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ich gebe immer gleich alles von mir preis und hasse mich dafür

A

Anna*27

Gast
hallo,

ich habe ein problem und weiß nicht, wie ich es ändern kann, und zwar bin ich anderen menschen gegenüber einfach zu offen. ständig werde ich von anderen über dies und jenes ausgefragt, meistens wird dann das in erfahrung gebrachte auch noch gegen mich verwendet, aber ich lasse es einfach immer wieder zu, dass man mich dermaßen ausquetscht.

beispiel meine schwiegermutter in spe. ich habe vor einiger zeit meinen job wegen wirklich üblem mobbing gekündigt, und auch sonst waren die umstände in der firma alles andere als tragbar. meine schwiegermutter bekam wind davon, dass ich keine arbeit mehr habe und fing gleich an, mich auszufragen. ich habe natürlich von A bis Z alles detailliert erzählt, was ich eigentlich vorhatte NICHT zu tun, da mir ihre neugier schon lange auf den wecker geht.

mit jedem wort, das aus meinem mund kam, habe ich mich innerlich selber geohrfeigt, da ich das alles gar nicht erzählen wollte, weil es mich nur schwach dastehen lässt, und trotzdem habe ich es mal wieder getan.

ende vom lied war, dass sie mir weismachen wollte, ich hätte dies, das und jenes anders machen sollen, dann wäre ich auch nicht gemobbt worden und im endeffekt sei das ja alles meine schuld gewesen etc und sie rollt das thema auch ständig neu auf. hinzu kommt, dass sie mich förmlich bombardiert mit zeitungsannoncen, von denen sie glaubt, dass sie auf mein berufsbild passen. jedesmal, wenn sie mich sieht, fragt sie dann, ob ich mich dort beworben hätte und wenn nein, warum nicht.
und wieder erzähle ich dann lang und breit, warum ich mich auf diverse von ihr vorgeschlagenen stellen nicht bewerben möchte und es gehen sinnlose diskussionen los, die eh zu nix führen.

ich weiß zwar nicht, warum, aber ich habe immer das gefühl, ich "müsse" den leuten auskunft erteilen über alles, was sie von mir wissen wollen und es wäre unhöflich von mir, wenn ich mich dahingehend verweigere oder sage, dass es meine sache ist.
warum zum teufel ist das so?! es ist doch MEIN leben und MEINE sache, was ich davon erzählen möchte. und trotzdem tue ich es immer wieder aus höflichkeit oder weil ich andere nicht vor den kopf stoßen will.

kann mir jemand einen rat geben, wie ich das ändern könnte und woran es liegt, dass ich mich immer wieder ausquetschen lasse und informationen preisgebe, die andere einfach nichts angehen?

grüße, anna (27)
 

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Pandoralight

Mitglied
Hallo Anna,

ich habe ein ganz ähnliches Problem, was sich durch meine Ausbildung gebessert hat. Der Grund ist oftmals, dass das Unterbewusstsein oder das EGO nach Aufmerksamkeit giert und wenn es diese nicht im ausreichenden Maße bekommt dann holt sie sich diese indem es dich jammern lässt. Du wirst quasi kontrolliert und denkst das wären deine Gedanken.

Dieses "Ich möchte anderen erzählen wie schlecht ich bin" ist der Gegensatz zu dem "Ich bin so unglaublich toll" was die meisten vorgeben zu sein. Doch ich finde erstmal das andere besser, weil dann kannst du dir deine eigenen Fehler besser eingestehen und die Schuld nicht auf andere abwälzen und das beste ist du kannst darauf aufbauen!

Wir müssen erstmal herausfinden, wieso bei dir dieses Gefühl entstanden ist jedem dein Leben zu erzählen. Bei mir ist es so, dass ich Angst davor habe, das mein Gegenüber mir etwas antuen könnte und ich deshalb mich schon frühzeitig schlecht rede, damit er Mitleid hat und mich in Ruhe lässt. Das klappt auch oft ganz gut nur wirkt sich das langfristig zerstörerisch auf dein Selbstwertgefühl aus und du glaubst irgendwann was du da von dir gibst. Dabei bist auch du etwas Wert jeder kann etwas besonders gut nur leider gibt es auch hier wieder eine Norm und es ist nur sehr schwer für die betroffene Person etwas abseits dieser Norm zu finden.

