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Erstes Mal - Triggert

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BePerfect

Mitglied
Ich denke, es war, wie es war und man muss damit im Heute und Jetzt damit umgehen lernen.
Weißt du, dass mich solche Worte immer extrem verletzt haben.
Denn es klingt so wie " nj ist ja nicht so schlimm, drum mach einfach weiter "

Ich halte solche Worte bis heute noch extrem unpassend, denn es ist eine Palette von wort reihen die ernüchternd und klein redend sind.

Es gibt Menschen, die können es einfach akzeptieren und weiterleben und es gibt Menschen, die können das nicht und müssen darüber reden manchmal über manche Themen öfter.

(Sollte kein Angriff sein, nur weiß ich aus Erfahrung, dass viele Gewalt Opfer ähnlich behandelt wurden von ihren Tätern. Und mich triggern solche Worte enorm)

Sry...
 

grisou

Sehr aktives Mitglied
Das kann ich gut verstehen. Das ist ja auch so. Mir geht es ganz ähnlich, was man verpasst hat, das kann man ja nicht zurückholen, das kann einen schon traurig machen, und ich finde das ist auch gerechtfertigt dann traurig zu sein, oder sogar wütend.
weil es einem genommen wurde, achtlos, respektlos oder vielleicht sogar absichtlich und grausam.

das ist gestohlen und nicht mehr ersetzbar. und wieder mal stelle ich fest, wie sehr wir in einer materialistischen welt leben. weil die wissenschaft uns das so vorgaukelt. das ist das wichtigste. alles ist nur materiell. es gibt kein bewusstsein, keine seele, nichts spirituelles. also kann man die psyche auch nciht zerstören, weil sie nicht existiert.

wenn mir jemand mein bein abschlägt, ist das ein großes ding. wenn jemand meine psyche zerstört, ist er ein armer kerl, der als kind nicht genug liebe bekommen hat. das ist zum mäuse melken.

Es hat einem jemand was genommen was eigentlich schön sein sollte oder meinetwegen auch chaotisch, halt einfach natürlich...stattdessen mag man nicht daran denken und kann nicht ganz frei sein, nicht in der Erinnerung und heute auch nicht.
ich habe das nie verstanden, welcher hype um das erste mal gemacht wird. Aber ja, vielleicht ist das wirklich etwas ganz besonderes.

Es ist sehr schade, dass dein Partner da ungeduldig reagiert. Es wäre schön, wenn er auf dich eingehen und rücksichtsvoll sein könnte. Er könnte dich ja auch einfach mal "ausprobieren" lassen, da muss er dir eben den Raum geben den du brauchst.
Das ist nicht so sehr sein Problem. Mehr meins. Ich komme mir dann ungeschickt vor und irgendwie ist es mir peinlich. Eigentlich sind das wohl die Gefühle, die jeder am Anfang hat, nur dass ich die nie ablegen konnte, weil ich die Erfahrungen nie machen konnte.

Ich habe auch Probleme mit Nähe und Distanz, verstehe das also gut. Da braucht es einfach viel Feingefühl beim Partner.
ja, es braucht sehr viel feingefühl - und da gibt er sich auch wirklich Mühe.

Ich habe mir heute so gedacht, gestern wurde ich ja geimpft und mein Arm tut ein wenig weh. Und wenn er da an die stelle kommt, muss ich nur sagen, aua, tut weh, sei vorsichtig und das wäre total klar. dass meine psyche aus gutem grund viele berührungen mit schmerzen und unangenehmen gefühlen assoziiert, das ist schwierig zu vermitteln. warum eigentlich? ist das gleilche prinzip, einfach nerven, die feuern.

