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Hoppppla Aurelie.....

mikenull

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Wollte das Them eigentlich als Blog einstellen, scheine aber zu blöd dafür. Macht aber nichts.
Es handelt sich um die Geschichte meiner schweren Krankheit. Ein gewaltiges Abenteuer mit vielen ( 10 ) Operationen, aber auch Kritik am fürchterlichen System eines anderen Landes usw.
Ich schreibe nicht chronologisch, sondern einzelne Sequenzen, die ich für wichtig, traurig aber auch für lustig genug erachte. BITTE KEINE KOMMENTARE! Dafür wird am Schluß meines gro0en Beitrages genug Platz sein.

Also, Hoppla Aurelie..... 1

Anfang Oktober des letzten Jahres spürte ich zum ersten Mal leichte Schmerzen im rechten Fuß. Das war zunächst mal nichts Besonderes.Wenn ich mit meinem Hund "Frech" spazieren ging, und das tat ich mindestens dreimal am Tag, verschwand der Schmerz nach ein paar Metern. In der Nacht zuckte es zwar manchmal, aber durch geschicktes Drehen war das locker im Griff. Ich fand heraus, daß es nicht wehtat, wenn ich mich nach rechts im Bett drehte.

Doch es wurde intensiver. Ich ging weniger ins Internet und die Spaziergänge wurden kürzer, ja ich gab sogar dafür dem Hund die Schuld und sagte öfters: Ich sehe gar nicht ein, warum ich mit dir solange Spaziergänge machen muß, du stehst ja sowieso mehr in der Gegend rum und schnüffelst.
Ich arbeitete weniger. Es begann die Zeit . Mitte Oktober 2018, in der ich zwar mit dem Hund noch rausfuhr und lief, aber zumeist legte ich mich nach diesen Wegen wieder zu Hause ins Bett, wo die Schmerzen erträglich waren.

Um den 22. Oktober wurde es dann ganz massiv. Die Schmerzen wurden immer unerträglicher. Das morgentliche Waschen fiel zumeist aus und die 25m zur nächsten Nachbarin legte ich mit dem Auto zurck.
Am 24. Oktober am frühen Morgen ging ich mit dem Hund nur noch etwa 50m Strecke. Ich habe vor meinem Haus sozusagen eine eigene Straße, die nur ich befuhr. Ich schloß "Frech" im Haus ein und ohne das ich das wußte begann meine Odyse über ein Jahr.
Ich fuhr hinüber zu meienr Nachbarin Frau Susse, um die 80 Jahre alt, streitbar, philosofisch. Sie war bereits um 7 Uhr draußen und wie immer war es in ihrer Küche so heiß, daß man sich am liebsten nackt ausgezogen hätte. Es gab wie immer einen "Kaffee", den meine Mutter etwa als Muckenfuck oder als Quer durch den Garten bezeichnet hätte.
Sie betrachtete neunen rechten Fuß ( es war Ende Oktober und draußen noch relativ warm - mehr als ein T-Shirt, eine Jeans und alte Turnschuhe trug ich nicht.)
Wir tippten beide auf eine harmlose Blutvergiftung. Na ja, da gibts eine Spritze und man ist wieder in den Heidelbeeren. Ich sagte Ihr, das es höllisch weh tut und was zu machen sei.
Sie hatte keine Ahnung, brachte dann aber die geniale Idee auf den Tisch doch einfach mal die Bürgermeisterin anzurufen, Die tut ja sonst nix.
Die kam dann eine gute Stunde später; wir hatten sie wohl aus dem Bett geklingelt. Sie betrachtete kurz meinen Fuß. Dann kramte sie ihr Smartphone hervor und tippte eine Menge Zeug ein. Inzwischen hatte Frau Susse den nächsten Nachbarn verständigt, der auch kurz danach eintraf.
Da kann nur ein Arzt helfen entschied die Bürgermeisterin und legte reine Hand auf meine Schulter. Ich muß mein Auto rüberfahren und sicherheitshalber mein Handy mitnehmen.
Das verbot sie mir mit dem Hinweis, das die Ambulanz bereits unterwegs sei.
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Das war der erste Teil - bitte keine Kommentare! ( per PN natürlich möglich
 

