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Habe ich eine psychische Störung und wenn ja, welche?

saraja

Neues Mitglied
Hallo,

ich bin neu in diesem Forum und habe mir schon einige Beiträge durchgelesen, in denen Leute Probleme geschildert haben, die meinem Problem recht ähnlich sind. Ich möchte nicht zuviel Privates über mich preisgeben, sondern nur allgemein erzählen, womit ich kämpfe. Da ich in letzter Zeit sehr viel über eine mögliche psychische Störung bei mir nachdenke, habe ich einige Stichpunkte gesammelt:

  • Es macht mich wütend, wenn andere mir sagen, wie ich zu sein habe ("Du musst..." "Man braucht aber..."). Ich lehne die anderen dann zutiefst ab und möchte das Gespräch dann am liebsten sofort beenden
  • Ich habe das gefühl, dass ich permanent gezwungen bin, auf die Außenwelt zu reagieren, dass sie aber nicht auf mich reagiert
  • Enge Räume, viele Menschen, Nähe und auch nur leichte Berührung stoßen mich ab und machen mich agressiv.
  • Ich habe tiefe Sehnsucht nach Freundschaften, bin aber unfähig, die Nähe zu anderen dauerhaft auszuhalten. Gleichzeitig habe ich, wenn ich jemanden mag riesige Verlustängste und bin auch bei platonischen Freundschaften eifersüchtig auf andere Freunde. Ich möchte manchmal positiv auf andere reagieren, freundlich auf sie zugehen, kann mich ihnen aber nicht mitteilen, so dass selbst Komplimente, die ich 100%ig ernst meine, eher halb-ernst, also spöttisch rüberkommen (zumindest befürchte ich das).
  • Ich fühle mich sicher im abstrakten Denken und beschäftige mich mit anspruchsvoller, philosophischer Literatur.
  • Ich fühle mich stark, weil ich es schon sehr lange ohne wirkliche Nähe zu Freunden aushalte. Ich habe zwar wenige Freunde, diese sind mir aber oft nicht wirklich nahe, weil ich nicht permanent den Kontakt zu ihnen suche und mich relativ oft isoliere. Wir sehen uns manchmal monatelang nicht. Ich stelle gefühlsmäßig für mich immer sicher, es auch ohne sie zu schaffen, ich sage mir, dass ich es auch ohne sie schaffen muss. Oft bin ich davon überzeugt, dass ich letztendlich allein auf der Welt bin und mich auf niemanden verlassen kann.
  • Ich fühle mich bedroht und abhängig, wenn ich jemanden zu sehr mag. Im schlimmsten Fall kann eine eigentlich platonische Bindung für mich zu einer Art Sucht werden, so dass ich Verlustängste empfinde und mir vorstelle dass, wie und wann die Freundschaft zerbricht, was auch schon passiert ist.
  • Ich leide sehr unter Spott, also beispielsweise, wenn jemand behauptet, ich hätte kein Allgemeinwissen und wenn sich jemand darüber lustig macht, dass ich noch keinen Führerschein habe.
  • Es ist mir manchmal unverständlich, wenn mich jemand lobt, mir recht gibt oder Zuneigung zeigt. Ich kann damit nicht umgehen, weil ich permanent das Gegenteil erwarte. Im schlimmsten Fall verachte ich denjenigen, der mich lobt sogar (ohne es offen zu sagen).
  • Ich bin überzeugt, von anderen nicht gemocht zu werden, obwohl sie es mir nicht sagen oder zeigen.
Ich gehe schon länger davon aus, dass etwas mit mir nicht stimmt und habe bereits eine vage Vermutung, welche Erkrankung es sein könnte. Kennt jemand vielleicht diese Probleme und kann mir sagen, was es ist?
 
Könnte eine schizoide Persönlichkeitsstörung sein, aber beantworten kann Dir das nur ein Psychologe.
 
Hi saraja

ich möchte mich junesun anschließen, es könnten schizoide Persönlichkeitsstörungen sein, was nichts mit Schizophrenie zu tun hat. Es sind aber auch andere Auffälligkeiten da, die darauf hinweisen, dass es sich um Spätfolgen von emotionalem, sexuellem oder körperlichem Mi**brauch handeln könnte, z.B. die Klaustrophobie (viele Menschen in engen Räumen) oder das in Partnerschaften auftretende Problem von Nähe und Distanz. Suche bitte einen Psychologen auf und kläre das mit seiner Hilfe ab.

liebe Grüße
Momo
 
Ich finde es tragisch und gefährlich, wenn hier eine Diagnostik mit Heilmethoden übelster Art angeboten werden.

