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Glück = Realität – Erwartungen?

whoknows

Mitglied
Hallo zusammen,

die Formel beinhaltete eine sehr stoische und hilfreiche Lebensweisheit. Ich störe mich zurzeit aber an dem Umstand, dass ich ohne Erwartungen mich zwar gegen Enttäuschungen immunisiere und damit subjektiv tatsächlich glücklicher bin, objektiv betrachtet aber tatsächlich auch weniger erreiche, womöglich weit hinter meinem Potenzial zurück bleibe, wenn ich niemals etwas erwarte und alles schicksalsergeben akzeptiere…

Denn "wer die Hoffnung aufgibt, beraubt sich der Chance sein Leben zum Besseren zu wenden."

Leider stecken also in beiden Weisheiten Wahrheiten, da Hoffnung = Erwartung ist. Oder kann man ohne jegliche Erwartung und damit ohne Enttäuschung hoffen?
Wer hilft mir, die Formel entsprechend zu modifizieren?!

Grüße
 

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_Tsunami_

Urgestein
Hmm, aus meiner Sicht ergibt die Formel keinen Sinn. Da du aber Stoiker erwähnst - ein bekannter Stoiker, Marc Aurel, sagte mal, zumindest sinngemäß: "Ich bin niemandes Herr und niemandes Sklave." Ich denke, dass man damit schon sehr gut arbeiten kann.

Weiters und ganz allgemein würde ich sagen, dass jeder Mensch Träume, Wünsche und Vorstellungen hat, welche sich natürlich an der Realität messen müssen. Passt beides hinten und vorne nicht zusammen, gilt es, beides zu hinterfragen und entsprechende Kalibrierungen vorzunehmen.
 
Zuletzt bearbeitet:

beihempelsuntermsofa

Sehr aktives Mitglied
Glück.

Dazu hab ich heut ein phantastisches bild gesehen.
Zwei männchen.
Eines hat einen gegenstand mit der aufschrift "GLÜCK" in händen.
Sagt das andere männchen "wow! Wo hast du das gefunden? Ich hab überall danach gesucht!"
Sagt das eine männchen "Das hab ich selbst gemacht!"

Klasse!
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo, whoknows,

positive Erwartungen sind wichtig. Hoffnung ist wichtig, um ein gutes Ziel auch kraftvoll und konsequent anzustreben. Das siehst Du völlig richtig.
Auch richtig ist, dass positive Erwartungen – wenn sie sich nicht erfüllen – zu einer Enttäuschung führen.

Das Problem sehe ich darin, dass „positive Erwartung“ mit Forderung verwechselt wird. Der Mensch stellt sich in Frage, zweifelt an sich selbst, wenn er sein Ziel nicht erreicht.

Mir wäre es lieber, wenn der Mensch seine positive Erwartungshaltung beibehält, diese aber nicht mit Forderung verwechselt. Und dann ist es aus meiner Sicht wichtig, dass er eine Niederlage oder eine Enttäuschung als Chance zum Lernen versteht. Und wenn ich etwas lerne, dann kann ich für den Lerneffekt auch dankbar sein – selbst wenn nach außen eine Niederlage sichtbar ist.

Daher würde ich Deine Formel so umbauen: Glück = Lernen und Umsetzung des Gelernten + Lernen aus Niederlagen + Dankbarkeit + positive Grundeinstellung + Hoffnung und alles zusammen = meine Realität

LG, Nordrheiner
 

hilfe-schlumpf

Aktives Mitglied
hmm , irgendwie kommt mir das bekannt vor , sowas ähnliches laß ich die Tage schon an anderer Stelle im Netz - na ja, vlt. beschäftigt es ja alle.....

Was mich überrascht, dass Du objektiv betrachtet weniger erreichst, wenn Du nichts erwartest.

Vlt. haben wir auch andere Begrissdefinitionen.

