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Haltet ihr die Zahlen über Reiche für realistisch?

Uri

Namhaftes Mitglied
Wer Eltern aus bescheidenen Verhältnissen hat, bleibt ne arme Socke. Daran können Schulbildung und Co. nichts dran ändern, weil Menschen aus der besseren Schicht Vitamin B, Kohle und Einfluss haben.
Ja und Nein. Ich kenne ebenso genug Fälle, wo die Kinder von wohlhabenden Eltern es nicht gelernt haben, Geld zu schätzen und alles verprassen, d.h. unselbstständig sind. Wer mit Geld nicht umgehen kann, verliert immer alles. Von 10.000€ oder von 2 Millionen ergibt jedes Mal der Totalverlust 0€.
 

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Jolina87

Aktives Mitglied
Wer Eltern aus bescheidenen Verhältnissen hat, bleibt ne arme Socke. Daran können Schulbildung und Co. nichts dran ändern, weil Menschen aus der besseren Schicht Vitamin B, Kohle und Einfluss haben.
Ist das nicht etwas einseitig?
Zwischen Arme Socke was ja auch ALG2 oder mindestlohn bedeuten kann und wirklich reich liegen ja welten.
Klar wenn Mutti ein Firmen Imperium hat und töchterchen das Erbt da kann otto normal nicht so schnell drann.
Und ja geld gibt Möglichkeiten aber Schulbildung kann masssiv was daran ändern.

Schulbildung ist der great equalizer unser Gesellschaft.
Grundsätzlich kann jeder Pilot, Fluglotse, Arzt,Anwalt,... werden. die klassischen gutverdiener Berufe. Und die Jobs bekommen die mehrzahl der Leute nicht weil Mutti oder Vati da wen kennen. Die bekommt man wg der eigenen Leistungen und dem wie man sich verkauft.
Und das wichtigste dafür ist Bildung zu der jeder zugang hat. Selbst ein Studium das z.b. in Ländern wie den USA nur mit viel Geld zugänglich ist oder wenn man zu den wenigen gehört die ein stipendium haben ist in D mit Bafög, KFw-Kredit oder nem kleinen nebenjob stemmbar. Vorausgesetzt die Schulbildung stimmt.

Klar ist es einfacher wenn die eltern einem das Studium finanzieren und in der Schule die Nachhilfe usw.
Aber wichtiger noch ist es das die Kinder an Bildung herran gebracht werden.
Armut vererbt sich wenn sie vorgelebt wird. Das sehen wir.
Bücher im Haushalt, Interessenförderung wie Schwimmkurse, Klavirunterricht usw. das sind alles dinge die vermehrt in Bildungsnahen Haushalten auftreten deswegen vererbt sich auch bildung zu einem gewissen grad.
Haben die eltern studiert studieren die Kinder auch eher.

Aber das ist ein kreislauf der durchbrochen werden kann.
Selbst wenn man ein ALG 2 Empfänger ohne Schulabschluss ist kann man kostenlose Bildungsangebote nutzen, die Kinder zur Bücherei schleppen, versuchen sich sebst den stoff anzueignen um das Kind besser zu unterstützen. Dem Kind helfen ziele zu formulieren.

Jetzt mag es ein Kind armer Socken ggf nicht zum selben reichtum schaffen wie der erbe eines Firmenimperiums aber es muss mit entsprechender Förderung auch keine arme socke werden sondern kommt ggf ins Management oder in eine leitende Position.
 

kasiopaja

Namhaftes Mitglied
Also mein Vater hat nicht studiert und war "nur" Techniker, ist aber aufgrund seines Wissens und seiner Integetrität aufgestiegen.

Er war niemals bestechlich und nie ausserhalb dessen, was er für richtig hielt.

Er hat diverse Posten, die er für falsch hielt , abgehelehnt.

Er war , obwohl, in der Geschäftsführung, immer mit den "unteren" Konform und wurde von diversen Firmen umworben, weil er als unbestechlich und integer galt.

Er ist mittlerweile , nach diversen Standards, reich, hat sich aber nie verbogen oder einlullen lassen.

Firmen wollten ihn, gerade weil er als das , als was er galt, als unbestechlich , als sein eigener Herr.

Und als unbeinflussbar, wenn er mal seine Meinung gefasst hatte.

Und so bin ich auch . Er hat mich beinflusst.

Reich ist relativ, will ich damit sagen. Und auch die Gründe warum.

Mein Dad ist nicht total reich, aber seinen Wohlstand hat er , entgegen aller Meinungen, seiner Integrität zu verdanken.

Es ist nicht alles so schlecht wie es scheint.
 

