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EVT TRIGGER: Missbrauch der Tochter - oder doch nicht? Wie gehen Mütter damit um?

E

Emma I

Gast
Hallo,
langsam weiß ich nicht mehr weiter ... bei uns ist seit Tagen die Hölle los und ich bin kurz vorm Durchdrehen. Meine 16-jährige Tochter hat seit einiger Zeit große Schwierigkeiten mit meinem Mann. Er ist zwar ihr Stiefvater, hat sie aber von klein an großgezogen und ist für sie ihr "Papa", da der Erzeuger seit Jahren nicht präsent ist. Die beiden hatten immer eine innige, liebevolle Vater-Tochter-Beziehung, die er zu unseren anderen Töchter (zwei von ihm, zwei von mir) nicht weniger und nicht mehr hat. Das ganze kippte vor ein paar Wochen durch typische pubertäre Probleme, bei denen er doch sehr streng reagierte. Die Situation schaukelte sich immer mehr hoch und am Ende war der Druck, den er auf meine Tochter ausübte kaum noch zu ertragen. Ich hab ihm das immer wieder gesagt, aber er war nur langsam wieder dazu zu bringen, auch mal runterzukommen (was ich von ihm bisher eher nicht so kannte, aber jeder dreht vielleicht auch einfach mal durch).

An einem Nachmittag vor ein paar Tagen schimpfte er wieder arg mit ihr rum, strich ihr das versprochene Auto zum anstehenden Führerschein und drohte, andere (ihr wichtige) Versprechen einfach zu streichen (Grund sind immer wieder von ihr gebrochene Versprechen, was ihn wohl sehr enttäuscht hat). Sie fuhr schließlich mit ihrem Freund zu dessen Oma, Geburtstag feiern - raus aus der Schusslinie.

Abends schließlich kam ein Anruf - ich möge doch bitte einmal zur Polizei kommen, man wolle mit mir (und nur mit mir) reden. Meine Tochter meinte am Telefon, es sei aber nichts schlimmes ... Ich war trotzdem durch den Wind und fuhr gemeinsam mit meinem Mann zur Wache. Mich liess man zu meiner Tochter, mein Mann mußte draussen warten. Ich glaube so panisch war ich noch nie in meinem Leben :(

Schließlich unterbreitete mir meine Tochter, daß mein Mann sie angeblich seit 8 Jahren immer wieder sexuell genötigt (also ohne Geschlechtsverkehr) hätte. Angefangen habe es, als sie 9 war, mit 15 hörte es auf, er habe sie jedoch immer mal wieder um ein "letztes Mal" gebeten. Da sie nun einen Freund habe und der Druck, den er daheim mache nicht zu ertragen sei, habe sie sich zur Anzeige entschlossen. Ich bin fast durchgedreht, denn ich habe sowohl zu meiner Tochter ein sehr sehr inniges Verhältnis, wie zu meinem Mann. Wir führten bisher eine glückliche, liebevolle, gleichberechtigte und sehr von Vertrauen geprägte Beziehung. Ich sass nun dort und wußte nicht, an wem von beiden ich zweifeln sollte. Ich bin ehrlich - ich habe beiden geglaubt, auch wenn mir durchaus klar ist, daß es nur eine Wahrheit geben kann.

All die Jahre habe ich nichts gemerkt. Die beiden hatten wie gesagt ein normales Vater-Tochter-Verhältnis, ich eine tolle Beziehung zu meinem Mann und zu meiner Tochter. Als ich meinem Mann von den Vorwürfen erzählte, ist er fast umgekippt. Er stritt natürlich alles ab. Meine Tochter übernachtete bei ihrem Freund, um aus der Schusslinie zu sein und mein Mann und ich sprachen die ganze Nacht durch und waren beide einfach nur verzweifelt. Er weinte, er fluchte, er resignierte ... ich glaube sowohl im Fall von Schuld als auch von Unschuld vollkommen normal und definitiv die schlimmste Nacht, die ich je erlebt habe. Ich konnte mir absolut nicht vorstellen, daß der Mann, mit dem ich den Rest meines Lebens so unbedingt verbringen wollte (will?), meinem Kind sowas angetan haben soll. Und daß ich absolut gar nichts gemerkt haben soll. Wirklich absolut nichts ... Ich kann mir aber auch absolut nicht vorstellen, daß meine Tochter, die mich auch abgöttisch liebt, so etwas erfinden würde und wissend unsere komplette Familie und unser Leben ruinieren würde.