Ein weiterer Grund ist auch oft bei mir, dass ich gerne inneren Diskussionen aus dem Weg gehe. Das bedeutet wenn ich mir irgendwie ein Ziel gesetzt habe, wie z.B. eine neue Ausbildung finden, kann ich mir nicht offen und ehrlich mir selbst gegenüber stehen, da ich ja von mir denke, dass ich nichts kann. So dieser psychologische Umstand führt dazu das jeder Mutzuspruch der ja immer von deinem Herzen kommt weil dieses dich liebt so wie du bist, wird das auch irgendwann eingeschnappt und will dir damit den Spiegel vorhalten, mit diesen sinnlosen Diskussionen mit einer Person die zu eh nichts führen. Damit du darüber nachdenkst und dich wieder dir Selbst zuwendest. Denn wenn du lange genug in dich hineinhörst dann fühlst du diese leise Stimme auch die dein Verstand normalerweise übertont und diese Stimme die von deinem Herzen ausgeht weiß sogar was dich wirklich erfüllt oder glücklich macht.

Alles was passiert passiert aus einem guten Grund und hatte vorher eine Ursache. Denk mal so über deine Situation vielleicht konnte ich dir mit meinen verrückten Gedankengängen weiterhelfen.

LG Pandoralight
 

Ondina

Sehr aktives Mitglied
Schau mal in deiner Kindheit nach, wie war das denn bei deinen Eltern. Dieser Mechanismus garantierte dir das Seelische Überleben und Automatisch und Unbewusst greift dein "Ich" wieder darauf zurück.
Vielleicht musstest du dich als Kind sehr viel Rechtfertigen, eventuell musstest du sehr viel um Aufmerksamkeit kämpfen.

Im Grunde möchtest du eigentlich nur das man dich versteht, aber das ist der falsche Weg, siehst du ja selber. Vielleicht hilft es dir wenn du dir Bewusst machst, das du deinem Gegenüber damit nur Munition lieferst und es ihm damit sehr erleichterst diese auf dich zurück zu feuern.
Stell dir jedes Wort jeden Satz als Munitionslieferung für deinen Gegner vor, das würdest du doch Real auch niemals tun.

Mir hat diese Bildliche Vorstellung welche ich immer wieder abgerufen hatte wenn ich gemerkt habe ich rutsche wieder in dieses Muster sehr geholfen. Vielleicht kann es auch dir helfen. :)
 
L

Lenja

Gast
Es könnte vielleicht auch dein starkes Bedürfnis nach inniger Nähe zu andern Menschen und dem tieferen Austausch mit ihnen sein, das dich dazu unbewusst antreibt und dem du nicht widerstehen kannst, liebe Anna ..

Dies entdecke ich zum Beispiel immer wieder auch bei mir. Schon als Kind war ich sehr offen und lies in mich hineinschauen, da in meinem Inneren sehr viel Leben und Bewegung war, die nach aussen, zum Ausdruck drängten. Jetzt habe ich es immer noch, und ich will und kann es nicht ändern, doch lerne auch gleichzeitig mich zu schützen, - dass ich behutsamer dabei sein muss und dem auch mal Grenzen setzen muss.

Alles Gute für dich :)
Lenja
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Liebe Anna,

aus meiner Sicht stellt sich die Frage: Warum tun Menschen, was sie tun?

Diese Frage gilt für Dich - ebenso wie für die Menschen, die Dir begegnen und Dich ggf. ausquetschen und mit Fragen in Verlegenheit bringen.

