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Fernbeziehung, nach 6 Jahren Ende?

Rakazu

Mitglied
Hallo liebes Hilfe-Forum.

Ich weiß, es gibt schon zig Beiträge über Fernbeziehungsprobleme, aber alle durchzulesen, um zu sehen, ob es bei dem ein oder anderen auch so ist, kann ich nicht. Außerdem ist jedes Problem ein persönliches, als dass man bei einem "weiterdiskutieren" könnte/sollte....

Ein kurzer Rahmen: Ich bin seit 8 Jahren in einer Beziehung, die seit 6 Jahren in der Ferne funktioniert.

Wir haben uns in unserem gemeinsamen Wohnort kennengelernt, dann bin ich zwecks Studium weggezogen (300 km).

Da hat das alles begonnen.

Er ist zwecks Arbeit mehr in meine Richtung gezogen (100 km). Da bin ich immer zu ihm am Wochenende gefahren und das war zwar nervig aber gut. Nach meinem Studium (5 Jahre) hab ich natürlich versucht etwas in seiner Nähe zu finden.
Zwischendurch hat er aber den Job intern gewechselt und pendelte nun jede Woche 700 km (zwei Wohnsitze).
Ich hab dann in einen anderen Ort eine "Überbrückungs"arbeit gefunden (auch zwei Wohnsitze), Entfernung wieder 300 km bzw. mehr.

Dann hat er die Chance bekommen, im Ausland ein Jahr zu arbeiten, dieses Jahr im Sommer. Wir haben diskutiert und waren einverstanden, dass er das machen soll (ich habe während dieser Überlegungsphase einen festen Job gefunden, sonst wäre ich auf jeden Fall mit).
Zu dieser Zeit merkten wir bereits eine gewisse "Kühle" zwischen uns sich breitmachen. Ich hatte keine Lust mehr auf ein gemeinsames Wochenende. Ich war in einem Tief. Auch er fand die hinundher-Fahrerei Sch***.

Nun ist er im Ausland (9000 km!). Unser Verhältnis ist wirklich wahnsinnig abgekühlt. Wir haben offen darüber gesprochen und wissen beide nicht weiter.
Beruflich haben wir uns weiterentwickelt, beziehungstechnisch nicht. Ich muss dazu sagen, dass er nicht so der romantische Typ ist, dass er mit kleinen "Liebesdiensten" immer sehr sparsam war. Aber OK.
Ich war vielleicht in gewisser Weise selber an dieser Kühle Schuld, da dann auch ich aus Trotz mit den kleinen Liebesbeweisen gespart hatte und so war dann halt gar nichts mehr.... :-(

Naja, nun ist es leider so, dass er nicht mehr weiß, ob er mich noch liebt. Ich lieb ihn noch. Er weiß nicht mehr, wieviel Platz in seinem Herzen für mich ist.
Er ist total verklemmt (im Gegensatz zu früher!) und selbst, wenn ich ein rotblinkendes Hinweis-Schild wäre, nimmt er es nicht wahr. Animieren kann ich ihn auch nicht mehr richtig. Es ist nur noch ein eher zögerliches Anfassen, wie so ein "Picksen und Probieren"... Achso, küssen ist nur noch ein "tschüs-bis-später" und "hallo-bin-wieder-da" Kuß.

Wie gesagt, wir haben darüber geredet und wollen/müssen das nächste Jahr noch glücklich und positiv verbringen, damit wir, wenn er im Winter wieder kommt, wieder zusammen sein können.
Ich bin auch im Moment bei ihm zu Besuch. Es ist schrecklich. Ich fühle mich total abgewiesen, obwohl er mich noch in den Arm nimmt und mir sagt, dass ich das Beste bin was ihm passiert ist.

Ich weiß, dass man Gefühle nicht erzwingen kann und soll, aber wie können wir die nächsten Monate verbringen und unsere Liebe wieder aufwärmen? Ich merke doch, dass er mich irgendwo ganz tief noch liebt.
Wie können wir aus dem "weiß nicht, ob..." ein "Ja, ich weiß" machen?

