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Euer Umgang mit Wut

Sommerkind82

Aktives Mitglied
Moin moin ihr Lieben,

aus gegebenem Anlass möchte ich hier eine Frage stellen. Wie reagiert ihr, wenn jemand euch wütend macht? Sei es, das er euch unhöflich behandelt / ihr euch unhöflich behandelt fühlt, man euch verletzt / ihr das Gefühl habt verletzt worden zu sein, eure Grenzen missachtet / ihr eure Grenzen missachtet fühlt? Wie fühlt ihr euch? Was genau geht in euch vor? Wie reagiert ihr? Wie würdet ihr gern reagieren? Wie reagiert euer Umfeld? Welche Gedanken gehen euch durch den Kopf?

Beispiel: Karin ist stolz auf ihre neue Frisur. Ein Bekannter begrüßt sie mit den Worten: Bist du mit dem Kopf unter den Rasenmäher gekommen? Karin ist erst geschockt, denkt: ich sehe hässlich aus. Sie senkt den Kopf und fühlt sich innerlich klein. Einerseits denkt sie: Es ist nicht in Ordnung von ihm, so mit mir zu reden. Wenn ihm meine Frisur nicht gefällt kann er es auch anders ausdrücken. Aber sie traut sich nicht ihre Gedanken ihrem Bekannten mitzuteilen, aus Angst, das dann etwas schlimmes passieren könnte.

Beispiel: Peter hat ein Projekt zufriedenstellend abgeschlossen. Ein Kollege sagt in der Kantine zu ihm: So was kann doch jeder, da braucht man nicht stolz drauf sein. Peter ist zuerst geschockt und denkt: Was fällt ihm ein, ich habe viel Zeit und Energie investiert!. Er sagt zu seinem Kollegen: Sag mal, hast du schlechte Laune? Wenn ja, dann lass sie nicht an mir aus! Der Kollege erwiedert wütend: Ach, fühlst du dich nun als was besseres ja?

Dieses sind nur Beispiele, es gibt weitaus mehr Reaktionsmuster. Ob diese gut oder schlecht sind, sei mal dahingestellt. Es gibt viele Möglichkeiten zu reagieren.

Mich interessiert: Was geht in euch vor?

GLG Sommerkind
 

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Blackviva

Mitglied
Hallo...
Ich glaub ich kann mit wut garnicht umgehen, wenn ich wütend bin, es kommt drauf an worauf, dann kann es schon passieren, das ich Dinge zerstöre, und wenn ich wütend auf Mitmenschen bin, dann sgae ich denen Dinge, die ich eigentlich garnicht will, einfach nur aus dem Grund das die mich in Ruhe lassen und ich sie hassen kann.
Mmh, vielleicht nicht der richtige Weg. Hab es mal mit mit so Knautschkugeln versucht, die man in der Hand rumdrückt aber es gab mir nicht so die Erfüllung.
Vielleicht mal mit nem Sandsack probieren^^
 

Endprodukt

Mitglied
Würde auch gerne was loswerden, hab heute irgendwie nen Drang dazu ;)

Auf mich bezogen kenne ich eigentlich nur 2 Ansichten,..


Als Kind neigte ich zu hoher Aggression, es reichte meist nur eine Anspielungen, oder ein ärgern und ich wurd wütend, meist wurde ich wütend auf menschen, mitschüler. Ich wurd als kind oft gehänselt, habs nie verstanden, aber ich lies damals auch selten davon ab. Ich stürzte mich auf die besagten Menschen drauf, ich versuchte ihnen das aus der birne zu prügeln. Einen schlug ich in der grundschule den schädel auf, einem anderen vor ganzer Klasse in der 9ten so fest ins gesicht das er sofort umfiel. Eigentlich hät ich nen guter Boxer werden können mit dieser Schlagkraft für meien schmächtigen körperbau. Es gab auch schlägerein in denen ich irgendwelche Dinge zur hilfe nahm, wie schlüssel oder stangen, ganz so stolz bin ich aber auch ned auf diese vergangenheit. aber was soll ich heut noch dran ändern, ausser dies zu überdenken und einzusehen.

