Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Hausärztin sagt, so ist das im Leben

J

Jagaimo

Gast
Hallo,
ich hatte vor paar Tagen bezüglich meines Jobs geschrieben. Mein Chef hält sich nicht an Gesetze etc, ignoriert wenn man krankgeschrieben ist und man muss 24/7 verfügbar sein.
das mache ich schon seit einem Jahr mit, seit nem dreiviertel Jahr ca. Geht es mir nicht gut.
Vor der Arbeit, die nachmittags beginnt, weine ich fast durch oder starre die Wand an, auf dem Weg zur Arbeit bin ich am heulen und wenn ich arbeite kann ich mich gerade so zusammenreißen. Ich bin zuhause Dauer scheiße gelaunt und habe einfach keinen Moment, in dem ich eine innere Ruhe habe. Zu dem kommt hinzu, dass ich Vergesslichkeit habe, die teils so extrem ist, dass ich kein zusammenhämgendes Gespräch auf die Reihe bekomme, da ich den Satz, den vorher jemand gesagt hat, einfach vergesse. ich habe eine Angst vor meinem eigenen Handy entwickelt. ich kriege jedes Mal Herzrasen wenn mein Handy vibriert, vielleicht braucht man mich auf Arbeit, die Schichtpläne haben sich geändert oder, oder....
Ich sehe so wenig Perspektiven oder einen Ausweg, dass ich daran gedacht habe, mir selbst Schaden zuzufügen, vielleicht bekomme ich dadurch mal eine richtige Pause. zum Glück habe ich einen liebevollen Freund, der mir den Haushalt macht, weil ich keine kraft dazu habe, andere Aufgaben
erledigt und einfach für mich da ist. Zwei Freunde habe ich auch, welche eingeweiht sind und mich emotional unterstützen.
Gestern war dann das maß voll. ich konnte nicht mehr und ging zu einer Hausärztin, die noch einen Termin hatte. Meine Hausärztin hatte leider keinen mehr. Vielleicht war das mein Fehler.
Ich war insgesamt 10 Minuten bei der Dame, welche nach 1 Minute einen Anruf von einer Patientin bekam, welches Laut gesprächsinhalt absolut nicht dringend war.
ich kam mir Dämlich vor. Ich saß da, heulend, fertig mit der Welt und irgendwo froh, dass ich den Schritt gemacht hatte, nach dem mein Freund und Freunde mich monatelang versucht hatten mich zu überreden.
Dann saß ich da und wurde ignoriert. Nach dem Telefonat hörte mir die ärztin noch paar Sekunden zu und sagte dann folgendes zu mir: Das ist halt manchmal so im Leben Mädchen, das Ist ein ständiges auf und ab, da müssen sie jetzt halt mal durch. ich schreibe sie jetzt eine Woche krank ja? Hier auch eine Überweisung zum Psychologen.
dann schickte sie mich raus. Ich hatte ihr in den paar Minuten erzählt, dass ich meine Stunden nicht alle bezahlt bekomme und 24/7 belästigt werde, keine Ruhe habe und durchdrehe. Dass ich seit einem halben bis Dreiviertel Jahr mehr heulend irgendwo in der Gegend rumhocke als alles andere.
ich weiß um ehrlich zu sein nicht, mit was für einer Erwartungshaltung ich da rangegangen bin. Aber für mich fühlte sich das ganze an als hätte ich einen Schlag ins Gesicht bekommen.
meine Energie und Kraft, die ich reingesteckt hatte um zur Ärztin zu kommen verpufften innerlich. Ich war so überfordert zum arzt zu gehen, dass ich bis zum Termin in einer Art starre verfiel und mich gedanklich auf nichts mehr anderes einlassen konnte. Die Frau nannte mich, einen Menschen, der eher an den 30 dran ist als an der 20, Mädchen. Kann man weniger ernstgenommen werden?
zumal die Frau meine Geschichte nicht kennt, dass ich nach durchgehendem mobbing in der Schule, was Für mich Horror war, immer meine Unsicherheiten versucht habe zu bekämpfen, mich immer wieder mit Rassismus, vor allem jetzt in der Coronapandemie beschäftigen muss.
ich weiß nicht mehr was ich machen soll. wenn die Hausärztin schon so ist, warum sollte mich dann irgendwer anders ernstnehmen? Stelle ich mich denn so sehr an, nach dem ich mir Endlich meine grenzen eingestanden habe..?
das Ende vom lied ist, dass ich nach dem Termin zu meinem Freund ins Auto stieg und keine Luft mehr bekam, ich heulte so sehr, dass ich keine Luft bekam und dachte zu Ersticken. Zum Glück hat er mich irgendwie wieder beruhigen können, aber mein Hals schmerzt heute immer noch, da ich ziemlich stark röcheln musste.
 