Meine Tochter hat auf mein Bitten hin die Aussage erstmal zurückgezogen (nein, ich habe keinen Druck ausgeübt, ich habe sie nur gebeten und ihr Freund sagte auch zu ihr, daß das zumindest erstmal nicht der richtigere Weg ist, auch um ihre kleinere Schwester zu schützen, auch wenn das paradox klingt). Meine Tochter ging erstmal ein paar Tage zu ihrem Freund und danach zu ihrer besten Freundin. Ich hatte immer Kontakt zu ihr und war für sie da - fassungslos allerdings, das muß ich zugeben. Sie hätte nichts gesagt, weil ich doch so glücklich gewesen sei. Sagt sie wirklich die Wahrheit, wäre das wohl das, was ich am wenigsten ertragen könnte. Inzwischen richtet sie sich eine kleine Wohnung in einem von uns ungenutzten Hausteil ein. Mit eigenem Zugang, für den nur sie und ich einen Schlüssel haben. Irgendwann könne sie wieder mit meinem Mann an einem Tisch sitzen, er sei ja schließlich ihr Papa ... aber momentan nicht. Verständlich, ob sie die Wahrheit sagt oder nicht.

Ich muß zugeben, es gibt Punkte, die gegen die Glaubwürdigkeit meiner Tochter sprechen. Einige Punkte sogar. Unser sehr inniges Verhältnis allerdings ist das, was mich ihr aber auch glauben läßt. Mein Mann ist derzeit viel unterwegs - auch um Abstand zu bekommen und ihr Abstand zu geben ... aber er ist voller Wut inzwischen, das ist für mich ganz ganz schrecklich. Er sagt mir immer wieder, wie sehr er mich liebt (was ich ihm sogar glauben würde, wenn er schuldig wäre), daß er mich und die Familie nicht verlieren möchte, aber natürlich auch versteht, wenn ich zu meiner Tochter halte. Er ist auch komplett verzweifelt.

Ich war bei einer psychologischen Beratungsstelle und dort hat man mir erstmal zugehört. Der Schutz meiner Töchter habe (auch wenn sie nur gelogen hat) absolute Priorität. Dem stimme ich selbstverständlich zu. Die Lösung mit der Wohnung nebenan hielt sie für bedenklich, wenn meine Tochter das aber so weit in Ordnung fände, sei es wohl auch erstmal ok. Alles andere brauche einfach nur Zeit. Zeit, in der ich hier allerdings wahnsinnig werde. Mit wem kann man als Mutter über sowas reden ...? Ich habe eine Freundin, der ich mich anvertraut habe, aber überfordern will ich die natürlich auch nicht mit meinem Kopfkino. Ich möchte den ganzen Tag nur heulen. Dann glaube ich wieder meinem Mann ... dann sehe ich mein Kind und weiß irgendwie, daß sie sowas nicht ausdenken würde. Zu so viel Hass nur aus Verzweiflung ist sie nicht fähig. Aber soll der Mann, mit dem ich seit vielen Jahren komplettes Vertrauen lebe zu sowas fähig sein? Alles rotiert. Vor allem die Frage: wie soll es weitergehen?

Ich mache mich auch selbst total fertig. Wäre ich eine gute Mutter, hätte ich dann nicht meine Kinder gepackt und das Weite gesucht? Wäre ich eine gute Ehefrau, würde ich meinem Mann dann nicht bedingungslos weiter vertrauen und das überhaupt nicht in Erwägung ziehen, was im Raum steht? So oder so - ich verliere natürlich das, was mir am meisten bedeutet: meine Familie. Die schönen Zeiten sind unwiderruflich vorbei - das einzugestehen tut schon so weh, daß ich es nicht ertragen kann. Ich telefoniere viel mit meinem Mann und ich kann mit seiner Wut immer weniger umgehen. Ich habe ihm auch klipp und klar gesagt, daß kommen kann was will und stimmen kann was will - mein Kind bleibt mein Kind. Je böser er ist (es gibt aber auch Anrufe wo er sachlich redet oder auch weint ... ein komplettes Gefühlschaos bei allen), desto mehr zweifle ich an ihm. Desto unerträglicher wird das aber auch alles.