Reibekuchenprinzessin

Aktives Mitglied
Wer Eltern aus bescheidenen Verhältnissen hat, bleibt ne arme Socke. Daran können Schulbildung und Co. nichts dran ändern, weil Menschen aus der besseren Schicht Vitamin B, Kohle und Einfluss haben.
Also das stimmt ja nun so nicht. Bezüglich der Schulbildung ist der Hintergrund vollkommen egal. Klar können sich Eltern mit mehr Vermögen eine gute Nachhilfe für die Kinder leisten, aber das war es dann auch. 100% brauchen tut man die nicht, also kann jeder mit Fleiß und Grips locker sein Abi in Deutschland schaffen.

Kritisch wird es beim Studium, komme selber aus einer sehr armen Familie, so arm das ich den Höchstsatz an Bafög bekommen habe. Damit hatte ich als "Arme" schon mehr, als Kinder deren Eltern ein Haus abbezahlen. Mit einem Nebenjob, den ja fast jeder Student hat, kommt man dann doch gut über die Runden und kann sich auch als armer Mensch ein Studium leisten.
 

Fenris85

Aktives Mitglied
Es ist halt sehr verlockend sich einen Grund zu suchen weshalb man nicht selbst schuld ist, um sich dann in Selbstmitleid zu ergehen. Das fühlt sich zwar im erste Moment relativ gut an, hilft einem langfristig aber nicht die eigene Situation zu verbessern.
Um seine eigene Position dann zu legitimieren sucht man eben Kontakte, mit denen man sich dann gegenseitig darin bestätigen kann, dass jemand anderes, die Gesellschaft oder "das System" schuld sind und man es selbst erst gar nicht versuchen braucht aktiv zu werden.
Weil "hilft ja eh nichts" und man kann so schön seine Frustration in Form von Wut auf andere projizieren. Sieht man ja aktuell gut an den Verwüstungen und Krawallen mit purer Zerstörungswut, auf den Straßen in diversen westlichen Ländern, was dabei heraus kommt.

Da helfen dann auch nicht die zehntausenden von Gegenbeispielen von erfolgreichen Aufstiegen von ganz unten oder die, nicht selten selbstverschuldeten, Abstiege von ganz oben.
Wer meint es lohne den Versuch nicht, bevor es nicht gelungen ist die perfekte gerechte Welt zu schaffen, für den wird sich nie etwas zum Positiven verändern. Es kann sie gar nicht geben, weil schon das Gerechtigkeitsempfinden ansich extrem subjektiv ist.
 

Weltkind

Aktives Mitglied
Bezüglich der Schulbildung ist der Hintergrund vollkommen egal.
Leider ist Chancengleichheit noch immer ein frommer Wunsch:

"Doch Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen hängen maßgeblich von der familialen Herkunft ab. In Deutschland ist dieser Zusammenhang nach wie vor stark ausgeprägt (z. B. Solga/Dombrowski 2009; Statistisches Bundesamt 2016a). Mit besonderen Schwierigkeiten konfrontiert sind in der Regel Kinder aus einkommensschwachen Familien und vielfach auch aus zugewanderten Familien, in denen eine andere Muttersprache als Deutsch gesprochen wird (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2016). Kinder aus diesen Familien unterliegen einem erhöhten Risiko, Bildungsbarrieren zu begegnen. International vergleichende Untersuchungen, die seit 2000 die Leistungskompetenz im Grundschulalter (IGLU) und im Alter von
15 Jahren (PISA) messen (z. B. Bos et al. 2012; Prenzel et al. 2013), verweisen auf die Notwendigkeit, die Kompetenzen von Kindern und damit auch ihre Bildungschancen besser und früher als bisher zu fördern."

Quelle:

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Fenris85

Aktives Mitglied
Viel dürfte daran liegen was den Kindern von ihren Eltern und näherem Umfeld vorgelegt wird. Es macht z.B. wenn man in Harz 4 lebt und Schulden hat überhaupt gar keinen Sinn zu abeiten, weil alles was man verdienen würde ja für die Schuldentilgung draufgehen würde. Man hätte also keinen Cent mehr, aber dafür 40h Arbeit die Woche.

Am aller meisten entscheidet die Einstellung, ob die Chancen genutzt werden. Und ganz oft ist das eben nicht der Fall. Insbesondere die Kinder hätten viele Möglichkeiten, auch in unserem Bildungssystem, auch mit Fremdsprache. Tatsächlich sogar gerade mit Fremdsprache. Das sieht man gut an den Menschen aus dem asiatischen Raum, welche so gut wie nie arbeitslos sind und im Schnitt sogar höhere Bildungsabschlüsse erreichen als Muttersprachler.

Daher verkennt die Studie, wie so oft, Ursache und Wirkung. Nicht das geringe Einkommen ist der Grund für das schlechte Abschneiden der Kinder. Die Gewohnheiten und Einstellungen die ihm vermittelt werden verhindern dass es die Möglichkeiten nutzt die sich bieten und haben das vermutlich schon bei den Eltern getan.