Heute ist es so, das ich es nicht mehr möchte, nicht mehr zu wut greifen möchte, ich erinner mich zugern an den einen tag, ist nicht mal lange her, Sylvester dieses Jahres. Ich verwickelte mich in eine schlägerrei, es war nicht meine absicht aber ganz vermeiden lies sich das auch nicht, es kam zu einen kampf, einer gegen einen, nur das ich nicht angreifen konnte, ich spürte ne angst, etwas hielt meine hände in der Deckung aber starr bei mir, ich hät was unternehmen müssen, aber ich konnte es nocht. Ich landete auf dem boden, hielt schon ne menge schläge ab und aus. Und obwohl ich nichts versucht hab schlug der andere weiterhin drauf ein, wie gesagt ich lag dann auf dem boden, es ging jedoch weiter, tritte die an der stirn schweiften, glatt an der Nasenspitzen vorbei jagten, ich kann echt nur von glück reden das ich nix abbekam auser ner Beule und paar Schürfwunden, kanns mir auch ned wirklich erklären, aber in mir war die ruhe selbst, ich lies ihn einfach machen, nach dem motto tob dich ma aus.. Ganz ehrlich, es tat mir gut, im nachhinein war es ein gutes gefühl, ein Gefühl das mich zufrieden stellte. Auch irgendwo ne art stärke zu beweisen.
 

Sommerkind82

Aktives Mitglied
@ Blackviva: Ein kleiner Sandsack kann Wunder bewirken, ich spreche aus Erfahrung :) Die bekommst du bei Karstadt in der Sportabteilung.

@ Endprodukt: Ich war in der Schule auch sehr wehrhaft und hab die Jungs verprügelt, wenn sie mich gehänselt haben. Schon mal dran gedacht Thaiboxen oder Kickboxen zu machen? Ich glaub, das wäre was für dich :) Und: Es ist unter aller Sau auf jmd einzuschlagen, der am Boden liegt. Zum Glück ist dir nix schlimmes passiert.

LG Sommerkind
 

Polux

Aktives Mitglied
Hallo Sommerkind,
das ist eine sehr schöne Frage. Mit Wut bzw. Ärger habe ich mich auch viele Jahre beschäftigt, weil ich sehr oft ärgerlich war, diesen Zustand aber gar nicht schön fand.
Bei Wut und Ärger gehen mir als erstes einmal sehr wenige Gedanken durch den Kopf. Für mich ist das ein Gefühl – es kribbelt im Bauch, meine Atmung wird flacher und findet mehr im Brustraum statt im Bauch statt, ich fühle mich unruhig, will vielleicht brüllen, habe nur sehr ‚einfache’ Gedanken die in der Regel mit ‚Der müsste…!’ ‚Die sollte…!’ ‚Das kann man doch nicht machen!’ zu tun haben um mit Ausrufezeichen gedacht werden :)

Oft bin ich dann zu jemanden gelaufen und hab angefangen zu jammern wie schlimm die Welt ist und wie übel mir mitgespielt wird/wurde und dass die Menschen doch wirklich netter sein könnten…! Je nach Größe der Wut ‚verfolgte’ sie mich Stunden, Tage oder sogar Wochen und vergällte mir so manche, eigentlich schöne Zeit.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass es keine Wut ‚an sich’ gibt. Wut läuft nicht frei herum und sucht ‚mich’ um mich dann zu verfolgen. Wut, so habe ich gemerkt produziere ich selbst. Die produziert auch nicht ein anderer für mich. Wut und Ärger sind meine Gefühle.
Daraufhin habe ich beschlossen mit meiner Wut zu arbeiten.

Angefangen habe ich damit Situationen in denen ich wütend wurde zu analysieren und mir Fragen zu stellen: Wie kann es sein, dass ich bei Dingen wütend werde die andere gar nicht wütend machen? Warum werde ich nicht wütend wo andere wiederum wütend werden? Wohin geht meine Wut, wenn sie dann ‚vorbei’ ist? Warum regt mich ein Verhalten von jemanden auf und von jemand anderem – der das gleiche tut nicht? usw.

