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Ich bin 28, weiblich und mag keine Kinder = schlecht?

G

Gast

Gast
Ich bin weiblich und habe noch nie ein Geheimnis draus gemacht, dass ich mit Kindern irgendwie nichts anfangen kann. Ich kann nicht richtig mit ihnen umgehen und eigentlich bin ich immer glücklicher, wenn keine Kinder in meiner Nähe sind. Sie nerven mich einfach und ich finde es schade, dass es teilweise so erwartet wird, dass Frauen Kinder mögen oder bei ihnen irgendein Mutterinstinkt geweckt werden soll. Bei mir hat sich in 28 Jahren eher wenig getan. Es gibt vereinzelte Situationen in denen ich einen kleinen Fratz sehe und ich wirklich innerlich zu strahlen beginne. Meistens jedoch trage ich eine gewisse Abneigung in mir.

Vor mehreren Jahren ereigete sich Folgendes:
ich ging spazieren als vor mir ein kleines Mädchen mit ihrem Tretroller stürzte und zu weinen anfing. Um ehrlich zu sein... wäre ich allein gewesen, hätte ich mich nicht darum gekümmert, weil ich einfach nicht damit umgehen kann. Ich sah aber weiter hinten, wie sich langsam eine Passantin näherte. Um also nicht ganz schlecht da zu stehen, ging ich zu dem Mädchen und fragte das Kind zumindest ob alles ok sei. Sie sah mich nur kurz heulend an und lief weg während die Passantin desinteressiert an mir vorbei zog. Innerlich dachte ich mir ehrlich, dass ich mir das auch hätte schenken können.

Nun ging ich heute mit meinem Hund Gassi als ein ca. 8 jähriges Mädchen in einem langen Kleid um die Ecke kam. Es fing schließlich an zu rennen, stolperte über ihr Kleid und fiel nur wenige Meter vor mir auf der anderen Straßenseite auf die Nase. Etwas schockiert blickte ich das Kind an, da es doch schon ein schmerzhafter Sturz zu sein schien. Doch zu meiner Überraschung jammerte sie nur ein wenig vor sich hin und rieb sich das Knie. Erst als sie meinen Blick bemerkte fing sie lauthals an zu weinen und schien sich garnicht mehr zu beruhigen.
Vielleicht bin ich da auch irgendwo ein A****loch aber ich dachte mir ehrlich gesagt, dass es nun auch wieder nicht soo schlimm war und sie sich nicht ganz so anstellen sollte. Ich drehte mich von ihr ab und hoffte, dass sie sich dann wieder beruhigen würde, da sie ja auch erst zu heulen anfing, als sie meinen Blick gesehen hatte.
Jedenfalls sah ich dann eine Mutter mit ihrem kleinen Sohn anradeln und die Mutter sprach sofort auf das Kind ein. Ob es sich weh getan hätte? Ob es über ihr Kleid gefallen sei? Wo sie denn wohnen würde und dass sie dann mal lieber dort hin gehen sollte. In der Zeit bin ich langsam an denen vorbei marschiert.
Ich hörte allerdings von hinten wie die Frau Dinge sagte vonwegen „Ignoranz lässt grüßen“, „..... Stock im A***h“ und „wenn ein Kind weint kann man ruhig mal hin gehen und es trösten“. All das sagte sie im Vorbeifahren..... natürlich nur zu ihrem kleinen Sohn mit diversen Blicken zwischendurch die mir galten. Ich hab sie einfach ignoriert und mir nichts anmerken lassen.

Wahrscheinlich werden jetzt alle der Frau Recht geben aber ich habe da wirklich Hemmungen. Ich kann sogar sagen, dass es mich nicht interessiert. Wäre eine alte Person gestürzt, ich wäre noch vor dem Aufprall da! Die haben schließlich schon so viel durchgemacht und sind so zerbrechlich. Bei Kindern denke ich mir aber immer, dass die das doch abkönnen müssen und eh kurz danach wieder alles vergessen ist. Ich kann einfach nicht zu ein fremdes Kind gehen und einen auf „Dutsi-Dutsi“ machen. Ich weiß nicht warum das so ist. Wäre es mein eigenes Kind, würde ich mit Sicherheit alles dafür tun aber momentan will ich eigentlich auch später keine Kinder haben. Gibt es vielleicht jemanden, dem es auch so geht oder der mich irgendwo verstehen kann? Oder bin ich einfach ein schlechter Mensch in Punkto Kinder?
 

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Portion Control

Urgestein
Hallo,

das sollte man völlig wertfrei sehen. Denn jeder Mensch darf sich für oder gegen Kinder entscheiden.