Ich kämpfe seit Jahren mit Depressionen und Panikattacken. Die hatte ich dank meines entspannten und schönen Zuhause zuletzt sehr gut im Griff. Aber nun sind sie wieder da. Ist es falsch, auf eine Zukunft mit meinem Mann zu hoffen? UND mit meiner Tochter? Ich verachte mich als Mutter, daß ich das überhaupt in Erwägung ziehe, überhaupt hoffe. Daß ich hoffe, daß beide irgendwann wieder miteinander in einem Raum sein können. Meine Tochter bringt übrigens relativ fröhlich ihre neue Bude in Schuss, geht feiern, shoppen und was auch immer. Sie redet über das angeblich Geschehene nicht. Für sie habe ich auch einen Termin bei einer Therapeutin, die sich mit Sexualdelikten auskennt, gemacht. Ich habe sie gestern gefragt, mit was für grandiosen Schauspielern ich all die Jahre zusammengelebt haben muß, daß ich wirklich absolut nichts gemerkt habe. Sie meinte, sie habe es sich halt nicht anmerken lassen. Als ich fragte, wie mein Mann mir denn heute noch in die Augen sehen könne, meinte sie nur knapp: "Konnte er die letzten Jahre doch auch". Dann hab ich sie lieber in Ruhe gelassen.

Grade kommt mein Mann von einer Geschäftsreise heim, während ich das hier schreibe. Geladen ohne Ende. Am schimpfen und drohen, was er meiner Tochter nun alles entziehen will. Wie finde ich die Kraft zu gehen? Meine Kleine (14) meinte als ich sie fragte, sie wolle die Familie gern behalten (einschl. meinem Mann als Papa) - ein verständlicher kindlicher Wunsch. Wir haben viele Tiere. Ich kann nicht einfach packen und gehen. Obwohl ich es bei der momentanen Aggression (und mit meinen durch diese Aggression immer stärkeren Zweifeln) sofort sollte. Ich weiß, mir kann hier niemand ein Rezept geben und alles wird wieder gut ... aber vielleicht gibt es hier Mütter, die ähnliches erlebt haben? Ich liebe meinen Mann nach wie vor sehr und ich wünsche mir eine gemeinsame Zukunft ... aber sein momentanes Verhalten - selbst wenn meine Tochter gelogen hat - zerstört alles. Er meinte, er wolle ihr nichts mehr zahlen. Ich meinte, dann ginge ich halt arbeiten, um für mein Kind zu sorgen. Auch das ist nicht recht (ich werde mir aber umgehend was suchen, um aus dieser finanziellen Abhängigkeit rauszukommen, auch wenn er mich im Trennungsfall finanziell niemals im Stich lassen würde). Ich wohne auf dem Land, bin hier (und in der gesamten Gegend) kreuzunglücklich. Wir wollten noch abwarten, bis die Kids aus den Schulen sind und dann zurück in die Heimat ziehen - ein Lichtblick, der nun wohl dunkel wird.

Wenn ich gehe ... ich will so weit weg, wie es geht, denn alles hier tut weh. Das kann ich aber wohl wegen der Kinder nicht, oder was meint ihr? Im sozialen Umfeld/Freundeskreis lassen oder komplett neu anfangen? (Zumal meine Große hier ihren Freund hat). Mein Mann würde wohl ohnehin nicht hier bleiben, sondern in die Heimat zurückgehen, wo er auch beruflich tätig ist insofern müßte ich nicht vor der Nähe flüchten, der Angst vor Begegnung oder so. Aber ich halte es jetzt schon kaum noch aus hier ... was ist wohl das beste für meine Kinder? Was das beste in meiner Situation? Momentan treibt mich sein Verhalten nur noch weit weit weg ... so kenne ich ihn nicht. Ich verstehe in beiden möglichen Fällen seine Wut und seinen Hass - aber ich bin die definitiv Falsche, um das rauszulassen und so zu formulieren. Ich könnte momentan nur noch durchdrehen und heulen :( Ich bin für jeden Rat dankbar.