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mikenull

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Hopppla Aurelie 2

Ja, es dauerte etwas, aber dann kamen sie: Großer Citroen-Ambulanzwagen, drei Feuerwehrmänner als Besatzung. Ein dicker Mann, wohl der Boss, zwei Mann leicht afrikanisch aussehend. Während der Dicke alles in seinen Laptop eingab, was Frau Susse ihm über meinen rechten Fuß erzählte, schnallten mich die anderen Beiden auf einem tragbaren Stuhl fest. Mit disem Stuhl gings die Treppe runter, hinein in den Wagen auf die Bahre. Ja, dann ging es los und der Fahrer schaltete zumindest vor jeder Kreuzung und Einmündung Blaulicht und Horn ein.
Es ging nach St.Avold, also etwa 20 Kilometer, ein ziemich neues Hopital, nicht weit von der ehemaligen Grenze zur BRD weg. Ich wurde ausgeladen und mußte in der Notaufnahme auf ein anderes hartes Bett klettern. Eine ältere Blondine sprang zwischen den anderen Kranken hin und her und rief ziemlich laut öfters den Bgriff "Priorität" in die Runde. Diese hatte ich nicht, denn es dauerte wohl um die vier Stunden, bis ich eingangsuntersucht war. Kleider runter, duschen ( tja...) Blutabnahme, Scanner, Doppler. Dann stand wohl fest, daß ich tatsächlich krank war und ich wurde auf die chirurgische Station gefahren. Schönes Einzelzimmer, eine Menge ( wunderschöner! ) Krankenschwestern - eigentlich schön, wenn da die Schmerzen nicht wären. Gut, estmal zu schhlafen versuchen. Es gab noch ein perfektes Abendessen.
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Bitte hier keine Kommentare!
 

mikenull

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Hoppla Aurelie 3

Am nächsten Tag und nach weiteren Untersuchungen tauchte zum erstenmal im Hintergrund das schreckliche Wort "Diabet" auf - bis dahin hatte ich lediglich mit einer Blutvergiftung gerechnet.
Ab dem Mittag gab es an jedem der folgenden Tage warme Bäder in einer Art Emulsion. Dabei hatte ich große Schmerzen - mir wurde aber immer klarer, das man meinen Fuß zunächst so retten wollte. Manchmal bin ich Pragmatiker. Ich dachte drüber nach zu was ich den rechten Fuß benötige: Zum gasgeben im Auto.....Mehr ist mir nicht eingefallen. Beim Motorradfahren brauche ich es nicht, Scooter ginge auch, da Automatic und im Auto bremse ich schon seit ewigen Zeiten mit dem linken Fuß.
Ein paar Tage später sagte mir dann die leitende Krankenschwester das der zuständige Arzt am liebsten dofort operiert hätte, aber erst am kommenden Donnerstag ein Termin frei wäre.
Gut, die Zeit bis dahin gab es weiterhin schmerzhafte Fußbäder; die restliche Zeit schlug ich mit Radio hören und dem guten Essen tot. Mein damaliger Freund Dominique brachte mi mein Handy und beruhigte mich einigermaßen damit das Hund Frech beim Nachbarn Alain versorgt würde und Katzenmädchen Saba jeden Tag im Hause gutes Futter bekäme.
Donnerstag Morgen um 6 Uhr tauchte dann eine Schwester auf, die mich mitsamt Stuhl auf Rädern unter die Dusche zog und mir danach ein schwarzes ( ! ) Operationshemd aus starkem Papier gab. Die Zeit bis ich mitsamt Bett dann von einem der Schiebe-Künstler abgeholt wurde, wollte nicht herumgehen.......
Gegen 10 und ohne Frühstück ging es dann im Aufzug abwärts in einen Bereistellungsraum, direkt vor dem OP-Saal.
Mir fielen noch zwei Schwestern auf die gemeinsam zum Arbeitsbeginn kamen und sich minutenlang abküssten.
Dann endlich tauchte eine Schwester auf die mich in deutscher Sprache über das Kommende aufklärte, aber auch noch Daten wie Gewicht und Größe notierte. Dann ging es in den OP hineien. Ich durfte mal wieder auf ein anderes Bett umklettern. ( was richtig wehtat.) Der Operateur stellte sich mit den Worten vor: Ach nein, der Deutsche. Dir habe ich doch der Tage einen Zugang gelegt. ( Richtig, ein Zugang am Hals, über den dann die Infusionen in den Körper gelangen.
Und weiter: Der linke Fuß. Nicht wahr?
Nein, der Rechte.
Alter Scherz unter Chirurgen.
Ich lag auf dem harten Bett, schaute in die großen Lampen und beide Arme wurden in Schienen gelegt und fixiert. Ich mußte an Jesus denken.....:D
Die Maske wurde zunächst lose audgelegt und ich dachte, da passiert eh nix. Dann ging es aber sehr schnell.
Die Naske wurde fest gedrückt und ich nahm nicht mehr wie zwei lange Atemzüge. Weg und schnell eingeschlafen....
 