Für Dich könnte die Antwort auf obigen Frage lauten: Ich antworte, ....
a) weil ich nicht unhöflich sein will
b) weil ich den Eindruck habe, der andere will mich verstehen und ggf. mir helfen

Zu solchen Situationen habe ich mir folgenden Gedanken zugrunde gelegt:
Jeder darf wissen und fragen, auch mich kritisieren, wenn er mir helfen will.

Aber ich weiß doch erst mal nicht, ob mein Gegenüber mir helfen will !!

Also konsequenterweise verhalte ich mich wie folgt: Wenn mich jemand fragt, warum wieso und was geschah, dann habe ich mir angewöhnt, folgendes fragen: Warum möchtest Du das wissen?

Und dann - aufgrund der Antwort die ich erhalte - entscheide ich, ob ich seine/ihre Fragen beantworten möchte.

Mein Tipp für Dich: Präge Dir meine Frage ein "warum möchtest Du das wissen?"
In jedem Fall verschafft Dir Deine Gegenfrage erst mal Zeit zum überlegen, was Du willst.

Und wenn Du aufgrund der Antwort nicht seine/ihre Fragen beantworten willst, sage sowas wie: Ich denke nicht, dass ich Deine Frage beantworten möchte. Du kannst das begründen mit "weil ich nicht erkennen kann, dass Du mir helfen könntest". Aber Du musst es nicht begründen. Es ist einfach so. Du möchtest nicht.

Alles eine Frage der Übung. Warum auch immer hast Du Dir falsch angewöhnt, jede Frage zu beantworten. Es geschieht möglicherweise wie auf Knopfdruck. Also ist ein Anti-Training wichtig. Die Frage - wie Du auf unliebsame Fragen reagieren willst - sagst Du Dir 100x am Tag vor, bis mehrere solcher Gelegenheiten kamen und Dir so das Training half, so zu reagieren, wie Du eigentlich willst.

Viel Erfolg,
Nordrheiner
 

Kannja

Aktives Mitglied
hallo,

ich habe ein problem und weiß nicht, wie ich es ändern kann, und zwar bin ich anderen menschen gegenüber einfach zu offen. ständig werde ich von anderen über dies und jenes ausgefragt, meistens wird dann das in erfahrung gebrachte auch noch gegen mich verwendet, aber ich lasse es einfach immer wieder zu, dass man mich dermaßen ausquetscht.

beispiel meine schwiegermutter in spe. ich habe vor einiger zeit meinen job wegen wirklich üblem mobbing gekündigt, und auch sonst waren die umstände in der firma alles andere als tragbar. meine schwiegermutter bekam wind davon, dass ich keine arbeit mehr habe und fing gleich an, mich auszufragen. ich habe natürlich von A bis Z alles detailliert erzählt, was ich eigentlich vorhatte NICHT zu tun, da mir ihre neugier schon lange auf den wecker geht.

mit jedem wort, das aus meinem mund kam, habe ich mich innerlich selber geohrfeigt, da ich das alles gar nicht erzählen wollte, weil es mich nur schwach dastehen lässt, und trotzdem habe ich es mal wieder getan.

ende vom lied war, dass sie mir weismachen wollte, ich hätte dies, das und jenes anders machen sollen, dann wäre ich auch nicht gemobbt worden und im endeffekt sei das ja alles meine schuld gewesen etc und sie rollt das thema auch ständig neu auf. hinzu kommt, dass sie mich förmlich bombardiert mit zeitungsannoncen, von denen sie glaubt, dass sie auf mein berufsbild passen. jedesmal, wenn sie mich sieht, fragt sie dann, ob ich mich dort beworben hätte und wenn nein, warum nicht.
und wieder erzähle ich dann lang und breit, warum ich mich auf diverse von ihr vorgeschlagenen stellen nicht bewerben möchte und es gehen sinnlose diskussionen los, die eh zu nix führen.

