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Flucht nach Umzug, schreckliche Zeit wiederholt sich! Bitte um Hilfe.

Philipp Riekenbrauck

Neues Mitglied
Hallo liebe Community,

ich (23) schreibe, weil ich mich in einer schweren Zeit befinde und momentan komplett verzweifle.

Ich bin letztes Jahr nach einer ein jährigen Reha wegen Depressionen in ein WG für psychisch Kranke gezogen. Es war ein 5er-WG und vor allem ein Zweck-WG, da die Plätze in der WG den Leuten vorbehalten waren, die aus der Reha kamen. Man konnte es sich also nicht aussuchen mit wem man zusammen wohnt (beide Seiten nicht). Es war für mich eine Art Übung wieder in einer WG leben zu können und nun bin ich vor zwei Tagen in eine neue WG gezogen, ohne Reha-Kontext, ein ganz "normale" WG. Die WG habe ich sehr schnell gefunden. Es war die erste und einzige Besichtigung, die ich hatte und es hat sich dann gut angefühlt und ich habe nicht mehr weiter gesucht.

Seit dem Umzug geht es mir schrecklich, ich habe mich so sehr darauf gefreut und nun bereue ich es. Die WG ist eine 2er in der ich mit einer 21-Jährigen zusammenwohne. Es ist ein Altbau und alles ist viel kleiner als in der anderen Wohnung, was halt gewöhnungsbedürftig ist.
Ich bin aus der 5er-WG ausgezogen, weil ich mit der Lautstärke eines Bewohners nicht klar kam und auch keine Lösung zu finden war mit der alle leben konnte. Es ging ums laute Telephonieren. Schon bei dem Auszug aus der 5er habe ich mich sehr abgekämpft gefühlt und mich auf eine ruhigere Zeit gefreut. Nun merke ich, dass auch hier (erstmal?) eine schwierige Zeit ansteht. Ich habe gemerkt, wie sehr mich die Geräusche meiner Mitbewohnerin stören. Seit einigen Tagen ist auch noch ihr Freund zu Besuch und ist wohl öfter bei ihr (auch mit Übernachten und so). Sie meinte 5 von 7 Tagen, habe aber dazu noch nichts gesagt. Sie machen zusammen eine Ausbildung im Krankenhaus und haben auch Online-Unterricht zsm.

Ich kann das alles so schlecht einschätzen momentan, da ich mich generell schwer tue mit Umzügen bzw. irgendwo neu zu sein oder neu anzufangen. Ich habe dauernd wo Herzklopfen und Angst und kann mich dadurch so gut wie gar nicht entspannen.

Auf der einen Seite wusste ich ja schon worauf ich mich einlasse, weil es ja eine WG ist und keine Einzelwohnung und trotzdem merke ich wie ich einfach nur meine Ruhe habe will, vlt. auch bis zu einem Punkt denn man in einer WG nicht einfordern kann, da man ja immer noch mit anderen zsm. lebt und nicht alleine. Vor allem wenn sie oder ihr Freund in der Wohnung telefonieren stört es mich sehr, da die Wohnung hellhörig ist. Aber all das wusste ich vor dem Einzug.

Ich bin mir nicht sicher, ob es "nur" dies schwierige Anfangsphase ist oder es einfach ein Fehler war hier einzuziehen. Ich habe schon wegen meiner Depressionen viele schwierige Zeiten durchgestanden, aber diese fühlt sich nicht wie eine normale Eingewöhnungsphase an.
Mir geht durch den Kopf, dass es wegen Corona momentan ja generell eher so ist, dass mehr Leute zu Hause sind und man sich so eher auf die Nerven geht, als wenn alle in einem Arbeitsalltag sind. Zum 01.04 beginnt mein Praktikum in meinem Ausbildungsbetrieb, wo ich dieses Jahr auch eine Ausbildung mache und wer weis, wie die WG-Situation ist wenn meine Mitbewohnerin wieder arbeitet und ich mit meiner Ausbildung anfange. Vielleicht ist es momentan überall so, dass es schwierig auszuhalten ist, wegen dem Lockdown.
Meine Mitbewohnerin ist auf der einen Seite mega freundlich, verständnisvoll und lieb aber auf der anderen Seite redet sie ständig von sich selber. Wenn es mir gut geht klappt das ganz gut und dann können wir uns auch gut unterhalten aber wenn es mir, wie jetzt, nichts so gut geht, gehe ich immer unter in dem Gespräch und es ist eher ein Monolog. Ich hatte früher schon ähnliche WG-Mitbewohner, die nur über sich geredet haben und das nervt mich total.

