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Ich bin verzweifelt und weiß nicht mehr weiter

F

Five-O

Gast
Hallo erstmal an alle hier im Forum.


Kurz zu meiner Person. Ich bin ende letzten Monats 22 geworden und lebe bei meinem Vater, zusammen mit seiner Freundin und ihrem Sohn. Als sich meine Eltern trennten war ich 12 Jahre alt. Ich habe 2011 meinen Realschulabschluss geschafft und seit dem ist es im großen und ganzen ein chaotisches hin und her gewesen. Es war vorher schon mehr oder weniger chaotisch, aber dazu komme ich jetzt.

Ich gehe mal 10 Jahre zurück, da es für mich ab dort anfängt chaotisch zu werden. Davor war mein Leben noch relativ normal.

Jedenfalls im Jahre 2005 sind meine Mutter, meine Schwester und ich von heute auf morgen einfach von zu Hause abgehauen, also Sachen gepackt und weg. Meine Eltern hatten sich damals ziemlich oft gestritten und meine Mutter hatte irgendwann die Schnauze voll und ist mit uns ins Frauenhaus gegangen. Das Problem war, dass das Frauenhaus 250 km von uns entfernt lag. Für mich war das ganze natürlich ziemlich schwer, da ich komplett von meinem sozialen Umfeld gerissen wurde, vorallem natürlich auch von meinem Vater. Das erste halbe Jahr war ziemlich schwer für mich. Auch konnte ich mich nicht wirklich an die neue Umgebung gewöhnen, da ich auch eher ein Mensch bin der ruhig und zurückhaltend ist. Zum glück konnte ich dann aber relativ schnell Freunde finden und irgendwann habe ich durch das Jugendamt dann auch meinen Vater wiedersehen können.

Meine Mutter, meine Schwester und ich sind dann Anfang 2006 in eine Wohnung gezogen, also komplett raus aus dem Frauenhaus. Ich war anschließend in den Ferien immer bei meinem Vater und habe dort dann natürlich auch meine ganzen alten Freunde wiedergesehen und wollte dann irgendwann wieder zurück. Mit meinem Vater habe ich mich auch super verstanden. Mein Vater hat dann mit Hilfe des Jugendamtes dafür gesorgt, dass ich zu ihm ziehen konnte, da meine Mutter das Sorgerecht für uns hatte und wir das gerichtlich machen mussten.

Ich bin dann im August 2006 zurück zu meinem Vater gezogen und habe dort dann angefangen die Realschule zu besuchen, bis ich dann 2011 wieder zurück zu meiner Mutter gezogen bin. Dazwischen waren das schöne 5 Jahre, wenn nicht sogar die Besten meines Lebens.

Wie ganz oben geschrieben habe ich im Sommer 2011 meinen Realschulabschluss geschafft. Zu der Zeit hatte mein Vater eine Freundin mit der ich aber überhaupt nicht klarkam. Es gab halt immer Stress zu Hause und ich hab irgendwann die Schnauze voll gehabt, weil ich nicht mehr konnte. Ich bin bis Oktober 2011 noch zur Berufsschule gegangen, bis ich mich dann letztendlich dazu entschieden habe wieder zurück zu meiner Mutter zu gehen. Ich lebte dort mit meiner Mutter, meiner Schwester, meiner Oma und meinem Opa.

Dort habe ich dann die einjährige Höhere Handelsschule besucht und diese auch im Sommer 2012 abgeschlossen. Anschließend habe ich die zweijährige Höhere Berufsfachschule für Informationsverarbeitung/Wirtschaft besucht, wovon ich aber leider nur ein Jahr machen konnte. Wieso und weshalb erkläre ich jetzt.

Im Jahr 2013, das war so im April kurz nach den Osterferien, da bin ich eines morgens wach geworden, habe auf mein Handy geschaut und hatte eine Nachricht von meiner Schwester. Sie schrieb mir das sie und meine Mutter erstmal für eine Zeit weg sind. Ich hab erst gedacht sie will mich verarschen, aber dem war nicht so. Sie meinte, das die beiden ins Frauenhaus gegangen sind und von dort aus will meine Mutter für uns eine neue Wohnung suchen. Zu der Zeit war ich ziemlich im stress, da ich verzweifelt auf der Suche nach einem Praktikumsplatz war, den wir im Sommer 2013 absolvieren sollten. Nach langem hin und her habe ich dann eine Stelle gefunden gehabt und war auch mehr oder weniger stolz auf mich.