Es gibt den kleinen Bereich des "Wollens" . Und den großen Bereich des Zufalls ( Glück und Pech ). Wenn der Zufall mir wohlgesonnen ist, und ich das Glück habe, gesund genug zu sein und einen Berg vor der Haustüre, kann ich ihn besteigen ( und damit vlt. eine Befriedigung erzeugen ). Wenn ich nun im Bereich des Wollens keine Erwartung ( Ehrgeiz ? ) habe, dann besteige ich den Berg natürlich nicht. Wenn ich an den Rollstuhl gefesselt bin aber auch nicht.
Und bei letzterem kann ich mir nicht vorstellen, dass die Frage, ob man im Rollstuhl sitzt ( oder anderen Krankheit, ob man gemobbt wird oder nicht, ob man den Job bekommt oder nicht , oder die Liebe erwiedert wird oder nicht ) viel von der Erwartung abhängt, vermutlich garnichts. Und erst recht kann ich mir kaum vorstellen, dass man das Gegenteil "objektiv" messen kann. Das wäre schon fast eine wissenschaftliche Sensation.
 

whoknows

Mitglied
@ Tsunami, genau das besagt doch die Formel. Je größer die Diskrepanz zwischen dem Ist und dem Soll desto weniger „Glück“ bzw. Zufriedenheit bleibt übrig. Also muss ich meine Erwartungen runterschrauben und werde glücklicher.
PS: ich kann nur meine Erwartungen hinterfragen. Hinterfrage ich die Realität, stelle ich Erwartungen an die Realität womit wir wieder bei der Diskrepanz sind.

@ wolf66: Was ist aber mit den Erwartungen an andere? Dass Sie mir beispielsweise helfen? Oder der Erwartung gesund zu werden wenn ich unheilbar krank bin? Das sind doch mehr als Hoffnungen obwohl ich hier nicht immer selbst aktiv werden kann.

@Nordrheiner: interessante Differenzierung; dann müsste ich also Erwartungen durch „negative Erwartungen“ oder gleich durch „Forderung“ ersetzten, wobei mich ja auch positive Erwartungen meines Glückes berauben können wie du sagst…
Träume ich beispielsweise von einem teuren Luxussportwagen, den ich mir nicht leisten kann, nehme ich evt. jahrelang enorme Anstrengungen auf mich und arbeite gezielt darauf hin, bin aber während dieser Zeit weniger glücklich als mein Nachbar mit demselben alten Schrotthaufen. Nur ist dieser eben mit dem was er hat zufrieden und genießt den Tag?!


@Schlumpf:
Wie die obige Geschichte zeigt ist die Erwartung hier definiert mit dem Wunsch, Willen, Wollen, Bedürfnis, Begehren etwas zu haben oder zu erreichen was man (noch) nicht hat, während die Realität das ist, was man hat. Je mehr ich will und je weniger ich habe desto unglücklicher werde ich (kleine Realität große Erwartung), die Subtraktionsformel rutscht ins Negative. Je mehr ich habe und je weniger ich zusätzlich möchte, desto mehr Glück bleibt für mich übrig, da Erwartung und Realität weitestgehend übereinstimmen. Ich kann dies auf zwei Wegen erreichen – ich kann alles erreichen was ich immer wollte (große Realität – keine weiteren Erwartung), ich kann aber auch meine Bedürfnisse soweit reduzieren, dass ich mit dem was ich habe zufrieden bin (kleine Realität, keine Erwartungen).
Nur fahre ich dann auch keinen Luxussportwagen....
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
@Nordrheiner: interessante Differenzierung; dann müsste ich also Erwartungen durch „negative Erwartungen“ oder gleich durch „Forderung“ ersetzten, wobei mich ja auch positive Erwartungen meines Glückes berauben können wie du sagst…
Träume ich beispielsweise von einem teuren Luxussportwagen, den ich mir nicht leisten kann, nehme ich evt. jahrelang enorme Anstrengungen auf mich und arbeite gezielt darauf hin, bin aber während dieser Zeit weniger glücklich als mein Nachbar mit demselben alten Schrotthaufen. Nur ist dieser eben mit dem was er hat zufrieden und genießt den Tag?!
.
Positive Erwartungen, vor allem wenn sie realistischer Natur sind, sind anregend. Du bist motiviert, das gesetzte Ziel anzustreben. Du weisst, warum Du tust was Du tust. Du verbringst Deine Zeit mit sinnvollem Tun.

