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Ich hab den falschen Job, möchte aber nicht wieder arbeitslos sein

N

Nachtmusik30

Gast
Guten Morgen,
die Überschrift fasst eigentlich schon alles zusammen. Bin seit 8 Monaten in einer Firma. Die Kollegen sind nett und ich werde auch grundsätzlich mit dem Anspruch der Aufgaben fertig. Aber es ist wirklich die absolut falsche Branche für mich, es hat wirklich null Bezug zu mir und zu dem, was mir wichtig ist. Das Geschäftsmodell ist auch komplex, sehr trocken und nicht jeder Einsteiger schafft es sich darin zurechtzufinden. Der Führungsstil und die Organisation grenzen an eine Katastrophe, ich habe es mir 8 Monate angeschaut, nichts wird besser und ich kann es nicht mehr aushalten. Ich habe andere Unternehmen kennengelernt, und es ist auffällig. Ich bin jemand, der immer alles im Blick hat und zielstrebig arbeitet. Wenn man den Sachen nicht energisch hinterherläuft, versackt alles bis 2064. Viele Sachen werden nicht vernünftig zu Ende gebracht oder bleiben stecken, fast täglich kommt was Neues, was dann auch nicht zu Ende gebracht wird. Ich habe Pläne mit Deadlines aufgestellt, um das in den Griff zu bekommen. Ich tue alles, damit das Ergebnis gut ist und im letzten Moment kommt dann ein Einwand oder eine ganz neue Schiene, obwohl zuvor schon alles deutlich besprochen wurde. Nicht selten wandern dann 35 Stunden Mühe und fertige Konzepte in den Papierkorb. Und niemand scheint es wahrzunehmen und so ist es oft. Etwas wird besprochen und dann im Alleingang ohne Plan völlig falsch von der Geschäftsleitung ausgeführt. Musste mir dann auch noch anhören, dass ich etwas zu wenig Ergebnisse liefere, was absolut nicht stimmt. Wenn keiner weiß, was er will, kann ich auch nicht das „richtige Ergebnis“ machen. Ich liefere in überschaubarer Zeit trotzdem einiges. Wenn ich sage, dass ich mal keine Zeit habe, ernte ich irritierte oder böse Blicke von oben.

Dazu kommt das ich 27 Std. arbeite und sonst keiner. Konferenzen und manchmal Termine mit Kunden werden in letzter Zeit in meinen Feierabend gelegt, weil offenbar keiner sonst Zeit hat und ich dann Kompromisse machen muss, damit es stattfinden kann. Auch sind die Vorgesetzten in der Vergangenheit schon ohne Vorwarnung hereingeplatzt, um spontan noch eine lockere Konferenz abzuhalten, obwohl ich schon kurz vorm Gehen war, die Tasche gepackt war und Termine hatte. Das passiert immer in einer „We are family“ Mentalität.
Um die Auftragsspitzen abzufangen, bleibe ich mal länger, habe auch nichts dagegen, wenn man kurz was klären muss. Aber ein Dauerzustand ist das nicht. Wurde auch schon gebeten länger zu machen, nur um dann herumzusitzen und zu erfahren das man keine Arbeiten vorliegen hat, mit denen ich anfangen kann. Es gab nie eine vernünftige Einarbeitung. Musste von Tag 1 selber zurechtkommen und meine eigenen Arbeitspläne aufstellen. Das hat auch viele Vorteile, aber nur, wenn es klare Richtlinien gibt. Auch gehen ständig Unterlagen verloren, die ich manchmal mehrmals weitergegeben habe und ich werde dann gefragt, wo die Unterlagen hin sind. Es gab deshalb schon Probleme mit Ämtern. Oder ich verschicke vier Tage vor einer Firmenveranstaltung mit Buffet und vor meinem Urlaub noch Einladungen im dreistelligen Bereich (?), weil man die Planung nicht gebacken bekommen hat.
Ich habe auch schon gesagt, was mir wichtig ist, was besser werden müsste und womit ich nicht so gut zurechtkomme. Es ändert sich nichts.
Es gibt noch so viele Beispiele.

Ich würde gern aufhören, weil ich das nicht mehr aushalte.