G

Gelöscht 116802

Gast
wenn die Hausärztin schon so ist, warum sollte mich dann irgendwer anders ernstnehmen?
Deine Hausärztin ist einfach genauso ein kranker Mensch wie dein Chef. Die sehen dein Leid und hauen nochmal ordentlich drauf. Du hattest einfach Pech und bist bie den falschen Menschen gelandet. Das ist nicht deine Schuld.

Ich weiß, wie schwer dir das alles fällt, aber deiner Stelle würde ich auf die Grenzüberschreitungen deines Chefs nicht mehr eingehen. Außerhalb deiner Arbeitszeit machst du dein Handy aus, du machst auch keine unbezahlten Überstunden mehr und du machst Dienst nach Vorschrift. Das schlimmste bzw. das beste was dir passieren kann, ist, dass du gekündigt wirst.
 

Mirila

Aktives Mitglied
Und warum kündigst du nicht einfach? Ja, 3 Monate Sperre vom Amt, aber vlt. hast du ja schon ein kleines finanzielles Polster oder dein Freund kann dich solange unterstützen. Es gibt immer einen Ausweg.
 

Bodenschatz

Aktives Mitglied
(...)Zwei Freunde habe ich auch, welche eingeweiht sind und mich emotional unterstützen.(...)
Dies möchte ich auch, ich hoffe , ich kann Dich mit dem Beitrag erreichen.

Deiner Schilderung nach hast Du lange schon jegliche persönliche Grenze überschritten, immer von dem Gedanken geleitet, funktionieren zu müssen.
Deine Leistung läuft schon zu lange auf über 100%.
Über 100% kannst du nur eine Zeit lang leisten, weil Du die Mehrleistung aus Deinen Reserven dazu tun musst, die irgendwann zu Ende sind.
Dir fehlen deswegen derzeit mindestens 20%, um das zu erreichen, was Du mit 100% schaffen solltest, denn vorher hast Du die Differenz ja aus Deinen Reserven dazu tun können, welche es jetzt nicht mehr gibt.
Du siehst daraus, dass du aktuell maximal 80 % leistest.
Du Siehst ebenfalls, dass die Leistung so nicht mehr reicht, weil Du Dinge vergisst, bevor das Gespräch zu Ende ist.
Weisst Du woran das liegt? Weisst Du nicht?
Ich aber.
Man hat dich kaputt gemacht.
Ein bisschen kann man es - und der Vergleich ist übel - mit einem Zwangsarbeitslager vergleichen.
Ein dicker muss hin, nimmt zunächst ab. zu Essen gibts zu wenig. Daher versucht der Körper später die Muskeln zu verwerten, um noch irgendwas leisten zu können. Mit immer noch zu wenig essen stirbt der Mann bei gleicher Leistung an Schwäche.
Deine Voraussetzungen in unserer Gesellschaft sind - noch - gnädig, weil man Dir noch mitteilen kann und darf, dass Du, wenn Du so weiter machst, ebenfalls "dran" bist.

Der Hinweis kann deutlicher nicht sein, und es liegt tatsächlich an Dir, die Reißleine zu ziehen.

Es geht bei Dir meiner Ansicht nach nicht mehr darum, ob es vielleicht in irgend einer Zukunft Verluste geben könnte sondern es geht darum, dass Du kurz vor einem Totalausfall stehst ( Komplettverlust).
Die Zukunft spielt dann /jetzt schon keine maßgebliche Rolle mehr.