Dabei sind mir verschiedene Dinge aufgefallen. Z.B. hat meine Wut viel mit meinen Überzeugungen zu tun. Damit, wie ich denke, dass die Welt (oder jemand anderes) zu sein hätte. Diese Überzeugungen sind eine Mischung aus meinen Genen, Erziehung, Gelerntem, Erfahrungen. Weiter habe ich gemerkt, dass es einen ‚Klangboden’ bei mir für den Anlass der Wut geben muss. Dabei habe ich von mir das Bild eines Saiteninstruments. Habe ich eine bestimmte Saite nicht kann die auch nicht angeschlagen werden ;) – sprich: die Bemerkung macht mich nicht wütend, sondern amüsiert mich vielleicht nur.
Außerdem habe ich gelernt ‚zwischen verschiedenen Schuhen zu unterscheiden’ Die Überzeugungen von mir habe nichts mit denen von anderen zu tun. Niemand kann wissen was und wie ich denke und fühle – außer ich sage es ihm. Und selbst dann bleibt immer eine gewisse Unsicherheit (das gilt natürlich auch andersrum).

Zu deinen Beispielen:
nehmen wir an ich wäre Karin: nach einer solchen Bemerkung würde ich sofort anfangen mich zu fragen warum mich diese Bemerkung schockt. Bin ich wirklich so davon überzeugt dass mir die neue Frisur steht – oder rede ich mir das nur ein weil sie so teuer war? Nein – ich finde sie passt wirklich zu mir. Habe ich doch mit dem Friseur lange darüber geredet und ich bin sehr zufrieden. Will ich diesem Bekannten vielleicht gefallen und bin geschockt, dass er es schrecklich findet? Nein, ich will von dem nichts weiter. Er findet es sieht aus, als wäre ich unter einen Rasenmäher gekommen? Interessant. Hier will ich mehr erfahren. Ich frage: ‚So, du findest also meine Frisur nicht gut… was gefällt dir denn daran nicht?’ Wer weiß vielleicht hat er ja wirklich einen guten Blick. Und Haare müssen oft geschnitten werden… Ich höre mir an was er zu sagen hat. Entweder es kommt dann eine fundierte Meinung, dann kann ich entscheiden was ich dazu finde oder es kommt nur noch Gekrummel – dann kann ich ruhig sagen dass mir die Frisur gefällt und es mir leid tut, dass er jetzt gegen einen schlecht gemähten Rasen gucken muss.

wenn ich Peter wäre: würde ich entgegnen: ‚oh, das tut mir leid zu hören, dass du meine Leistung nicht so besonders findest. Was ist denn deiner Meinung nach nicht so gut? (Hier trenne ich sofort die Paar Schuhe. Ich finde es ja gut was ich gemacht habe und ich bin stolz darauf – was er findet ist seine Sache). Ich frage ihn weiter aus was er genau nicht so besonders findet, was er anders gemacht hätte (kann ja vielleicht sogar noch was lernen), bin ehrlich interessiert und danke ihm dann für seine offene Kritik. Zum Abschluss frage ich ihn ob er nicht vielleicht auch einige Dinge positiv an dem Projekt findet. Falls da was kommt danke ich ihm auch dafür. Dann geh ich in mein Büro und schau ob ich noch heile bin :)

Wenn ich so reagiere:
..Er sagt zu seinem Kollegen: Sag mal, hast du schlechte Laune? Wenn ja, dann lass sie nicht an mir aus!
verteidige ich mich und gehe sofort zum Gegenangriff über. Was dann wiederum eine Verteidigung meines Kollegen erfordert.
Dann lerne ich nichts über mich und nichts über den Kollegen.


Diese Art der Reaktion fühlt sich am Anfang schrecklich an! Gekünstelt und Unecht. Und man möchte am liebsten im Boden versinken. Und wer möchte schon Kritik hören! Und dazu noch vielleicht schlecht verpackte! Indem ich mich aber immer wieder an die unterschiedlichen Paar Schuhe erinnere (und daran, dass ich Stiefel die mir jemand hinstellt nicht anziehen muss :) ) kann ich es aushalten, denn ich weiß ja, dass meine Meinung eine andere ist. Das ist eine Fertigkeit die Übung erfordert. Und wie mit einem Instrument – mit der Zeit wird man besser im bespielen.