Ich wollte es grade abschicken und muß noch was anhängen. Nun verlangt er, daß ich meine Tochter dazu bringe, mir ihre Lüge zu gestehen. Diese Lüge verhindere jede Art der gemeinsamen Zukunft. Unter welchem Druck ich stehe begreift er scheinbar nicht. Es ist definitiv nicht der Mann, den ich kenne. Ich sagte, eine Entscheidung werde es nicht geben, denn zwischen Mann und Tochter könne ich nicht wählen. Daraufhin meinte er, dann ginge er nun raus und hänge sich auf. Ich bin nicht hinterher gegangen (glaube auch nicht, daß er das tut, er kommt wie ich ihn kenne gleich sicher wieder wutschnaubend rein, daß er sich das Leben für mein missratenes Kind sicher nicht nehme). Ich hab nur noch Angst, aber einfach keine Kraft mehr. Bettelnd hinterherrennen? Sicherlich tu ich das nicht, ich kann es gar nicht mehr ...
 

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Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
AW: Sexueller Missbrauch der Tochter - oder doch nicht? Wie gehen Mütter damit um?

Liebe Emma,

Du erlebst gerade den Horror des Lebens. Ich kann sowohl Deine Emotionen als auch die Deines Mannes verstehen.
Ich kann ihn sogar verstehen, selbst wenn er schuldig ist. Es gibt keine Schule, in der man lernt, wie man sich am besten in so einer Situation verhält.
Das Verhalten, die Reaktion - sowohl Deines Mannes als auch Deiner Tochter sind nicht angemessen. Ich habe den Eindruck, dass sowohl Deine Tochter als auch Dein Mann keine Sensibilität für Dich haben. Beide sehen nur sich und die eigenen Gefühle.
Ich denke mir, dass Du Dich fühlst, als ob Dir der Boden, auf dem Du schon seit vielen Jahren sicher zu stehen glaubtest, Dir weggezogen wurde. Es geht nicht mehr um Wahrheitsfindung. Es geht um Dich.

Kannst Du Deinem Mann nicht klar machen, dass jegliche Aggressionen - egal ob berechtigt oder nicht - Dir schaden?
Wäre ein Zusammenleben mit deinem Mann - wenn er friedlich bleibt - denkbar, solange nicht feststeht, dass er sich schuldig machte?

Wenn Du meine letzte Frage mit "nein" beantwortest, dann, denke ich, bleibt Dir nichts anderes übrig, als Dir eine eigenständige Existenz aufzubauen. Je weniger Berührungspunkte Du zu Deiner Vergangenheit hast, könnte um so besser für Dich sein. Mir erscheint es nur als untragbar, zwischen kalt agierender Tochter und wütendem Ehemann zu stehen. Das wird Dich zerreißen, befürchte ich. Der ständige Streit einerseits und die Ungewissheit, was die Wahrheit betrifft, sind möglicherweise zusammen einfach zu viel für Dich. Ich glaube, das könnte niemand lange aushalten.

Es geht nicht um Vorwürfe gegen Tochter oder Deinen Ehemann. Vorwürfe werden nichts bewirken, denke ich.
Einer von beiden hat Deine Familie kaputt gemacht. Wer auch immer... Der Grund spielt eine nebensächliche Rolle, denn jetzt kommst Du nicht dahinter.

Ich rate Dir: Kümmere Dich jetzt um Dich und Deine jüngere Tochter. Schau nach vorne ...

Alles Liebe und Gute,
Nordrheiner
 
G

Gast

Gast
AW: Sexueller Missbrauch der Tochter - oder doch nicht? Wie gehen Mütter damit um?

was du gerade erlebst muss schlimm für dich sein.

warum hast du deine tochter überredet die anzeige zurückzunehmen.

wenn dein mann tatsächlich sexuell übergriffig war, dann gehört er bestraft.

es wäre besser gewesen, die anzeige stehen zu lassen.

wenn deine tochter aber lügt, wird sie sich vor gericht wiedersprechen oder es kommt gar nicht so weit, weil sie vorher schon zugibt ,gelogen zu haben.

was soll dein mann denn genau getan haben, was deine tochter dazu bringt, ihn des sexuellen mißbrauchs zu beschuldigen?

falls sie wirklich lügt, dann ist sie sehr abgebrüht.

warte ab, was der sexualtherapet sagt und wie er deine tochter einschätzt.

msst du noch lange auf den termin waren? wirst du dabei sein?
 