Die Situation die du erlebtest, solltest du nicht überbewerten. Manche Übermamis reagieren halt so.
 

powerflower

Aktives Mitglied
Spontaner Gedanke dazu:

Hm, ja doch, manchmal empfinde ich das ähnlich wie du. Vor allem dann, wenn auch ich das Gefühl habe, dass derjenige gerade irgendwie etwas fordert, das "nicht nötig" wäre. (Sozusagen "übervorteilt" wird?) Das bezieht sich aber nicht nur auf Kinder.
Ich habe das generell nicht oft, aber manchmal erinnert uns ein Mensch vielleicht an eine Situation, die wir als ziemlich ungerecht empfanden (ob wir persönlich jetzt davon betroffen waren, oder ein Mensch, der uns wichtig war/ist, ist dabei glaube ich egal), und dann baut sich da ein innerer Widerstand auf.

Vielleicht hat das bei dir einen ähnlichen Ursprung?

(Ich weiß auch gar nicht, ob das bei mir die Ursache dafür ist, dass ich das manchmal so empfinde. Das war nur ein kurzer Gedanke.)


LG
 

Acromantula74

Sehr aktives Mitglied
Ich bin 41 und oute mich mal dahingehend, dass es mir genauso geht...

Manche Kinder finde ich auch ganz knuffig, etwa den Enkel meines Freundes, aber wildfremde Kinder sind mir einfach nur gleichgültig. Wenn ich z.B. einkaufen bin und ein fremdes Kleinkind versucht, mit mir Kontakt aufzunehmen, dann tue ich so, als hätte ich es nicht gemerkt, ignoriere es und gehe weg.

Ich habe daher auch keine eigenen Kinder - es hat sich ganz gut getroffen, dass mein Ex-Mann zeugungsunfähig war und mein jetziger Freund bereits 2 erwachsene Söhne hat und keine weiteren Kinder will.

Dafür bin ich extrem tierlieb und muss schon schwer schlucken, wenn ich etwa ein überfahrenes Igelchen am Straßenrand sehe.

Ich sehe mich dadurch aber nicht als schlechteren Menschen, manche haben eben mehr Mutterinstinkt, andere weniger.

Meiner besten Freundin geht es übrigens ganz genau so.
 
G

Gast

Gast
Hallo, du. =)

In einem gewissen Alter wissen Kinder noch nichts mit Schmerz anzufangen und schauen sich immer fragend nach Erwachsenen um, deren Gesichtsausdruck und Körpersprache ihnen verrät, ob es sich zu weinen lohnt. Wenn das Kind einmal weint, dann ist es im Weinen und fühlt sich tatsächlich traurig. Dann sollte man, wenn niemand anderes zur Stelle ist durchaus hingehen und trösten.

Allerdings scheint mir, dass du einfach keinerlei Erfahrung mit kleinen Menschen hast. Das heißt aber nicht, dass du nicht einfühlsam wärst oder so. Auch nicht, dass du keine Kinder magst. Du beschreibst ja selbst, dass du eigentlich überfordert bist, wenn du siehst, dass kleinen Kindern was passiert ist. Sie stören sich ja nicht, wenn sie lachend über den Spielplatz rennen oder neben ihren Eltern im Park spazieren gehen.

Vielleicht hilft es dir, wenn du dir selbst Situationen ausdenkst, bei denen du Zeuge solch kleiner Unfälle wirst und überlegst wie du handeln würdest und wie sich das anfühlen würde, wenn du plötzlich nicht mehr der eingreifende Zeuge bist, sondern ein Beobachter, der den eingreifenden Zeugen und das Kind sieht. So kannst du zurücktreten und das große Ganze reflektieren.

Mach dir nicht zu viele Sorgen und hab einen schönen Tag. =)
 

Adria78

Aktives Mitglied
Ich mag auch keine Kinder und bin von denen ziemlich schnell genervt. Für mich ist das Thema aber auch gegessen= Wechseljahre.

Es stimmt, das manche Kinder weinen, wenn sie merken damit Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich habe mal Eltern kennen gelernt, die kein großes Aufhebens darum gemacht haben, als ihr Kind fiel. Gekuckt, ob es ihm gut geht, aber nicht unnötig getröstet bzw. kein Aufhebens drum gemacht. Die Kinder waren super ausgeglichen. Sie fielen auch öfters hin, aber ohne jedesmal das große Gezeter anzustimmen. Das hat mich total beeindruckt. Von daher geht es auch anders.

Ich würde schon schauen, wenn ein Kind hinfällt, ob alles in Ordnung ist. So wie ich das bei jedem Menschen machen würde, egal welchen Alters. Aber wenn nichts ist? Dann ist nichts!

