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Fernbeziehung: Zusammenziehen nicht möglich, beenden?

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Gast

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Hallo ihr Lieben,
ich habe mal eine Frage in die Runde. Sicher, kann nur ich selbst sie endgültig beantworten, aber mich interissieren unabhängige Meinungen von Dritten.
Ich bin seit knapp 10 Monaten in einer Fernbeziehung über 450km. Wir sehen uns alle zwei Wochen am Wochenende und in den Ferien (sofern diese zusammenfallen. Da wir in unterschiedlichen Bundesländern wohnen ist dies nicht immer der Fall).
Ich habe zwei Kinder, der Vater der Kinder hat regelmäßig und oft Kontakt (ca. 2 Mal in der Woche) somit bin ich an meinen Wohnort gebunden. Mein Freund ist ebenfalls Vater, sein Sohn ist bereits ein Pubi, dort findet der Kontakt nicht allzu häufig statt, da Wochenenden lieber mit Freunden als mit dem Vater verbracht werden. Somit ist dort der Kontakt eher in den Ferien, dafür dann aber sehr intensiv (sie unternehmen viel und verstehen sich auch sonst klasse).
Da mein Freund einen Zeitvertrag hatte, war die Überlegung, dass er nach dessen Ende hierher zieht und hier einen Job sucht. Er hat schon mehrere Bewerbungen verschickt und hatte auch schon mehrere Vorstellungsgespräche, die aber leider alle in einer Absage mündeten.
Nun hat er durch seinen (noch) Chef eine gute Stelle vermittelt bekommen, inkl. Festvertrag und guter Bezahlung. Da es ihm wichtig ist seinen Sohn weiterhin finanziell zu unterstützen (finde ich auch wirklich gut), hat er die Stelle zum 1.4. angenommen. Das bedetet für uns, dass ein Umzug seinerseits nun nicht mehr erfolgen wird.

Jetzt plagen mich natürlich Zweifel, ob unsere Beziehung so eine Chance hat. Ich nehme ihm seine Entscheidung absolut nicht übel. Finde es wirklich gut, dass ihm sein Sohn so wichtig ist. Dennoch ist es für unsere Beziehung wahrscheinlich der Todesstoß. Ich weiß nicht, ob die Beziehung so lange hält, bis die Kinder groß genug sind, dass sie unsere Unterstützung nicht mehr in dem Maße wie jetzt, benötigen. Ich liebe ihn und wünsche es mir auch gemeinsam einen "Alltag" zu haben, das zu tun, was in einer Partnerschaft selbstverständlich ist. Das ist in der jetzigen Situation absolut nicht möglich. Mein Herz sagt, eine Liebe hält alles aus. Mein Kopf eher, dass es nun, da klar ist, dass in naher Zukunft eine gemeinsame Wohnung nicht möglich ist, eine Qual sein wird und wir uns eh früher oder später trennen werden.
Was meint ihr? Wer hat mit so etwas Erfahrung? Ich freue mich auf eure Meinungen.
 

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Gast

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du schreibst, daß du durch deine kinder ortsgebunden bist.

das ist dein freund durch seinen sohn ebenfalls. dazu hat er noch einen festen job an seinem heimatort bekommen.

ihr werdet weiter eine fernbeziehung führen müssen.

zumindest bis die kinder aus dem haus sind. dann könnt ihr immer noch weitersehen.
nach 1o monaten ist es viel zu früh solche schwierigen entscheidungen, wie umzug in ein anders bundesland zu planen.
 
G

Gast

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Die Ortsgebundenheit entsteht bei mir dadurch, dass es sonst für den Vater meiner Kinder nicht möglich wäre, seine Kinder so oft zu sehen, wie er es jetzt tut. Mein Freund könnte seinen Sohn aber auch bei 450km Entfernung noch genau so oft sehen, wie jetzt.
Das er durch den Job aber nun gebunden ist, ist mir schon klar und das hab ich auch so geschrieben. Das war auch nicht die Frage.
Ob es zu früh ist, bereits nach zehn Monaten eine Entscheidung bezüglich eines Zusammenzugs zu treffen, sollte jedem Paar selbst überlassen werden. Außerdem stellt sich die Frage nicht mehr...
Meine Frage ist, ob ihr euch unter diesen Umständen trennen würdet, da es so vermutlich keine Zukunftsperspektive gibt.
TS
 

stella nigra

Mitglied
Ob man eine längere Fernbeziehung führen kann, ist wohl sehr individuell verschieden. Mein Mann und ich sind 7 Jahre über 700 km gependelt (einfache Strecke). Am Ende de 7 Jahre fand ich es auch arg, so getrennt zu sein. Jetzt ist das vorbei und alles wunderbar.
Wie alt sind denn Deine Kinder? Wann könntest Du Dir woanders einen Job suchen? Reicht Dir das als Perspektive?
 

