Ich stecke in einer ähnlichen Situation wie der TE. Kann ihn verstehen, wenn auch ein paar seiner Aussagen abblocken und das eigene Wohl mehr im Vordergrund zu stehen scheint.
Ein gemeinsames Leben zu führen bedeutet natürlich keine völlige Selbstaufgabe, ein Stück weit jedoch schon.
Eine Bindung zum Partner besteht aus mehr als "läuft grad gut". Müssen sich aufeinander einlassen können, insbesondere auf beider Wünsche.
Mein Fall:
Sie sagt, dass sie nicht erst mit 36 Kinder haben möchte (ist 31).
Mein Standpunkt: Kann es mir durchaus vorstellen, nur nicht JETZT.
Mir ist Stabilität wichtig, will nichts überstürzen, will Grundlagen schaffen.
Was ist die Grundlage?
Eine Wohnung die ich auf nicht absehbare Zeit "zu Hause" nennen kann.
Eine Wohnung in vernünftiger Lage, zu einem fairen Mietpreis und einem Zimmer mehr.
Möchte in der zukünftigen Wohnung auch ein bischen gelebt haben. Will mir der Sicherheit des Nests bewusst sein.
Das die nächste Wohnung sicher nicht die letzte wird, weiß ich. Möcht nur nicht innerhalb eines Jahres feststellen, dass was neues gebraucht wird. Kostet alles Geld - unnötig.
Leben aktuell in einer guten Wohnung. Sehr gut sogar. Nur ist sie - die Wohnung, nicht die Frau - finanziell anspruchsvoll.
Mit zwei Gehältern finanzierbar, mit weniger als das nicht. Wohnen erst knapp zwei Jahre darin.
Aus aktueller Wohnung können wir auch nicht von heut auf morgen ausziehen. Müssen damit bis Juni warten und haben drei Monate Kündigungsfrist. Können grundsätzlich auch im Juni raus, nur nicht vorher.
Sie sucht jetzt nach Wohnungen und möchte auch Besichtigungen machen... Wohnungen die bereits morgen zu beziehen wären - lässt mich schonmal stirnrunzeln.
Ich sage ihr vorab: "Keine Dachgeschoss-Wohnung". Finde schräge Wände furchtbar und sorge mich vor Hitzestau im Sommer wegen schlechter Iso. Tut mir nicht gut, tut vielleicht auch zukünftigem Kind nicht gut - keine Ahnung diesbezüglich... außer Bedenken fürs Kindeswohl, kennt sie meine Bedenken, hab sie ihr erklärt.
Wiederhole an drei aufeinanderfolgenden Tagen, dass Dachgeschoss-Wohnungen KO-Kriterium sind.
Am vierten Tag zeigt sie Exposé einer Dachgeschoss-Wohnung, zeigte mir an den Tagen zuvor auch immer wieder Dachgeschoss-Wohnungen im WWW.
Da sind mir sprichwörtlich Äffchen aus dem Allerwertesten geflogen.
Frage sie was das soll, sie kontert damit das Wohnungen mit gewisser Zimmerzahl nicht leicht zu kriegen sind und man irgendwo Abstriche machen müsse. Frage sie warum JETZT Wohnungen besichtigt werden MÜSSEN, Wohnungen die einem von zweien überhaupt nicht zusagen. Sie sagt, weil es die Chancen steigere die "richtige" Wohnung zu finden. Seh ich nicht so, seh es eher als Versuch ad hoc eine neue Wohnung aufzutreiben, nur um einer neuen Wohnung willen.
Ein Argument folgt dem nächsten. Höhepunkt: Mir wird vorgeworfen, was sie alles für mich tut. Verständlich, sie macht viel im Haushalt, aber nicht alles und ich auch nicht nichts.
Frage mich insgeheim nach dem Kontext. Kann nur lauten: Sie tut mehr für mich als ich für sie. Ansicht teile ich nicht. Sie tut nur mehr.
Komme besser zum Punkt: Sehe hinter ihren Plänen keine richtige Überlegung. Lässt sich zu sehr von Gefühlen leiten. Beispiel: Sie ärgert sich darüber, dass Bekannte aus dem näheren Umfeld ungewollt ein Kind gezeugt haben. Sie ärgert sich darüber, dass DIE Kinder bekommen und SIE nicht.
Fühle mich insgesamt unter Druck gesetzt. Baut eine Blockade in mir auf, die mich plötzlich alles in Frage stellen lässt.
Will kein Kind in die Welt setzen, nicht so - habe ich noch für mich behalten. Gegenwärtig besser, wenn es nicht ausgesprochen wird.
Sie sagt nach dem Streit - empfunden schwelt der noch - das sie sich aus der Wohnungssuche nun komplett zurückzieht und alles mir überlässt und sie alles hinnimmt, aber keine 5 Jahre warten wird. Weiß jetzt schon, dass sie das unglücklich machen wird. Chance ist groß, keine gute Wohnung bzw. nächst bessere Wohnung zu finden, nicht sobald. Von Jahren spreche ich dabei nicht. Höchstens einem. Wohnungen gibt es natürlich zu Hauf... aber 4 Zimmer in akzeptabler Gegend zum fairen Preis? Selten, muss man Glück haben und Augen offen halten. Werde Prioritäten bei der Wohnungssuche evtl in zwei drei Monaten ändern, bis dahin aber daran festhalten. Wozu schon jetzt aufgeben? Wäre Wiederholung eines Fehlers, wie in aktueller Wohnung, war im Nachhinein überstürzt, wenn auch notwendig.
Verzichte dankend auf Kommentare mit "konservativer" Weltanschauung.
Heiße aber jeden Kommentar willkommen, der mit gesundem Menschenverstand ersonnen wurde.