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Ich führe ein Doppelleben

Franko

Neues Mitglied
Hallo zusammen!

Ich bin neu hier und hoffe dass ich hier Verständnis finde!
Also ich bin Frank, 36 Jahre alt und habe ein Geheimnis welches ich in mir trage. Ich lebe ein Doppelleben! Neben Beruf, Familie und Hobby habe ich eine zweites Leben. Dieses Leben spielt sich zuerst in meinem Kopf ab, wird dann aber regelmäßig zu meinem realen Begleiter.
Zuerst stelle ich mir eine Situation vor, die mich fasziniert. Ich lebe sie zuerst im Kopf aus und dann wird es regelmäßig real. Man könnte es vielleicht schon als Fetisch bezeichnen aber es ist mehr. Ich steigere mich dann so in die Situation, dass ich sie live erleben will!
Ich möchte euch hier vielleicht mal ein Beispiel erzählen!

Angefangen hat das vor vielen Jahren. Ich habe plötzlich ein sexuelles Verlangen gespürt und konnte zuerst keinen Grund dafür erkennen. Aber als dieses dann nach einiger Zeit wieder auftrat, habe ich den Grund gefunden. Es gab einen Auslöser. Dieser Auslöser war aber nur einer. Heute kann ich einen Dutzend benennen und jedes mal spielt sich das gleiche in mir ab.
Zuerst erblicke ich den "Auslöser". Es sind z.B. Miniröcke oder bestimmte Kleidung, Zahnspangen, Gipsverbände, Windeln usw. Es hört sich verrückt an, aber ich kann dann nicht anders. Ich wünsche mir dann, ich könnte mit den Menschen tauschen, ja ihr Leben führen. Ich steigere mich dann so in den Wunsch dass dann aus der Scheinwelt eine Realwelt wird. So kommt es dann dazu, dass ich mir Kleidung kaufe, die dieses Gefühl im mir auslöst. Und ich trage sie auch um meinem "Vorbild" nahe zu kommen. Mit guter Regelmäßigkeit erfolgt dann eine sexuelle Befriedigung aus meinem Verhalten.
Leider ist dass aber nicht so einfach. Die Öffentlichkeit soll es nicht bemerken und ich fühle mich im Anschluss daran auch immer schlecht. Aber dass hält nur einige Stunden bis Tage an. Und hatte auch schon mal das Gefühl der Befriedigung nach der Befriedigung! Ich habe Wege gefunden, diese Lust im Verborgenen auszuleben und dass in "aller Öffentlichkeit"!
Ich fühle mich dabei aber auch immer schwach und gleichzeitig ganz groß. Ich bekomme Angst aber auch immer neue Hoffnung. Ich werde immer leichtsinniger aber auch immer freier. Ich bekomme keine Hilfe, aber will ich Hilfe? Ich denke ich brauche Hilfe, da sonst mein Leben ganz aus dem Ruder läuft! Aber wer hilft mir bei diesem Weg? Und wie geht meine Familie, die Umwelt, und vor allem ich mit der neuen Situation um, wenn ich den neuen Weg beschreiten werde? Oder bin ich gar eine Gefahr für die Mitmenschen, wenn ich nichts ändere? Ich würde alles tun um von diesem Verlangen weg zukommen, wenn es nur im Verborgenen geht. Ich habe Angst vor dem Outing. Ich würde jede Therapie machen, wenn sie nur geheim bleiben kann. Aber wie und wo geht das?!
Ich würde mich aber über Antworten freuen, egal ob positiv oder negativ.
Ich brauche Hilfe bevor ich Dinge tue, die ich nicht will oder bereuen könnte!
Ich wünsche mir, dass ihr mich etwas verstehen könnt und wehre über Hilfeangebote sehr dankbar.

Liebe Grüße, Frank

PS. Bitte seit mir nicht böse!!!!:(
 

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G

Gast

Gast
Ich würde alles tun um von diesem Verlangen weg zukommen, wenn es nur im Verborgenen geht. Ich habe Angst vor dem Outing. Ich würde jede Therapie machen, wenn sie nur geheim bleiben kann. Aber wie und wo geht das?!