Fadeaway

Aktives Mitglied
(...) Meine Frage ist, ob ihr euch unter diesen Umständen trennen würdet, da es so vermutlich keine Zukunftsperspektive gibt.
Kommt immer darauf an, wie gross die Liebe ist und wie sehr es ansonsten passt.
Wenn aber Dein Freund fuer Dich kein ganz besonderer Mensch ist und er fuer Dich ganz einfach ersetzbar waere, dann trenne Dich und suche denjenigen, fuer den Du mehr einzugehen bereit wärest.

10 Monate sind nix. Ich wäre wahrscheinlich sehr viel geduldiger und wuerde es auf mich zukommen lassen, ohne grossartig zu planen.
 
G

Gast

Gast
Er IST für mich ein besonderer Mensch. Ich bin aber kein Mensch für Fernbeziehungen. Er fehlt mir sehr oft im Alltag. Einfach mal gemeinsam Freunde zu teilen. Sich in den Arm nehmen, wenn es einem von beiden mal nicht gut gehen. Das Gefühl, den Menschen am Sonntag wieder los lassen zu müssen. Als ich das Gefühl hatte, dass es nur für kurze Zeit ist, konnte ich mich damit trösten. Jetzt, ist da einfach sehr viele Zweifel. Meine Kinder sind frühstens in zehn Jahren Flüge. Ich habe hier ebenfalls eine feste Stelle.
Wir werden beide älter, was es dann noch mal schwer macht etwas neues zu finden.

Ich mache meinen Freund keine Vorwürfe, dass er sich so entscheiden hat. Er liebt seinen Sohn und sorgt sich um sein Wohlbefinden.
Ich fürchte nur, dass ich jetzt, wo ein Ende der Fernbeziehung in weite Ferne gerückt ist, diese nicht mehr so leicht und unbeschwert führen kann...
TS
 

-sofia-

Sehr aktives Mitglied
Auch ein pubertierender Sohn baucht seinen Vater. In dieser Zeit ganz besonders und nicht nur in den Ferien. Du bist ja auch durch deine Kinder ortsgebunden und reißt sie nicht aus ihrer gewohnten Umgebung und lässt deinen Exmann den Ferienvater spielen.

Durch den festen Vertrag hat sich ein Umzug für deinen Freund somit erledigt.

10 Monate sind wirklich keine Zeit, um sofort alle Zelte in der alten Heimat abzubrechen.

Wenn du mit dem jetzigen Zustand nicht klar kommst, dann kommt ja nur die Trennung in Betracht.

Wie stellt sich dein Freund denn die Weiterführung eurer Beziehung vor?
 
G

Gast

Gast
Verstehe nicht warum darauf so herum geritten wird. Jetzt lebt er in der Nähe seines Sohnes und er sieht ihn fast nur in den Ferien, weil sein Sohn es so will. Er könnte dann weiterhin alle zwei Wochen seinen Sohn besuchen, oder sein Sohn uns, wäre alles absolut kein Problem gewesen.
Und nochmals, ob zehn Monate viel oder wenig Zeit sind, entscheidet doch jedes Paar für sich.
Der einzige Punkt, warum er sich dagegen entschieden hat ist der, dass er hier zum 1.4. keine Stelle bekommen hat und seinem Sohn keinen Unterhalt hätte zahlen können. Alles andere wäre kein Problem gewesen.

Meine Frage war doch, ob jemand Erfahrungen damit hat eine Fernbeziehung mit dem Wissen zu führen, dass es noch die nächsten fünf bis sieben Jahre eine bleiben wird. Er hat noch keine Antwort darauf, wie es weiter geht, wir treffen uns heute und besprechen das.
TS
 

Suavi

Aktives Mitglied
Ich glaube, dass jede Geschichte individuell ist und das Erfahrungen, zumindest im persönlichen Empfinden, nicht einfach übertragbar sind. Aber ich verstehe die Intention - du bist verzweifelt und suchst Hoffnung oder wenn schon keine Hoffnung, dann eine Antwort auf dein Dilemma.
Die Wahrheit ist, es gibt sie nicht. Ich habe selbst 1,5 Jahre eine Fernbeziehung geführt (ca. 400 km), bis ich dann in ihre Stadt gezogen bin. Bei uns gab es jedoch immer ein Datum, an dem wir wussten, dass dann die Möglichkeit besteht zueinander zu ziehen. Es war anstrengend. Ich bin freitags nach der Arbeit in den Zug und meist erst nachts um 11 Uhr angekommen. Sie hatte ein Kind im Einschulalter, d.h. die Samstage waren auch immer zum Teil Unterhaltungsprogramm; wirklich Zeit für uns hatten wir nur an den Samstagabenden. Sonntags ging wieder der Zug. Für sie war es nicht weniger aufreibend zu mir zu kommen. Das kostet sehr viel Kraft, Zeit und na ja, auch Geld.