Solche Frauen, die Beleidigungen ihren Hund oder Kleinkind erzählen, aber möchten das man sie hört, stelle ich immer zur Rede. Ich sage denen dann ganz offen, wenn sie mir etwas zu sagen haben, sollen sie das bitte mir ins Gesicht sagen. Und nicht sich so feige verstecken. Da kriegen die einen riesigen Schrecken! Weil die es gewohnt sind, keine Widerworte zu bekommen- So ein Verhalten finde ich widerlich. Mag ich auch nicht, wenn es jemand aus anderen Gründen macht. Wenn jemand mit etwas was ich tue nicht einverstanden bin, kann er mich "vernünftig" und respektvoll drauf ansprechen!


Wir sollten eine Gruppe gründen: Frauen, die gewollt kinderlos sind!
 

primechecker

Aktives Mitglied
Mir geht es auch bisschen so. Ich finde zwar Kinder zum Teil besser als Erwachsense, da sie nocht nicht so verdorben sind wie diese. Aber man sieht eben auch schon immer sehr fragwürdige Erziehungsmethoden von Erwachsenen. Grundsätzlich gefällt mir überhaupt nicht wie mit Kindern und der nächsten Generation umgegangen wird. Ich verstehe z.B. dieses ganze Trara um ein kleines Baby nicht. Warum, das jetzt so was besonderes ist. und so verhätschelt wird und das Beste ist auf der Welt, obwohl es eigentlich "nur" ein Baby ist oder ein junges Kind. Mich regt es schon fast auf wie sehr sich eine Mutter auf ihr Kind fokussiert und es eben das Wichtigste überhaupt ist. Aus meiner Sicht ein fragwürdiges Relikt unserer Evolution, denn es gibt genauso gut auch andere überaus wichtige Dinge, die völlig außer Acht gelassen werden.
Auch finde ich es weniger schlimm wenn ein Baby oder kleines Kind stirbt als jemand, der ein großes Potential aufweist. Hier stimmt einfach nicht die Verhältnismäßigkeit. Es ist für mich einfach nur irrational.

Ich distanziere mich eigentlich auch von Kindern (aber auch von vielen anderen Menschen/Erwachsenen), weil ich genau weiß, dass sie eh noch nicht reif genug sind und die Welt nicht verstehen. Wenn ich alle Zeit der Welt und Energie hätte, würde ich jedes einzelne Kind erziehen (nach meinem Vorbild und Idealen muahaha). Wenn ich wüsste, dass es die ganze Mühe Wert ist, könnte ich viel befreiter agieren. Aber ein fremdes Kind was hinfällt und dessen Potential ich nicht erkenne und ich nicht weis ob meine Aktion wirklich etwas bewegt ? Warum sollte man sich darum kümmern ? Von daher macht es durchaus Sinn nicht so zu handeln.
Das ist letzten Endes die altruistische Handlungsweise, die nicht wirklich altruistisch ist, da stets ein egoistische Hintergedanke eines Nutzens dahintersteckt. Es würde schlicht und ergreifend keinen Sinn für ein Individuum machen, wenn es jemanden hilft und dafür nichts an Nutzen zurückerwartet. Für mich kann z.B. ein persönlicher/s Nutzen/Ziel sein, "die Welt zu verbessern" (jetzt mal unkonkret ausgedrückt). Wenn ich erwarten kann, dass dadurch tatsächlich die Welt verbessert wird, dann würde ich diese Aktion auch eher ausüben, als wenn ich es nicht erwarten würde.

Vielleicht hast du ja z.T. ähnliche Gedankengänge oder unbewusste Verhaltensweisen, vielleicht aber auch nicht. Wer Weiß es denn schon xd.
Ich finde es nicht schlimm, wie du dich verhalten hast, aber andere , die meines Erachtens eher oberflächlich und nicht tiefgründig agieren, finden es eben vielleicht schlimm. Tja, was soll man da machen.

Liebe Grüße
 

bird on the wire

Aktives Mitglied
Bei Kindern denke ich mir aber immer, dass die das doch abkönnen müssen und eh kurz danach wieder alles vergessen ist. Ich kann einfach nicht zu ein fremdes Kind gehen und einen auf „Dutsi-Dutsi“ machen. Ich weiß nicht warum das so ist.
Wie war das denn bei Dir selbst als Du Kind warst?

Bist Du liebevoll getröstet worden?
Kennst Du das Glück einer sicheren Umarmung?
Wurde Dein Kummer und Schmerz gesehen und wichtig genommen?
Konntest Du Dich darauf verlassen, daß immer jemand für Dich da ist?
Daß sich jemand um Dich kümmern wird und Du nicht allein bist, wenn Du mal hinfällst, wenn Du Trost brauchst und Nähe?
 

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