Die Frage kann nur ein ausgebildeter Psychiater oder Fach-Psychologe nach mehreren Gesprächen beantworten.
 
Menschenkenntniss, Einfühlungsvermögen und gute Beobachtungsgabe können manchmal treffender sein als die Ratschläge und die Schublade eines ausgebildeten Psychiaters.
Wohlgemerkt manchmal!



LG
Lena
 
Da du zum abstrakten Denken neigst, wäre es vielleicht an der Zeit, dich mit dem Begriff der Störung näher auseinander zu setzen. Das, was du wahrnimmst, kann für jemand anderen eine Phase sein und wieder jemand anderen ein Grund zur Zwangseinweisung. In einem Forum, wo Kröti und Blöti ihre anstandslosen Ergüsse der Ignoranz hinterlassen, wird dir wohl nur eine unzureichende und nicht begründbare Antwort gegeben werden!

Du kannst versuchen, mit jemandem aus deinem näheren sozialen Umfeld über deine Befürchtungen zu sprechen. Diese kennen dich ja nun besser als wir und können dir evtl. auch hilfreiche Tipps geben.

Du kannst desweiteren Erstgespräche in einer beratungsstelle oder psychologischen Praxis anmelden und dann sehen, wie es weitergeht.
Im Falle einer Psychotherapie sei gewarnt vor der/n Diagnose/n, die für die Krankenkasse gemacht werden sollen. Du würdest also in jedem Falle irgendetwas brauchen, um das ganze bezahlt zu bekommen. Ansonsten gibt es auch Psychotherapien, die für den Klienten kostenpflichtig sind. Ist aber sehr teuer...

Du kannst, wenn du möchtest, ein paar Tests im Internet machen, bspw. zu Persönlichkeitsstörungen oder solchen "Quatsch". Ich streite nicht ab, dass es gewisse Eigenheiten gibt, die den Alltag unter Menschen unerträglich machen, aber hüte dich vor dem Syptome sammeln. So etwas passiert gerade im Internet sehr schnell und wird von dir gerade erfolgreich praktiziert. Am Ende machst du dich nur selbst verrückt!

Auch möglich sind Ratgeber, entweder zu bestimmten Störungsbildern oder um ganz allgemein Kompetenzen zu erwerben. Dazu würde mir für dich etwas ein Ratgeber zur sozialen Kompetenz einfallen. Nicht, weil du so unsagbar gestört herüberkommst, sondern weil ein Mangel an sozialer Kompetenz in fast allen Fällen der Störungsbilder eine Rolle spielt. Die Sachen gibt es in jedweiger medialer Form und wird auch in öffentlichen Bibliotheken angeboten. Achte nur darauf, dass die Titel zu sehr nach Mainstream klingen bzw. aussehen. Am besten sind Sachen, die sich eher an Psychologiestudenten oder Akademiker richten. Falls du da einen praktischen Ratgeber finden kannst.
Im Internet wird jedoch auch so einiges angeboten, gerade zu den Symptomen, die du beschreibst. Denn, ganz ehrlich geschrieben, sind diese so allgemein und "gewöhnlich", dass du viele Leidensgenossen finden wirst. Entweder wie hier in einem Forum oder doch lieber in einem kleineren, wo man sich anmelden muss oder über (am besten englisch sprachige) How-to-Webseiten ("Wie bekomme ich mehr Selsbtbewusstsein?", "Wie werde ich zufriedener?", ...).


So, nun zum Abschluss noch ein paar Worte zum Störungsbegriff, nach meiner Erfahrung:
Soweit ich mich erinnern kann, gibt es im Bereich der Psychologie drei bis vier Kriterien, nach denen ein Verhalten klinisch (= behandlungswürdig) eingestuft wird. Einmal ist es a) das persönliche Leiden (subjektiv empfunden), dann b) die erschwerte Bewältigung des Alltags und c) ein destruktives/ dysfunktionales Muster, das keine erkennbaren rein körperlichen Ursachen hat. An den Rest erinnere ich mich leider nicht. Vielleicht ist es ja die mögliche Selbst- oder Fremdgefährung, jedoch passen diese auch zu c. Zur Erleichterung diagnostiziert man nach einem Katalog (ICD-10, DSM-4) und hält sich an bekannte Lösungsvorschläge wie Psychiatrie, Psychopharmaka, Betreuung oder sonstewas. Durch den Platzmangel und den hohen Arbeitsdruck können sich Psychologen und Psychiater nur wenig um die Klienten oder Patienten kümmern, weshalb vermeintlich "leichtere" Fälle leider zu oft Pech haben und erst vorsprechen können, sobald ihre Verhaltensweisen zu dysfunktionale Ausmaße angenommen haben. Auch für altersnorme Krisen, z.B. Pubertät, erster Beruf, usw., müssen oft Extra-Störungsbilder aus den Katalogen herangezogen werden, damit eine Behandlung gerechtfertigt werden kann. Denn es kostet leider viel Geld, jemanden zu betreuen.

