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Früher Freundin, jetzt Mitbewohnerin Probleme mit Ihrer Trägheit

finalfantasy

Mitglied
Hallo liebes Forum,

Vor ca. 1,5 Jahren habe ich meine damalige Freundin kennengelernt, die dann nach einem halben Jahr zu mir gezogen ist, da sie mit der Schule fertig wurde und aus ihrem Dorf herauswollte. Sie hat ein Studium angefangen und nach 3 Wochen hingeworfen weil die Motivation fehlte. Jetzt arbeitet sie als Verkäuferin. Wir haben uns irgendwann schleichend getrennt, da ich nicht mit ihrer Trägheit und bockigen Art zurechtkam. Jetzt ist sie meine Mitbewohnerin.
Sie muss ein bis zwei Tage in der Woche halbtags arbeiten und verbringt den Rest Zuhause.

Zum Problem: Sie macht Hausarbeit nur so langsam und sporadisch und sieht es als gigantische Qual an, z. B. mal das Bad zu putzen, dass ich es oft einfach selbst mache, weil ich es Leid bin, die Diskussion (bin zu müde, mag lieber lesen, mach ich morgen, ich mach das alles ja nur weil du mich zwingst, ich mach es schon irgendwann usw.) zu führen.
Ich würde ihr viel zu viel Druck machen, wenn ich sag dass die Böden doch bitte diese Woche gewischt werden sollen... Wenn sie dann etwas macht, dann ist sie dabei hochaggressiv und den ganzen restlichen Tag unausstehlich.
Putzplan hat eine Woche lang funktioniert, dann war sie krank und der Plan geriet durcheinander.
Natürlich gibt es Gründe für Ihr Verhalten (Mobbing in der Schule, schwieriges Elternhaus usw.) aber ich brauche eine praktische Lösung, keine psychoanalytische Aufarbeitung der Ursachen.

Hat irgendjemand ähnliche Erfahrungen gemacht und weiß eine Lösung? Die Sache stört mich immer mehr und ich spüre wie hilflos ich bin. Andererseits bin ich auch sehr friedliebend, gehe nach Streit immer auf Sie zu und möchte Sie nicht rausschmeißen. Noch nicht. Da ich aber wegen meiner Hilflosigkeit diese Drohung schon mal ausgesprochen habe, hat sie ihre Wirkung verloren. Sie denkt glaube ich dass ich sie nie rauswerfen würde.

Wie kann ich die (wahrscheinlich unvermeidliche) Härte und Konsequenz die ich an den Tag legen werden muss so fair und mild wie möglich gestalten? Soll ich bei allen Dingen konsequent sein, wo ist es am wichtigsten?
Oder suche ich im übertragenen Sinn nach einem Weg ins Wasser ohne nass zu werden?
Kann mir jemand einen Tipp geben? Kann mir denken, dass es das Problem öfter gibt...

Vielen Dank
 

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binanders

Mitglied
Hallo,
Wenn sie 2 mal die Woche nen halben Tag arbeitet sollte sie eigentlich reichlich zeit haben mal ein wenig die Wohnung sauber zu machen.
Ich würde ihr mit dem Putzplan eine Letze Chance geben und ihr sagen falls das nicht funktioniert muss sie gehen. Die Situation belastet dich und wenn ihr das egal ist sollte sie dir auch egal sein. Klingt hart, ist aber so!
Auf die Milde hast du es ja schon lange genug probiert.

Ich wünsche dir viel Kraft und Konsequenz!

Roland
 

Hugo164

Mitglied
Also irgendwie hört sich das ein wenig nach Depressionen an. Kannst mit ihr ja mal einen Test machen. Im Internet gibt es viele, die zumindest halbwegs ermitteln können, ob jemand an Depressionen leidet. Wenn du sie in diesem Fall noch mehr unter Druck setzen würdest, würdest du sie nur noch kaputter machen. Weil Sie in dann schon alles gibt und nichts dafür kann.
Ich wünsche euch viel Glück
 

Invvo88

Aktives Mitglied
Also irgendwie hört sich das ein wenig nach Depressionen an. Kannst mit ihr ja mal einen Test machen. Im Internet gibt es viele, die zumindest halbwegs ermitteln können, ob jemand an Depressionen leidet. Wenn du sie in diesem Fall noch mehr unter Druck setzen würdest, würdest du sie nur noch kaputter machen. Weil Sie in dann schon alles gibt und nichts dafür kann.
Ich wünsche euch viel Glück
Das ist allerdings auch nicht seine Schuld - wird aber gerade zu seinem Problem gemacht. Das muss man sich für eine Mitbewohnerin nicht wirklich antun...