Ich glaubte natürlich den Worten meiner Schwester und ging dort ganz normal weiter zur Schule. Wochen vergingen und es kamen jeden Tag Mahnungen und irgendwelche anderen Briefe bei uns an. Meine Großeltern können nicht wirklich deutsch, daher musste ich ihnen diese Briefe immer übersetzen. Letztendlich vermutete ich das sie wegen den ganzen Schulden abgehauen ist, aber ich weiß bis heute nicht den wahren Grund für diese Aktion. Wir haben seit dem Vorfall auch kein Wort miteinander geredet, geschweige denn uns nochmal gesehen. Wenn ich damals meine Schwester auf die Schulden angesprochen habe, hat sie schnell das Thema gewechselt. Meine Schwester war zu dem Zeitpunkt 13 und hat sich sicher auch viel von meiner Mutter einreden lassen.

Jetzt kommt aber die Krönung des ganzen. Sie hat Mietschulden hinterlassen. Die waren in der Zeit schon so hoch, dass wir im Sommer 2013 die Wohnung zwangsräumen mussten. Ich habe mir zu der Zeit aber natürlich keine sorgen darüber gemacht, da meine Schwester ja meinte, dass die dort in der Umgebung schon fleißig nach einer neuen Wohnung suchen würden.

Im Juni 2013 kam ich dann auch mit meiner Freundin zusammen, die ich paar Monate vorher kennengelernt hatte.

Jedenfalls hatte meine Schwester zu der Zeit ihr Facebook deaktiviert gehabt. Jetzt kommts nämlich .. Exakt eine Woche bevor die Sommerferien anfingen bzw eine Woche vor dem letzten Schultag habe ich auf Facebook gesehen das sie was gepostet hat. In dem Beitrag stand nämlich auch der Ort mit bei von wo aus sie ihr Bild damals gepostet hat. Ich dachte erst das sie bestimmt mit ihrer Schulklasse dort ist, aber aus irgendeinem Grund habe ich trotzdem nachgefragt und wollte wissen was genau sie dort macht. Sie meinte erst, so wie ich es vermutet hatte, das sie mit ihrer Klasse dort sei, aber ich habe aus irgendeinem Grund erstmal versucht auf sie einzureden, da mir die Sache auch immer komischer vorkam. Meine Großeltern und ich hätten die Wohnung nämlich zu dem Zeitpunkt in 2 Wochen räumen müssen und meine Mutter kam irgendwie nicht aus den Socken. Den beiden war das natürlich bewusst, aber irgendwie interessierten sie sich nicht wirklich dafür. Irgendwann meinte sie dann das die dorthin gezogen sind, also in den Ort was in ihrem Beitrag stand. Das Problem war aber, das der Ort knapp 300 km von unserem eigentlichen Ort weg war.

Ich habe anschließend natürlich die ganze Welt nicht mehr verstanden und meine ganzen Pläne die ich damals hatte musste ich in dem Moment aufgeben. Ich hatte nämlich vor, nach dem zweiten Jahr auf der Berufsfachschule, Studieren zu gehen und mit meiner Freundin wollte ich mir auch was aufbauen. Allerdings wurde das quasi einfach mal eine Woche vor ende des Schuljahres zerstört.

Wir hätten die Wohnung wie gesagt in 2 Wochen eh räumen müssen und da ich nicht wirklich ein gutes Verhältnis zu meinen Großeltern hatte, habe ich meinen Vater angerufen und ihm die ganze Lage erklärt. Er hat mich dann am letzten Schultag abgeholt und ich bin dann wieder rüber zu ihm gezogen. Meine Großeltern sind anschließend auch dorthin gezogen wo ich hingezogen bin.

Leider war ich zu der Zeit total in Panik und wusste keinen anderen Rat, als meinem Vater bescheid zu sagen. Ich weiß daher leider nicht was es für Möglichkeiten gegeben hätte, dass ich dort weiter hätte bleiben können im Bezug auf eigene Wohnung usw. Jedenfalls bin ich dann wie gesagt zu meinem Vater zurück. Meine Freunde und vorallem meine Freundin zu dem Zeipunkt zu verlassen war wirklich mit das härteste was mir passiert ist. Einen Monat nachdem wir zusammenkamen musste ich dann schon wieder weg. Mir gings danach auch ziemlich beschissen.

