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Gleichgültigkeit gegenüber Freundin?

Gretchen Wieners

Aktives Mitglied
hallo,
gestern ist mir durch die frage eines anderen threaderstellers glaube ich
selber für mich nochmal was bewusst geworden im bezug auf meine freundin:

ich habe also eine freundin, mit der ich mich schon so durchschnittlich 1x pro
woche treffe. diese person ist nett und höflich und alles. mit ihr kann man über
viele dinge reden, so sachthemen, z.b. über ihren exfreund, über ihre psychoprobleme,
über meine psychoprobleme, eben eigentlich fast alles mögliche.
das finde ich auch sehr gut, weil ich mich sonst mit wenig bis gar niemandem
im real life richtig austauschen kann.

aber mir ist jetzt klar geworden: wenn ich sie jetzt z.b. nicht mehr hätte, unsere
freundschaft beendet wäre, dann wäre ich über den verlust überhaupt nicht traurig.
das wäre mir (von den gefühlen her) ziemlich egal.

ich glaube ich fänds eben nur nicht so toll, weil ich dann mit niemandem mehr über alle
möglichen dinge reden könnte. ich würde die gesprächsmöglichkeit vermissen, nicht aber
sie als person.


ich habe mich dann gefragt warum das so ist.
und mir ist es schnell klar geworden. weil sie jemand ist, der überhaupt keine beziehung zu anderen menschen aufbauen kann. ich habe zu dieser frau eigentlich gar keine beziehung und somit (meiner ansicht nach) auch keine richtige freundschaft. sie hat mich, obwohl wir uns jetzt schon über ein jahr kennen noch kein einziges mal "im herzen berührt".
weil wir nie so beziehungsgequatsche machen, also diese lockere, inhaltslose, oberflächliche reden, einfach aus spaß heraus.

ich glaube ich würde manch andere menschen, die ich kennen lerne schon nach 5min mehr vermissen als meine freundin. von den gefühlen her. auch wenn die vll nicht über alle möglichen sachthemen mit mir reden.
denn das ist auch noch mal so ne sache, wir beide können zwar gut über alle möglichen probleme reden, aber da ist 0 empathie bei. ich weiß nicht wie ich es genau erklären soll,
aber ich fühle mich bei ihr einfach nie getröstet oder angenommen usw. das läuft bei ihr alles rein über den verstand ab. auch wenn ich alles erzähle, hinterher fühlt sich mein inneres dann
nicht erleichtert an, so wie es eigentlich sein sollte. ich habe es einfach nur erzählt, aber
sonst ist nichts weiter passiert. ok, manchmal habe ich einen neuen denkanstoß bekommen, also vom verstand her hat es mir dann oft schon was gebracht, aber vom gefühl her 0.
deswegen möchte ich ihr oft auch gar nicht mehr von meinen ganz "intimen problemen und sorgen" erzählen, weil unsere beziehung eigentlich bei weitem nicht innig genug dafür ist, da ist überhaupt kein vertrauen da in die person.

ja, ich wollte fragen was ihr dazu so meint, versteht ihr was ich hier geschrieben habe? kennt ihr selbst personen bei denen ihr euch so fühlt? was denkt ihr über das ganze?
 

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L

LVchen

Gast
Hallo Gretchen,

wenn ich an das denke, was du in Carpe Diems Thread geschrieben hast, wundert mich dieser Thread jetzt irgendwie nicht. :)

Na ja, was ich immer noch nicht ganz verstehe ist, was du mit dem "Beziehungsgequatsche" meinst. Meinst du damit, dass man zusammen lacht oder dass man einfach nur über Alltagsthemen redet und die bisschen durch den Kakao zieht?

Ich kenne viele Menschen von dem anderen Extrem. Das Extrem, das dir nicht gefällt. ;) Ich bin da ja selbst auch nicht so abweichend, obwohl ich mich durchaus über oberflächlichen Kram mal unterhalten kann. ;)

Findest du wirklich, dass das eine gute Basis ist, wenn du die Freundin eigentlich nicht weiter vermissen würdest, wenn es vorbei wäre?
Ich finde es irgendwie seltsam, dass dir ein Kontakt, bei dem man über Intimes spricht, eigentlich nichts weiter gibt... :( Kann dann aber auch daran liegen, dass da so wenig Empathie ist. Hast du denn so viel Empathie und Mitgefühl für sie übrig? Oder geht es überwiegend um ihre Psychosümpfe?