Wenn der Putzplan nicht funktioniert gibts auch ne Putzfrau die bezahlt werden muss oder halb eben eine Mitbewohnerin weniger.

LG

PS: Woher auch immer die Trägheit kommt - mit dem/der Ex zusammenzuwohnen... Das ist doch eh keine Dauerlösung. Darüber würde ich mir eher mal Gedanken machen...
 

Findefuchs

Moderator
Teammitglied
Mit dem/der Ex in einer WG zusammenzuwohnen ist doch Murcks. Alleine dadurch habt ihr doch schon eine völlig andere Konstellation, als wenn ihr Mitbewohner ohne eine derartige Vorgeschichte wärt.

An sich ist ja eine WG ja schon manchmal Glückssache, dass man genau die Person erwischt, die ähnliche bis gleiche Vorstellungen von Sauberkeit, Ordnung und Zusammenleben mitbringt. Bei euch liest sich das sehr zusammengewürfelt und dass ihr unter "normalen" Bedingungen nie eine WG geworden wärt?

Ich denke, wenn du schon mehrmals mit ihr ernsthaft geredet hast, wird dir wirklich nichts anderes bleiben, als Nägel mit Köpfen zu machen und ihr zu kündigen und dir gegebenenfalls eine/n neuen Mitbewohner/in zu suchen.

Eine WG lebt nun einmal einfach davon, dass man sich den Haushalt und nicht nur die Kosten teilt. Du könntest auch überlegen, auf ihre Kosten eine Putzfrau kommen zu lassen, die dann ihren Haushaltsteil übernimmt - das wäre dann ihre Entscheidung. Aber prinzipiell ist es dauerhaft keine gute Lösung, dass man mit völlig verschiedenen Vorstellungen von Ordnung und Sauberkeit zusammenwohnt.

Wenn sie Probleme hat ist das ja schon so, dass man bis zu einem gewissen Grad Verständnis zeigen sollte, aber dass es auch keine Dauerlösung ist, dass du quasi den Haushalt für sie mitträgst.

Und wenn sie Depressionen oder andere Probleme hat, wird sie das schon selbst merken. Wenn du da mit ihr einen Test machst, um zu klären, ob und wie sie was hat, kümmerst du dich ja auch nur wieder darum, dass sie ihr Leben auf die Reihe bekommt und das löst nicht wirklich das Ausgangsproblem. Sie muss ja selbst was ändern wollen. Ich weiß auch nicht, ob ihr überhaupt noch die Beziehungsebene noch dafür habt ...

Der Schuss könnte sowieso schnell nach hinten losgehen. Das könnte wie eine Einmischung oder Bevormundung wirken und du scheinst ja sowieso im Moment eher die Rolle des ermahnenden "WG-Chefs" zu haben, der ständig hinterher ist, dass sie endlich den Haushaltsplan einhält.

Unabhängig davon: ist es überhaupt noch nett mit ihr? Fühlst du dich noch in der Wohnung wohl? Ist sie jemand, dem du prinzipiell gerne über den Weg läufst oder ganz gut damit klarkommst, oder wo du innerlich schon zum Seufzen anfängst, wenn sie überhaupt in deiner Nähe ist? Wärst du auch so gerne mit ihr in einer WG, wenn sie ordentlicher und sauberer wäre, oder ist es eher das "Mitleid", was im Vordergrund steht?
 

finalfantasy

Mitglied
Vielen Dank für Eure ganzen Antworten,

ich bin meinerseits leider erst jetzt zum Antworten gekommen...
Ich habe einige Tipps beherzigt und bin damit gut gefahren. Sie wird zum nächsten 1. ausziehen und wir verstehen uns trotzdem wieder sehr gut :) Besser hätte ich es nicht hinbekommen können, also vielen Dank für die Hinweise - letztlich habe ich es auf meine Art gelöst, bin jedoch (wie in einigen Antworten angeregt) konsequent geblieben und habe klar gesagt, dass es so nicht geht. Danach ging es mir besser und sie hat es auch eingesehen weil ich es freundlich aber bestimmt gesagt habe. Putzen klappt inzwischen für die restliche Zeit auch noch.
Danke nochmal
 

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