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Hilfe, ich bin im billigen Groschenroman gefangen.

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Unter billigen Groschenromanen verstehe ich recht einfältige Realitäten mit überzogenen Charakeren. Die Handlung ist geprägt von naiven Abläufen, so dass eine ambivalente Stimmung aufkommt.

Gerade eben 5 Minuten Nachrichten aus dem Radio: Krieg, Gesundheitswahn, zerstrittene Gesellschaft und ihr fragt was ich denn hab? Selbst hier im Thread wird schamlos zugetreten, wenn man sich als Harz4ler outet. Solche Reaktionen sind doch nicht normal. Heutzutage kann jeder mal in Harz4 rutschen. Das direkt mit Faulheit abzutun, schämt ihr euch nicht für eure Vorurteile ?

Dabei bin ich noch nicht mal beim Amt angemeldet, sondern arbeite noch in der Selbstständigkeit und überlege, wie ich mit der Entwicklung umgehen werde. Aber (un)schön zu wissen, mit welchem primitiven Hass man zusätzlich zu den eigenen Problemen noch so rechnen muss.

Ich spreche auch nicht aus einer Laune heraus. Die Wirtschaft wird in Deutschland bewusst heruntergefahren. Darüber haben sich speziell in den letzten paar Jahren durchweg alle meiner Kunden ( häuptsächlich Selbstständige) beschwert, bis sie ihre Selbstständigkeit letztendlich an den Nagel hängen mussten. Ich bin nur ein Glied in einer Kettenreaktion. Es werden Existenzen zerstört und ihr redet von einer schönen heilen Welt.

Das ist die Ambivalenz die ich anspreche.

Ich lebe ganz gut in einer Gesellschaft die ohne Krieg ist, ohne Gesundheitswahn und zerstritten ist hier bei mir auch keiner in meinem Umfeld. Man kann es sich in Deutschland schon schön machen.

Man muss aber was leisten! Das willst Du wohl nicht mehr.

Entweder Du nimmst alle Vorteile und Nachteile mit oder Du koppelst Dich komplett ab.

Wenn Dich die Gesellschaft so ankotzt, warum willst Du dann Geld von Ihr.

Du kannst auf alle Leistungen verzichten, keinen Arzt mehr aufsuchen und so weiter. Man wird Dich komplett in Ruhe lassen. Wo ist Dein Problem genau?
 
Ich finde ja das hier ganz interessant. So ein Leben könnte ich mir in etwa vorstellen - wenn ich allein wäre. Mit Kind und Kegel ist es allerdings schwierig.

Hätte, könnte, wollte....es ist immer sehr leicht sich so hinzustellen als wenn man so bewusst wäre.

Interessant finden die Idee alle. Aber fast niemand tut es.

Worte und Konjunktive (könnte....) helfen der Welt nicht weiter. Wo sind die Taten?
 
Unter billigen Groschenromanen verstehe ich recht einfältige Realitäten mit überzogenen Charakeren. Die Handlung ist geprägt von naiven Abläufen, so dass eine ambivalente Stimmung aufkommt.

Gerade eben 5 Minuten Nachrichten aus dem Radio: Krieg, Gesundheitswahn, zerstrittene Gesellschaft und ihr fragt was ich denn hab? Selbst hier im Thread wird schamlos zugetreten, wenn man sich als Harz4ler outet. Solche Reaktionen sind doch nicht normal. Heutzutage kann jeder mal in Harz4 rutschen. Das direkt mit Faulheit abzutun, schämt ihr euch nicht für eure Vorurteile ?

Dabei bin ich noch nicht mal beim Amt angemeldet, sondern arbeite noch in der Selbstständigkeit und überlege, wie ich mit der Entwicklung umgehen werde. Aber (un)schön zu wissen, mit welchem primitiven Hass man zusätzlich zu den eigenen Problemen noch so rechnen muss.