mikenull

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Hoppla Aurelie 4

So, ich bin jetzt in Narkose. Es ging bei dieser ersten OP lediglich um etwa den haben rechten Fuß - also ( noch )nicht um das Bein. In den Tagen vor der OP stellte sich bei mir eine Frau Brokat ( Name abgeändert ) vor: Ich bin die Assistent Social und für Sie verantwortlich. Ich habe zwar mein Büro hier im Hopital, aber ich arbeite nur für Sie. ( also mich ) Nicht für das Hopital, auch nicht für den Staat und auch nicht für private Gläubiger. Ich werde Ihre deutsche Rente und auch die französic´sche Rente durchsetzen, gegebenenfalls auch die Sozialleistungen die Ihnen zustehen.
( Hörte sich gut an, ich kenne mich jetzt in Frankreich etwas ( etwas! ) aus. Ein Schwerbehinderter kann bis zu 2800 Euro im Monat bekommen, plus Haushaltshilfe, Putzfrau und natürlich alle Medikamente, Arztbesuche etc. Der Katalog umfasst gute 10 Seiten a DIN A4. ( leider ist die Datei viel zu groß um sie hier einzustellen. Berechtigt ist jeder, der schon einmal in einem EU.Land Sozialbeiträge bezahlt hat oder 10 Jahre in Frankreich lebt. Als Nachweis genügen glaubhafte Nachweise. ( also Hauskauf, Telefonrechnungen etc. )
Übrigens hat jeder "Gau" Stadt oder öhnliches eine zuständige Assistent(in) Social, die man anrufen kann, wenn man z.B. zu blöd oder zu alt iat ein bestimmtes Formular zu erhalten oder auszufüllen. Die AS kommt dann zu einem nach Hause, füllt aus und man muß nur noch unterschreiben.

So, damit man einiges über Frankreich versteht.
Morgen geht es mit meiner ersten OP weiter.

