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Hilfe! Verliebt in meine Therapeutin - was tun?

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atlas

Gast
Auf der Ebene dir von deiner Therapeutin helfen zu lassen wirst du nicht mehr weiterkommen können. Das wirst du zwar nicht wollen, aber du solltest dir einen neuen Therapeuten/in suchen. Diene jetzige ist dadurch nicht aus der Welt, aber es wäre für sie unprofessionell wenn sie dich weiter behandeln würde wenn du es ihr sagst. Vielleicht kannst du sie ja erstmal als Freund für dich gewinnen.
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Hallo Masako,
ich habe jahrelang Therapeuten ausgebildet und würde
sagen: du bist auf einem guten Weg, dein Thema voran
zu bringen. Es gibt das Phänomen, dass man in einer
Therapie ein Teil des Problems mit dem Therapeuten
durchlebt (speziell bei Beziehungsthemen) und es da-
durch mit ihm lösen kann - da er ja berufsmäßig neutral
bleiben MUSS und sie sich auf keinen Fall mit dir ein-
lassen wird. Ob du es ansprichst oder nicht, bleibt dir
überlassen, wichtiger scheint mir, welche Gedanken du
dir machst und auf welche Schlussfolgerungen du selbst
kommst, welche Erkenntnisse du über dich gewinnst.
Immerhin hast du es hier schon mal angesprochen und
das allein könnte schon eine Wirkung auf dich haben.

Darf ich mal nachfragen, worin dein Problem genau be-
steht? Es ist ja an sich (sachlich gesehen) kein Problem,
dass du "auf Frauen stehst" und mit einem Mann zusam-
men bist. So geht es ja vielen Frauen und das ist keine
Krankheit. Auch dass man liebt oder sich verliebt ist an
sich kein Problem, sondern etwas sehr Schönes ...

Gruß, Werner
 
T

Tiger22

Gast
Hallo Masako,

Werner hat es sehr gut erklärt.
Ein Therapeutenwechsel ist nicht zwingend nötig, jedoch solltest du die Emotionen als Teil deine Entwicklungsprozesses sehen. Nimm sie mit, heraus aus der Therapie ins Leben.

Alles Gute!
 

das Gefühl

Aktives Mitglied
Hallo Masako,

auch ich denke, dass da eine große Chance auf Dich wartet, Dich vor allem mit Deiner Liebe zu Frauen auseinanderzusetzen. Du schreibst, Du und Deine Therapeutin seid verunsichert, weil ihr gar nicht richtig wißt, wo ihr ansetzen sollt. Und ich glaube, dass das zunächst einmal das Wichtigste ist, weil Du ja da eine Fassade lebst, eine Beziehung zu einem Mann führst, den Du nicht liebst (?). Und das erschwert natürlich eine gesunde Auseinandersetzung mit den eigentlichen Themen, denn da sollte und kann eine Veränderung bewirkt werden, die Dich dann vielleicht öffnet und Dir Zugang zu den anderen schlimmen Erfahrungen macht.
Ich wünsche DIr alles Gute!
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Mein Problem ist Depression und Suizidgedanken (ich hab es aber noch nicht versucht). Ich hab mich jahrelang auf Antidepressiva verlassen und mich vor der Gesprächstherapie gedruckt, da ich nicht wußte, wie ich mein Leiden in klare Wörter übersetzen soll. So geht es mir immer noch. Ich finde es schwer, das, was wirklich wehtut, anzusprechen. Meine Therapeutin glaubt zwar, Einiges geklärt und verstanden zu haben (schwere Kindheit, ich war von meinem Vater-Alkoholiker ständig verprügelt) und dennoch weiß sie auch nicht so richtig (kommt mir so vor), wohin mit mir. Ich habe trotz Tabletten schwere Stimmungen, Albträume und Ängste, und Schwierigkeiten, Kontakte zu knüpfen. Und Neigung zu Magersucht... hmmm, reicht, oder. Jedenfalls danke für dein Interesse und für das Nachfragen.
Hallo Masako,
gerade dann, wenn sehr viele und schwere Probleme
gemeinsam auftreten, ist es hilfreich, viel darüber zu
sprechen, was denn das Ziel einer Therapie ist - also
wie dein Leben aussähe, wenn es (wieder) "gut" ist.
Zur Vereinfachung taugt hier die Methode der 1-10-
Skalierung: Stell dir vor, auf einer Skala von 1 bis 10
stünde die 1 für eine Zeit, wo es dir so schlecht geht,
dass du lieber nicht mehr leben würdest. Die 10 steht
für "alles ist perfekt - so kann es immer weiter gehen".
Wo auf dieser Skala würdest du dich aktuell einordnen?
Und was ist dein Ziel (für die Therapie) auf der Skala,
wo du sagen kannst: Jetzt ist es okay, ich kann ohne
diese Unterstützung mein Leben gestalten?
Angenommen, du sagst: Ich bin auf Skalenwert X.
Dann würde ich mit dir daran arbeiten (als dein Thera-
peut), was denn für dich X+1 wäre - also welche Ver-
änderung diesen +1-Unterschied ausmachen würde
und dann vielleicht noch darüber, wann du zum letzten
Mal eine X+1-Phase hattest und was du damals anders
gemacht hast, um diesen Fortschritt zu erzielen.