Ich will ihn nicht verlieren. Wie können wir es schaffen, dass er sich seiner Gefühle wieder sicher ist?
Ich hoffe so sehr, dass sich das wieder einrenken kann.

Hat diese ganze Ferne die Beziehung kaputt gemacht? Fakt ist ja, dass sich jeder sein Leben selber aufgebaut hat....
 

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karma

Aktives Mitglied
Wie ich lese geht dieses Hin und Her schon einige Jahre. Du ziehst weg, er hinterher, aber nicht so nah. Dann zieht er weg du hinterher und dieses hin und her ist keine Dauerlösung. Erst recht nicht bei einer Fernbeziehung. Ich überlege gerade wer von euch beiden Beziehungsunfähig ist. Und da er nach Amerika gezogen ist würde ich mal auf ihn tippen.

Wenn du einen Partner fürs Leben suchst ist er der Falsche. Und das bedeutet das du ihn aufgeben sollst. Denn ich frage dich wieviel Jahre willst du ihn noch lieben ohne Rückmeldung. Ihr habt ein Verhältnis wie Bruder und Schwester oder gute Freunde, aber eine wirkliche Liebesbeziehung sieht anders aus.

Vielleicht war es am Anfang gut doch je fester es wurde desto mehr lief er davon. Und jetzt hat er so viele Kilometer zwischen euch gelegt, das einer von euch aufgeben soll. Und da er nicht der Böse sein will und auch ein bischen feige läßt er dir den Vortritt.


Gib ihn auf und suche dir einen Mann der keine Angst hat mit dir zu leben und mit dir eine Zukunft aufzubauen. Einen der dich wirklich liebt und der alles dafür tun würde nur um bei dir zu sein. Und das heißt, Stellenwechsel, Arbeitslosigkeit und ein gepackter Koffer.

Denn bei einer echten Liebe da gibt es keine Kilometerzahl. Einer verliert gerne damit er bei dem anderen sein kann. Und dafür nimmt er alle Unahnemlichkeiten in Kauf. Und nun frage ich dich. Ist er bereit so einen Schritt zu machen. Und nun zu dir würdest du so ein Opfer für ihn auf dich nehmen. Ich denke nein. Und da hast du deine Antwort auf alle Fragen.



Karma
 

Rakazu

Mitglied
Hi Karma!

Danke für Deine Antwort!
Deine Worte zeigen mir, dass ich doch nicht so falsch denke/ticke. Ich habe immer gedacht, ich muss auf ihn Rücksicht nehmen und ihm seine Freiheiten lassen, damit er sich nicht eingeengt fühlt. Dass er aber davonlaufen soll, hab ich nicht so gesehen. Und ein Opfer bringen? Mmh, würde er das? Er ist ein Globetrotter, schon sein ganzes Leben lang gewesen.

Gedacht habe ich mir es schon immer, auch ausgesprochen, dass da was von seiner Seite her fehlt, aber ich dachte, er ist einfach so.

Ich kann allerdings doch nicht so ganz behaupten, dass er vor mir wegrennt, da er alles versucht hatte, mit mir zusammen und mehr in meiner Nähe zu sein.

Als ich damals als erstes weggezogen war, hat er die Stelle angenommen, die am nächsten bei mir lag.
Ich war dann auch froh, dass aus den über 300 km nur noch knapp 100 km geworden sind. Da auch ein Studium nur was temporäres ist und wir uns jedes Wochenende gesehen haben, lief das zwischen uns sehr gut.

Wir hatten immer die Hoffnung, dass die Ferne bald ein Ende hat. Dann kam aber wieder etwas neues und wir mussten uns auf eine weitere Zeit einstellen. Wir haben das alles irgendwie akzeptiert.

Dieses Jobangebot im Ausland ist auch ein gutes und ich wollte auch, dass er es macht. Schließlich soll er sich ja auch weiterentwickeln und ich will ihm nicht im Weg stehen. Und es ist ja auch nur von "relativ" kurzer Dauer. Nächstes Jahr dann will er jede Möglichkeit nutzen, zu mir zu ziehen. Er spricht auch davon Hausmann zu werden, wenn es soweit käme. Er will ja auch Familie.