Ich lerne nichts oder nicht das richtige, was ich aber für meinen weiteren Weg brauche, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ich schlafe mittlerweile nur noch mit Tabletten, trage den Frust in mein Privatleben und esse nur noch ungesund. Ich weine auch öfter mal. Kann morgens fast gar nicht mehr aufstehen, weil ich keine Motivation habe. Ich habe sehr lange gesucht, um einen Job zu bekommen. Habe davor sogar kostenlos Vollzeit in Praktika gearbeitet und angenommen was ich kriegen konnte. Und ich bin enttäuscht, dass es in vielen Dingen jetzt doch nicht passt, obwohl die Kollegen wirklich nett sind. Wurde schon im Leben massiv gemobbt, deshalb weiß ich nette Leute zu schätzen.
Die äußeren Rahmenbedingungen sind auf den 1. Blick auch nicht schlecht. Ich will nicht arbeitslos sein, da ich mich mit viel Kraft rauskämpfen musste. Habe während meiner Arbeitslosigkeit selbst Kurse finanziert, damit die Behörden nicht mit dem Finger auf mich zeigen. Ich bin ausreichend genug qualifiziert und würde auch irgendwann was finden und schaue mich um, finde grad aber einfach nichts Passendes. Mir fehlt durch diesen Firmenalltag auch die Planbarkeit, mich vernünftig zu bewerben weil ich oft müde oder gefrustet bin.

Was kann ich jetzt konkret machen, wenn ich diesen Job verlasse, um kein Geld vom Staat zu beziehen?
Wie soll ich diesen Job verlassen?
Ich würde auch den ganzen Tag Zettel sortieren, wenn ich glücklich damit bin, weiß aber aus Erfahrung das man abgelehnt wird, wenn die Qualifikation „zu hoch“ ist.

Ich habe das Gefühl, dass ich einen großen, einfachen Reset brauche, um wieder klarzukommen. Ich weiß aber nicht wo ich anfangen soll. Ich weiß nur, das es so nicht mehr weitergehen kann. Ich bin gesundheitlich vorbelastet und habe eine Stresserkrankung, PTBS und eine körperliche Einschränkung. Würde auch auf dem 2. Arbeitsmarkt arbeiten, wenn ich davon leben kann.
 

Boone92

Mitglied
Erste Frage: bist du auf den gängigen beruflichen Netzwerken (Linkedin, Xing registriert)? Falls nicht, schnellstens nachholen und zwar ausführlich mit Qualifikationen, Berufserfahrung und Bild im Profil.

Je nach Branche finden 60-70% des Recruitings eigtl. nur noch dort statt.

Um deine jetzige Situation zu verbessern: Erstmal krank melden, zur Not auch für was länger bis du was Vernünftiges gefunden hast.
 
G

Gelöscht 117789

Gast
Guten Morgen,
die Überschrift fasst eigentlich schon alles zusammen. Bin seit 8 Monaten in einer Firma. Die Kollegen sind nett und ich werde auch grundsätzlich mit dem Anspruch der Aufgaben fertig. Aber es ist wirklich die absolut falsche Branche für mich, es hat wirklich null Bezug zu mir und zu dem, was mir wichtig ist. Das Geschäftsmodell ist auch komplex, sehr trocken und nicht jeder Einsteiger schafft es sich darin zurechtzufinden. Der Führungsstil und die Organisation grenzen an eine Katastrophe, ich habe es mir 8 Monate angeschaut, nichts wird besser und ich kann es nicht mehr aushalten. Ich habe andere Unternehmen kennengelernt, und es ist auffällig. Ich bin jemand, der immer alles im Blick hat und zielstrebig arbeitet. Wenn man den Sachen nicht energisch hinterherläuft, versackt alles bis 2064. Viele Sachen werden nicht vernünftig zu Ende gebracht oder bleiben stecken, fast täglich kommt was Neues, was dann auch nicht zu Ende gebracht wird. Ich habe Pläne mit Deadlines aufgestellt, um das in den Griff zu bekommen. Ich tue alles, damit das Ergebnis gut ist und im letzten Moment kommt dann ein Einwand oder eine ganz neue Schiene, obwohl zuvor schon alles deutlich besprochen wurde. Nicht selten wandern dann 35 Stunden Mühe und fertige Konzepte in den Papierkorb. Und niemand scheint es wahrzunehmen und so ist es oft. Etwas wird besprochen und dann im Alleingang ohne Plan völlig falsch von der Geschäftsleitung ausgeführt. Musste mir dann auch noch anhören, dass ich etwas zu wenig Ergebnisse liefere, was absolut nicht stimmt. Wenn keiner weiß, was er will, kann ich auch nicht das „richtige Ergebnis“ machen. Ich liefere in überschaubarer Zeit trotzdem einiges. Wenn ich sage, dass ich mal keine Zeit habe, ernte ich irritierte oder böse Blicke von oben.