Der Unterschied zu sehr problemorientierten Gesprächen
ist hier, dass vor allem über Lösungsideen gesprochen
wird und das erhöht erfahrungsgemäß die Wahrschein-
lichkeit, dass diese Lösungen auch geschehen. Es genügt
auch völlig, zu sagen: Ich habe ein Problem. Man muss
das nicht im Detail erklären oder gar völlig verstehen.
Es ist nur der Anlass dafür, etwas verändern zu wollen,
nicht der Hauptinhalt der Gespräche. Hier machen viele
Therapeuten aus meiner Sicht einen Kardinalfehler. Sie
arbeiten mit ihren Klienten als wären diese ein kaputtes
Auto (das sich selbst keinesfalls reparieren kann und
auch nichts über sich selbst weiß). Da macht es dann
auch keinen Unterschied mehr, ob man 5 oder 10 oder
200 Stunden in so einer Therapie verbringt - im Gegen-
teil: nach 200 Stunden Problemgespräch ist das Gehirn
überzeugt, dass es wichtig ist, das Problem am Leben
zu erhalten :)

Gruß, Werner
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Hmmm ... da hast du dich in was verwickelt - ver-
mutlich auch deshalb, weil du ein Grundprinzip von
Psychotherapie übersehen hast (?): die dort entste-
henden Beziehungen sind nicht natürlicher Art, da
sich eine Seite berufsbedingt so viel Zurückhaltung
auferlegt hat, dass es nur eine Einbahnstraßen-Be-
ziehung wird (unabhängig von der Qualität). Laut
Freud können solche therapeutischen Beziehungen
und die darin auftretenden Projektionen (wie du es
so ehrlich beschreibst) dabei helfen, Defizite und
Muster in der eigenen Beziehung zu den Eltern
noch einmal zu erleben und neu abzuspeichern.

Die Zwiespältigkeit, mit der du diese Frau "liebst"
erinnert schon sehr an die Beziehung des Kindes
zu seiner Mutter: auch bei ihr bist du nie ganz si-
cher, ob sie nun dich "wirklich" liebt oder nur dich
als ihr Kind (also in deiner Rolle). Beide - die elter-
liche und die therapeutische Beziehung sind nicht
auf gleicher Augenhöhe und damit nicht für die Er-
füllung von Partnerschaftswünschen geeignet.

Indem man das erkennt, akzeptiert und sich darü-
ber nicht mehr ärgert, kann man loslassen und
sich Menschen zuwenden, die auch wirklich in der
Lage und fähig sind, erwachsene Beziehungen auf
Gegenseitigkeit einzugehen (und die einen ebenso
ablehnen können, was ja bei Eltern und Therapeu-
ten eher nicht passiert).

Ich fände es übrigens durchaus ein Gesprächsthema,
dass dir die Therapeutin ihre Methodik erläutert -
also trau dich, sie danach zu fragen und dann sitz'
so lange still hin und warte, bis sie dir antwortet
oder frage so lange nach, bis du verstanden hast,
was sie tut.

In der Hoffnung, dass ich dir ein paar sinnvolle
Gedanken angeboten habe, grüßt dich herzlich
Werner
 

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