist usw blabla etc) . . . das klingt doch schon recht reif. Ich wünsche Dir ein "gutes Händchen" beim Aussortieren . . . und ganz viel positive Spannung und Abenteuerlust beim Herausfinden, wer Du denn nun bist . . . bestimmt eine ganz interessante und liebenswerte Person, will mir scheinen . . . . :)

LG, P.O.G. :cool:
 

Pync

Mitglied
[FONT=&quot]Finde es übrigens toll, wie offen und treffsicher formuliert Du das rüberbringen kannst . . . und ebenfalls supi, dass da schon etwas mehr Stabilität (und entgegen heute vorherrschender Assoziationsmodelle hat Stabilität per se absolut gar nix mit "langweilig" zu tun!!) in Dein Leben Einzug halten konnte und Du jetzt jemand hast, der für Dich da ist![/FONT]
Dankesehr, ich denke viel darüber nach, was so alles gewesen ist. Ich habe ausserdem auch nachher immer viel darüber gesprochen. Ich denke meine Sicht hat sich so gefestigt. Ich finde mein Leben auch garnicht langweilig, ich bin sogar ein bisschen stolz auf die Stabilität, die ich mir selbst erarbeitet hab. Ich koche jetzt total gerne und merke das ich es guuut kann *gg* (Meine Mutter kocht nicht gut *fg*) Ich mag meine "Hausfrauenrolle"... (Bin keine Hausmuddi in dem Sinne, bin ja erst 24, aber es macht mir Spass)

[FONT=&quot]Das mit der Frage nach der eigenen Identität ist so ´ne Sache . . . glaub mal nicht, dass ich mir diese Frage bereits zu meiner Zufriedenheit hätte beantworten können. Aber es ist ungemein spannend, das mehr und mehr herauszufinden. Wenn mir jemand so ´ne Frage stellt, dann sag ich immer, man soll sich das wie eine Reise vorstellen (eine Reise zu sich selbst) . . . ob Du noch auf dem Weg bist, merkst Du einerseits daran, ob Du immer wieder neues an Dir entdeckst UND (!!) das dann auch "integrieren" kannst (jemand hat das mal als "mit den Augen der Liebe anschauen können" bezeichnet; hat mir gefallen . . . logo gefällt einem nicht immer, was man so bei sich selbst entdeckt, aber es ist wichtig, dass wir das zumindest mal für den Moment aushalten und annehmen können, um es dann loszulassen und gespannt darauf warten zu können, worin sich dass dann vielleicht verwandeln mag) und andererseits daran, was es mit Dir macht . . . wenn das Resultat ist, dass Du in Deinem Urteil über Dich selbst und über andere milder wirst (nicht unkrititscher, aber milder - Du verstehst den Unterschied??), dann biste mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit auf dem richtigen Weg. [/FONT][FONT=&quot]
[/FONT]

Vielleicht hab ich das ein bisschen falsch formuliert, ich habe manchmal eher das Gefühl, das ich keine Persönlichkeit mehr bin. Früher, als ich noch einfach rausgegangen bin und mit Freunden unterwegs war, da war ich einfach so wie ich bin... Heute überleg ich oft, wie gebe ich mich jetzt und wie soll ich sein, dann muss ich mich meistens anstrengen um quasi eine Rolle zu übernehmen, man könnte es als "verstellen" bezeichnen um es zu umschreiben, aber ich kann mich ja nicht verstellen, wenn ich keine "eigene Rolle" habe, kann das schlecht erklären, vielleicht versteht man das ja ein bisschen wenigstens :eek:...
Hm, ich glaube neues entdecke ich an mir nicht mehr... Eher fallen mir immer mal wieder andere Sachen ein, die ich schon kenne und ich mag mich eigentlich garnicht. Egal um was es geht. Ich hab mich sehr zurückgezogen und hab garkein Interesse mehr an alles was ausserhalb meiner 4 Wände so los ist. Ich glaube meine Urteil über andere ist immer sehr mild, wenn auch nicht unkritisch - Nur über mich selbst urteile ich sehr kritisch und sehr hart.