ich weiß zwar nicht, warum, aber ich habe immer das gefühl, ich "müsse" den leuten auskunft erteilen über alles, was sie von mir wissen wollen und es wäre unhöflich von mir, wenn ich mich dahingehend verweigere oder sage, dass es meine sache ist.
warum zum teufel ist das so?! es ist doch MEIN leben und MEINE sache, was ich davon erzählen möchte. und trotzdem tue ich es immer wieder aus höflichkeit oder weil ich andere nicht vor den kopf stoßen will.

kann mir jemand einen rat geben, wie ich das ändern könnte und woran es liegt, dass ich mich immer wieder ausquetschen lasse und informationen preisgebe, die andere einfach nichts angehen?

grüße, anna (27)

Oh, das kenne ich selbst leider zu gut! Mir geht es da wie Dir und ich habe mir dadurch selbst alles andere als einen Gefallen getan...

Ich hatte einen kompletten BurnOut bzw. bin an einer schweren Depression erkrankt. Zuvor ist unendlich viel schlimmes passiert und ich habe dennoch immer gekämpft und irgendwie durchgehalten. Doch letzteres sieht ja kein Mensch... Als ich nach meinem langen Krankenhausaufenthalt neue Menschen kennenlernte, fragten die natürlich auch wieso ich denn momentan nicht arbeiten würde. Und ich Trottel habe ganz selbstverständlich die Wahrheit gesagt, mich also quasi nackt und sehr angreifbar vor diesen Menschen gemacht. Weil ich dachte es jedem schuldig zu sein und auf gar keinen Fall lügen zu dürfen. Das Ende vom Lied war, dass dass hintenherum total abfällig von mir gesprochen wurde... Depressionen sind eben doch noch mit einem riesen Stigma besetzt. Man ist in den Augen vieler dann entweder gleich "nicht richtig im Kopf" bzw. auf sehr abfällige Art wird unterstellt man sei quasi nicht zurechnungsfähig. Oder aber man ist faul, ein sozialer Schmarotzer, simuliert doch nur, will bloß nicht arbeiten, solle sich einfach nur mal in den Hintern treten... Kurz: Es wird mit NULL Verständnis über einen hergezogen und die eigene (naive) Ehrlichkeit also bestraft. Hätte ich eine körperliche Erkrankung vorgeschoben, hätte wohl niemand so reagiert... Aber Menschen mit einer psychischen erkrankung werden statt dass man ihnen das selbe Mitgefühl oder Hilfsbereitschaft wie anderen Kranken entgegen bringt, sogar noch für ihre Krankheit bestraft und beschämt. Als sei es nicht so schon schlimm genug.

Meine Therapeutin hat mir hierzu gesagt, dass ich anfangen muss aus Selbstschutz weniger ehrlich zu sein und dass hierfür gewisse Notlügen keine Sünde, sondern Selbstfürsorge sind. Ich mache mir selbst sowieso schon extrem viel Druck und Angst bezüglich meiner beruflichen Zukunft... und leide genug unter meiner Krankheit mit der ich ganz allein da stehe und keinerlei Hilfe habe. Wenn ich dann noch andere Leute weiter "einlade" mich zu verurteilen und zu bedrängen, schade ich mir nur selbst. Soll heißen: Wenn mich nun eine fremde Person fragt (was ja eigentlich auch schon grenzüberschreitend ist) weshalb ich denn tagsüber mit meinem Hund draußen sei, ob ich nicht arbeiten müsse - dann sage ich jetzt "Ich bin selbstständig!" und PUNKT!

Übertragen auf Dich würde ich somit sagen: Wenn Deine Schwiegermutter Dich das nächste mal bedrängt Dich hier und da zu bewerben, hör auf Dich zu erklären und zu rechtfertigen, weshalb Du das nicht möchtest. Sage, dass Du selbst aktuell Bewerbungen laufen hast oder so ähnlich. Ich hasse es selbst nicht ehrlich sein zu können, weiß also, dass es sehr schwer ist lügen zu müssen. Aber DU weißt wieso Du das musst und dass Du Dich nur selbst damit schützt.