Naja nachdem ich wieder bei meinem Vater war habe ich natürlich versucht die gleiche Schulform weiterzumachen, aber diese Schulform gab es dort in der Form leider nicht und aufgrund dessen das ich eh nicht mehr Schulpflichtig war, hätte ich wahrscheinlich eh keinen Platz mehr gekriegt in der kurzen Zeit. Leider habe ich das alles so natürlich nicht vorhergesehen und konnte mich daher auch nicht früh genug in der Schule anmelden um eventuell irgendwas anderes zu machen, da ich nicht zuhause rumsitzen wollte. Ich habe mich aber erkundigt und zu mir meinte man damals das es eh keine Sachen mehr gäbe die ich machen könnte. Dies ist aber so nicht richtig gewesen, aber darauf komme ich später im Text nochmal zu sprechen.

Die aktuelle Freundin meines Vaters zog im August 2013 zu uns und durch sie bin ich dann durch die Bedarfsgemeinschaft ins ALG II gerutscht und muss mich seither mit dem Jobcenter rumschlagen. Im Oktober 2013 wurde mir vom Jobcenter eine Maßnahme angeboten an der ich auch 9 Monate lang teilgenommen habe. Mir wurde im Vorfeld versprochen das ich am Ende definitiv was hätte, aber so kams leider nicht. Ich durfte mir 9 Monate lang, auf gut deutsch gesagt, den A**** für nichts aufreißen. Ich wurde von einem Betrieb zum nächsten geschickt und wurde, bis auf eine Ausnahme, überall ziemlich schlecht behandelt. Mir gings zu der Zeit auch aus familiären Gründen nicht gut und mit meiner Freundin gab es aufgrund unserer Fernbeziehung auch immer Streit. Ich habe mich also quasi rumgequält, aber mir immer eingeredet "Zieh durch am Ende wirst du Belohnt" das war die ganze Zeit mein Ansporn um nicht aufzugeben. Leider kam es wie gesagt zu keinem Erfolg. Diese Enttäuschung hat mich natürlich auch ziemlich runtergezogen und mir gings zusätzlich zum ganzen schon vorhandenen Stress noch beschissener.

Nach dieser Maßnahme, die bis zum August 2014 ging, wurde ich im gleichen Monat am Fuß operiert. Leider gab es nach der OP komplikationen, sodass ich knapp ein halbes Jahr außer Gefecht war.

Im März 2014 sind wir übrigens auch innerorts wieder umgezogen. Umzug hier Umzug da ich weiß.

Nach dieser OP war ich wie gesagt ein halbes Jahr außer Gefecht, heißt also ich war ungefähr erst im Januar diesen Jahres wieder halbwegs Fit und konnte ohne Hilfen gehen. In der Zeit habe ich natürlich trotzdem Bewerbungen geschrieben.

3 Monate später, also so im April diesen Jahres, sind wir wieder umgezogen. Diesmal aber nicht innerorts, sondern komplett woanders hin. Mir wurde das natürlich mal wieder erst auf dem letzten Drücker mitgeteilt. Hieß also wieder Umzug und Stress. Ich musste wieder meine ganzen Freunde verlassen was mir dann endgültig den Rest gegeben hat und das nur weil mein Vater von dort wegen Problemen mit anderen Leuten weg wollte (Drogen und änlichem). Ich bin in dieser Stadt geboren und aufgewachsen und habe mit Ausnahme von mitte 2005 bis mitte 2006 und ende 2011 bis mitte 2013 dort gelebt. Ich vermisse die Umgebung und vorallem meine ganzen Freunde sehr sehr doll.

Ahja im Februar diesen Jahres kam dann auch noch meine Halbschwester auf die Welt. Sie war nicht geplant, aber mein Vater wollte nicht das sie abgetrieben wird. Wie es eben für Babys üblich ist hat man zuhause so auch kaum ruhe, weil sie den ganzen Tag am rumschreien ist und nachts natürlich auch, aber ist ja wie gesagt normal. Nur leider streiten sich mein Vater und seine Freundin so gut wie jeden Tag und das belastet mich natürlich zusätzlich. Sie lästert auch gerne mal und redet schlecht über mich mit ihren Freundinnen.

Naja kommen wir wieder zu der Sache einen Absatz drüber. Nun leben wir hier erst seit einem halben Jahr und ihr ahnt es sicher schon .. ja wir ziehen am Sonntag wieder woanders hin. Gibt auch so wieder keinen Grund dafür, aber wir machens halt wieder.