Ein Kollege von ihm meinte mal "Die werden wohl nie zueinander finden."
Und ein anderer guter Freund fragte sich "wie das so lange schon gut gehen konnte."

Aber vielleicht hast Du Recht. Ich habe bisher sehr viel Kompromisse schließen müssen, um mich auf ihn einzustellen.
Ich bin durchaus auch bereit, die Beziehung zu beenden, auch wenns wehtut. Aber ich habe heute Nacht wieder gemerkt, dass nichts mehr ist.... und einen Abschiedskuß als er heute morgen auf Arbeit gegangen ist gabs auch nicht. Nur ein kurzes "Ciao bis später" und ein Winken..... so gehts nicht weiter, So geh ich kaputt.

Ich werd nochmal mit ihm reden müssen.
 
Zuletzt bearbeitet:

karma

Aktives Mitglied
Nein es ist besser Schluß zu machen sich nicht mehr zu sehen. Was nützt dir eine Liebe wo du verlierst und auch keine Zukunft hast. Und während des Wartens bist du auf einmal zu alt für Kinderkriegen und du hast alles verpasst. Während alle Freundinnen schon Mütter sind und glücklich verheiratet. Und du schaust dann neidisch zu und bist unsagbar unglücklich weil ein großer Teil deines Lebens an dir vorbeigegangen ist.

Damit der Trennungsschmerz heilen kann, würde ich auch keinen Kontakt mehr haben wollen. Denn Anrufe oder Mails würden deine Wunden immer wieder aufreißen. Und dadurch gewinnst du nicht.

Und dann wenn alles überstanden ist, startest du neu durch und suchst dir einen Mann der keine Angst hat und sich auch eine Zukunft mit Partnerschaft und Kinder vorstellen kann.


Karma
 

Sara7

Aktives Mitglied
ich möchte dir danken karma, bei mir ist es zwar ein bissl anders, aber im grunde wiederum doch auch so..

er will eine bedenkpause seit dem 23.12.08..ich soll nicht denken..ihn in ruhe lassen..

aber innerlich bereite ich mich auf den abschied vor..und es tut saumäßig weh..

aber dieses rumeiern finde ich so schlimm..will lieber, dass das pflaster mit einem ruck abgerissen wird..kein gepule, ja oder ne..oder vielleicht..

ich will nach vorne schauen..lust auf die zukunft haben..keine bauchschmerzen und verrückt werden vor unbefriedigter sehnsucht!

entschuldigt meinen ausbruch..aber es musste mal raus.

eure sara7
 

karma

Aktives Mitglied
Weißt du was mir immer gutgetan hat, wenn eine Liebe vorbei war. Ich habe ihm einen Brief geschrieben und all meinen Schmerz hineingetan. Und danach habe ich das ganze Zeug wie Erinnerungsstücke wie Bilder, Liebesbriefe, Geschenke verbrannt. Und beim Zusehen habe ich wie bei einer Beerdigung geweint und einen Schlußstrich gezogen. Danach habe ich meine E-Mailadresse gesperrt oder erneuert und jeden Brief von ihm vernichtet. Versuche es es hilft.


Karma
 

Rakazu

Mitglied
...oh, er will AUCH eine "Bedenk"pause?

Ich bin jetzt wieder daheim. Allerdings liegen unsere/seine Probleme woanders. Ich hab ja die letzte Zeit viel mit ihm geredet. Er steckt momentan in einem Gefühlschaos und muss die erstmal ordnen. Wenn ich jetzt Schluss machen würde, würde ich ihn für seinen Rückzug bestrafen.

Er hat mir gesagt, dass er gerne mit mir zusammen wäre, auch dann noch, wenn er nächsten Winter wieder zurückkommt.

