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Extreme Vermeidungshaltung

SamuelBlack

Mitglied
Hallo,

Ich teile euch einfach mal meine Selbstbeobachtung mit und bin mal gespannt, ob Hinweise oder Nachfragen zu weiteren Erkenntnissen führen. Vielen Dank an dieser Stelle.

An mir selbst beobachte ich eine extreme Vermeidungshaltung, wenn es um mehr oder weniger unangenehme Dinge geht. Wobei ich es schon als unangenehm erachte, wenn ich ein Anliegen habe und etwas erfragen muss. Diese Vermeidungshaltung wird umso schlimmer, wenn ich mich in einer Position sehe in der ich mir etwas zu Schulden habe kommen lassen. Habe ich beispielsweise nicht fristgerecht auf etwas reagiert, dann gehe ich der gesamten Angelegenheit aus dem Weg.

Das erstreckt sich auch auf Dinge, in denen ich mir nichts anlasten muss. Beispielsweise steht mir noch Entgelt aus einem vergangenem Arbeitsverhältnis zu. Ich nehme einfach an, dass das "vergessen" wurde. Dennoch schaffe ich es nicht, zum Telefonhörer zu greifen und nachzufragen. Wahrscheinlich werde ich den Telefonanruf, den ich mir immer wieder vornehme, so lange verschieben beziehungsweise vermeiden, bis mein Anspruch verjährt sein wird.

Ich verstehe nicht, warum ich mich so verhalte. Kennt jemand solche Situationen und kann aus seiner Erfahrung berichten?

Habt Dank
Samuel
 

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Babeboli

Mitglied
Dann sind wir schon zu dritt.

Bislang habe ich auch noch keine Lösung für diese "Phobie" gefunden.

Wenn ich mal mir unangenehme Gespräche bewältigt habe fühle ich mich zwar für den Moment gut,

aber ein Gewöhnungseffekt setzt einfach nicht ein, d.h. bei der nächsten Situation ist es immer wieder das Gleiche.
 

Abrafax123

Mitglied
Hallo Samuel, du hast deine Situation sehr plastisch geschildert. Das kann ich gut verstehen und nachvollziehen. Der Grund dafür wird sehr schnell klar: Dahinter stehen Ängste. Ängste erzeugen unangenehme Gefühle, und dein gesamter Organismus ist so konstruiert, dass dieser im ersten Moment diesen lieber aus dem Weg geht, um Energie einzusparen und zu überleben.

Doch da ist noch mehr, denn du merkst, dass dir es langfristig durch diese Vermeidungshaltung, die du ja selbst erkannt hast, nicht besser geht. Das ist auch richtig. Durch diese Vermeidung kannst du nicht wachsen. Du stellst dich ja nicht deinen Ängsten, sondern läufst davor weg. Deine Komfortzone wird eher kleiner anstatt größer. Das ist kein Weg zu Erfolg sondern der Weg in eine Sackgasse und Niedergang.

Die große Frage ist willst du daran wirklich etwas ändern? Du darfst eine Entscheidung treffen.

Schreibe es dir auf! Was willst du?

Der Schlüssel ist, letztendlich sich zu überwinden und es doch zu machen.

Der Weg aus der Angst führt immer durch die Angst hindurch.

Dafür gibt es keine Zauberformel.
Man muss sich zusammenreißen und es einfach machen.
Widerstände überwinden.

Hast du schon einmal Kraftsport gemacht? Dort lernt man das. - eine Methode von mehreren um zu lernen. Wenn dein Körper schreit: Gib auf! Ist ein Impuls in dir, der dir sagt: Jetzt erst recht!

Eine weitere Methode ist, Dinge zu machen, die dir ein kleines bißchen unangenehm sind. Zum Beispiel: gehe in die Stadt und frage mehrere Menschen nach der Uhrzeit. Oder mache ein paar Liegestütze in der Fußgängerzone. Oder nimm eine Decke und lege dich mitten in der Fußgängerzone für 30 Sekunden auf den Boden. Wenn dir das zuviel ist, nimm eine Tüte Schokobonbons oder irgendetwas anderes und verteile es an fremde Menschen. Etc.

Durch diese Schlüsselerlebnisse lernt dein Unterbewusstsein schrittweise, das du es kannst und das nichts Schlimmes passieren wird. Das du dir selbst etwas zutraust.

