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Hilfe, Seelische Gewalt

Josi26

Neues Mitglied
Hallo,

ich weiß manchmal nicht mehr weiter.

Ich, 25, bewohne mit meiner Mama zusammen eine 2 Raum Wohnung. Meine Eltern sind seit 1998 geschieden. Meine Mama ist Alkoholikerin. Nicht so extrem, dass sie jeden Tag betrunken ist, aber aller 2-3 Wochen 2-3 Tage. Sie trinkt aber auch fast jeden Abend eine Flasche Wein. Diese muss ich ihr immer Abends mitbringen, ansonsten würde dies gleich wieder zu Beleidigungen und Demütigungen führen. Deswegen gehe ich damit ihr schon aus dem Weg.

Sie ist arbeitslos und ich bin berufstätig, Vollzeit. Aber der Haushalt bleibt meistens noch an mir hängen und sie verbringt ihre Zeit damit Fern zu schauen oder alles in der Wohnung zu kontrollieren, ob alles an der richtigen Stelle liegt. Das nervt mich total. Ich muss jedesmal Rechenschaft ablegen, in welchen Schrank ich war und was ich raus genommen habe.
Am Wochenende bin ich meistens mit Putzen beschäftigt. Bad, Staub und den Boden. Das geht ja noch, den Rest macht sie. Aber es ist manchmal nervig wenn sie Fern schaut und ich muss putzen. Ich mache gerne was, aber auch wenn man mal gelobt wird. Nein dann wird wieder geschimpft, wenn alles wieder schief "ihrer Meinung nach" steht. "Wie das immer alles wieder steht"; "In deiner Wohnung wird es mal aussehen"; "Schlampe", "Miststück". Das tut schon sehr weh.
Laufe ich ihr nicht nach ihren Plan, gibt es Stress mit Demütigungen und Beleidigungen. Ich darf nicht unbedingt mit Freunden weggehen, dann gibt es wieder Stress. "Lässt du mich wieder alleine". Deswegen habe ich weniger oder fast gar keine Freunde. Weil ich auch da Angst habe, etwas falsch zu machen, weil mir dies manchmal von meiner Mutter vermittelt wird. Rufe ich irgendwo an, redet sie mir ständig rein "Rede nicht so blöd, es versteht dich keiner". Deswegen rufe ich schon an, wenn sie mal außer Haus ist. Ich kann es nicht mehr hören. Ich kann ihr aber auch nix sagen, dann wird sie noch wütender.

Geht es mir gesundheitlich nicht so gut, kommt keine Frage geht es dir gut oder so. Oder wie war es auf der Arbeit? Umarmungen, Drücken gibt es sehr selten. Nur wenn ich mal sage, drück mich mal.

Aber auch die zynischen Anmerkungen machen mich manchmal fertig. "Jetzt kann ich wieder das ordentlich machen, weil ich mal wieder da gesessen habe". Ich habe manchmal das Gefühl zu stören. Ich habe auch nicht mehr so das beste Verhältnis zu ihr. Wenn sie total Ok dann ist es auch OK. Und dann denke ich mir, vielleicht mache ich mich selber verrückt. Vielleicht ist es auch gar nicht so schlimm. Aber ihre Beleidigungen ich wäre zu allen zu dumm; "du bist so blöd" "Dich Schlampe gibt es auch nur einmal".
Aber wenn dann wieder die Phasen kommen, ist es eine Katastrophe. Und ich kann nix weiter sagen. Dann schaukelt es sich noch mehr hoch. Das will ich dann auch wieder nicht. Und so schlucke ich dann und halte meinen Mund. Ich weine dann zwar, manchmal auch immer Keller, weil sie sonst wieder meint "Ach heulen wir jetzt wieder". Und das beste ist noch das ich mit ihr mein Zimmer, Bett teilen muss. Sie hat zwar selber ihr Zimmer aber sie hockt nur bei mir und schaut Fernsehen. Das nervt. Keine richtige Privatsphäre mehr. Was mich noch nervt, ich mache mein Abi nach und das beim Fernsehen. Sie fragt nicht. "Stört dich das jetzt". Sag ich mal geh doch rüber, "Willst du mich nicht mehr haben, naja du wirst schon sehen was du davon hast, wenn ich bald nicht mehr bin. Dann sage ich wieder garnichts und sie bleibt bei mir im Zimmer. TV-Programme werden nur von ihr gewählt. Ich darf nur dann das schauen was ich will wenn sie betrunken ist.
Manchmal gehen die Beleidigungen, Demütigungen den ganzen Tag lang. Das macht dann immer total sprachlos, ohnmächtig. Wie gelähmt fühle ich mich. Deswegen lasse ich sie einfach gewähren, dass ich auch mal meine Ruhe habe.

Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben, was ich am besten machen kann. Ich habe schon überlegt zu einen Psychologen zu gehen. Wird das eigentlich von der Krankenkasse gezahlt?
 
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Hallo Josi,

Galant hat recht du musst dein leben selbst in die Hand nehmen. Du bist alt genug, du darfst es nicht zulassen, das deine mutter über dein leben bestimmt. Es ist dein Leben und nur du hast das recht es zu leben, wie du es für dich willst. Ich verstehe, dass du deiner mutter helfen möchtest. Deine Mutter muss auch Ihr leben alleine leben können sie darf sich nicht so an dich klammern und mit dir umgehen wie mit einem kind oder noch schlimmer. Es wird dir nicht leicht fallen, aber du muss diesen schritt für dich machen. Du musst ausziehen und auf eigenen Beinen stehen. Das Kannst du auch.

