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GdB Vorteil oder Nachteil, Asperger-Autismus

Fina

Mitglied
Guten Abend liebe Mitglieder,

ich habe hier schon öfter geschrieben.
Bei mir stand vor einigen Monaten die Verdachtsdiagnose Asperger im Raum. Ich ging zur einer Spezialistin um mich diagnostizieren zu lassen. Leider (oder zum Glück) wurde es bestätigt. Den Arztbrief habe ich zum Versorgungsamt geschickt und habe eine Schwerbehinderung von 50 erhalten. Derzeit absolviere ich eine Arbeitserprobung in einem BTZ.
Geplant sind Praktika mit keinen Kundenkontakt, gleichbleibenden Aufgaben.

Ich habe einige Fragen.. vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.

1. GdB, wirklich ein Vorteil?
Meine Therapeutin sagt, der Grad der Behinderung wäre für mich einfach ein Supervorteil. Ich bin in einem (ruhigen)
Büro sehr funktionsfähig und kann meine Aufgaben gut bearbeiten. Nur die Bedingungen sollen stimmen: Wenig bis kein Kundenkontakt, durchgängige Aufgaben, Routine. So könnte ich einen Platz für einen Schwerbehinderten einnehmen und könnte trotzdem voll arbeiten. Doch ist die Schwerbehinderung WIRKLICH ein Vorteil?
Ich bin da eher zwiegespalten. Soll ich wirklich bei einer Firma im Lebenslauf oder im Anschreiben die GdB angeben? Was sind eure Erfahrungen?

2.
Ist Jemand hier, der auch als Asperger diagnostiziert wurde? Wie kommt ihr im Berufsleben zurecht? Was ist nach Eurer Meinung wichtig im Arbeitsleben? Erzählt ihr im Vorstellungsgespräch was vom Asperger?

Ich freue mich auf Eure Antworten.
 

Q-cumber

Aktives Mitglied
Liebe Fina,

ich kann Dir nur Frage 1) beantworten:
Du solltest bei einer Bewerbung Deine Schwerbehinderung auf jeden Fall angeben.
- Schwerbehinderte werden häufig bevorzugt eingestellt.
- Aufgrund der Schwerbehinderung stehen Dir fünf Tage Erholungsurlaub zusätzlich zum normalen Jahresurlaub zu.
- Du hast einen deutlich besseren Kündigungsschutz als jemand ohne Schwerbehinderung.

Das sind im Groben die Vorteile, die mir einfallen.
Ich drücke Dir die Daumen, dass die anderen User noch mehr zu Deinen Fragen beisteuern können.

Liebe Grüße
 

ms.cooper

Mitglied
Ich habe eine Asperger-Diagnose, habe diese aber nie offiziell angegeben. Ich hatte immer den Anspruch, selbständig durchs Leben zu kommen, weder mit Frauen- noch mit Behinderten- oder irgend einer anderen Quote. Es war manchmal nicht so einfach, aber ich habe einen sehr guten Bürojob im Öffentlichen Dienst und bin zufrieden. Ich habe studiert und hätte intellektuell mehr erreichen können beruflich, aber mir fehlten halt die sozialen Fähigkeiten, die dafür nötig sind.
 

Sofakissen

Aktives Mitglied
Ich würde es angeben. Deine Einschränkungen wirst du in der Probezeit nicht lange verheimlichen können. Bei einer verheimlichten Diagnose wird das dann nicht als Teil einer Krankheit, sondern als "die stellt sich an" wahrgenommen.
Mit dem GdB hat dein Arbeitgeber dafür immerhin einen Ausgleich. Der ist nämlich gesetzlich dazu verpflichtet, einen gewissen Prozentsatz an (Schwer-)behinderten einzustellen, sonst gibt es Strafzahlungen. Durch Angabe deines GdB verbesserst du also seine Quote. Zudem ist er dadurch vielleicht auch eher bereit, auf deine Besonderheiten Rücksicht zu nehmen. Immerhin kann er es so auch vor Kollegen rechtfertigen, warum du möglicherweise ein Einzelbüro (bzw. eins mit weniger als 4 Personen kriegst) und andere nicht.

Und wie deine Therapeutin schon sagt: mit etwas Rücksicht auf deine Bedürfnisse kannst du voll arbeiten, sparst dem Arbeitgeber aber Geld.

Es könnte schon sein, dass eine Firma dich wegen dem GdB dann ablehnt oder gar nicht erst zum Vorstellungsgespräch einlädt. Die hätten dann aber auch keine Rücksicht darauf nehmen wollen. So triggerst du immerhin Firmen an, die gezielt nach (bevorzugt voll verwertbaren) Schwerbehinderten sucht.
 

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