LG
LVchen :)
 

Bandit2105

Urgestein
Hallo Gretchen Wieners,

solche Menschen kenne ich auch!
Meistens sind es Menschen die keine Gefühle zulassen können!
Deshalb reden sie über Themen nur über den Verstand.
Das ist aber manchmal auch gut so. Denn Gefühle sind sehr persönlich und sind auch oft sehr schwer vermittelbar. Da sie sehr viel mit unserer Entwicklung/Erfahrungen zu tun haben, die andere so nicht mit uns geteilt haben und deshalb diese auch nicht nachvollziehen können.

Ich könnte mit jemanden der keine Empathie zeigt schlecht über meine Probleme reden.
Es ist dann als ob ich nicht ernst genommen würde!

Liebe Grüße
Bandit :herz:
 
L

LVchen

Gast
Hallo Gretchen Wieners,

solche Menschen kenne ich auch!
Meistens sind es Menschen die keine Gefühle zulassen können!
Deshalb reden sie über Themen nur über den Verstand.
Das ist aber manchmal auch gut so. Denn Gefühle sind sehr persönlich und sind auch oft sehr schwer vermittelbar. Da sie sehr viel mit unserer Entwicklung/Erfahrungen zu tun haben, die andere so nicht mit uns geteilt haben und deshalb diese auch nicht nachvollziehen können.

Ich könnte mit jemanden der keine Empathie zeigt schlecht über meine Probleme reden.
Es ist dann als ob ich nicht ernst genommen würde!

Liebe Grüße
Bandit :herz:
Na ja, das stimmt schon z.T., was Gretchen schreibt; aber für mich liest sich das so, als sei das IMMERZU verkehrt, wenn man über Sachthemen redet. Ich persönlich frage mich dann, worüber man ständig reden soll. Dass man mal über z.B. Guttenberg redet oder über irgendwelches Uni- oder Schulzeug (so in meinem Fall), ist doch nicht ungewöhnlich. Das machen doch viele. ;) Für mich liest sich das bei ihr so - auch im anderen Thread - als ob man sich damit nur selbst soziale Steine in den Weg legt, wenn man nicht nur über Party und Saufen redet. :D
 

Gretchen Wieners

Aktives Mitglied
Hallo LVchen,

ja genau, gestern habe ich wieder mit meiner freundin telefoniert und als ich auflegte kam mir sofort wieder der thread von carpe diem in den sinn und ich habe noch lange darüber nachgedacht!

ja, hmm, wie soll ich es erklären dieses beziehungsgequatsche. also manche leute sagen
dazu auch "über sich selber lachen können, das sei das schönste". aber ich habe selbst die
erfahrung gemacht, dass diese definition sehr irreführend ist. früher dachte ich z.b., dass
damit so was gemeint ist wie "oh mann, jetzt habe ich dies und jenes schon wieder falsch gemacht, wie dumm war das denn, haha" - und fand das dann auch dementsprechend gar
nicht witzig, weils ja praktisch auch ne abwertung von sich selbst oder dem gesprächspartner darstellt.
aber das ist es nicht. und es ist auch nicht jemand anderen durch den kakao zu ziehen,
also zumindest nicht auf lästerliche art und weise. es ist einfach dieses sich über den anderen oder sich selbst lustig machen und jeder weiß eigentlich genau, dass man alles
überhaupt nicht ernst meint und man macht trotzdem weiter und steigert es oft total
ins absurde und dadurch wird ist immer lustiger. ich glaube man nennt es auch reine ironie,
kein sarkasmus, kein zynismus, kein schwarzer humor, kein spott, reine ironie.
aber sicher bin ich mir dabei auch nicht wie man es bezeichnet/definieren kann, ich habe
ja selber jahrelang danach gesucht und keiner konnte es mir erklären un dich war verzweifelt.