Violetta Valerie

Moderator
Teammitglied
AW: Sexueller Missbrauch der Tochter - oder doch nicht? Wie gehen Mütter damit um?

Puh- Du erlebst gerade einen Albtraum. Ich wünsche Dir von Herzen alle Kraft der Welt, das ganze durchzustehen, egal,wie es ausgeht.
Wie wäre es, wenn Du tatsächlich ein paar Tage mit Deinen Töchtern wegfährst? Mit beiden und dann etwas zur Ruhe kommst.
Du musst Dich vor der Agression Deines Mannes schützen- Du brauchst jetzt schließlich alle Kraft.
Sag ihm klar, dass Du jetzt gerade keinerlei Entscheidung treffen oder Urteile bilden kannst und willst. Du brauchst jetzt Ruhe, um Deine Gedanken zu ordnen und klar sehen zu können. Sag ihm, Du bist nur dann bereit, mit ihm zu reden, wenn er sich zügelt.
Ich denke, wenn Du wieder zur Ruhe kommst, wirst Du auch erkennen, wer nun die Wahrheit sagt.
Bitte bedenke folgendes: Selbst wenn Deine Tochter die Unwahrheit sagt, so hat sie doch offenbar große Probleme (mit Deinem Mann und vielleicht noch andere)
Eine Jugendliche, die eingermaßen unbeschwert ist (so unbeschwert, wie man eben in der Pubertät sein kann) weiß, dass so eine Angelegenheit ser ernst ist und erfindet es nicht einfach.
Wenn sie es also tatsächlich erfunden hat, dann hat sie trotzdem große Probleme. Der Schlüssel liegt also bei Deiner Tochter.
Der Psychologe ist natürlich eine wichtige Anlaufstelle. vielleicht kann er Licht in die Angelegenheit bringen.
Aber auf der anderen Seite solltest Du ein paar ruhige Gespräche mit Deiiner Tochter führen. Du kennst sie gut genug, um vielleicht zu spüren, was Sache ist.
Könnt ihr zusammen wegfahren und die Angelegenheit in anderer Umgebung sacken lassen?

Ich wünsch Dir viel Kraft!
Alles Gute!
 
G

Gast

Gast
AW: Sexueller Missbrauch der Tochter - oder doch nicht? Wie gehen Mütter damit um?

wer nun lügt, wird du nicht erfahren, weil deine tochter auf deinen wunsch hin, die anzeige zurückgezogen hat.

warum zieht dein mann nicht vorübergehend in die leerstehende wohnung um die situation zu entschärfen. deine tochter ist 14 und kann nicht alleine wohnen.
sie braucht dich jetzt.
führe gespräche mit ihr und versuche herauszufinden ob es stimmt was sie sagt.
 
G

Gast

Gast
AW: Sexueller Missbrauch der Tochter - oder doch nicht? Wie gehen Mütter damit um?

wenn dein mann unschuldig ist, ist es doch verständlich, dass er so reagiert.
wenn er aber schuldig ist, ist er ein guter schauspieler.

warum lässt du deine tochter bei ihrem freund und einer freundin wohnen? und auch noch in eine eigene wohnung ziehen?

du bist die mutter und musst ihr zur seite stehen.

auch wenn sie diese schlimmen dinge erfunden hat, muss herausgefunden werden warum.

es ist gut, dass du einen termin bei der therapeutin gemacht hast. ist deine tochter damit einverstanden?
 

Burbacher

Aktives Mitglied
AW: Sexueller Missbrauch der Tochter - oder doch nicht? Wie gehen Mütter damit um?

