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Gefangen zwischen zwei Kulturen

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Gast

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Hallo,

es ist so, dass ich ein Kind von Einwanderern bin und mittlerweile ich an einem Punkt angelangt bin, der so eine Art Scheideweg für den weiteren Verlauf meines Lebens darstellt
Ich bin 19 (m) und wie oben im Titel beschrieben zwischen zwei Kulturen aufgewachsen, die für mich auf der einen Seite bereichert haben und auf der anderen Seite mich in schwere Krisen gestürzt haben.
Jetzt ist es so, dass ich mich in der westlichen Kultur wohlfühle und ich mir ein Leben nach unseren Sitten, Gebräuchen und Kultur nicht vorstellen kann, da ich 19 Jahre lang nur mit Deutschen aufgewachsen sind und ich nur überwiegend einen deutschen Freundeskreis habe.
Das ist meinen Eltern natürlich zuwider, da sie komplett andere Werte vertreten und sie der Meinung, dass die westliche Kultur den Charakter eines Menschen verderbe.
So bin ich dem kulturellen Gefängnis meiner Eltern gefangen:
-kein Alkohol
-kein Geschlechtsverkehr
-nächtliche Aktivitäten komplett verboten
-westliche Frauen bzw. Männer kann man nicht über den Weg trauen-- lieber arrangierte Ehen
...

Natürlich halte ich mich keins an den von oben genannten Werten, aber trotzdem bin tot unglücklich, da ich höllisch aufpassen muss, dass mich keiner erwischt, da ich sonst von meinen Eltern verstoßen werde bzw. ein Schandfleck über den Namen unserer Familie kommt.

Doch in letzter Zeit bin ich komplett am Boden, da ich mich hoffnungslos in ein deutches Mädchen verliebt habe und ich jetzt schon weiß, dass das nie im Leben klappen wird. Ich überlege die ganze Zeit von zuhause abzuhauen, abzutauchen und dann neues Leben anzufangen.

Aber das kann ich meinen Eltern nicht antun, da sie mir eigentlich vieles ermöglicht haben, was anderen Kindern teilweise verwehrt bleibt: Bildung und Unterstützung in schulischer Hinsicht.
Sie haben alles dafür gegeben, dass ich dieses Jahr mein Abi schaffe und sind unglaublich stolz... wie kann ich sie da einfach so stehen lassen.
Meine Mutter und mein vater sagen mir so oft, dass ich ihr absoluter Stolz wäre, da ich bei anderen große Sympathien besitze und ich bei meinen Verwandten sehr hoch angesehen bin.

Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich will frei sein, mein eigenes Leben führen und die Glückseligkeit in Form meiner individuellen Freiheit genießen:
Ich will entscheiden, wen ich liebe, was ich mache und vor allem wer ich bin!

Kommunikation ist sinnlos, da ich nur auf taube Ohren stoße, wenn ich versuche ihnen meine Sichtweise zu erklären.
Ich bin verzweifelt, bitte helft mir!!!
 

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Bronfenbrenner

Aktives Mitglied
Lieber Gast,
eigenlich hast du dir schon selbst die Antwort gegeben. Du kannst nur glücklich sein, wenn du ein Leben nach deinen Vorstellungen lebst und nicht nach den Vorstellungen deiner Eltern. Das bedeutet für dich wahrscheinlich mit deiner Familie brechen zu müssen. Jedenfalls wenn deinen Eltern ihre Vorstellungf von deinem Leben wichtiger ist, als dich glücklich zu sehen.
 

111kleinbuchstabe

Aktives Mitglied
und ich mir ein Leben nach unseren Sitten, Gebräuchen und Kultur nicht vorstellen kann, da ich 19 Jahre lang nur mit Deutschen aufgewachsen sind
Ich meine, das Land ist gross und "die Deutschen" gibt es auch nicht. Ich nehme mal das plakative Beispiel Niederbayern :D also ich meine dermassen verschieden sind die Kulturen nun auch wieder nicht...

und die Glückseligkeit in Form meiner individuellen Freiheit genießen:
Du bist 19 und da ist das Leben noch unendlich. Es sei Dir diese Ansicht gegönnt. Je mehr Freiheit Du Dir aber nimmst, desto mehr Verantwortung wächst Dir unweigerlich zu. Beispiel Führerschein: Du kannst hin, wohin Du willst, musst Dich aber an die Verkehrsregeln halten und ->könntest<- beim Geniessen der vollen Promillezahl einiges verursachen. Genauso mit Freundin: Man ist zu zweit und muss Kompromisse machen ansonsten gibts Zoff.
 
Mich ärgern solche Ansichten die Deine Eltern vertreten sehr!

Ich wandere nicht in einem Land aus in der meine Familie „verdorben“ werden könnte!

Aber das Geld schien und scheint ja doch mächtiger zu sein, als alle Moralvorstellungen.
Arrangierte Ehen = oft unglückliche Kinder! = Egal, Hauptsache Ansehen vor den „Nachbarn“ ist gerettet!

Lieber ein Schrecken mit Ende, als ein Schrecken OHNE Ende!

seh ich genau so ! Ich habe Eltern Türkischer Kultur, habe lange gebracht es zu durchbrechen aber es hat geklappt. sie waren nicht froh aber nach und nach ging es mir und ihnen besser dabei. ich muss leben, nicht deine eltern. Klar der Name der Familie wird in den Dreck gezogen aber naja mir war es egal. vor allem ich bin ja nicht schlechter als jemand anders "
 
G

Gast

Gast
Das kenn' ich allzu gut.
Mir geht es ähnlich wie dir, bin 18 (w) und langsam denk' ich mir auch irgendwann will ich mein eigenes Leben leben, ausziehen und auf eigenen Beinen stehen.
Die von dir genannten Punkte, außer der arrangierten Ehe stören mich persönlich nicht wirklich.
Aber diese eingeschränkte Sicht !
Ich will leben nach meinen Vorstellungen und ich kann dich voll und ganz verstehen.
Ich seh' zwar nicht aus wie 'ne Deutsche aber ich denke deutsch und möchte auch meinen Partner selber aussuchen und wenns ein Deutscher ist, na und! In wen man sich verliebt kann man sich nicht aussuchen.
Außerdem weiß ich garnicht was sich die Eltern dabei denken, legen sie es drauf an dass wir einen Bruch mit ihnen eingehen.
Mich interessiert das ganze gequatsche über Ehre und Ansehen einen Scheiß.( Tut mir leid für die Ausdrucksweise)
Die meisten wissen doch noch nicht mal was Ehre ist.
Solche Dinge machen mich immer wütend und die Hauptsache ist doch, die Kinder sind glücklich da hat Ehre und Ansehen keinen Platz !
 

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