Leider ist mir das Versagen der "letzten Instanz, an die man sich wendet", bekannt und führte bei mir zum Vertrauensverlust in irgend jemanden, an den man sich noch hätte klammern können und danach zum Zusammenbruch.
Heute mach es anders: ich probiere erstmal alleine wie weit ich komme.
Aus der Erfahrung heraus kann ich Dir nur ernsthaft raten, ab sofort jegliche Leistung zu verweigern und als oberste Priorität Dein Leben, Deine Gesundheit und Dein Wohlergehen wieder herzustellen, zu reparieren.
Falls dein Freund dazu in der Lage ist, könnte er in der Zeit die Kommunikation mit Vertragspartnern übernehmen, die irgendwelche Forderungen an Dich stellen. Er könnte Dir soweit den Rücken frei halten.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöscht 116947

Gast
Bei den Gebrüdern Grimm heisst es so schön: "etwas besseres als den Tod finden wir überall."

Wenn dich dein Chef so quält, solltest du kündigen. Es ist doch alles besser, als seelisch daran kaputt zu gehen.

Alles Gute!
 

LW84

Aktives Mitglied
(Warum warst du eigentlich beim Arzt und warum bist du so sauer? Hast du auf eine lange Krankschreibung gehofft, nachdem du geschildert hast, wie böse deine Chefin ist? So läuft das aber tatsächlich nicht.)
Es ist glaube ich ersichtlich, warum die TE beim Arzt war. Eine fähigere, kompetente Fachärztin hätte wohl direkt mehrere Wochen krankgeschrieben und einen Folgetermin vereinbart.

Wenn dich dein Chef so quält, solltest du kündigen. Es ist doch alles besser, als seelisch daran kaputt zu gehen.
Da ich auch schon das Erlebnis eines toxischen Horrorladens hinter mir habe und einige kennen, die sich dort immer noch abquälen: Selbst mit einer Promotion gilt man auf dem Arbeitsmarkt ab 35 schon als altes Eisen, die heute gängigen befristeten Arbeitsverträge machen das Leben ruckzuck prekär und die Konkurrenz ist meist so groß, dass sich Arbeitgeber vor Bewerbungen kaum retten können. Ich weiß zwar nicht, in welchem Bereich die TE arbeitet, aber wenn es nicht gerade IT oder im Pflegebereich ist, schafft eine Kündigung nur kurzfristig Erleichterung. Auch wenn es natürlich richtig ist, dass man solchen Arbeitgebern eigentlich direkt den Finger zeigen sollte. Sofern man entsprechend abgesichert ist und Alternativen hat...

@Jagaimo:

Hausärzte sind in solchen Fällen gerne auch mal weniger kompetent, manche auch ziemlich rustikal und kurz angebunden. Ich würde mir der Überweisung versuchen, so schnell wie möglich einen Facharzt aufzusuchen und dort die Problematik zu schildern. Sofern du entsprechend abgesichert bist, etwa über den Freund, würde ich eine Kündigung bei diesem Arbeitgeber allerdings auch in Betracht ziehen. Vielleicht solltest du dir auch gewerkschaftlichen Rat einholen, sofern es einen Personal- oder Betriebsrat gibt.
 

Hajooo

Sehr aktives Mitglied
Na, da wäre ich aber flott beim Arbeitsgericht.
Schade, daß nicht alle so wie du sind sonst würde es DAS nicht geben:
Mein Chef hält sich nicht an Gesetze etc,

Hallo Jagaimo,

so wie es jetzt ist, ist es auf keinen fall etwas.

Es geht auch darum für dich (und deinem Chef) die grenzen zu erkennen/zu nennen.
Sag ihm, daß du nicht mehr so viele Überstunden, vielleicht zwei bis vier im Monat, die er ausgleichen muß, mehr machst.

Sehe es als Übung für Dich und das Leben.
Das kannst du jetzt und später brauchen.

Er wird vermutlich zunächst den Druck erhöhen, entweder er gibt nach oder er kündigt Dich.

Wäre zwar hart bei B, aber so wie jetzt, ist es auch auch schlecht.
Es wird dir nutzen.

Und...
:)
Du hast Deinen sehr lieben Freund im Hintergrund :)

Gruß Hajooo
 

Anzeige (6)

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

    Anzeige (2)

    Oben