Und wenn Du jahrelang für einen teuren Luxusschlitten sparst, dann lebst Du jahrelang in Vorfreude. Jedenfalls würde mir es so gehen. Und sollte ich das Sparen abbrechen und mir mit dem bisher angesparten Betrag ein im Preis niedrigeres Auto kaufen, so basiert diese Entscheidung auf der Erkenntnis, was das Bessere für mich ist. Von dem Wunsch des teuren Luxusschlitten in X Jahren verabschiede ich mich gerne, denn ich habe jetzt einen guten Wagen. Das ist für mich das Bessere, denn sonst hätte ich mich nicht dafür entschieden.

Der Vergleich mit dem Nachbarn interessiert mich nicht. Ich schaue auf meine Ziele und nicht auf die des Nachbarn.
 

_Tsunami_

Urgestein
@ Tsunami, genau das besagt doch die Formel. Je größer die Diskrepanz zwischen dem Ist und dem Soll desto weniger „Glück“ bzw. Zufriedenheit bleibt übrig. Also muss ich meine Erwartungen runterschrauben und werde glücklicher.
PS: ich kann nur meine Erwartungen hinterfragen. Hinterfrage ich die Realität, stelle ich Erwartungen an die Realität womit wir wieder bei der Diskrepanz sind.
Nicht ganz. Man muss auch noch zwischen Regelfall und Sonderfall unterscheiden, gleichfalls definieren, was Realität ist. Gehen wir mal davon aus, dass Realität durch die Lebensumstände und die persönliche Erkenntnisfähigkeit bestimmt ist, dann mag es so sein, dass diese Realität/Lebenstumstände nicht mit der persönlichen Einstellung übereinstimmen. Diese "Lücke"/Diskrepanz/Spagat halten im Regelfall tatsächlich viele nicht aus, ohne dabei unglücklich zu werden. Also werden zwingend die Lebensumstände und/oder die Einstellung angepasst. Andere wiederum, die Sonderfälle, sind damit glücklich, ihr ganzes Leben ihren Träumen, Wünschen und Vorstellungen nach zu leben, auch wenn die Realität dem nicht oder nur bedingt gerecht wird.

~~~

Dann wiederum gäbe es natürlich auch noch die Möglichkeit, alle deine Wünsche, Träume und Vorstellungen von Bord zu schmeißen, und einfach nur der Realität und deinem Wesen gemäß zu leben. Das aber wiederum würde bedürfen, dass du die Realität und dein Wesen kennst/erkennst.
 
Zuletzt bearbeitet:

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Nicht ganz. Man muss auch noch zwischen Regelfall und Sonderfall unterscheiden, gleichfalls definieren, was Realität ist. Gehen wir mal davon aus, dass Realität durch die Lebensumstände und die persönliche Erkenntnisfähigkeit bestimmt ist, dann mag es so sein, dass diese Realität/Lebenstumstände nicht mit der persönlichen Einstellung übereinstimmen. Diese "Lücke"/Diskrepanz/Spagat halten im Regelfall tatsächlich viele nicht aus, ohne dabei unglücklich zu werden. Also werden zwingend die Lebensumstände und/oder die Einstellung angepasst. Andere wiederum, die Sonderfälle, sind damit glücklich, ihr ganzes Leben ihren Träumen, Wünschen und Vorstellungen nach zu leben, auch wenn die Realität dem nicht oder nur bedingt gerecht wird.
Und speziell auf Deinen letzten Satz bezogen, greift Deine Signatur. Der Mensch sollte sich schon bemühen, die Umstände zu schaffen, die das Erreichen von Zielen möglich macht. Nur von Zielen träumen - ohne wichtige Ziele auch mal zu erreichen, ist auch nicht das Wahre.
 

_Tsunami_

Urgestein
Und speziell auf Deinen letzten Satz bezogen, greift Deine Signatur. Der Mensch sollte sich schon bemühen, die Umstände zu schaffen, die das Erreichen von Zielen möglich macht. Nur von Zielen träumen - ohne wichtige Ziele auch mal zu erreichen, ist auch nicht das Wahre.
Sicher, das streite ich nicht ab. Im Übrigen ist mein vorheriger Beitrag ein wenig ergänzt.

Alles hat seine Zeit. (Bibel oder Stoiker?)

Ich denke, dass du das genauso gut weißt wie ich.
 

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