Was das restliche Leben angeht, bin ich leider auch viel zu offen und gebe deutlich zu viel von mir preis. Es ist überhaupt nicht so, dass ich auf andere zu ginge und denen freiwillig privates von mir erzählen würde. Aber ich schaffe es nicht so wie andere Menschen genug Selbstsicherheit auszustrahlen um von vorn herein Grenzen zu setzen und somit diesen "Verhören" und unangebracht persönlichen Fragen einen Riegel vorzuschieben. Umgekehrt würde ich es z.B. nie wagen jemand anderem solche Fragen zu stellen, weil ich die Grenzen und das Recht der Intimität anderer respektiere. Ich glaube wenn andere das umgekehrt bei einem selbst nicht tun, strahlt man eben offensichtlich viel zu sehr aus weich, sehr zugänglich, angreif- und beeinflussbar zu sein. Das ist der Grund wieso jene anderen Menschen keine Hemmungen haben Dich oder mich so persönlich zu löchern.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Meine Therapeutin hat mir hierzu gesagt, dass ich anfangen muss aus Selbstschutz weniger ehrlich zu sein und dass hierfür gewisse Notlügen keine Sünde, sondern Selbstfürsorge sind.
Selbstschutz ist wichtig, keine Frage. Hierfür bedarf es aber keiner (Not-) lügen.
Damit will ich auf keinen Fall - wen auch immer - als Lügner abstempeln. Im Gegenteil: Vielmehr möchte ich anregen über Lösungsmöglichkeiten nachzudenken, die sowohl den Selbstschutz herstellen bei gleichzeitigem Vermeiden von (Not-) Lügen.

Ich empfinde Lügen als eine Ursache für ein schlechtes Gewissen. Und mir erschliesst sich nicht, warum ich ein schlechtes Gewissen haben soll, nur weil ich mich schützen möchte? Und Abstriche im Punkt Ehrlichkeit möchte ich auch nicht machen, weil ein anderer mich bedrängt. Also lieber schaue ich mich um und überlege, welche besseren Selbstschutzmöglichkeiten praktikabel sind.

Es kann doch nicht sein, dass eine andere Person es schafft mich zu zwingen, entweder zu lügen (was ich nicht will) oder alles preiszugeben (was ich auch nicht will) ?
 

Kannja

Aktives Mitglied
Selbstschutz ist wichtig, keine Frage. Hierfür bedarf es aber keiner (Not-) lügen.
Damit will ich auf keinen Fall - wen auch immer - als Lügner abstempeln. Im Gegenteil: Vielmehr möchte ich anregen über Lösungsmöglichkeiten nachzudenken, die sowohl den Selbstschutz herstellen bei gleichzeitigem Vermeiden von (Not-) Lügen.

Ich empfinde Lügen als eine Ursache für ein schlechtes Gewissen. Und mir erschliesst sich nicht, warum ich ein schlechtes Gewissen haben soll, nur weil ich mich schützen möchte? Und Abstriche im Punkt Ehrlichkeit möchte ich auch nicht machen, weil ein anderer mich bedrängt. Also lieber schaue ich mich um und überlege, welche besseren Selbstschutzmöglichkeiten praktikabel sind.

Es kann doch nicht sein, dass eine andere Person es schafft mich zu zwingen, entweder zu lügen (was ich nicht will) oder alles preiszugeben (was ich auch nicht will) ?

Doch, leider kann das sehr wohl sein. Wenn Dich jemand, wie ich es eben beschrieb, fragt, weshalb Du denn tagsüber mit Deinem Hund spazieren gehen kannst und die Wahrheit ist, dass Du krank bist - was man Dir aber äußerlich nicht ansieht. Was machst Du dann? Klar bliebe noch die andere Person schroff abblitzen zu lassen mit einem "Das geht Sie gar nichts an!" oder ähnlichem. Aber dafür muss man auch erstmal sehr hart gesotten sein...