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mikenull

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Hoppla Aurelie 5

Als ich aufwachte fühlte ich mich sowas von gut. Um mein Bett herum standen genau vier bildhübsche Schwestern. Ich muß pinkeln, sagte ich. Alle vier lachten und bedeuteten mir, daß ich es ruhig einfach laufenlassen könnte ( da Ketheder ) und das alles gut verlaufen wäre. Schon nach kurzer Zeit ging es zurück auf die Station.
In den folgenden Tagen kam bereits eine Art Vorturner vorbei und ich machte ein paar Schritte im Gehbock. ( Ausdruck meiner Schwester ) Ich hatte allerdings beim Laufen und auch beim einfachen Sitzen im Futoil ( Stuhl ) immer leichte Schwindelanfälle )
Übrigens hatte ich gute 20 Jahre keinen Kontakt mit meinen beiden Schwestern Andrea und Dagmar. Über einen Geschäftsfreund und das Internet habe ich beide wieder gefunden und wir haben so gut wie jeden Tag übers Internet Kontakt.
Frau Brokat, die Assistentin Social, kam dann mit einem guuten Vorschlag. Sie sagte mir das ich inzwischen auf dem Wege der Gesundung wäre ( das wußte ich selbst ), aber noch eine Zeit nötig wäre um mich wieder entgültig herzustellen. Ich solle entweder nach Morhange oder nach Dieuze gehen, beides hervorragende Häuser. Da ersteres meinem Haus am nächsten liegt, fragte ich, wie es dort zuginge. Na ja, Einzelzimmer mit Bad bzw. Dusche, TV für 11 Euro im Monat im Zimmer, alles junge Leute, großer Speisesaal, Internet unfd natürlich Kine ( Sport ) Wer hätte da nicht zugesagt?
Wie immer wenn Fahrten anstehen, wurde ein privater Fahrdienst angefordert, der mich nach Morhange bringen sollte-
Und während ich jetzt quasi auf diese Fahrt gehe, ist endlich Zeit eine humoristische Einlage zu geben.

BITTE KEINE KOMMENTARE!
 

mikenull

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Hoppla Aurelie 6

Das französische KrankenSystem geht folgendermaßen: Ernste Sachen ( also z.B. akute Diabetis, Knochenbrüche, Prostata-OP, innere Verletzungen ) gehen immer in richtige und zuständige Hospitals. Wenn der Patient gut behandelt ist ( im Sinne der medizinischen Hilfe ) dann wandert er nach einiger Zeit in ein Hopital, das alles ersteres nicht kann. Das heißt zur entgültigen Wiederherstellung gehts es in eines dieser Häuser, von dort nach Hause ( seltener ) in ein Altersheim oder auf den Friedhof.
Ich war später in einem Haus dieser Art ( Dieuze, Hopital St.Jaques ) und da trug sich u.a. diese Geschichte zu:

Ich war in einem Zweibett-Zimmer und habe in der Zeit 5 Kollegen erlebt die sich rechts mneben mir einquartiert haben.
Einer davon war Martin Schneider. Ich lag am Mittag, nach dem teilweise katastrophalen Mittagessen auf meinem Bett als Martin mit einem privaten Fahrdienst gebracht wurde. Ein langer, hagerer Typ, nicht unattraktiv, na so ein Opa-Typ eben. Ich schätze ihn auf etwa 75 Jahre.
"Achtung", sagte die Fahrerin, die ich kannte auf deutsch zu mir "der büxt gerne aus"!
Es stellte sich schnell heraus, daß Martin ein perfektes Deutsch sprach und sich als "echter Elsässer" bezeichnete. Will heißen, daß man eigentlich kein echter Franzose ist. Aber auch kein echter Deutscher.
In der ersten Nacht, in der Martin quasi neben mir schlief, wurde ich durch laute Geräusche wach. ( das dauert bei mir immer etwas, weil ich seit einiger Zeit grundsätzlich mit Kopfhörer schlafe )
"Was machst Du denn drüben" , fragte ich, weil ich natürlich durch den Trennvorhang nichts sehen konnte.
Der Krach ging weiter und irgendwann flog eines der Gitter an Martins Bett auf den Boden.
Eigentlich unmöglich, denn die Gitter konnten maximal nach oben oder unten geklappt werden, aber nicht auf den Boden.
"Ich repariere etwas" sagte Martin ernst. Wenig später war er aus dem Bett gestiegen, ziemlich nackt, was seltsamerweise alle diese "Verrückten" machen - also die Kleider ausziehen. Martin begann inzwischen sein Bett abzuziehen....Ich drückte vorsichtshalber meine Klingel. Ich wußte aber, das der Nachtdienst bis zu 17 gestoppte Minuten brauchen konnte, bis er da war.
Tatsächlich brauchte der Krankenpfleger ziemlich lange bis ewig. Martin durfte sich wieder anziehen, sein Bett wurde frischgemacht und es herrschte wieder Ruhe.
"Martin das wird Konsequenzen haben, sagte ich, der natürlich wußte was kommen würde.
Am nächsten Morgen um 7 wurde martin nach dem Waschen in einen fahrbaren Polsterstuhl gesetzt, mit einer Art Fessel-Hose fixiert und die Feststellbbremsen des Stuhles aktivieret.
Ich kam - da Selbstwäscher - aus dem "Bad" zurück. Ich mußte grinsen, als ich den guten Martin im Stuhl sah.
Ich glaube auch, daß ich in diesem Augenblick in alte Zeiten zurückgefallen bin:
"Martin, habe ich Dir schon erzählt, daß ich als Arzt, sozusagen inkognito hier bin? Nenne mich bitte hier im Raum Dr.Mikenull, soviel Zeit muß sein. Oder sag Euer Hochwürden zu mir; das trifft es auch.
Gut, das hat den Tag über funktioniert.
Martin sagte irgendwann trocken zu mir: "Gib mir mal Dein scharfes Messer oder die Schere".
"Habe ich nicht, aber wenn Du den Gang ganz nach vorne fährst, da ist das Schwestern-Zimmer, die haben beides".
Man muß wissen, daß es trotz der Festellbremse möglich ist den Stuhl in winzigen ( und lauten ) Schrittchen zu bewegen.
"Was trinkst Du"? fragte Martin. "Nun, eigentlich nur Champagner Oder Riesling"
"Ich fahre morgen Früh nahc München und bringe Dir einen Riesling mit und sogar einen roten".
Es gab zu der Zeit auch noch die Madamen Marschall und Müller. Beide in polsterstühlen mit gezogener Festellbrmse unterwegs. Als ich deb Beiden gezeigt habe wie an diese Bremsen selsbt löst, hatten wir ein wunderschönes Chaos auf dem enegen Gang.
 