Großes Unbehagen überkommt mich beim Lesen. Und es entsteht der Eindruck, dass hier ein Mann "hingerichtet" wird, bevor das Urteil und die Fakten klar sind.
Zudem kann ich mir nicht vorstellen, dass eine aufmerksame Mutter eine solch weitreichende Grenzüberschreitung eines Partners und Vaters nicht mitbekommen hat.
Gleichwohl wünsche ich allen, dass sich die Dinge aufklären lassen.

Burbacher
 
G

Gast

Gast
AW: Sexueller Missbrauch der Tochter - oder doch nicht? Wie gehen Mütter damit um?

Du hast deine Tochter dazu gebracht, ihre Aussage bei der Polizei zurückzuziehen.
Damit hast du dich auf die Seite des Stiefvaters gestellt und sie als Lügnerin erscheinen lassen.
Wäre ich deine Tochter, würde ich dir nie wieder vertrauen.

Da die kleine Tochter so gerne "die Familie erhalten haben möchte", wirst du bleiben, die große Tochter entfernen und in ständiger Angst und Schuldgefühlen leben. Hast du eigentlich eine Befragung der kleinen Tochter bezüglich sexueller Übergriffe durch den Stiefvater in die Wege geleitet?
Würde ich tun.

Ich verstehe nicht, warum die Tochter und nicht der potentielle Täter entfernt werden soll, bis sich alles geklärt hat.
 
G

Gast

Gast
AW: Sexueller Missbrauch der Tochter - oder doch nicht? Wie gehen Mütter damit um?

Danke erstmal für eure Antworten. Meine Nacht war der Horror.

Ich habe meine Tochter (die übrigens fast 17 und nicht 14 ist, 14 ist meine zweite Tochter) gebeten die Anzeige zurückzuziehen, weil ich mir absolut nicht vorstellen konnte/kann, daß mein Mann SO etwas tut. Ähnlich wie Burbacher es schrieb - es soll kein Unschuldiger hingerichtet werden und selbst wenn sich bei Polizei oder Gericht seine Unschuld erweisen würden, er wäre sei Leben lang abgestempelt. Nicht in der Familie, aber sozial. Insofern war und bin ich der Meinung, daß dieser Schritt richtig war, so lange nicht klar ist, was wirklich los war. Anzeigen kann ich ihn nach wie vor, wenn sich seine Schuld erweist.

Wegfahren mit den Kindern kann ich leider nicht. Wir haben jede Menge Tiere, die versorgt werden müssen. Alles stehen und liegen lassen ist einfach nicht drin.

Meine Tochter und abgebrüht ... das ist der einzige Punkt, der mich wirklich an meinem Mann zweifeln lässt. Das ist sie nicht. Sie hat sicher einen großen Mangel an Empathie, das ist mir schon mehrfach aufgefallen - aber sie vergöttert mich und bis vor Kurzem dachte ich noch, meinen Mann liebt sie auch sehr. Allerdings hat er ihr die letzten Wochen wirklich stark zugesetzt und sie war mitunter sehr verzweifelt, wie er sie behandelte. So einen Schritt aus grenzenloser Wut paßt trotzdem nicht zu ihr.

Es wurde gefragt, ob ich mir ein Zusammenleben trotz der Zweifel überhaupt vorstellen kann ... so verrückt das klingt, aber das kann ich. Unsere Beziehung basiert auf vollkommenem Vertrauen und das ist definitiv noch nicht komplett zerstört. Der Teil der zerstört ist wird momentan einfach nur aus Hoffnung aufrecht gehalten.

Zur Frage ob meine Tochter mit einer Therapie einverstanden ist: ja das ist sie. Mein Mann, dem ich klar gesagt habe, daß eine Familientherapie für mich eine Bedingung ist, um überhaupt weiterzumachen und der nichts von Psychologen & Co. hält war allerdings auch bereit, sich therapeutische Hilfe zu suchen.