Ich spreche auch nicht aus einer Laune heraus. Die Wirtschaft wird in Deutschland bewusst heruntergefahren. Darüber haben sich speziell in den letzten paar Jahren durchweg alle meiner Kunden ( häuptsächlich Selbstständige) beschwert, bis sie ihre Selbstständigkeit letztendlich an den Nagel hängen mussten. Ich bin nur ein Glied in einer Kettenreaktion. Es werden Existenzen zerstört und ihr redet von einer schönen heilen Welt.

Das ist die Ambivalenz die ich anspreche.
So ganz verkehrt ist die Interpretation nicht, die schöne neue Welt bzw. das "neue Normal" wie eine Illusion im Großenroman zu beschreiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gerade eben 5 Minuten Nachrichten aus dem Radio: Krieg, Gesundheitswahn, zerstrittene Gesellschaft und ihr fragt was ich denn hab?
Ja, sowas gibt es und sowas gab es schon immer auf der Welt.
So ist sie nunmal.
Aber eben nicht nur.
Es gibt auch schöne Seiten und wenn man die nicht sieht oder ausblendet verbittert man und das nützt auch keinem was.
 
Was genau willst du hören?
Wenn du leichtsinnig mit Begriffen wie faschistoid und totalitär um dich wirfst, musst du dich nicht wundern, dass die Leute dir kritisch gegenüber stehen.
Was ist dein konkretes Anliegen? Es ist sicher aktuell nicht einfach, wenn man den Beruf nicht so ausüben kann wie zuvor. Auch das Leben mit ALG 2 ist kein einfaches. Das möchte ich gar nicht in Abrede stellen. Aber wie können dir die Leute hier im Forum helfen?
Dich hier zu beschweren, dass die Welt gemein zu dir ist, wird an deiner Situation nicht viel ändern.
 
Jemand der anders ist und denkt muss falsch sein. So wird hier gedacht und argumentiert.
Ich wollte mal in ein Wagendorf ziehen und hab mich mit den Bewohnern unterhalten. Einer hat von den umliegenden Nachbarn erzählt und gewarnt, die sehr feindselig und herablassend gegen die Wagendorfbewohner mit Polizei und Anzeigen vorgehen. Er meinte, die machen das, weil sie sich ärgern, dass sie sich selbst nie getraut haben, solch ein freies Leben zu leben.
Ich wollte es anfangs nicht wahrhaben, aber nachdem ich mal die Dialoge direkt mitbekommen habe, stimme ich dem zu. Es ist schon schräg, wie die Psyche reagiert: Es fällt auf, dass nichts gegönnt wird und eine zerstörerische Natur dem innene wohnt...

Hier im Thread kann man die Parallelen erkennen, aber danke für deine Anregungen, die willkommen sind. 👍
 
Bei uns in Deutschland gibt es keinen Krieg, man kann auch mit Corona gut leben. Von perfekter Gesellschaft kann hier auch keine Rede sein. Es ist hier halt auch Initiative, Motivation und Durchhaltevermögen angesagt.

Ich war auch schon mal eine Weile arbeitslos und habe das gehasst, vom Amt abhängig zu sein. Aber deswegen alles in Frage stellen und sich wie in einem schlechten Film fühlen, wo alle anderen, die brav einzahlen und so erst die soziale Hängematte ermöglichen, als dumm gelten, ist schon leicht stumpfsinnig. Ich bin nicht blind, ich sehe eher Vorteile als Nachteile.

Und was genau sollen wir jetzt für ein Problem mit dir haben?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich wollte mal in ein Wagendorf ziehen und hab mich mit den Bewohnern unterhalten. Einer hat von den umliegenden Nachbarn erzählt und gewarnt, die sehr feindselig und herablassend gegen die Wagendorfbewohner mit Polizei und Anzeigen vorgehen. Er meinte, die machen das, weil sie sich ärgern, dass sie sich selbst nie getraut haben, solch ein freies Leben zu leben.
Ich wollte es anfangs nicht wahrhaben, aber nachdem ich mal die Dialoge direkt mitbekommen habe, stimme ich dem zu. Es ist schon schräg, wie die Psyche reagiert: Es fällt auf, dass nichts gegönnt wird und eine zerstörerische Natur dem innene wohnt...