Wut ist ein gutes Gefühl - zeigt mir doch meine Wut sehr deutlich wo meine Baustellen sind. Und ja - es gibt A..löcher auf der Welt und Idioten die nicht nett sind und einem übel mitspielen, unfreundliche Menschen, Menschen mit schlechter Laune, schlechte Eltern und Lehrer und Partner und Freunde. Und all meine Wut die ich auf sie habe ändert an ihnen nichts sondern tut nur mir weh. Es ist meine Entscheidung, meine Wahl, was ich mit meiner Wut mache - benutze ich sie als 'Zeiger' oder gebe ich diesem Teil von mir die ganze Macht über mich?

Ups, bisschen lang,:eek: sorry. Polux
 

Karsten

Aktives Mitglied
Huhu Sommerkind82

Daraufhin kann ich sagen das es drauf ankommt wer mich wütend macht. Und wie erfolgreich die Reizung war.

Generell versuche ich Wut in für mich nutzbare Bahnen zu lenken. Sie macht wach, aufmerksam, weckt neue Kräfte und bekämpft super Schmerzen. Eigenschaften die man für unendlich viele nützliche Tätigkeiten benutzen kann.

Ich denke Wut entsteht vorrangig durch falsche Erwartungshaltungen. So erwarte ich zB keine Höflichkeit. Ich freue mich über höfliche Menschen, aber ich erwarte sowas nicht mehr.

Außerdem habe ich vor kurzem gelernt das es ok ist abgelehnt zu werden. Das macht mich nicht länger wütend. Im Gegenteil zeigte es mir, das es genauso ok ist, wenn ich Menschen bzw. Meinungen von anderen komplett ablehne. Das befreite mich ungemein.

@Polux
Ich glaube ich würde nicht auf ein Kollegen zugehen kann, der schon bewiesen hat, das er keine kontruktive Kritik formulieren kann. Das mag ein nutzloses Vorurteil von mir sein, aber ich würde ihm sofort unterstellen, das er mir nichts nützliches mehr dazu sagen kann. Aber ich werde demnächst mal deine Variante probieren. Sie scheint mir nützlicher als mein Ego zu streicheln.

Beste Grüße
Karsten

edit: Aber das beschreibt nicht was passiert wenn ich wirklich wütend werde. Quasi ein Volltreffer am Ego.

Dann bin ich sauer. Rede kein Wort mehr. Schneide alles und jeden. Ziehe mich komplett in mich zurück und bleibe leider auf diesen negativen Gedanken sitzen.
Passiert nicht mehr so häufig, aber ab und zu schon.
^^
 
Zuletzt bearbeitet:

Polux

Aktives Mitglied
@Karsten,
:) das stimmt, es ist nicht einfach auf Menschen zu zugehen wenn man die Überzeugung hat, sie sind nicht zu konstruktiver Kritik fähig. Und wenn man sich sicher ist, die Person hat nichts nützliches mehr zu sagen ist es sicher besser so jemand auszuklammern und nichts mehr zu ‚investieren’

Gerade bei Kollegen ist es – leider - oft nicht so einfach. An die ist man ja oft festgebacken – und muss mit ihnen auskommen – ob man will oder nicht. In solchen Situationen empfinde ich es als angenehm eine Situation als ‚beeinflussbar’ zu erleben. Ich merke, indem ich mein Verhalten variiere, kann ich das Verhalten anderer variieren. Das kann man natürlich manipulativ nennen :D – ist es ja auch. Wenn alle Beteiligten damit besser leben macht mir das sogar Spaß und kann es mit meiner Moral prima in Einklang bringen.

Manchmal habe ich auch nichts gegen komplettes ‚beleidigt und wütend’ alles was du beschreibst
Dann bin ich sauer. Rede kein Wort mehr. Schneide alles und jeden. …
Aber auch dann fühle ich mich nicht als Opfer sondern ‚wähle’ diesen Zustand – weil ich noch andere Instrumente habe – die ich aber in dem Moment nicht einsetzen will – Gefühle wie Wut und Ärger machen ja auch Spaß – bis zu einem bestimmten Punkt. Da bevorzuge ich: Lerne klagen ohne zu leiden! :)
Guss. Polux
 

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