Wenn den Menschen die Wahrheit nur dazu dient jemand anderen zu verurteilen, schlecht zu machen, unter Druck zu setzen, Falsches zu unterstellen, wie gesund kann dann gnadenlose Ehrlichkeit für mich oder andere Betroffene sein? Ich habe es ja selbst erlebt, weil ich immer ehrlich war und es auch heute noch an fast allen Stellen immer bin.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Doch, leider kann das sehr wohl sein. Wenn Dich jemand, wie ich es eben beschrieb, fragt, weshalb Du denn tagsüber mit Deinem Hund spazieren gehen kannst und die Wahrheit ist, dass Du krank bist - was man Dir aber äußerlich nicht ansieht. Was machst Du dann? Klar bliebe noch die andere Person schroff abblitzen zu lassen mit einem "Das geht Sie gar nichts an!" oder ähnlichem. Aber dafür muss man auch erstmal sehr hart gesotten sein...

Wenn den Menschen die Wahrheit nur dazu dient jemand anderen zu verurteilen, schlecht zu machen, unter Druck zu setzen, Falsches zu unterstellen, wie gesund kann dann gnadenlose Ehrlichkeit für mich oder andere Betroffene sein? Ich habe es ja selbst erlebt, weil ich immer ehrlich war und es auch heute noch an fast allen Stellen immer bin.
Einerseits verstehe ich Deine Situation und Argumentation. Andererseits stimme ich aber Deinem Lösungsweg (Notlügen) nicht zu. Für mich sind Notlügen Ausdruck mangelnder Stärke.

Ich muß auch nicht zwangsweise hartgesotten sein. Zu der von Dir oben beschriebenen Situation empfehle ich als Antwort auf die Frage "weshalb Du denn tagsüber mit Deinem Hund spazieren gehen kannst?"

Antwort: "ich bin krank geschrieben." Oder: "Tja, das möchtest Du auch, oder?" oder: "eigentlich würde ich gerne arbeiten gehen, aber der Arzt hat mich krank geschrieben."

Und wenn dann die fragende Person nachbohrt "weshalb?" kann ich antworten: "Diese Frage ist mir zu persönlich."
Oder "bist Du Arzt?" Oder "warum willst Du den Grund der Krankschreibung erfahren?"

Gnadenlose Ehrlichkeit heisst doch nicht gnadenlose Offenlegung.

LG, Nordrheiner
 

Kaim Argonar

Mitglied
Ich hab irgendwann in meiner Kindheit angefangen mit Humor (sarkasmus) zu antworten wenn mir unangenehme Fragen gestellt wurden und auch um aufmerksamkeit zu bekommen. Ich mach das heute immer noch nur das ich jetzt andere erstmal reden lasse und mein umgebung genau analysiere, ich mach mir dann selber schonmal gedanken wie ich den auf mögliche fragen antworten werde. Lügen tue ich seit meiner Kindheit auch nicht mehr, ich seh zu das ich bestimmte Fragen umgehen kann, besonders in bezug auf meine eigenen Gefühle. Mich kann man prima zum weinen bringen wenn jemand mit empathischer Stimme fragt: "Was ist los?" oder "Was bedrückt dich?" , so zusagen mein Kryptonite , da kommt bei mir die eigene Kindheit wieder hoch. Gott sei Dank sind die meisten Menschen alle sehr oberflächlich (im alltag) und das kommt bei mir so gut wie nie vor. Mein Selbstschutz ist auch der grund warum ich noch keine beziehung habe, aber ich mach mir deswegen nichts vor, wenn man lernt wie man seine Gefühle besser kommuniziert dann wird das auch mal was mit der beziehnung oder den Mitmenschen im alltäglichen. Wer jemandes Gefühle ausnutzt um sich zu profilieren der hat ein sehr, sehr kleines Ego! ;) Viele Menschen sind das Produkt ihrer Umgebung, einige sind das Ergebniss ihrer Wahrnehmung. Jeder Mensch hat das potential "Ich" zu sein!
 

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