Diese ganzen Wochenend-Wiedersehen haben ihn arg mitgenommen. Er hat irgendwann angefangen, seine Gefühle ein- und auszuschalten (falsch, ich weiß). D.h. Woche: Arbeit im Kopf, WE: ich im Kopf. So ist aus dem Wiedersehen ein Zwang, ein Druck geworden "Oh jetzt ist ja wieder WE, da muss ich.... (noch falscher, ich weiß). Dazu kam ja noch, dass er selber nicht der Typ ist, der offen über Gefühle reden kann. Und so ist unsere zwischenmenschliche Kommunikation ausgeblieben.
Das find ich etwas merkwürdig, da er zeit seines Lebens für unzählige Freunde eine Schulter hatte, aber vielleicht hat ihn das im Laufe der Schicksale einfach zu sehr abgestumpft....?

Ich mag ihm aber wirklich erstmal die Bedenkpause geben! Zumal wir den Problemen - so wie sie da oben kurz geschildert wurden - einen Namen gegeben haben - etwas woran man arbeiten kann.

Allerdings bin ich ihm gegenüber nach allem sehr reserviert. Ich bin auf alles gefasst, falls es doch keinen Sinn macht und entweder er oder ich die Beziehung beenden will.

Ciao...
 

karma

Aktives Mitglied
Eine Bedenkpause ist immer gut. Und in dieser Zeit würde ich dann überlegen was dir in alle den Jahren gefehlt hat. Mach einfach eine Soll und Haben Zettel. Und die schaust dir immer wieder an. Es fallen dir dann nach und nach noch viele andere Sachen ein. Und die schreibst du dann dabei. Es wird dir helfen eine andere Sicht deiner Beziehung zu bekommen. Und dies wird dir helfen eine einschneidende Veränderung, so wie ein Verlust deines Freundes zu begreifen und zu aktzeptieren.


Karma
 

Rakazu

Mitglied
Yep, das werd ich machen. Vielleicht bin ich einfach auch zu naiv und blauäugig.
Ich hab grad mit einer guten, gemeinsamen Freundin gequatscht. Sie war fast auf 180 als sie gemerkt hat wie mein Freund mit mir umgeht. "Das kann er mit Dir nicht machen. Das hast Du nicht verdient. usw."
Vielleicht soll ich der Tatsache ins Auge schauen, dass es vorbei ist.
Wir haben uns beide Entwicklung außerhalb der Beziehung gut weiterentwickelt. Jetzt WÄRE eigentlich die Zeit, gemeinsame, neue Pläne zu schmieden. Aber dazu ist er einfach nicht bereit, gerade auch, weil er nicht mehr weiß, ob er mich noch liebt.

Ich fange jetzt sogar an unserer Beziehung an zu zweifeln.... Das was zwischen uns gefehlt hat, was ich/wir durchgemacht haben... das hätte anders laufen müssen.
Naja. Zumindest bin ich über den Punkt weg, an dem der Schmerz einen zerreißt. Es geht ja schon über ein Jahr so....

Danke Karma!!!
 

Sara7

Aktives Mitglied
Shit..ich sitz mittendrin..auf die frage hin, was ich eigentlich für ihn bin, konnte er mir nur sagen, dass er es nicht wisse..er fühle druck durch mich..

wobei ich dazu sagen möchte, dass ich glaube, er macht ihn sich selbst, weil wie gesagt, eine fernbeziehung besteht, ich kein auto habe, ein kaum-telefonierer bin, aber zugegebener maßen gerne emails schreibt - und die muss man ja nicht lesen oder beantworten, wenn man druck fühlt..wir uns maximal 1 x im monat gesehen haben, wobei ich immer nur dann auf ihn reagiert habe und die flexible war..

jetzt habe ich im grunde genommen seit dem 23.12.08 nichts mehr von ihm gehört (das "prosit neujahr" per telefon zähle ich nicht, weil zu unpersönlich)..

habe einen artikel über beziehungsphobiker gelesen, der einige parallelen aufweist..und je länger ich auf ein signal von ihn warte, desto ambivalenter werden meine gefühle und gedanken..

ich liebe ihn, aber ich bin ratlos..will nicht zuhause sitzen und warten, dass der prinz eventuell in den nächsten 3 jahren mal vorbei reitet..shit, ich liebe ihn, aber.….muss wohl überlegen warum, denn die frage ist schwer zu beantworten..und wie lange soll ich warten?

bin so ratlos..

eure Sara7
 

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