Gestern Nacht nun kam er natürlich wieder von draussen herein und hat sich nicht aufgehängt. Er fing wieder an zu streiten ... sauer zu sein, aggressiv zu sein (nicht körperlich). Irgendwann beruhigte er sich und weinte nur. Er ist ebenfalls komplett verzweifelt - wie er sagt in erster Linie, weil er mich über alles liebe und meine Zerrissenheit und meine Verzweiflung noch weniger ertragen kann, als seine eigene. Er schwankte die ganze Zeit zwischen "Das ist nicht mehr meine Tochter" und "Sie ist doch meine Tochter". Irgendwann fragte er, wie ich mir vorstelle, daß es weitergeht ... Ich habe ihm klipp und klar gesagt, daß mein Kind mein Kind bleibt und ich sie, auch wenn sie schon fast erwachsen ist, in jedem Fall beschützen werde. Auch wenn sie gelogen hat. Ich würde definitiv nicht akzeptieren, daß es ihr künftig an irgendwas fehlt. Natürlich verstehe ich, wenn er zB der Kleinen ein Eis kauft, daß er sagt, der Großen kaufe er keines (nur als völlig blödes Beispiel). Ich will mich aber nicht rechtfertigen müssen, wenn ich ihr stattdessen eins kaufe. Ich erwarte nicht, daß er ihr den Himmel zu Füssen legt, aber ich erwarte, daß er akzeptiert, daß ich mich kümmere, daß sie alles hat was sie braucht und vielleicht auch ab und an mal was mehr, damit auch sie sich mal freuen kann. Wir haben uns im Gespräch permanent im Kreis gedreht - vor allem weil er in der ganzen Zeit wahnsinnig viel getrunken hatte (nein, er hat kein Alkoholproblem, aber in seiner Wut und Verzweiflung kippte er sich eine ganze Flasche Wein rein). Er meinte er ginge zum Scheidungsanwalt, dann weinte er wieder, ich sei doch seine große Liebe. Den Druck halte ich tatsächlich kaum noch aus. Irgendwann verfiel er wieder in eine seiner Hasstiraden, beschimpfte meine Tochter als "Bitch" und noch viel schlimmere Dinge. Ich sagte daraufhin, ich ginge nun ins Bett, so könne ich das Gespräch nicht führen. Er rastete daraufhin (im Suff) ziemlich aus, lief ins Gästezimmer, wollte dort schlafen. Ich ging in unser gemeinsames Bett. Ich hörte ihn schimpfen und maulen, bis er irgendwann wieder rauskam, ein paar Sachen nahm und wegfuhr. Ich hatte das Gefühl, er wartete darauf, daß ich ihn aufhalte (zumal er ja sturzbetrunken war), aber ich hatte einfach die Kraft dazu nicht.

Jetzt ist er immer noch nicht wieder da. Sein Handy hat er auch hier gelassen und nur ein paar Sachen und seine Medikamente (Herz) bis Sonntag mitgenommen. Einerseits habe ich natürlich Angst, andererseits bin ich ganz froh, daß ich zumindest momentan keine Wut aushalten muß.

Egoistisch ... ich weiß es nicht ob er das ist. Das kommt eben auf Schuld oder Unschuld an. Ich habe ihm gestern gesagt, wenn er tatsächlich sowas getan habe, würde ich ihm jetzt, zu diesem Zeitpunkt das nichtmal am meisten übel nehmen. Am meisten verübeln würde ich ihm, daß er nun, wo alles evtl. aufgeflogen ist meine Tochter, die dann definitiv Hilfe braucht, und mich so durch die Hölle gehen läßt, nur um seine eigene Haut zu retten. Wenn er tatsächlich unschuldig ist, durch welche Hölle muß er aber dann momentan gehen? Muß ich da nicht als Ehefrau für ihn da sein? Und in beiden Fällen muß ich für mein Kind da sein, aber beides vereinbaren? Erscheint unmöglich und das ertrage ich einfach nicht.
 
G

Gast

Gast
AW: Sexueller Missbrauch der Tochter - oder doch nicht? Wie gehen Mütter damit um?

"Ich habe meine Tochter (die übrigens fast 17 und nicht 14 ist, 14 ist meine zweite Tochter) gebeten die Anzeige zurückzuziehen, weil ich mir absolut nicht vorstellen konnte/kann, daß mein Mann SO etwas tut."



Das kann sich wohl kaum eine Partnerin vorstellen und dennoch geschieht es.

Du manipulierst deine Tochter massiv, um deinen Mann zu schützen.
 

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