mikenull

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Hoppla Aurelie 7

Also ging es mit dem privaten Fahrdienst nach Morhange.
Schönes Haus inmitten der Kleinstadt. Empfang, dann kurzer Besuch in der ärztlichen Abteilung.
Dann aufs Zimmer. Nicht schlecht, das Bad mit Dusche ziemlich groß, Fernseher im Zimmer, zweites Stockwerk, alle Gänge mit dicken Teppich-Böden und Geländern. ( ich saß ja im Rollstuhl ) Dann kam die Chefin zu mir aufs Zimmer.
Ältere Tante, dürr, aber mit einem halbdurchsichtigen Kleidungsstück, sie sah von hinten aus wie ein Schmetterling, von vorne - wegen ihrer riesigen Brille - wie ein Uhu. Ich sollte im Voraus bezahlen - stellte also einen Scheck aus.
Um 17 Uhr trat ein großer Neger bzw. Dunkelhäutiger in mein Zimmer: Monseur Mikenull ( so langsam glaube ich, daß ich wirklich so heiße....) bitte kommen Sie zum Abendessen runter vor den Speisesaal.
Ich fuhr mit dem Aufzug runter. Oh je, da saßen sie alle. Die Hälfte der Insassen in Rollstühlen, der Rest in gepolsterten Futoils, wenige standen. Ich war wohl der Jüngste von allen......
Tatsächlich ging es um kurz vor 18 Uhr in den Speisesaal. Eigentlich gemeinsam, aber die meisten mußten vom Personalin den großen Raum geschoben werden. Ich bekam einen Platz an einem Tisch zugeiesen, an dem saßen: Ein deutschsprechender Mann der augenscheinlich gesund war, eine ältere Frau auch deutschsprechend, die aber nur mit Mühe selbst essen konnte, einiges landete auf ihrem Kleid und als vierten Mann ein Franzose, der nicht wollte, daß man deutsch spricht. Mehr so ein Kriegsveteran.
Oh Gott, es dämmerte mir; das ist kein Krankenhaus, sondern ein Altersheim. Von wegen junge Leute, oder gar Internet.....Das Frühstück nach Wunsch wurde am Morgen aufs Zimmer gebracht, Mittags und am Abend gings in den Speisesaal, wobei jedes dieser Essen mindestens eine volle Stunde dauerte. Übrigens habe ich mich mit dem Erzfranzosen in den Tagen angefreundet. Wir haben uns per Handschlag jedes Mal begrüßt und wir waren die einzigsten am Tisch die am Mittag und am Abend ein Gläschen Rotwein tranken. ( war auf Wunsch möglich und der Wein war wirklich gut )
Am 6.Dezember des letzten Jahres übernahm wohl der Farbigwe die Rolle des Nikolaus. Er trug ein farbiges Gewand, hatte einen großen Bart, eine riesige Mütze ( er muß mindestens 2,50 m groß gewesen sein ) und ging von Tisch zu Tisch- Jeder der alten Insdassen bekam einen kleinen Schoko-Nikolaus geschenkt.
Nach vier endlosen und langweiligen Wochen erwischte mich eine Krankheit, die ich nieemandem wünsche. ( Merke: Im krankenhaus wird man krank )Eine Harnwege-Infektion - man schreit bei jedem Tropfen garantiert )
Inzwischen hatte Freund Dominique bei Frau Susse die Krüken ihres verstorbenen Mannes organisiert,
War aber nichts. Die wurden ihm beim Empfang unten abgenommen, mit der Bemerkung daß dies für mich viel zu gefährlich wäre.

Kurz darauf ging es für mich zurück nach St.Avold, angeblich wegeb der Harnwege-Sache.
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mikenull

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Hoppla Aurelie 8

Zurück in St. Avold wurde wieder die langwierige Eingangsuntersuchung gemacht. Zuerst in den Scanner, dann in den Doppler. Bei diesem Gerät fährt der Arzt die Adern und Blutbahnen ab und kann ander Lautstärkr bestimmen wie gut eine Ader vom Blut durchflossen wird. Sinnigerweise hatte der Arzt in diesem Hopital seinen Computer auf Hundegenknurr, also auf "wuff, wuff" eingestellt Und an der Wand klebte ein großes Poster eines Mannes mit seinen Blutbahnen. Selbst ich, der Hobbyarzt begriff das.
Ganz entgegen meiner Hoffnung ging es anschließend wieder nach oben auf die Station, wo manche Schwester schon den Mund verzog. Ist halt so, mit der Hälfte hatte ich Krieg, die andere Hälfte liebt mich.
Mir wurde dann gesagt, daß gleich am 26. Dezember eine weitere Operation nötig wäre. Der Arzt sollte derselbe sein wie beim ersten Mal. Und zwar eun Mann mit 89 Jahren ( kein Schreibfehler! ) Und ich sollte seine letzte Operation vor der Rente sein, na ja, warum nicht. Das beschriebene Prozedere ist bekannt, Ziel war lediglich unten am Fuß wenige Adern richtig miteinander zu verbinden. Es lief wie beim ersten Mal, aber die Narkose war nicht so gut. Ich hatte Probleme mit dem atmen, weil mir der Hals wehtat. Daher bekam ich den Tag über Sauerstoff.
In der zweiten Nacht danach setzte heftiges Nasenbluten die ganze Nacht über ein. Ich habe das Zeug brav geschluckt und man bestätigte mir, das es an blutverdünnenden Medikamenten lag. ( schwache Naturen sollten das jetzt überlesen ) Am Morgen habe ich - da Blut im Magen nicht gerinnt - Blut gespuckt, so das Teil in Schneckengröße. ( die Roten im Garten ) Das einzigste was ich vom alten Operateur gesehen habe, war als er den Gang entlang kam, mir still dreimal auf die Schulter klopfte und wieder weg war. Sein Leben war die Chirurgie, unverjheiratet, keine Kinder, Hobby zum Beruf gemacht )
Übrigens war die Harnwege-Infektion innerhalb zweier Tage vergessen.
Am Ende von St.Avold wurde ich gefragt wohin ich nun wolle. Ivh entschied mich für das Hopital n Dieuze. Um keinen Preis wollte ich nochmal nach Morhange.
Wieder kam eine private Ambulanz, lud mich ein und ab ging es nach Dieuze.