Auch meine Eltern als klassische Arbeitergeneration haben mir einen anderen Lebensstil und Umgang mit Geld vermittelt als ich ihn jetzt pflege, einfach weil das damals so war und sie es weiter vermittelt haben. In Akademikerfamilien ist hingegeben in der Regel eine ganz andere Gewichtung von Bildung und ein anderer Bezug zu Geld bzw. Einkommen gegeben.
Bin mir relativ sicher ein Kind mit entsprechender Veranlagung und Einstellung könnte es in Deutschland sehr gut aus Armut heraus schaffen. Klar, es wäre schwerer als wenn man reiche Eltern hätte, aber der Zugang zu Bildung ist immerhin möglich. Ganz anders als es den meisten Menschen auf diesem Planeten geht.

Nicht umsonst heißt es "Viel Feind, viel ehr", wer es unter schwierigen Umständen schafft der darf danach um so stolzer auf seine Leistung sein. Was ist ein Sieg wert den man sich nicht erkämpft sondern geschenkt bekommen hat?
 

Reibekuchenprinzessin

Aktives Mitglied
Leider ist Chancengleichheit noch immer ein frommer Wunsch:

"Doch Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen hängen maßgeblich von der familialen Herkunft ab. In Deutschland ist dieser Zusammenhang nach wie vor stark ausgeprägt (z. B. Solga/Dombrowski 2009; Statistisches Bundesamt 2016a). Mit besonderen Schwierigkeiten konfrontiert sind in der Regel Kinder aus einkommensschwachen Familien und vielfach auch aus zugewanderten Familien, in denen eine andere Muttersprache als Deutsch gesprochen wird (Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2016). Kinder aus diesen Familien unterliegen einem erhöhten Risiko, Bildungsbarrieren zu begegnen. International vergleichende Untersuchungen, die seit 2000 die Leistungskompetenz im Grundschulalter (IGLU) und im Alter von
15 Jahren (PISA) messen (z. B. Bos et al. 2012; Prenzel et al. 2013), verweisen auf die Notwendigkeit, die Kompetenzen von Kindern und damit auch ihre Bildungschancen besser und früher als bisher zu fördern."

Quelle:

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Es ist kein frommer Wunsch. Komme selber aus einer armen, ausländischen Familie und habe studiert.

Die Chancengleichheit ist also durch aus gegeben von der Seite des Staates aus, was man daraus macht ist dann aber einem selber überlassen.

Es liegt in der Verantwortung der Eltern, die Kinder so zu erziehen, dass sie mehr wollen vom Leben und ab einem gewissen Alter ist dies auch die Verantwortung eines jeden Schülers.

Wenn man sich zurücklehnt und lieber denkt, dass Schule scheiße ist und Hartz4 super ist man irgendwann selbst Schuld. Solche dummen Gedanken können armen, wie auch reichen Kindern passieren. Mir ist bewusst, dass man diese "Laune" eher bei einkommensschwachen Familien findet. Da ist dann aber nicht der Staat dran Schuld.

Man kann doch nicht immer einem großen bösen Kollektiv die Schuld für etwas geben, weil man selber zu faul oder dumm war. Ja Deutschland gibt einem ja sogar die Chance mit/bis 30 noch relativ gut Ausbildungen zu finden, also hat man genügend Zeit um zur Besinnung zu kommen und etwas aus seinem Leben zu machen.

Fazit: Gibt es eine Chancengleichheit? Ja. Nutzt die auch jeder in Eigenverantwortung? Nein.
 

Andreas900

Namhaftes Mitglied
Ich komme auch aus einer eher bescheidenen Familie.
Großvater war gelernter Bäcker, aber nach dem Krieg kriegsgeschädigt , Vater hat meine Mutter vor meiner Geburt verlassen, Mutter war lange arbeitslos, heute Hartz 4. Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen und unser Haupteinkommen war die Kriegsrente meines Opas und hier und da Aushilfsjobs, die mein Opa noch machen konnte.

Ich kann mich noch erinnern: Freunde von mir hatten alle He-Man Figuren. Ich hatte eine Figur und hütete sie wie meinen Schatz :cool:

Dennoch habe ich Abitur gemacht und studiert. Ich war der erste aus meiner Familie, der das gemacht hat.
Dafür war nicht viel Geld notwendig. Deswegen: Ja Bildung ist ein Equilizer!

Dass statistisch weniger Hartz 4 Kinder studieren als andere Kinder stimmt, liegt aber nicht daran, dass die Chance nicht da wäre. Vielmehr bekommen arme Kinder vorgelebt, dass Armut normal und Bildung sinnlos ist. Jeder lebt in seinem "Milieu" und es bereits schwer alleine von der Geisteshaltung da raus zu kommen.

Ohne eine gute Grundschullehrerin, die sich für mich einsetzte, wäre ich nie auf ein Gymnasium gekommen. Die Frau sagte damals zu meinen Großeltern: Das Kind muss aufs Gymnasium, alles andere wäre eine Verschwendung.

DAS muss ein Bildungssystem leisten: Potenziale erkennen und fördern. Selbst der Ärmste soll gefördert werden wenn er das Potenzial hat.
 

Weltkind

Aktives Mitglied

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