[FONT=&quot]Was mir aufgefallen ist - ich höre bei allem nicht allzuviel Anklage heraus (böse Welt, was mir alles zugestossen ist usw blabla etc) . . . das klingt doch schon recht reif. Ich wünsche Dir ein "gutes Händchen" beim Aussortieren . . . und ganz viel positive Spannung und Abenteuerlust beim Herausfinden, wer Du denn nun bist . . . bestimmt eine ganz interessante und liebenswerte Person, will mir scheinen . . . .[/FONT][FONT=&quot]

[/FONT]


Zuviel Anklage gegenüber der "Ach so bösen Welt" bringt mich nicht weiter, habe ich ziemlich schnell gemerkt. Ein Spruch den ich ziemlich gerne habe lautet: Niemand kann mich besiegen - Ausser ich selbst!

Daher ist es nicht sehr produktiv, andere oder gar die Welt dafür verantwortlich zu machen wie es mir geht. Klar denke ich über den Typen der mich lange Zeit geschlagen hat nicht gut, und meine auch definitiv das er ein arges Problem hat und ich halt das Pech hatte drunter zu leiden, aber ich denke mir eben auch ich hätte mehr Kraft haben sollen und mehr Mut, dann wäre es warscheinlich auch nicht so langwierig gewesen. Nun gut, ist vorbei, bei uns in Hessen sagt man "Lewwe geht weider" (Leben geht weiter) also versuche ich zumindest aus wenn es nicht immer gelingt, das beste draus zu machen. Viel drüber sprechen ist immer gut. Egal was einen bedrückt.



Ich danke Dir für Deine Antwort :) und vor allem das Du Dir die Zeit genommen hast, all mein Getipsel zu lesen, war ja nicht gerade wenig wie ich im Nachhinein feststellen musste :p


Liebe Grüsse,
Pync
_____________________________________________

Vielleicht ist es wichtig, herauszufinden wer oder wie du gerne sein möchtest? Damit du etwas zum vergleichen hast?
Hm, ich glaube auch das weiss ich nicht so ganz, soviel ich auch darüber nachdenke... Ich weiss zum Beispiel ganz genau, wie ich gerne aussehen würde, was jetzt das Styling, die Frisur oder die Haarfarbe angeht. Aber wie schon gesagt glaube ich einfach manchmal, das ich meine Persönlichkeit verloren habe. Und ich weiss einfach nicht mehr wo.
 
A

Andreas7

Gast
Hallo Pync,

ich habe angefangen Deine Geschichte zu lesen und dann konnte ich nicht mehr aufhören. Ich muss Dir sagen. Du hast ja schon einige totale Abstürze hinter Dir, die wohl auch durch einige unglückliche Umstände entstanden sind. Du hast es aber immer wieder geschafft, Dich aus diesen dramatischen Geschichten selbst zu befreien. Mein Respekt, das schafft nicht jeder.

Ich finde es ganz mutig und ganz toll von Dir, dass Du hier so offen über Deine Geschichte und über Deine Probleme schreibst. Das ist ein Zeichen, dass du Dir wirklich ernsthaft Gedanken über Dein Leben machst.

Ich weiß nun auch nicht wer Du bist, aber vielleicht soviel, Du scheinst ein sehr ängstlicher und zurückhaltender Mensch zu sein. Du drängst Dich nicht in den Vordergrund und Du bist auch ein sehr nachdenklicher Mensch, der sich und seine Mitmanschen verstehen will. Du fühlst Dich scheinbar von Menschen angezogen die genau das Gegenteil sind, wie dieser Typ in der Bomberjacke.

Du bist durch einen dummen Zufall an diesen Typen geraten der Dich brutal unterdrückt hat und in Deiner ängstlichen Art hast Du Dich nicht getraut Dich zur Wehr zu setzen. Das Du bei Deinem Vater wohntest war bestimmt auch nicht die beste Lösung, so wie Du ihn beschreibst. Aber vielleicht hat Dich auch bei ihm seine ganz andere Art beeindruckt.

Mittlerweile scheinen Dich diese vielen Erlebnisse, in denen Du schrecklicher Angst ausgesetzt warst, total fertig gemacht zu haben. Du warst ohnehin schon schreckhaft und zurückhaltend und diese ganzen Erlebnisse haben die Angst immer weiter verfestigt, so dass Du jetzt völlig zerstört bist und Dich nicht mehr unter Menschen traust.

Ganz beiläufig hast Du nur Borderline, Depressionen und Selbstverletzung erwähnt. Das ist schon ein Kapitel für sich. Unternimmst Du da was, bist Du da in Behandlung?