In diesem halben Jahr hier kam bisher leider nicht viel rum. Ich schreibe zwar Bewerbungen, aber kriege laufend Absagen. Mein Abschlusszeugnis auf der Realschule war leider nicht sonderlich stark (3er/4er Zeugnis) daher weiß ich das meine Chancen eher nicht so groß sind in dem Bereich wo ich gerne arbeiten würde (Bürokaufmann). Ich bewerbe mich aber auch für andere Berufe (z.B. Lagerlogistik, Industriekaufmann oder Großhandel). Das Zeugnis von der Höheren Handelsschule war zwar etwas besser, aber ich hatte dort leider auch einige 4en. Von der zweijährigen höheren Berufsfachschule habe ich aufgrund des Vorfalls nur ein Abgangszeugnis bekommen, dieser ist allerdings ganz gut.

Mein Ziel ist es momentan irgendwie zu arbeiten, daher bewerbe ich mich auch auf Nebenjobs auf 400€ Basis. Nächstes Jahr wollte ich, wenn es klappt, FOS machen. Dafür bräuchte ich einen Praktikumsplatz für ein Jahr, was ich ebenfalls am suchen bin. Weiter oben im Text meinte ich ja das man mir damals gesagt hat das ich schulisch nichts mehr machen könne. Die Möglichkeit FOS zu machen wurde mir letztens beim Jobcenter vorgeschlagen. Wenn ich die erfolgreich abschließe, hätte ich nach dem 2. Jahr dann die Fachhochschulreife, womit ich Studieren gehen könnte. Studieren war ja mein Ziel, bevor das alles mit meiner Mutter passiert ist.

Ich würde halt liebend gerne wieder zurück in meine alte Stadt ziehen, weil ich weiß das ich dort wieder glücklich werden kann. Allein schon wegen meinen ganzen Freunden. Es wäre halt ein gewaltiger unterschied zwischen jeden Tag von der Arbeit zu kommen und anschließend mit seinen Leuten draußen zu sein, als jeden Tag von der Arbeit nach Hause zu kommen und sich wieder in sein Zimmer zurückzuziehen.

Ich weiß ziemlich viel Text, aber ich bin momentan echt mega unzufrieden mit meinem Leben, auch weil es wie gesagt jeden Tag streit zwischen meinem Vater und seiner Freundin gibt. Ich halte das kaum noch zu hause aus. Leider habe ich bis auf Opa und Oma (allerdings meine ich damit meine anderen beiden) keinen mehr in der Familie mit dem ich ein gutes Verhältnis pflege. Soziales Umfeld existiert auch nicht, weil meine ganzen Freunde weit weg wohnen und durch den Umzug am Sonntag wird die Entfernung noch größer werden. Zum glück habe ich telefonisch und übers Internet noch Kontakt mit den meisten, aber trotzdem wird mir das langsam zu viel und ich kann einfach nicht mehr. Ich bin auch laufend am heulen, aber darüber reden tue ich mit keinem außer meiner besten Freundin. An Selbstmord habe ich auch oft gedacht in letzter zeit, aber das kann hier nicht die Lösung sein so vernünftig bin ich dann doch noch.

Vielleicht kann mir hier ja jemand Rat geben und mir sagen was nun vielleicht das beste wäre. Ich bedanke mich schon mal im voraus.

Grüße.
 
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N-8-Wacht

Mitglied
Hallo Five-O,
das hört sich ja alles sehr traurig an, was Du da alles so erlebt hast. Nun, mit einem guten Rat hier ist es sehr schwierig. Meine Meinung dazu ist aber, dass Du versuchen solltest, Dein eigenes Leben zu leben. Deine Familie ist auch zerbrochen und zerrissen. Deshalb solltest Du vielleicht versuchen, ohne den Einfluss Deines Vaters oder Deiner Mutter Dir eine eigene Wohnung oder Bleibe zu verschaffen. Dir Dein EIGENES Leben und ein eigenes soziales Umfeld zu schaffen. Ich verstehe, dass Du Deine alten Freunde vermisst, aber bedenke bitte, dass sie sich auch in all den Jahren sich ein eigenes Leben geschaffen haben. Du musst jetzt an Dich denken. Wie soll Dein Leben jetzt weitergehen, Du hasst keinen Berufsabschluss. Und sei mal ehrlich zu Dir selbst, mit diesen nicht gerade "guten Noten" studieren - ? Dazu brauchst Du etwas mehr als nur guten Willen. Vor allem musst Du endlich mal zur Ruhe kommen, sesshaft werden, Kontinuität schaffen, dann schaffst Du auch die Voraussetzung um einen Schulabschluss zu Ende zu bringen und einen Beruf zu ergreifen. Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute für Deine Zukunft!
 

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