Das heißt als Fazit also, wenn du dir nicht sicher bist, ob das eine Störung sein könnte und befürchtest, ein sehr leichter Fall zu sein, versuche dich früh an jemand Professionelles zu richten, rechne aber jedoch damit, dass du u.U. nicht nur lange Wartezeiten hast, sondern dir auch u.U. auch nicht spürbar gut geholfen werden kann. Bei den "schweren" Fällen, wissen die Leute besser, wie sie vorgehen können. Bei den "leichten" Fällen kommt es eher darauf an, dass der Klient oder Patient selbst auf Ideen kommt und gut mitarbeitet!!!
Wenn du insgeheim nach einem Therapeuten suchst oder glaubst, eine Person um dich herum wäre gut, dann sprich mit jemandem aus deinem Bekanntenkreis. Lass dich nicht abschrecken. Missverständnisse und inkompetente Antworten oder Vorschläge sind im Grund normal, nicht nur bei Laien.

Wir sind halt alles Menschen und Menschen sind nicht perfekt. 😉 Ok?
 
Menschenkenntniss, Einfühlungsvermögen und gute Beobachtungsgabe können manchmal treffender sein als die Ratschläge und die Schublade eines ausgebildeten Psychiaters.
Wohlgemerkt manchmal!



LG
Lena

nein, das gehört in die Hände von Fachleuten und nicht von Waldundwiesenhobbypsychologen!!!

Man kennt hier weder die Vorgeschichte, noch kann man eine Anamnese erstellen.
und so Ratschläge mit Gott und Demut und Ehrenamt sind auch für ein Laienforum eher peinlich und beschämend.

Bei dieser Frage müsste jeder mit Menschenkenntnis sie an einen Psychologen etc. verweisen!!!!

alles andere ist Scharlatanerei und Quacksalbergehabe.
 
Ich denke, hier sollten die Zeilen, dass dieses Forum keinen Arzt etc. ersetzen kann/will (guck, nicht einmal ich weiss den Satz mehr richtig auswendig😱) im Foreneingang noch dicker geschrieben sein!

LG
Landkaffee
 
@Landkaffee Das ist mir klar und ich habe damit gerechnet, dass so eine Aussage kommt. Meine Intention war nur, jemanden zu finden, dem es eventuell ähnlich geht und der mir mehr dazu sagen kann. Irgendwie hatte ich wohl gehofft, mit einer Diagnose ginge es mir besser, obgleich ich weiß, dass diese nur ein Facharzt stellen kann.
 
nein, das gehört in die Hände von Fachleuten und nicht von Waldundwiesenhobbypsychologen!!!

Man kennt hier weder die Vorgeschichte, noch kann man eine Anamnese erstellen.
und so Ratschläge mit Gott und Demut und Ehrenamt sind auch für ein Laienforum eher peinlich und beschämend.

Bei dieser Frage müsste jeder mit Menschenkenntnis sie an einen Psychologen etc. verweisen!!!!

alles andere ist Scharlatanerei und Quacksalbergehabe.



Ich bin da anderer Meinung Real. Ein guter Psychotherapeut, einer der auch Einfühlungsvermögen besitzt, kann sicher eine Hilfe sein und sollte,- da gebe ich Dir recht, für so etwas normalerweise der richtige Ansprechpartner sein.

Beschämend ist der Vorschlag mit dem Ehrenamt aber ganz sicher nicht. Ich sage nicht, dass es die alleinige Lösung sein muß für das Problem des Themanstellers, aber es könnte ja vielleicht ein Schritt in die richtige Richung sein.
Manchmal helfen Sachen von denen man es nicht meint. Mir haben Psychotherapeuten schon den unmöglichsten Blödsinn erzählt, weil es ihnen gewaltig an Einfühlungsvermögen gefehlt hat.

Seelsorger dagegen haben mir schon oft duch einen einfachen Rat oder Gedankenanstoß gute hilfreiche Tipps gegeben und weiter geholfen. Man muß nicht alles immer studiert haben. Manchmal fehlt es leider an der nötigen Emphatie wenn der kopf nur mit reinem Wissen vollgestopft ist.


LG
Lena
 
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