ich freue mich darauf, dass er heute kommt. schon wieder. so viel wie jetzt haben wir uns in den letzten fünf jahren nicht gesehen. ich mag es, wenn er da ist. weil er mir gerade seine liebe so oft zeigt. sich an die zeit vor fünfzehn jahren erinnert. dass wir ganze nächte durch gequatscht haben bis einer von uns eingeschlafen ist und er mir plötzlich sagt, weißt du noch, wie schön das damals war? ich merke gerade, wie er sich wieder öffnet und sich verletzlich macht und wie gut mir das tut.

es hängt nicht nur immer alles an mir. ich merke gerade so, wie distanziert er in den letzten jahren war. vielleicht fühlt er sich auch von mir im stich gelassen, weil ich so sehr beschäftigt bin damit, ihn zu erspüren, rücksicht zu nehmen, mich nicht aufzudrängen, ihm raum zu lassen, kann ich den raum nicht halten und nicht auf ihn zugehen.


Das ist leider das Problem. Es ging (der anderen Person) nicht ums passen, es ging darum die eigene Gier auszuleben und zu befriedigen, Macht auszuüben und sich an der eigenen Macht (über einen Schächeren) zu berauschen...die Manipulation war nur teil des Ganzen um es als "legal" durchgehen zu lassen.
ja, das bringt es auf den punkt. es ist ein egozentrisches, narzistisches handeln, in dem der andere gar nicht vorkommt.

Das ist ein Opfer-Täter Problem: "Du wolltest es ja", "Du hast nicht (laut genug) Nein gesagt"...
Die Täter wissen, dass es falsch ist, aber weil sich vor Entdeckung fürchten müssen sie das Opfer manipulieren - oder vielleicht gibt es auch welche die es echt nicht schnallen und sich für das Gottgegebene Geschenk der Menschheit halten...die sind dann aber nicht nur pervers sondern echt krank.
oft ist es auch ein nicht hinsehen wollen. macht es natürlich bequem wenn es der andere ja auch wollte und man muss sich nicht damit auseinander setzen, dass man grenzen übertreten hat.

ich verstehe auch gerade, wie frustrierend es für meinen partner sein muss, wenn er mir sagt, ich soll ihm sagen, was ich möchte, ob das gut für mich war, ob alles okay ist und ich das nicht kann. woher soll ich wissen, was mir gut tun, wenn mir das immer andere gesagt haben? ich erwarte von ihm eine verantwortung zu übernehmen, die er nicht will und die er nicht annehmen kann. er ist nicht der typ dazu.

an der stelle wird mir gerade sehr viel klar. auf meiner seite war immer viel bedürftigkeit und abhängigkeit. Micha ist so gut darin, seine Grenzen zu ziehen und seine Bedürfnisse zu sagen (denke ich jedenfalls - oder vielleicht auch "dachte" ich jedenfalls?). und ich hatte wohl lange das gefühl, das kann er dann für uns beide. aber das geht nicht. und darum hat er so viel distanz zwischen uns gepackt.


sowas kann schnell ins Ausnutzen und Manipulieren übergehen, selbst ungewollt.
Und wenn es schon ungewollt passieren kann, was ist dann gewollt alles möglich...
und wenn es schon für erwachsene so schwer ist, das zu sehen, wie soll das dann jemand sehen, der noch keine erfahrungen hat?

Psychische Gewalt wird oft unterschätzt und darin sind solche Täter ganz groß, die für sich zu nutzen, denn die kann man so schön verschleiern. So nach dem Motto:"Dir hats doch auch gefallen." "Das glaubt dir sowieso keiner.""Ich hab dir ja nichts getan."
Das ist echt wiederlich.
man fängt gerade auch erst an beziehungstrauma als grundlage für viele psychische erkrankungen zu sehen.

die psychischen verletzungen sind so viel schwerer zu heilen.

Ich möchte jetzt niemanden triggern und niemand das leid absprechen, also bitte vorsichtig beim nächsten Absatz.


ich für mich konnte die vergewaltigungen leichter verarbeiten als diese manipulationen. das soll keine wertigkeit sein, was schlimmer ist. und das ist ja auch nur meine erfahrung. weil das eine ist klar sanktioniert und es wird mir auch so von außen gespiegelt, das war Gewalt.