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mikenull

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Hoppla Aurelie 9

Das St.Jaques Hopital in Dieuze war zu der Zeit gut belegt. Ich schätze mal mit bis zu 40 Patienten. Der Cheffe damsl war ein deutschsprechender Mann der mich sofort - und richtig - allein am Akzent als Badenser einordnete. Es gab am ersten Tag, daran erinnere ich mich gut, eine "Vermecell", eine sehr gute Nudelsuppe zu essen. Drei Tage war ich allein im Zweimann-Zimmer, dann wurde ein Mann gebracht. Der sprach auch ein gutes Deutsch und wohnte, nach eigenen Angaben nur 500m weg von der "Klinik". Was ihn plagte habe ich nicht erfahren; auch wenig mit ihm geredet weil er einfach ein unangenehmer Typ war.
Er trug bei seiner Ankuft insgesamt 7 T-Shirts übereinander und mußte zuerst mal eine Zwangsdusche über sich ergehen lassen. An was ich mcih auch erinnere: Am Tage und in der Nacht brüllte ein Mann auf dem Flur immer den Namen "Isabell" und den Satz: "Warum hast Du mich verlassen"? Nichts ungewöhnliches in solchen Häusern. Denn es gibt immer irgendwelche Verrückten - oft fragte ich mich, wie hoch der Anteil solcher Menschen sein darf, damit die Schwestern mit der Arbeit noch nachkommen.
In der Zeit hatte mir Dominique ein neues Radio besorgt. ( außen pfundig, innen Grundig ) Man bekam nur einen deutschen Sender damit rein, obwohl Dieze gerade mal 30 Kilomter von Saarbrücken weg liegt. Dieses Radio gefiehl meinem Zimmerkollegen nicht. Er forderte mich am Abend gegen 7 mehrmals auf zu schlafen. ( ? ) Nach ein paar Tagen wollte er mir sogar den Stecker aus der Steckdose ziehen. Da ich sowieso nur mit Kopfhörer schlief und damit niemand störte. Ich drohte ihm sofort mit der Faust, klingelte aber sicherheitshalber das Personal herbei, denn kräftig war ich nicht und natürlich auch nicht sicher auf den Beinen.
Mir war klar, daß er in den Nächten etwas vorhatte, daß ich nicht wissen durfte. Ich beschloss also wachzubleiben.
Ich war allerdings nicht der Ansicht, daß es mit mir zu tun hatte, hielt aber mein scharfes Messer unter der Bettdecke bereit.
Bin dann doch kurz eingenickt und durch das Licht im Bad aufgewacht. Die Lamellentür war nicht ganz geschlossen. Und es gab eindeutige Geräusche. Sollte das im Hopital etwa möglich sein?
Ich blieb wach. Nach einiger Zeit kam der Kollege herausgeschlichen, öffnete die Tür zum Zimmer und lauschte auf den Gang. Dasselbe Spiel wiederholte sich mehrmals in der Nacht.
Am Morgen war alles wie immer und ich sagte niemanden etwas. In den folgenden Nächten war alles ähnlich.
Ob er mit jener Isabell zu Gange war? Denn diese, das hatte ich erfahren, war auch im Hause als Patientin.
Ich hatte natürlich beschlossen nichts dem Personal zu sagen, weil ich mir denken konnte, daß es ziemlich schnell von alleine auffliegen würde.
Tatsächlich wurde die Sache, sozusagen in flagranti, wenige Tage später entdeckt, als eine der Frühschicht-Schwestern ins Zimmer und dann ins Bad trat. Im Nu waren vier Schwestern im Raum, es gab einen Heidenzirkus, und der Kollege wurde um 9 Uhr dem Arzt vorgeführt.
Nein - erstaunlicherweise hat man ihn nicht hinausgeworfen.
Mir wurde am Abend des selen Tages gesagt, daß mein Blut Unregelmäigkeiten zeiegen würde und ich nach dem Abendessen nach Saarbourg efahren würde um dort untersucht zu werden und eventuell neues Blut zu bekommen.
Also ging es wieder mit dem privaten Fahrdienst - dieses Mal im liegenden Transport - woeder los. Ich sollte aber noch in der Nacht wieder zuückkommen, konnte also meine Wäsche, Radio usw. in Dieuze lassen.

