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Ich fühle mich unfähig und habe Angst

Janiina

Neues Mitglied
Hallo,

mir geht es im Moment leider nicht so gut. Es ist schwierig alles in Worte zu fassen, aber ich versuch es mal hier im Forum, da ich in meinem Umfeld wenig Unterstützung finde (was ich aber niemanden übel nehme!!).
Ich bin 23 Jahre alt und mein Problem zieht sich schon über 5 Jahre. Genauer gesagt hat es mit meinem Schulabschluss angefangen (Abitur). Damals habe ich ein Jahr lang ein für mich schreckliches FSJ absolviert, da es mir überhaupt keinen Spaß gemacht hat, und ich ständig überfordert war. Letzendlich habe ich es irgendwie durchgezogen, obwohl ich zwischendurch heulend beim Hausarzt saß und für drei Wochen krankgeschrieben war.

Daraufhin war mir klar, nie wieder der soziale Bereich. Ich möchte im Büro arbeiten. Also habe ich ein BWL Studium angefangen und bin jeden Tag 1 Stunde gependelt. Es war schrecklich. Ich habe keine Freunde gefunden (bin sehr sehr schüchtern und hasse mich dafür!!) und ein vierwöchiges Praktikum in einem Büro hat mich noch mehr eingeschüchtert. Ich sei zu ruhig und käme nicht aus mich heraus. Das Problem hatte ich auch in meinem FSJ. Mein Anleiter meinte, ich bräuchte jemanden der mich "führt", da ich mich nicht traue von selbst die Initiative zu ergreifen.
Mein Studium habe ich nach drei Semestern abgebrochen, da ich nur noch mit Bauchschmerzen und Angst hingegangen bin.
Seitdem habe ich vielleicht mal einen Monat lang in einer Bäckerei gearbeitet und dümple seit fast zwei Jahren vor meinem Laptop herum und schreibe Bewerbungen für Ausbildungsberufe.
Es stresst mich so sehr, das glaubt ihr nicht.
Ich hab schon eine Gastritis entwickelt und muss Säureblocker nehmen, wohl ausgelöst durch Stress und falsche Ernährung.

Ich habe seit einem Jahr nicht mehr mit Leuten gesprochen und bin total unfähig ein normales Gespräch zu führen. Ich traue mir einfach nichts mehr zu.
Dazu sind familäre Probleme hinzugekommen (wohne noch zuhause). Lange wurde ich gefühlt unterdrückt, mir Sachen verboten (ja selbst mit 20), ich wurde kontrolliert, durfte nicht raus. Naja, das ist alles etwas vorbei nachdem ich ausgerastet bin und gesagt habe, dass ich das nicht mehr mit mir machen lasse, aber für eine angenehme Atmosphäre sorgt dies nicht..
Ich bin ein sehr sensibler Mensch. Ich habe keine Kraft und keinen Antrieb mehr. Manchmal liege ich den ganzen Tag nur im Bett und träume, und lebe so in den Tag hinein.
Ich weiß, dass nur ich was ändern kann aber ich habe so extreme Angst bekommen. Wie soll ich so eine Ausbildung zustande bringen?
Meine Stimmung schwankt zwischen Hoffnungslosigkeit, extreme Hyperaktivität, Aggressivität und heulen.

Ich weiß, dass alles in meiner Hand liegt, aber es tat grad gut das gerade wenigstens hier aufzuschreiben..

Danke an alle die bis hier gelesen haben
 

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Styx.85

Aktives Mitglied
Hi @Janiina

das was du schreibst lässt eine Art Angststörung vermuten.

Ich bin nicht vom Fach, aber ich würde dir raten, dir bei deinem Hausarzt eine Überweisung zu einem Psychotherapeuten zu besorgen, dort eine eine Diagnose abklären zu lassen und eine Therapie zu beginnen.

Deinen Leidensweg in ähnlicher Ausprägung findet man oft in diesem Forum. Lies mal ein bisschen in den Bereichen "Ich", "Beruf", "Schule" und "Studium". Da dürfte dir einiges bekannt vorkommen.

So wie du es beschreibst fürchte ich nur, dass es sich unbehandelt eher verschlimmern wird, statt besser zu werden.
Daher ab zum Doc und die Sache in Angriff nehmen.
Das weitere Gute daran wäre, dass du mit Diagnose und Therapie / Reha auch eine akzeptable Erklärung für die Lücke in deinem Lebenslauf seit dem Abi hättest, die immer weiter aufreisst.

Alles Gute dir und ein frohes Neues.
 

Janiina

Neues Mitglied
Ich war schon mal beim Hausarzt wegen einer depressiven Phase, aber er ist jemand der die Psyche überhaupt nicht ernst nimmt..
Ist eine Überweisung Pflicht?
 

marota

Aktives Mitglied
Hallo Janiina,
auch ich hatte während meiner Bewerbungszeit ein ähnlichen Tagesablauf wie du. Ich hatte mir dann auch vieles von der Seele geschrieben, was auch gut tat (auch hier per PN). Ich habe aber (zum Glück) nicht aufgegeben und immer weiter geschaut. Und nach langer Suche und Zeit auch das gefunden, was mir Spaß macht.

Schade, wenn dein Hausarzt so etwas nicht ernst nimmt. Aus meiner Sicht ist er da als Arzt fehl am Platz. Besteht denn die Möglichkeit, einen anderen Arzt mit ins Boot zu holen?

Viele Grüße
marota
 

Styx.85

Aktives Mitglied
Ich war schon mal beim Hausarzt wegen einer depressiven Phase, aber er ist jemand der die Psyche überhaupt nicht ernst nimmt..
Ist eine Überweisung Pflicht?
Hi @Janiina,

nein, eine Überweisung ist keine Pflicht. Du kannst dir auch selber einen Psychologen suchen und vorstellig werden. Die anfallenden Kosten werden von der gesetzlichen wie auch privaten Krankenkasse vollständig übernommen.

Eine Überweisung hätte nur, je nach Vernetzung deines Hausarztes, den Vorteil, dass du eventuell früher an einen Termin kommst.

Wartezeiten um die 3 Monate für ein Erstgespräch bei Psychologien sind absolut normal, selbst für privat Versicherte. Stell dich auf sowas ein. Mit einer Überweisung (und eventuell einem Telefonanruf) von deinem Doc ginge das unter Umständen schneller.
 

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