Ich wünsche dir glück. wenn du noch fragen hast, melde dich

Gute nacht
 
M

Monarose

Gast
Hi,

du brauchst zunächst keinen Psychologen, sondern einen Immobilienmakler....Du bist 25 Jahre alt. Deine Mutter wird dich benutzen, bis sie stirbt. Wenn du nicht gehst, wird sich nichts ändern.
Ich würde keine Diskussionen führen, sondern alles planen und es ihr erst kurz vor dem Umzug mitteilen.
Wenn du mit der Situation in der neuen Wohnung nicht zurecht kommst, kannst du dir immer noch eine Gesprächstherapie gönnen. Aber wahrscheinlich wirst du erstmal aufatmen.

Du musst damit rechnen, dass deine Mutte rzunächst ungeheures Theater machen wird. Du bist ja eine gute Dienerin und ein guter Mülleimer für sie. So was gibt man nicht gerne her.

Bereite dich auf ihre Ausbrüche vor. Sag`ihr, dass du sie einweisen lassen wirst, wenn sie keine Ruhe gibt und dass du eine Kontrolle ihrer Leberwerte veranlassen wirst, damit ihre Alkoholsucht offiziell wird. Sie wird dann weniger brüllen...
Versuche, ganz ruhig zu bleiben.

Wenn du schwach wirst, stell`dir immer wieder eine hübsche, kleine Wohnung vor, in der du in Frieden leben wirst, in der dich niemand anbrüllt, in der du Mensch sein darfst.

Ich wünsche dir alles Gute!

Monarose
 

Knight

Mitglied
kann mich den Vorposter(innen) nur anschließen. Du bist alt genug für eine eigene Familie, Kinder... irgendwas in der Richtung wirst du ja geplant haben.
Über deine Mutter würde ich nicht viel nachdenken. Wer sein Kind so behandelt hat nichts anderes verdient, als daß sich das Kind abwendet.
Jeden Tag, den du da länger bleibst, schadet nur deiner Psyche und als Folgewirkung auch deiner Gesundheit. Das hast du nicht notwendig.
 
G

Gast

Gast
Hi Josy,

du musst wirklich ausziehen. Ich sage das so, weil ich etwas sehr ähnliches erlebt habe. Ich habe bis ich 20 war mit meiner Mutter zusammen gelebt. Sie ist ebenfalls Alkoholikerin. Sie hat mir extreme Vorschriften gemacht, mir teils erlaubt auszugehen und dann plötzlich betrunken anzurufen und zu brüllen "Du kommst jetzt SOFORT nach Hause". Sie kam mitten in der Nacht in mein Zimmer, am nächsten Tag war Schule, und machte das Licht an und fing an mich grundlos zu beschimpfen. Auf Übelste.
Aber es geht nicht um mich. Ich habe den nächstbesten Studienplatz in 450km Entfernung genommen. Selbst auf die Entfernung hat es sehr lange gedauert bis ich aufgehört habe mich für alles zu rechtfertigen. Selbst heute tue ich es manchmal noch. Aber eben nur manchmal. Ich habe jetzt selbst Kinder. Und sie kommt ab und an zu Besuch. Unser Verhältnis hat sich enorm gebessert. Es ist eine Hassliebe. Aber es ist besser. Manchmal ruft sie betrunken hat und versucht dann telefonisch zu beleidigen. Ich lege dann auf. Oder ich gehe gar nicht erst ran wenn sie abends anruft.
Jetzt freue ich mich sogar auf ihre seltenen Besuche.
Zieh aus. Ist das beste was du tun kannst.
 
S

Sonnenlicht

Gast
Hallo
ich kann mich den vorschreibern nur anschliesen. du musst dich um dein eigenes leben und wohlergehen kümemrn. du hilfst ihr und dir nicht,wenn das so weiter geht. vor allem verbaust du dir mit ihr nur dein eigenes leben.du bleibst auf der strecke. und ihr ist am besten geholfen,wenn sie allein ist und sieht das sie nicht zurecht kommt.wenn sie das nicht merkt wird sie ihre probleme nie in angriff nehmen.

kleiner tipp noch. du kannst bei frauenberatungsstellen oder auch bei gruppen für angehörige für alkoholker , menschen finden mit denen du reden kannst,über dich dein leben und deine probleme, vielleicht hilft dir das auch bei deinem weiteren leben und bei einer eventuellen entscheidung.

sonnenlichtlein:)
 

Josi26

Neues Mitglied
Hi,

vielen Dank für die zahlreichen Tipps. Mir hat das ganze die Augen geöffnet und weiß auch das es so nicht mehr weiter gehen kann. Mein Ziel ist es jetzt das Abi nächstes Jahr abzuschließen und dann ne Wohnung zu suchen. Es ist zwar sehr schwierig in meiner Gegend an eine Wohnung zu kommen, aber vielleicht zieh ich auch bisschen weiter weg, je nachdem wo ich auch mein Studienplatz bekommen werde.
Es tut zwar sehr weh, seine Mutter dann alleine zurück zulassen, aber ich denke es ist das Beste für mich. Und vielleicht bekommen wir dann auch ein besseres Verhältnis zueinander. Momentan ist nicht ein Leben miteinander sondern nebeneinander.
Ich erzähle ihr nix weiter von mir, wenn mir es schlecht geht und was ich gerade Denke. Sie fragt aber auch nicht.

Vielen Dank nochmals,
 
G

Gast

Gast
Ich habe vor zwei Monaten auf einem Filmfestival einen Spielfilm gesehen, der sich mit den Mechanismen und Auswirkungen von seelischer Gewalt auseinandersetzt: BERGFEST. Der Film ist sehr gut, weil er einem klar macht, wie sehr unser Leben von Verletzungen dieser Art überschattet sein kann, und startet glaube ich jetzt im Kino. Die Website ist Bergfest-Film
 

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