Natürlich bleibt eine Therapie geheim. Davor brauchst du keine Angst haben. Und du brauchst ja niemandem zu sagen, WARUM du eine Therapie machen möchtest. Das kannst du für dich behalten. Ich würde dir auf jeden Fall empfehlen, eine Therapie zu beginnen.

Liebe Grüße
 

Eisherz

Aktives Mitglied
... ich habe mir Deinen Beitrag durchgelesen und meine, dass Du auf jeden Fall professionelle Hilfe in Anspruch nehmen solltest. Ich trau mir nicht zu, Dir da zu etwas anderem raten zu können.

Eisherz
 
T

Tramnovi

Gast
Hallo Franko!

Sind es nur sexuelle Phantasien, die diesen Wunsch nach "Realität" in dir auslösen. Und sind unter diesen Phantasien auch Dinge, die kriminell und verboten sind? (z.B. Sex mit Kindern)
Ich meine, wenn es "nur" ein Fetisch ist, der harmlos ist, dann ist es ja nicht so schlimm, oder?
Oder bist Du der Meinung, das Du diese Phantasien eigentlich gar nicht ausleben willst, Dich aber irgendetwas dazu zwingt, es zu tun?

LG, Ivonne
 

Franko

Neues Mitglied
Danke für eure Antworten, ich will jetzt auch nur sagen, dass ich keine kriminelle Energie habe. Nur um da Missverständnissen vorzubeugen. Leider habe ich jetzt keine Zeit, aber ich werde auf alle Schreiben eingehen. Ich hoffe ich schaffe die Tage. Aber ich vergesse euch nicht.
Danke für die Schreiben.

Liebe Grüße, Frank
 

Alex1770

Aktives Mitglied
Hallo Franko,

ich würde auch auf jeden Fall eine Therapie machen. Oft stecken hinter solchen Fantasien ganz andere Probleme, und geheim bleibt es auf jeden Fall, da musst Du Dir keine Sorgen machen!

Es gibt sicherlich eine Reihe guter Sexualtherapeuten in Deiner Stadt, von denen Dir einer helfen kann. Und auch wenn es Dir bestimmt erst mal schwer fallen wird, darüber zu sprechen. Ein Sexualthrapeut ist sowas gewöhnt und Du brauchst Dich nicht zu schämen.

Alles Gute:)
 

DevilX

Mitglied
Ich persönlich finde deine Phantasien nicht schlimm.Solange es nicht in den strafrechtlichen Bereich rutscht oder andere Leute damit beeinträchtigt werden.
Jeder lebt seine Sexualität anders aus.Wenn du dich mal etwas im Internet erkundigst,denn es gibt für solche Fetische spezielle Märkte,Auktionshäuser und Foren,wirst du merken das es eigentlich gar nicht ungewöhnlich ist das solch Fetische ausgelebt werden.Die einen stehen auf Sex in der Missionarstellung,die anderen auf SM und der nächste eben auf andere Dinge.Sicher kann man einen Sexualtherapeuten aufsuchen,ein Gespräch darüber führen,aber eine Therapie würde ich nicht erwarten und auch nicht antreten.Kann man denn schwul sein therapieren,oder mir einreden das es unnormal ist auf das zu stehen was mir gefällt!? Nein.Verzichtest du auf dein "Doppelleben" was würdest du da alles entbehren müssen!?
Ich würde dir eher raten einen Weg zu finden damit umzugehen,mit Gleichgesinnten zu sprechen,es nicht als unnormal abzustempeln.
Es ist deine Sexualität,da hast du ein Recht drauf.
 

Franko

Neues Mitglied
Hallo an euch alle.