Aber du musst es machen. Nur davon zu träumen, oder darüber nachzudenken reicht nicht aus.
 

SamuelBlack

Mitglied
Hallo Abrafax123,

Auch auf diesem Weg noch einmal vielen Dank für Deinen ausführlichen und schlüssigen Beitrag.

Jedem Deiner genannten Aspekte stimme ich zu. Jedoch frage ich mich schon seit längerer Zeit, welche Angst dahinter steckt. Genau das ist der Punkt, den ich nicht begreife.

Vielen Dank
Samuel
 

Abrafax123

Mitglied
Hallo Samuel,

es Dinge im Leben, die kann man nicht bis ins letzte Detail verstehen. Es ist auch gar nicht so wichtig, wie man diese Angst benennt.

Wichtig zu wissen ist, wie diese Ängste und Mechanismen in dir funktionieren, und wie du damit umgehen kannst. Dafür gibt es glücklicherweise "Tools".

Soziale Ängste sind größtenteils irrational, denn es wird nichts passieren was lebensbedrohlich ist oder dich körperlich schädigt. Du wirst lernen unangenehme Gefühle, beispielsweise sich blamiert oder abgewertet zu fühlen, oder auch Scham auszuhalten und anzunehmen. Daran stirbt man nicht.

Es kommt ja auch drauf an, wo dich hinentwickeln willst: Zu einem Mäuschen oder einem Löwen? Was ist dir lieber?

Werden solche Situationen so oder so noch viele in deinem Leben auf dich zukommen? Diese Frage kannst du dir selbst beantworten. Hat es deswegen Sinn, zu versuchen im Leben allen unangenehmen Situationen oder Begegnungen aus dem Weg zu gehen? Wozu wird so eine Haltung führen? Haben denn die meisten Menschen da draußen nicht auch so eine Scheiß-Angst vor solchen Herausforderungen?

Was macht also den Unterschied?

Letztlich kommt es nicht drauf an, dass du dabei perfekt aussiehst.
Sondern dass du es machst! Du hast es dir selbst bewiesen, dass du dir etwas wert bist!

JUST DO IT!
;)
 

Verträumte

Mitglied
Mögliche Ursachen/ Glaubenssätze:

Perfektionismus (Über-Ich ursprünglich Erwartungen von Autoritäten wie Chef Lehrer u Eltern die dann zu viel zu hohen Erwartungen an sich selbst führen) :
'egal wie gut ich das löse, es ist nicht gut genug ich löse das nie gut genug werde sowieso kritisiert dann kann mir die Arbeit u Energie sparen (effizienter wenn ich nichts tue das spart Lebensenergie ) ich werde sowieso kritisiert bzw kriege kein Lob. Es ist energieeffizienter nichts zu tun u meine Energie verwende ich um eine Mauer zu bauen als Schutz vor Kritik.
Was hilft? Psychotherapie oder Körpertherapie mit therapeutischem Gespräch

Und / oder

Minderwertigkeitsgefühl oder Depression
Ich kann das nicht erfolgreich lösen egal wie oft ich es versuche und auch wenn ich mal zufällig Erfolg habe es ist aussichtslos.

Dahinter kann ein Glückshormonmangel stecken. Man hat einfach kein Glücksgefühl bei erfolgreich erledigten Aufgaben.
Was hilft? mässiger AusdauerSport (kurbelt Produktion von Glückshormonen an),

sich zum Verlassen der Komfortzone zwingen,
Komplexe Aufgaben in lösbare Einzelschritte u Zwischenschritte aufteilen.

Ein Erinnerungskalender führen.
Sich konkrete kleine Handlungen vornehmen und vom Handy dran erinnern lassen mit Erinnerungsfunktion.

grosse A4 Papier TODO Liste auf Esstisch legen oder ein Wochenquerkalender.
die Liste wird jeden Tag abgearbeitet.
Wichtig jede kleine erledigte Handlung abhaken u Smiley als Lob.
Zwischendurch belohnen. Erst belohnen wenn mindestens 1 Aufgabe erledigt ist

Aber nie kritisieren sondern fürs beginnen u machen loben egal wie es ausgeht. Du bist gut genug und du bist ok wie du bist.

Buchtipps
Wie ich die Dinge geregelt kriege
Autor David Allen

Ich bin ok du bist ok
Autor Thomas Harris
 
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