Ich denke, hätte es einen Moment gegeben, an dem klar geworden wäre, dass auf absehbare Zeit sich nichts ändern wird, hätten wir uns früher oder später sicher getrennt. Es wäre vielleicht ein Prozess geworden, in dem man sich langsam vom anderen entfernt. Es gibt immer gute Gründe, wieso man sich dieses oder jene Wochenende nicht sehen kann. Nach und nach stellt man fest, dass man immer weniger bereit ist diese Zeit zu investieren; nicht weil man den anderen nicht liebt, aber evtl. weil man sich fragt, was das eigentlich ist, das man da hat.

Die Frage stellst du dir nun ebenfalls. Ich kann dir diese Frage leider nicht beantworten, ich glaube jedoch, dass du die Antwort wahrscheinlich schon kennst, dich nur nicht traust sie laut auszusprechen aus Angst, sie könnte somit real werden, denn du willst diese Person nicht verlieren.

Ich kann dir noch eine andere Geschichte erzählen. Sie handelt allerdings nicht von mir, sondern von meinem ehemaligen Chef. Er hatte eine Frau kennengelernt - im Urlaub, in einem anderen Land. Sie lebte dort. Sie verliebten sich ineinander und versuchten in Kontakt zu bleiben. Man telefonierte viel und jeden Sommer ist er wieder zu ihr gefahren. Zeitweise trennten sie sich, weil es eben keine Zukunft hatte und man wahrscheinlich auch nicht von einer funktionierenden Beziehung sprechen kann, wenn man sich maximal einmal im Jahr sieht. Wie dem auch sei, sie haben sich nicht vergessen. Er fuhr wieder im Urlaub zu ihr und sie kamen wieder zusammen. Irgendwann nach 7 Jahren nahm er sie mit. Heute sind die beiden seit 15 Jahren verheiratet und haben zwei Kinder.

Wieso kenne ich die Geschichte? Na ja, ganz offensichtlich weil er sie mir erzählt hat, aber er tat es aus einem bestimmten Grund. Ehrlich gesagt wurde meine Beziehung ab und zu belächelt von Kollegen. Es sei zu viel Aufwand, es wäre ein Fehler, ich könnte doch ganz easy hier "eine klar machen", usw. . Und meine damalige Freundin war auch nicht ganz einfach. Ich hatte oft Stress Beziehung und Arbeit auf die Reihe zu bekommen aufgrund der Entfernung. Was soll ich sagen, irgendwo hatte ich Zweifel. Er hat mir dann die Geschichte erzählt, weil er mich verstand und mir sagen wollte, dass, so unwahrscheinlich es manchmal auch scheint, einige dieser Beziehungen haben auch ein Happy End.

Mich persönlich hat es motiviert durchzuhalten. Als ich dann den unbefristeten Vertrag nicht unterschrieb, um zu ihr zu ziehen, hat er sich allerdings dem allgemeinen Tenor, es sei ein Fehler, angeschlossen, aber ich vermute, er hatte dafür ein anderes Motiv. xD

Was ich mit all dem sagen will, ist, es liegt an dir - entweder du folgst dieser Stimme in deinem Kopf, die dir sagt, du wirst das nicht durchhalten oder du findest etwas, das dich motiviert an eure Beziehung wider aller Vernunft zu glauben. Damit bist du zwar am Ende dieses Posts genau bei dem Zwiespalt angekommen, der dich hier überhaupt hat schreiben lassen, aber ich hoffe dennoch, dass du etwas mitnehmen konntest.

Lg,
suavi
 

stella nigra

Mitglied
Nur, weil er jetzt erstmal nicht umzieht, heisst das ja nicht, dass das die nächsten 10 Jahre so bleiben muss. Wenn Dein Freund z.B. in einem Jahr eine Stelle in Deiner Nähe findet, kann er ja den Job kündigen, den er ab April hat. Aber wie lange Du eine Fernbeziehung aushalten kannst, weisst nur Du allein.
Alles Gute für Euer Gespräch!
 

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