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mikenull

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Hoppla Aurelie 10

Es ging also mal wieder auf die Reise. Das passiert zumeist mit privaten Fahrdiensten, oft im liegenden transport mit zwei Personen als Personal. ( man kann sich vorstellen was das kostet.... )
Saarbbourg ist ein wunderschönes Hospital. Vor einigen Jahren war ich mal kurz dort und habe den bereits verstorbenen Herrn Susse mit seiner Frau ( also meine Nachbarn ) besucht.

Wir fuhren etwa eine Stunde und ich mußte wieder mal eine längere Einganguntersuchung absolvieren.
Also Blutabnahme, Scanner etc. Anschließend lag ich allein in einem der Untersuchungszimmer. Ich weiß noch das die Ärzteschaft insgesamt sehr freundlich war.
Allerdings wurde es dann doch dramatischer als ich dies erwarten konnte. Eine Ärztin und ein Arzt kamen mit schneeweißen Gesichtern in das Zimmer. "Monsieur Mikenull, wir müssen Sie sofort operieren, es sieht nicht gut aus".
Seltsam; ich fühlte mich eigentlich ziemlich wohl.
Zwei Sanitäter waren sofort zur Stelle, luden mich auf eine harte, schmale Bahre und führen mich hinaus. Dort stand einer der großen Citroen-Ambulanzagen mit laufendem Motor.
"Wer fährt"? fragte ich routinemäßig, aber dieses Mal lachte niemand. Ich wurde mitsamt der Bahre ins Auto geschoben. Der Arzt ubd die Ärztin setzten sich an meine Seite und fargten mich wie es mir gehe.
"Gut, wie immer", sagte ich, der noch nichtmal wußte wohin die Reise gehen sollte. Wohl kaum zuück nach Dieuze.
Während der Rennfahrer am Steuer gleich zu Beginn schon alles gab, wurde ich von der Notärztin im Wagen an gleich zwei Blutkonserven angeschlossen. ( ich hatte ja seit der ersten OP am Hals einen Zugang.
Die beiden Notärzte drckten jeweils mit beiden Händen an den Blutbeuteln - wohl damit mehr und schneller von der Flüssigkeit aufgenommen werden konnte.
"Es geht nach Nancy, dort wartet bereits ein OP-Team", sagte der Arzt.
Mir war es trotzdem äußerst wohl und ich bemerkte, jedenfalls an mir selbst, nichts ernstes. Ich erzählte den Beiden von meinem Hund und der Katze, vom Offenfahren im folgenden Sommer.....
So ging es in der Nacht über die von mir geschätzte Entfernung über viellcht 70 bis 90 Kilometer. Immer schön mit Blaulicht und Sirenengehäul

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