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Gewalt in Familien

Kathamaus

Aktives Mitglied
Ich selbst , hab jahrelang gewalt meiner Eltern zu spüren bekommen.
Was haltet ihr allgemein von Gewalt in Familien ?! Was haltet ihr davon, wenn Eltern sowas als " Erziehung " ansehen?!?
 

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Kathamaus

Aktives Mitglied
@ Zitronengelb

da kann ich dir nur zustimmen , aber leider ist es auch heute noch so dass es in genug familien vorkommt und es als normal angesehn wird
 

angry

Mitglied
gewalt zerstört jede kinderseele...
egal ob verbal oder körperlich..

ich weiß wovon ich rede...habe es 15 jahre erlebt.

der schlimmste satz ist....."ich habe von meinen eltern auch schläge bekommen und es hat nicht geschadet"....
merkt man, sonst würden die erwachsenen es nicht tun
 

Kathamaus

Aktives Mitglied
Ich weiß ja selbst wies ist , weil ichs 17 jahre lang am eigenen Körper erfahren habe...
Und ich finds sehr sehr traurig , wenn ich heute dann leute sehe die ihre Kinder schlagen ... Bei mir hats die ganze Kindheit/Jugend versaut. Und meine seele is im eimer ... Und bis die alten " Wunden " wieder geheilt sind dauerts verdammt lange ..
Aber den Spruch , von wegen schadet dir nicht , kenn ich zu genüge..
 

Tyra

Sehr aktives Mitglied
Hallo,

um zunächst deine Frage zu beantworten: ich halte nix von Eltern die Gewalt als ERziehungsmittel ansehen. Gewalt ist strafbar und Eltern die Gewalt ausüben sind Verbrecher. PUNKT.
Ich hatte einen gewalttätigen Vater, aber zum Glück gelang es mir so im Alter von ca. 13,14 jahren die Gewalt zu beenden. Mir konnte die Gewalt meine Kindheit nicht vollends versauen, da ich dass nicht zuließ und innerlich wie äußerlich CONTRA gab. Natürlich war die Gewalt, die Angst, der Terror zeitweilig eine Belastung und hat auch seine Spuren hinterlassen, aber ich habe immer zugesehen, dass es auch Ausgleich, schöne Elemente in meinem Leben gab...hatte meine Hobbies, Freunde, mein Reiten, meinen Sport. Ich war recht früh selbstständig und war viel unterwegs anstatt zu Hause wo nur der Krieg aller gegen alle herrschte. Mit Freunden unterwegs zu sein und reden zu können, meinen kleinen Reitstall zu haben, Anerkennung woanders zu bekommen hat über sehr vieles hinweggeholfen und mir auch die Stärke und das Selbstbewusstsein gegeben mich irgendwann mal gegen die Gewalt erfolgreich zur Wehr zu setzen, was so eine Art Wendepunkt in meinem Leben darstellte und das Opferdasein ad acta gelegt werden konnte.

Mein Rat an dich: sage niemals: meine Seele ist im Eimer oder dass du durch deine Kindheitserlebnisse zerstört wurdest...etc..denn a) stimmt das nicht und wird nur dann Realität wenn du dich in diesem Aberglauben einzementierst und b) verhältst du dich mit dieser Ansicht nicht besser wie die Täter die dir was angetan haben, ziehst dich runter. Abgrenzung ist hier total wichtig, also die Message der Täter dass du nix wert bist, nur schwach bist etc. nicht glauben sondern anfangen an dich selbst zu glauben. Deine Seele ist keine Porzellantasse die in Stücke sprang sondern hat im Inneren nen unkaputtbaren Gummikern!
Schläge sind demütigend und werden zum Ziel eingesetzt andere Menschen klein zu kriegen und zu beherrschen...es gibt jedoch Mittel und Wege das zu verhindern.
Gewalt ggü Kindern ist in meinen Augen eines der verachtungswürdigsten Verbrechen überhaupt. Und Menschen die sagen: "Gewalt oder ein paar Schläge schadet/n ihr nicht" solltest du meiden, denn Menschen mit solchen Ansichten schaden dir, sind kein guter Umgang für dich.
Wenn du sagst dass du durch die Gewalt kaputt bist gibst du dem oder den Tätern zu viel Macht, eine Macht die an sich nicht wirklich existiert, sondern nur in deinem Kopf, resultierend aus deinen damaligen (oder immer noch bestehenden?) Ohnmachtsgefühlen. Ich kenne diese Ohnmachtsgefühle von früher...irgendwann jedoch ab der Pubertät wird man selber ja erwachsener und man hat selber Machtmittel..seinen Verstand zum Beispiel. Machtmittel die man einsetzen kann um sich zu schützen.

Natürlich richtet Gewalt Schäden an...man kann diese jedoch eingrenzen und durch aktive Arbeit an sich selbst und seinem Leben auffangen. Es kommt immer drauf an wie weit man gewisse Dinge an sich ran läßt. Es gibt Menschen die hocken sich hin und tun sich den Rest ihres Lebens selbst leid...und es gibt Menschen die sagen: es ist vorbei, die Ärmel hochkrempeln und versuchen es einfach besser zu machen als die schlechten Elternvorbilder...Ich denke die Grundhaltung ist entscheidend und ob man es schafft sich zu lösen..von den Tätern und dem was man erlebt hat. Hierbei spielen auch im weiteren Leben positive Erfahrungen ne Rolle, dass man Menschen kennen lernt (bzw. man sich selbst die Chance gibt diese Menschen kennen zu lernen) die gut zu einem sind, einen lieben und achten. Diejenigen die nicht genügend reflektieren und sich abgrenzen und mit zu niedrigem Selbstwertgefühl rumrennen geraten leider immer instinktiv wieder an Tätertypen..die Macht der Gewohnheit....manche haben mehr Schiss vor Veränderung und suchen lieber alte demütigende Gewohnheiten wieder und immer wieder...Das menschliche Verhalten ist hier sehr komplex...und manchmal erscheint es sehr irrational.....Opferverhalten hat jedoch eine ganz eigene Rationalität. Es ist wichtig zu wissen was dieses Opferverhalten ausmacht um ungünstige Verhaltensweisen zu vermeiden und davon weg zu kommen, den Opferhabitus also radikal ab zu legen...sonst schafft man es nicht.

Bis alte Wunden verheilen braucht es natürlich seine Zeit. Aber du kannst hier viel Einfluss nehmen damit es schneller geht..indem du dich auf das Hier und Jetzt konzentrierst und dir eine gute Zukunft aufbaust.
Die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse kannst du gut per Verhaltenstherapie beschleunigen, falls erforderlich.

Und noch ne Frage: wo siehst du heute Leute die ihre Kinder schlagen und wie reagierst du dann?
Wie ist deine Situation heute? Erlebst du immer noch Gewalt?

Tyra
 
Zuletzt bearbeitet:

Kathamaus

Aktives Mitglied
@ Tyra

Ich finde es heute erschreckend wenn ich Leute sehe , die ihre Kinder schlagen und ich rufe auch die Polizei , wenn ich sowas mitbekomme. Ich selbst erleb auch noch gewalt ja .... Zwar nicht mehr so extrem wie es mal war , aber dennoch schlimm genug für mich ....
 

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