obwohl ich mich durchaus über oberflächlichen Kram mal unterhalten kann. ;)
wer weiß, ob du das eben wirklich kannst. und auch so dass es dir gefällt? denn wenn nicht
merkt das der andere.

nee, ich finds eben selber auch nicht gut so eine freundschaft zu haben, weil sie mir (von
den gefühlen her) eben eigentlich gar nichts gibt und ich mit ihr auch über vieles schon gar
nicht mehr reden will, weil es sich oft sehr unangenhem anfühlt mit ihr über innere probleme
zu sprechen, weil wir eben gar keine so tiefe beziehung zueinander haben.
wir treffen uns aber trotzdem weiterhin, weil wir sonst beide auch wenig freunde haben.
sie lernt zwar öfter neue leute kennen, verliert sie aber fast immer ganz schnell wieder wegen
eben genau dieser art von ihr wieder.
und ich lerne zu wenig neue menschen kennen und habe deswegen kaum freunde.

nein, ich habe für sie auch wenig empathie übrig. zumeist noch am anfang von unseren
gesprächen, aber dadurch, dass sie empathie nicht aussenden kann ist beim gegenüber
auch automatisch das eigene mitgefühl stark gehemmt, man kann dann selber auch irgendwie
keine aussenden, das hängt beides miteinander zusammen.
aber ich kann es ohne zweifel! es liegt wirklich an ihr. leuten, die empathie aussenden kann
ich auch welche geben. das geht wie von selbst dann.
 

Timmymama

Aktives Mitglied
Sorry, aber die Worte : Sachthema und reden über Exfreund und PSychoprobleme auf beiden Seiten steht für mich im krassen Gegensatz. Das sind doch eigentlich sehr persönliche Themen über die ich mit SIcherheit nicht mit jedem reden würde.
Erzählt ihr dann in so einer Art und Weise davon als ob ihr über einen Sachbericht sprecht, also emotionslos oder wie soll man sich das vorstellen ?
Wie begrüsst ihr euch denn - mit Handschlag ?
Sorry, kann mir so ein Verhältnis echt nicht vorstellen
 

Gretchen Wieners

Aktives Mitglied
Hallo Bandit,

ja, ich glaube du weißt was ich meine.
ja, es ist auch manchmal besser so nur über den verstand zu reden,
z.b. mit einem berater, der alles ganz neutral sehen kann.
aber mit einer freundin möchte ich ja auch "angenommen" werden,
dieses empathische eben fühlen. sie muss ja sogar nicht mal meine
meinung/meine wahrnehmung teilen, aber ich muss dieses gefühl haben,
dass sie mich (in meiner positon) annehmen/verstehen kann.
und deswegen dann z.b. auch trotzdem trösten kann usw.

Es ist dann als ob ich nicht ernst genommen würde!
JA! genau diese situation hatten wir z.b. auch neulich!
ich hatte ws gesagt, und war schon ziemlich aufgebracht deswegen,
aber so wie sie gefühlt auf mich wirkte, war ihr das egal, sie hat
sogar noch lecht gelächelt deswegen. ich war richtig sauer auf sie.
mir ist zwar auch da vom verstand her klar gewesen, dass sie das
wahrscheinlich gar nicht so meint, aber wenn sie es nunmal ausstrahlt
macht es mich total wütend, trotzdem.

das ist wie, als wenn mich jemand z.b. verprügeln würde, "auch wenn ers gar nicht
so meint" (ich weiß, das geht jetzt wirklich schwer, aber ich nehms nur mal zu verdeutlichung), das fühlt sich für mich dann auch sehr schlecht an, auch wenn es derjenige
gar nicht so meint.
 