Dazu kommt das ich 27 Std. arbeite und sonst keiner. Konferenzen und manchmal Termine mit Kunden werden in letzter Zeit in meinen Feierabend gelegt, weil offenbar keiner sonst Zeit hat und ich dann Kompromisse machen muss, damit es stattfinden kann. Auch sind die Vorgesetzten in der Vergangenheit schon ohne Vorwarnung hereingeplatzt, um spontan noch eine lockere Konferenz abzuhalten, obwohl ich schon kurz vorm Gehen war, die Tasche gepackt war und Termine hatte. Das passiert immer in einer „We are family“ Mentalität.
Um die Auftragsspitzen abzufangen, bleibe ich mal länger, habe auch nichts dagegen, wenn man kurz was klären muss. Aber ein Dauerzustand ist das nicht. Wurde auch schon gebeten länger zu machen, nur um dann herumzusitzen und zu erfahren das man keine Arbeiten vorliegen hat, mit denen ich anfangen kann. Es gab nie eine vernünftige Einarbeitung. Musste von Tag 1 selber zurechtkommen und meine eigenen Arbeitspläne aufstellen. Das hat auch viele Vorteile, aber nur, wenn es klare Richtlinien gibt. Auch gehen ständig Unterlagen verloren, die ich manchmal mehrmals weitergegeben habe und ich werde dann gefragt, wo die Unterlagen hin sind. Es gab deshalb schon Probleme mit Ämtern. Oder ich verschicke vier Tage vor einer Firmenveranstaltung mit Buffet und vor meinem Urlaub noch Einladungen im dreistelligen Bereich (?), weil man die Planung nicht gebacken bekommen hat.
Ich habe auch schon gesagt, was mir wichtig ist, was besser werden müsste und womit ich nicht so gut zurechtkomme. Es ändert sich nichts.
Es gibt noch so viele Beispiele.

Ich würde gern aufhören, weil ich das nicht mehr aushalte.

Ich lerne nichts oder nicht das richtige, was ich aber für meinen weiteren Weg brauche, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ich schlafe mittlerweile nur noch mit Tabletten, trage den Frust in mein Privatleben und esse nur noch ungesund. Ich weine auch öfter mal. Kann morgens fast gar nicht mehr aufstehen, weil ich keine Motivation habe. Ich habe sehr lange gesucht, um einen Job zu bekommen. Habe davor sogar kostenlos Vollzeit in Praktika gearbeitet und angenommen was ich kriegen konnte. Und ich bin enttäuscht, dass es in vielen Dingen jetzt doch nicht passt, obwohl die Kollegen wirklich nett sind. Wurde schon im Leben massiv gemobbt, deshalb weiß ich nette Leute zu schätzen.
Die äußeren Rahmenbedingungen sind auf den 1. Blick auch nicht schlecht. Ich will nicht arbeitslos sein, da ich mich mit viel Kraft rauskämpfen musste. Habe während meiner Arbeitslosigkeit selbst Kurse finanziert, damit die Behörden nicht mit dem Finger auf mich zeigen. Ich bin ausreichend genug qualifiziert und würde auch irgendwann was finden und schaue mich um, finde grad aber einfach nichts Passendes. Mir fehlt durch diesen Firmenalltag auch die Planbarkeit, mich vernünftig zu bewerben weil ich oft müde oder gefrustet bin.