Hier im Thread kann man die Parallelen erkennen, aber danke für deine Anregungen, die willkommen sind. 👍
Du hättest ja trotzdem in das Wagendorf ziehen können.
Was hat Dich daran gehindert?
 
Also grundsätzlich kann ich verstehen, dass ein Blick auf die Welt, wie sie aktuell ist einen sehr ernüchtern kann und dass man vielleicht an der Welt und an der Menschheit verzweifeln möchte.
Das kennt wohl jeder: Dieses Gefühl, das man manchmal denkt: OK, ihr könnt mich alle mal, ich wandere auch und lebe auf einer einsamen Insel.
Ich denke, das kann jeder irgendwo nachfühlen.
Die Frage ist nur, was macht man daraus? Leitet man daraus eine generelle Misanthropie ab? Will man eher anpacken und seine Ideale in Handlung überführen? Passt man sich an? Will man etwas verändern? usw.
Du hast den Wunsch danach, auszusteigen.
OK, dann überleg Dir doch einfach mal ganz sachlich und OHNE schimpfen und fluchen auf "die anderen" oder "DAS System", wie Du das machen könntest, bzw wie weit Du gehen wollen würdest.
Es ist immer leicht, sich in einer Haltung zurückzuziehen, in der man mehr oder weniger "die Anderen" als blinde "Systemlinge" und sich selbst als einen der wenigen "Erkennenden" definiert.
Das ist viel zu kurz gedacht und ruft klar auch Ablehnung hervor. Und helfen tut es einem garnicht.
Was ist schon "DAS system"? Das gibt es doch überhaupt nicht: Es gibt unglaublich viele kleine Untersysteme in unserer Gesellschaft und NIEMAND wird von der Frage entbunden, sich da irgendwo zu positionieren: Wo stehe ich, wo will ich hin.
Das ist normalerweise ein Teil des Erwachsenwerdens: SEINEN eigenen Platz in der Gesellschaft finden.
Also wie könnte denn Dein Platz in der Gesellschaft realistischer weise aussehen? Überleg das doch mal sachlich: Daran ist ja nichts verkehrt.
Je weniger Du dem Team zurückgeben willst, desto weniger wirst Du bekommen: DAs ist auch klar oder? Aber das ist ja auch erstmal nicht weiter schlimm, denn wenn man unabhängig sein will, ist das ein Teil davon.
Also es gibt zB durchaus Länder, in die Du gehen könntest, wo Du von sämtlicher Bürokratie und sämtlichen Zwängen losgekoppelt wärst und wirklich nur von einem Tag auf den anderen leben könntest. Auch hier bei uns wird das bis zu einem gewissen Grad möglich sein. Wenn das etwas für Dich wäre, könntest Du das ja verfolgen. Also WIE Du das angehst...
Wenn das dann vielleicht doch eine Nummer zu groß für Dich wäre, gibt es natürlich auch verschiedene Abstufungen.
Also ich finde es überhaupt nicht verwerflich, wenn man seine eigene Lebensposition eher außerhalb der Gesellschaft sieht. Dann sollte man das aber auch sachlich verwirklichen und nicht einfach nur schimpfend auf "die anderen" blicken, die eben ihren Platz mehr oder weniger IN der Gesellschaft sehen.

Also: Wo siehst Du Dich denn? Was wären denn Deine Pläne und Wünsche und was hindert Dich denn daran, sie umzusetzen?

ich finde übrigens, man sollte anderen auch nicht vorwerfen, was man selber tut: Also ich habe ein großes Problem damit, wenn man zB Leute, die Hartz 4 bekommen, quasi als faule Säcke hinstellt, aber ich habe auch ein Problem damit, wenn man Leute, die halt ihren Teil erbringen in eine ähnlich abwertende Schublade steckt.
Gerade das ist es doch eigentlich, was Du NICHT willst, oder? Du willst doch eine Welt, in der das Individuum in seiner persönlichen Lage gelten und leben darf und eben nicht alle gleich wie Lemminge sind: Dann solltest Du aber diese Geisteshaltung auch selber leben und an anderen Menschen nicht genau das gleiche tun, was Du ihnen vorwirfst.
 
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