Gretchen Wieners

Aktives Mitglied
Na ja, das stimmt schon z.T., was Gretchen schreibt; aber für mich liest sich das so, als sei das IMMERZU verkehrt, wenn man über Sachthemen redet. Ich persönlich frage mich dann, worüber man ständig reden soll. Dass man mal über z.B. Guttenberg redet oder über irgendwelches Uni- oder Schulzeug (so in meinem Fall), ist doch nicht ungewöhnlich. Das machen doch viele. ;) Für mich liest sich das bei ihr so - auch im anderen Thread - als ob man sich damit nur selbst soziale Steine in den Weg legt, wenn man nicht nur über Party und Saufen redet. :D
nee, es is nich immerzu verkehrt, dafür muss man "einfach" ein gefühl entwickeln. das ist es
ja die ganze zeit, gefühl, gefühl, gefühl...
zur angebrachten zeit kann man schon über sachthemen reden. auch ernst. aber ich würde mal sagen, das 80-90% der gespräche zw. den menschen reine beziehungsebene ist, also zumindest zw. freunden, in einer beziehung oder in der familie, also je näher einem die person steht.
und ich würde noch so weit gehen und sagen, dass die leute, selbst wenn sie über sachthemen reden es oft auch nicht (konsequent) ernst tun, da ist oft alle paar augenblicke doch wieder so ne beziehungssache mit bei.
die reden übrigens gar nicht alle über party und saufen. das scheint oft nur so von außen.
weil das oft das einzige ihrer sachthemen ist!:rolleyes: die reden auch nicht so viel darüber,
die machen es einfach.
 
H

Haubenmeise

Gast
Ich für mich kann sagen, dass meine Emotionen, also mein Gemütszustand,
" krankheitsbedingt " starken Schwankungen unterliegt.

Ich kann mich bei einem Treffen total von einem Menschen verstanden fühlen,
und schon beim nächsten Mal kommt es mir vor, als wäre da nichts,
was uns verbinden würde.

Wenn ich mich verstanden fühle, möchte ich am liebsten gar nicht, dass
die Begegnung endet. Ich bekomme regelrecht Verlustängste.

Wenn ich die Phase durchlebe, wo ich mich getrennt vom anderen fühle, stelle
ich mir die Fragen, wozu ich überhaupt noch zu Treffen gehen soll.

Es ist ziemlich zermürbend, wenn man so durchgebeutelt wird, von einem
Extrem zum anderen; von tiefster Zuneigung zu völliger Teilnahmslosigkeit.

Ich versuche so gut ich eben in der Lage bin, diesen Gefühlsschwankungen
keine zusätzliche Dramatik zu geben. Ich glaube, es kommt aus der Kindheit -

wenn man zb. oftmals mit ambivalenten Aussagen konfrontiert war, wo man sich
dann innerlich teilen musste, um ihnen gerecht zu werden.

Naja....meine Gedanken dazu
 

Gretchen Wieners

Aktives Mitglied
Sorry, aber die Worte : Sachthema und reden über Exfreund und PSychoprobleme auf beiden Seiten steht für mich im krassen Gegensatz. Das sind doch eigentlich sehr persönliche Themen über die ich mit SIcherheit nicht mit jedem reden würde.
Erzählt ihr dann in so einer Art und Weise davon als ob ihr über einen Sachbericht sprecht, also emotionslos oder wie soll man sich das vorstellen ?
Wie begrüsst ihr euch denn - mit Handschlag ?
Sorry, kann mir so ein Verhältnis echt nicht vorstellen
sag ich ja, so eine beziehung wie bei uns, das gibts eigentlich gar nicht!
ok, lass mich überlegen...
hmm, es ist wirklich verdammt schwer zu erklären. ich kann nur so viel sagen, dass es oft wirklich wie ein sachbericht wirkt. und doch, ich würde sagen, dass sie an sich mit
jedem darüber reden würde, es bloß deswegen nicht tut, weil man ja meistens auch vom
gegenüber signalisiert bekommt, ob der das möchte oder nicht.

begrüßung ist auch so ne sache, eigentlich umarmen wir uns. aber ich hab da bei ihr immer ziemliche hemmungen, weil sie selber so unsicher ist und ich bei ihr sehr gehemmt (weil es eben keine tiefere beziehung ist). das ist mehr so ne zwangsveranstaltung, ich möchte
das meistens gar nicht.
 

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