Du bist sicher nicht der mutigste Mensch der Welt, aber Du scheinst eine sehr starke Kämpfernatur zu sein. Du hast Dich aus der rechtsradikalen Szene befreit, bist von Alkohol und Drogen losgekommen. Mach bitte weiter so und pass auf Dich auf, dass Du nie wieder in so einen Abgrund stürzt. Alles Gute für Deine Ehe.

Liebe Grüße, :)
Andreas
 

Pync

Mitglied
Huhu Andreas :)


Danke für Deine netten Worte. Ich bin auch ein bisschen stolz drauf, es immer wieder selbst geschafft zu haben, im Endeffekt. Auch wenn ich dafür einige Zeit brauchte und manchmal auch wieder zurückgefallen bin.
Ich mache mir viele, viele Gedanken über mich und mein Leben, manchmal auch ein bisschen zuviel, glaube ich. Aber ich kann auch nicht anders. Ich komm immer wieder ins grübeln.


Ich weiß nun auch nicht wer Du bist, aber vielleicht soviel, Du scheinst ein sehr ängstlicher und zurückhaltender Mensch zu sein. Du drängst Dich nicht in den Vordergrund und Du bist auch ein sehr nachdenklicher Mensch, der sich und seine Mitmanschen verstehen will. Du fühlst Dich scheinbar von Menschen angezogen die genau das Gegenteil sind, wie dieser Typ in der Bomberjacke.
Damit hast Du garnicht so Unrecht. Ich bin zu Hause in meiner für mich "sicheren" Umgebung aber ganz locker und lustig drauf. Kann viel lachen und Quatsch machen. Nur unter fremden bin ich ganz anders.

[FONT=&quot]Ganz beiläufig hast Du nur Borderline, Depressionen und Selbstverletzung erwähnt. Das ist schon ein Kapitel für sich. Unternimmst Du da was, bist Du da in Behandlung?

[/FONT]
Nein bin ich bisher noch nicht gewesen. Vor einigen Tagen, eigentlich nachdem ich diesen Thread hier verfasst habe, habe ich angefangen, im Internet zu stöbern und bin auf ein Forum gestossen, bei dem ich mich angemeldet habe. Mir ist irgendwie klar geworden, das ich mich mit dem Thema auseinander setzen sollte. Therapie macht mir Angst und ich denke, vielleicht muss ich mich nur mit dem Thema hinreichend beschäftigen, weil ich vielleicht selbst noch nicht so ganz verstehe, wieso ich diese Krankheit habe. Dann kann ich vielleicht auch für eine Therapie bereit sein.

Nochmal Danke, für Deine Worte, hilft mir sehr. Auch mal zu lesen, wie man mich sehen würde, finde ich sehr interessant und zeigt mir Dinge auf, die ich vielleicht so noch nicht gesehen habe.

Liebe Grüsse,
Pync :)

[FONT=&quot][/FONT]
 
A

Andreas7

Gast
Hallo Pync, :)

es freut mich, wenn ich Dir etwas helfen kann und das mache ich auch gerne.

Ich möchte noch mal was zum Thema Borderline sagen. Die Bandbreite diese Störung ist riesig, von kaum bemerkbar bis hin zu Suizid. Wenn Du schreibst, dass Du mit Deinen Freunden durch die Kneipen ziehst, kann es bei Dir nicht so schlimm sein. Aber was Du zu Deinen Selbstverletzungen schreibst (das gehört auch zu dieser Störung) das hört sich nicht so gut an. Ich finde es ganz prima, dass Du Dich mit dem Thema auseinandersetzt. Eine Therapie musst Du selber wollen, sie hilft Dir nur, wenn Du sie als Hilfe annimmst.

Ich bin aber kein Experte, da gibt es hier im Forum ganz andere. Ich habe mir das nur ein bisschen angelesen und ich weiß es gibt Spezialforen zu diesem Thema.

Ich denke Du bist auf dem richtigen Weg, weil Du kritisch über Dich nachdenkst, weil Du Dich mit Deinen Problemen beschäftigt, weil Du darüber schreibst und Dir auch hier ein bisschen Hilfe suchst.

Mach unbedingt weiter so! :)

Liebe Grüße, :)
Andreas
 

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