Ich habe mich so gefreut endlich in ein WG zu ziehen wo gesunde Menschen leben. Doch vielleicht war es ein Fehler direkt die erste zu nehmen, die ich mir angeschaut habe. Ich frage mich, ob es tatsächlich ein Fehler war und ich einfach nicht lange brauche, um dies zu merken und hier wieder raus sollte oder ob ich einfach vor schwierigen Zeiten fliehen will, denn dann würde ich ja immer das gleiche Problem haben. Momentan überschattet die generelle Corona-Situation, meine Einsamkeit und die viele Freizeit und das "Warten auf das Praktikum" alles und ich kann einfach keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Im Großen und Ganzen will ich einfach nur meine Ruhe, aber auch nicht vereinsamen.

Ich freue mich sehr auf eure Ratschläge, denn ich weis einfach nicht was ich machen soll.

Liebe Grüße
Philipp
 

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Schokoschnute

Aktives Mitglied
Hallo Philipp;
Ich kann deine Zweifel und die Einbußen deiner persönlichen Zone/ Ruhe , Gut nach vollziehen.
Deine Gedanken zur Lösungssuche sind auch recht Klar.
Ich denke,das man gerade mit anderen erstmal fremden Peronen eine längere Eingewöhngszeit braucht. Nun tust du dich da aber gar sooo schwer im Kontakt.
Deine Belastung liegt wohl eher in den Außen-Geräuschen die irgendwo triggern und Herzrasen verurachen. Ich hoffe für Dich, das langsam mit der Vertrautheit der neuen Geräusche, eine Vertautheit und ein Wohlgefühl für dich enstehen mag.
Schau das du dich in deinem Zimmer richtig wohl fühlst und warm wirst, nach 2 Tagen wird selbst das noch nicht den Ruhpol ausstrahlen, den man braucht.
Du könntest in deinem Raum und deinem Reich,die Tür schließen und Ohrstöpsel rein tun, oder Musik hören,o.ä.. Nicht nur, aber eben dann wenn du merkst das deine Aufmerksamkeit wieder zu sehr nach Außen gehen.
Ich glaube auch,das eine andere Whg nicht viel ändern würde.
Die Außengeräusche und das Leben anderer, kann man nicht gänzlich umgehen und ich denke es ist Wichtig damit nicht zu sehr in den Widerstand zu kommen.
Hinzu wird es mit einem kommenden Arbeitsalltag bestimmt noch einfacher werden.
Gib dir noch Zeit.

Lieben Gruß
Schokoschnute*
 

Fabienne

Aktives Mitglied
Es ist total normal, dass man sich erst einmal eingewöhnen muss. Das kann ein paar Tage dauern, aber auch ein paar Wochen. Ich pers. benötige da schon immer 2 bis 3 Wochen um irgendwo "anzukommen".

Mit Geräuschen ist das so eine Sache: ich lebe allein in einer großen Wohnung und höre jedes Geräusch von meinen Nachbarn (auch spät in der Nacht usw). Ich glaube es würde mir besser gehen, würde hier noch jemand wohnen ;)

Du brauchst bestimmt ein paar Wochen, aber dann wirst du dich wohl fühlen. Am Anfang wenn alles Neu ist, geht es einem eben nicht so gut. Und wenn der Alltag dann kommt, dann wird es auch besser :)

Alles Gute!
 

Rh143

Mitglied
Wenn man mal seine Ruhe haben will kann ich nur "Sennheiser PXC 550" empfehlen. Klingt jetzt erstmal nach Werbung, aber die Kopfhörer haben aktive Geräuschunterdrückung, und man hört mit ihnen echt nicht mehr viel.
Es haben sich bei mir schon mehrmals Leute beschwert, dass ich die Klingel nicht mehr gehört habe. :D
 

Philipp Riekenbrauck

Neues Mitglied
Hallo an alle,

danke erstmal für die Ratschläge. Dadurch geht es mir schon etwas besser. Ich denke ihr habt recht und es ist halt eine Phase durch die man durch muss. Das Wissen, dass es besser wird hilft zwar nicht wirklich aber ein bisschen. Und das mit den Kopfhörern habe ich mir auch schon überlegt, nicht um sie immer zu tragen sondern eher um einen Ort zu haben wo ich auf jeden Fall entspannen kann, wenn's irgendwie zu laut sein sollte. Danke nochmal für euer offenes Ohr :), das hilft wirklich.

LG Philipp
 

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