Was kann ich jetzt konkret machen, wenn ich diesen Job verlasse, um kein Geld vom Staat zu beziehen?
Wie soll ich diesen Job verlassen?
Ich würde auch den ganzen Tag Zettel sortieren, wenn ich glücklich damit bin, weiß aber aus Erfahrung das man abgelehnt wird, wenn die Qualifikation „zu hoch“ ist.

Ich habe das Gefühl, dass ich einen großen, einfachen Reset brauche, um wieder klarzukommen. Ich weiß aber nicht wo ich anfangen soll. Ich weiß nur, das es so nicht mehr weitergehen kann. Ich bin gesundheitlich vorbelastet und habe eine Stresserkrankung, PTBS und eine körperliche Einschränkung. Würde auch auf dem 2. Arbeitsmarkt arbeiten, wenn ich davon leben kann.
Du könntest Dich ja parallel nach einem anderen Job umsehen.
 

Appelpie

Neues Mitglied
Das ist eine schwierige Situation.
Ich kenne das aus eigener Erfahrung.
Man ist so fertig vom Job...hat auch nicht unbedingt das beste Selbstbewusstsein und dann soll man sich voanders bewerben und toll präsentieren? Das ist ein Teufelskreis! Du musst erstmal zur Ruhe kommen, um wieder mit Selbstvertrauen und auch gesund irgendwo anders starten zu können. Deine Gesundheit ist viel wichtiger als dieser blöder Job!
Melde dich krank und komme erst einmal zur Ruhe. Mit klarem Kopf kannst du dich dann wieder bewerben. Eine Garantie hat man nie, ob es woanders dann besser ist...aber eine Chance. Nimm dich ernst...das ist dein Leben...und sowas braucht niemand.
Viel Erfolg und alles Gute!!
 

Obse

Aktives Mitglied
Erste Frage: bist du auf den gängigen beruflichen Netzwerken (Linkedin, Xing registriert)? Falls nicht, schnellstens nachholen und zwar ausführlich mit Qualifikationen, Berufserfahrung und Bild im Profil.

Je nach Branche finden 60-70% des Recruitings eigtl. nur noch dort statt.
Wie @Boone92 geschrieben hat, in einem beruflichen Netzwerk anmelden (wenn noch nicht geschehen), dein Profil mit deinen Kenntnissen und Qualifikationen ausfüllen.

Ich bekomme mind. 1x die Woche von Recruiter eine Nachricht mit einem Jobangebot. So wurden auch meine beiden Arbeitgeberwechsel durchgeführt. Einmal hat es dazu ein Bewerbungsschreiben gebraucht, beim anderen Mal hat nur der Lebenslauf gereicht.
 
N

Nachtmusik30

Gast
Guten Abend,
erst mal vielen Dank für die Rückmeldungen. Hätte so schnell nicht damit gerechnet.

Erste Frage: bist du auf den gängigen beruflichen Netzwerken (Linkedin, Xing registriert)? Falls nicht, schnellstens nachholen und zwar ausführlich mit Qualifikationen, Berufserfahrung und Bild im Profil.


Ja, das bin ich, aber habe mich bisher einfach nicht getraut, ein detailliertes Profil aufzustellen. Habe die ein oder andere Lücke im Lebenslauf (siehe auch in meinem Beitrag oben Stresserkrankung und schwere PTBS durch etwas das ich erlebt habe), wo ich nicht weiß, wie ich das kaschieren soll. Möchte auch nicht jede Kleinigkeit eintragen. Würde aber trotzdem gern ein vernünftiges Profil anlegen, um mehr Chancen zu haben.

Wo kann man sich da ggf. Unterstützung holen, um das Karriereprofil aufzuhübschen?

Man ist so fertig vom Job...

Ja, ich bin ständig müde und will so viel mehr machen. Wollte mich nach einem neuen Sport erkundigen oder einen Kurs machen um einen Ausgleich zu haben. Aber weil häufig spontan irgendwelche Aktionen in meinen Feierabend gelegt werden oder etwas bis zum nächsten Tag erledigt werden muss, weiß ich gar nicht wie ich noch Termine planen soll. Geschweige denn ein paar Bewerbungen fest einplanen. Ich weiß aber, das ich so nicht von der Stelle komme.
 

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