Danke für eure Tips und Ratschläge:mad:. Ich habe wirklich gerne eure Antworten gelesen.
Dass ihr alle von Fetisch sprecht hat mir ehr Angst gemacht, als mich beruhigt. Wie schon gesagt wurde; ein Fetisch ist keine Krankheit, ich empfinde es aber als eine solche!
Ob mein Verhalten strafrechtlich relevant ist, kann ich nicht sagen. Wenn sich jemand belästigt fühlt, ist es sehr wohl relevant. Bislang ist es mir aber immer noch geglückt nicht aufzufallen. Bislang habe ich es immer geschafft, anonym zu bleiben und mich im verborgenen zu befriedigen. Na ja, schon in der Öffentlichkeit, aber ohne fremde aktive Beteiligung.
Und damit das so bleibt, möchte ich sehr wohl Hilfe in Anspruch nehmen. Ich habe aber noch keinen Therapeuten gefunden. Ich hatte einen Termin bei einer Psychologin, den habe ich aber aus Angst einen Tag vor dem Termin abgesagt. Einen weiteren Termin hatte ich in der LWL Klinik. Dort bin ich auch hin gegangen, aber als ich im Sprechzimmer bei der Ärztin saß, habe ich gelogen und gesagt, dass ich das Gefühl habe, ich könnte an einer Depression leiden. Dieses wurde natürlich nicht bestätigt und so bin ich ohne Behandlung gegangen. Das war im Nachhinein ein ganz schlimmes Gefühl. Zum einen die Lüge, dann die Feigheit und dann noch das Bewusstsein, dass ich eine Gefahr sein könnte und ich es nicht schaffe mich zu outen.
Ich muss aber auch sagen, dass die Klinik ein unheimlicher Bau ist und dann die Patienten. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich auch so enden sollte. Aber dann wieder die Frage ob es nicht für andere besser währe wenn ich so enden würde. Und dann die Vorstellung ich könnte ein Leben lang auf Medikament angewiesen sein, um ein normales Leben führen zu können. Aber vielleicht ist es besser als ein Leben mit der Gewissheit etwas verbotenes gemacht zu haben. Und Arzt und Klinik ist immer noch besser als ein Leben hinter Gittern. Ich kann es nicht, aber ich muss!
Wie aber finde ich einen richtigen Arzt oder Therapeuten?
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir dabei helfen könnt und ich wieder ein normales Leben führen kann ohne die Angst vor meinen Zwängen und deren Umsetzung.
Ich freue mich wenn ihr mir schreibt auch wenn ich nicht gleich antworten kann :cool:(Anonymität vor der Familie).
Ich wünsche euch einen schönen Abend und bis vielleicht bald,
Frank:confused:
 
B

Bodhi

Gast
Hallo Frank,

Erstmal Respekt und großes Lob an dich, das du so mutig bist und uns dein Gefühl anvertraust.
Ich spüre aus deinem Schreiben einen starken Emotionalen Druck. Ein Druckgefühl der viel mit leid, kummer und schmerz in verbindung steht. Bin ich da richtig dran?
Dieser schmerz und das leiden führt vermutlich auf deine Wiederfahrene Erziehung durch deine Eltern zurück, die stark durch Angst suggeriert wurde.
z.B "Tu dies und jenes nicht, den sonst passiert was schlimmes, dies und das (Suggeriert,- Angst.. Angst...Ich habe Angst" ...

Dadurch das dir durch die Ängste deiner Eltern, möglichkeiten genommen wurden, diese Ängste aufzulösen, das Sie "unberechtigt" sind, und um zu lernen und Erfarungen zu machen, fehlen dir deine Glückmomente und Erfolge "Gegen die Angst gesiegt" zu haben.
Und ohne diese Frühkindlichen "Glücksmomente des Erfolgs" baute sich kein gesundes Selbstvertrauen auf.
Was dich wiederum nicht zu dem "stehen lässt" was(!), und wer(!) du im tiefsten Inneren wirklich bist"
Kannst du aber die Angst überwinden, zu dir zu stehen, dich zu lieben wer und was du bist, kannst du der sein, oder das werden was du möchtest in deinem tiefen Inneren.
Und denk immer daran, egal wie und was du in deinem tiefsten Inneren deiner Seele bist. So bist du gut und wundervoll, und wertvoll und wichtig für uns, und für die Welt. Du bist ein Teil von uns allen. Und sicher nicht allein.
 

Suavi

Aktives Mitglied
Hallo Frank,

erst einmal ein großes Lob an dich, dass du die Kraft aufgebracht hast über dein "Problem" zu sprechen. Das ist ein erster Schritt. Du hast sogar schon den zweiten Schritt gemacht und erkannt, dass deine Fantasien ein Problem sind, dem du dich stellen musst. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob ich, die Gesellschaft oder sonstwer es als problematisch betrachtet, du siehst es so, sprich du hast einen Leidensdruck. Persönlicher Leidensdruck ist eine Voraussetzung für eine Therapie, die ich dir in dem Fall auch empfehle. Nicht, weil ich deine Neigung als problematisch sehe, sondern, wieder, weil du sie so siehst und dir soll es besser gehen.

Du musst keine Angst haben, dass das, was du in der Therapie erzählst, irgendwie an die Öffentlichkeit kommt. Auch Psychologen/Therapeuten unterliegen der Schweigepflicht; eben genau deshalb, um die Privatsphäre des Patienten zu wahren und sie keine Angst haben müssen in irgendeiner Form denunziert zu werden. Er dürfte nicht einmal Auskunft darüber geben, ob du in Therapie bist oder es überhaupt je warst. Also an dieser Front bist du sicher.
In der Regel dauert es einige Zeit einen Therapieplatz zu bekommen, aber davon solltest du dich nicht abschrecken lassen. Vielleicht wirst du auch nicht gleich mit dem ersten Therapeuten warm und du musst dir einen neuen suchen. Therapie basiert auf Vertrauen und das basiert darauf, dass die Chemie zwischen Therapeut und Patient stimmt. Du hast den Mut gefunden, dich hier über dein Problem zu äußern. Du wirst auch den Mut finden den Termin mit dem Therapeuten einzuhalten. In der Regel ist es auch vollkommen in Ordnung, wenn man sich nicht direkt über das Problem selbst unterhält, sondern sich erst einmal kennenlernt und miteinander warm wird. Ein guter Therapeut erkennt, wenn der Patient zögerlich ist und wird von sich aus mehr reden, um Vertrauen aufzubauen. Er kann auch beurteilen, ob ein stationärer Aufenthalt in einer solchen Klinik, wie du sie besucht hast, für dich zuträglich wäre. Entscheiden kannst das aber du. Genauso kannst du auch entscheiden, wie, wann und ob überhaupt du dein Umfeld über dein Leiden informierst.


Solange du auf einen Therapieplatz oder auf den Mut wartest hinzugehen, musst dich nicht schuldig fühlen. Vielleicht empfindest du dich als andersartig, nicht "normal" und fühlst dich schlecht, aber Normalität ist zunächst einmal ein konstruierter Begriff, der keine greifbare Sache beschreibt. Normalität existiert nicht, nur weil wir den Begriff kennen. Wir haben Schubladen, Kategorien, Klassifikationen und andere Zuordnungs- und Normierungsmechanismen, um den Menschen greifbarer und berechenbarer zu machen, d.h. nicht, dass die Menschen innerhalb einer Kategorie alle gleich sind oder überhaupt perfekt in die Kategorie passen, denn diese Dinge sind nur künstliche Hilfsmittel, nicht die Realität. Wenn man nicht in die üblichen Schubladen passt, dann bedeutet das gar nichts und noch weniger muss man sich deshalb schlecht oder schuldig fühlen. Das ist unabhängig davon wahr, dass du unter deiner Neigung leidest.
Menschen, die an Arthritis leiden, fühlen sich deshalb auch nicht schuldig. Bei körperlichen Erkrankungen ist das meist besser ersichtlich, als bei psychischen Leiden. Suchtkranke dagegen empfinden oft Schuld. Sie hatten ja die vermeindliche Wahl. Sie sind verantwortlich. In einem gewissen Maße stimmt das zwar, aber eine Suchterkrankung ist eine Erkrankung der Wahlfreiheit. Sie haben sich nicht bewusst ausgesucht süchtig zu sein und daher trifft sie auch keine Schuld. Das ist bei dir ähnlich. Du hast dir diese Neigung nicht ausgesucht. Auch du hast ein Problem mit der Wahlfreiheit und genauso wenig bist du Schuld daran. Also mach dich für deine Gefühle nicht selber fertig. Akzeptiere sie.

so long...
 

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