Beim anderen ist es "eben nicht so schlimm", und da stimmt innen nicht mit außen überein und darum muss ich mich ständig hinterfragen. ist es okay, was ich fühle, übertreibe ich. aber ich komme im leben mehr und mehr an den punkt von eigenakzeptanz.

ich empfinde es so, als übergriff, als gewalt gegen mich. und mein bauchgefühl ist alles was zählt.


Hauptsache ist, man weis wer man ist, und das man selber nichts falsch gemacht hat und vielleicht findet man dann die Kraft es laut auszusprechen und auf seine Rechte zu bestehen. (Auch auf das Recht für Verständnis und Feingefühl und Rücksicht).
dem schließe ich mich an. die dinge für sich selbst sortieren und sich selbst vertrauen, das ist wichtig.

niemand hat das recht mich zu bewerten, zu verurteilen, mir meine wahrnehmung zu erklären oder sie als falsch einzustufen. das ist ganz grob grenzüberschreitend.

danke für deine Gedanken. Es hilft mir sehr, mich zu sortieren.
 

grisou

Sehr aktives Mitglied
Was einvernehmlich bedeutet ist für eine Erwachsene Person klar, aber Kinder und Jugendliche verstehen es nicht und sind leicht manipuliert um die eigenen Ziele zu erreichen.
schön, dass du hier schreibst und danke für deine Gedanken.

ich glaube, vielen erwachsenen ist schon nicht klar, was einvernehmlich ist. sonst würden nicht so viele leute immer wieder ins forum kommen und fragen: war das okay, was er/sie gemacht hat.

Als ich 14 war wurde ich auch mal in die Richtung manipuliert und als ich dann doch nicht wollte hielt er mich quasi in seiner Wohnung gefangen.
das tut mir sehr leid.

du hast gemerkt, du möchtest das nicht, versucht, für dich selbst zu sorgen. das ist so wichtig in dem alter. und leider war dann deine erfahrung damit, das führt zu gewalt. kein wunder, wenn die psyche durcheinander kommt.

Nur mit dem Verdrängen ist es eben auch so eine Sache.
Irgendwann kommen die Gefühle hoch, die erinnerungen und ich glaube das schlimmste sind die parallelen.
Verdrängen geht immer nur eine Weile gut. Und was viele dabei dann nicht sehen, wer verdrängt, lebt nicht voll und ganz im hier und jetzt und da scheitert dann daran, dass man ein erfülltes leben hat. Die Schamanen sprechen ja davon, dass Seelenanteile verloren gehen. Ich finde, das ist ein schönes Bild dafür. Wenn man verdrängt, hängt ein Teil von einem selbst in der Vergangenheit fest.

Damals war es " ich habe ihm gegeben also war es einvernehmlich "
Mein Erwachsenes ich sieht es so " er hat mich unter Druck gesetzt und vergewaltigt"
und jetzt braucht das kind von damals Trost und gesehen werden? das kind weiß ja, was richtig und was falsch ist, es ist nur gut darin, ausreden zu finden, weil es der einzige weg ist, innen und außen ein koheräntes bild zu haben. und das brauchen wir menschen, innen und außen müssen übereinstimmen. und wenn mich die welt so sieht, dann bin ich so.

wer sich selbst sichtbar macht, kann das ja nur mit seinen schwächen. ein tabu in unserer welt. darum nehmen so viele das bild von außen an.

die erwachsene macht sich angreifbar, weil sie das erlebnis einsortiert, ihm einen label gibt. das war gewalt. und damit wird man angreifbar, muss sich selbst behaupten, das können kinder häufig nicht.

Andererseits war ich ein Kind und in einer ziemlich verzweifelten Situation.
und dieses kind hat sein bestes getan.

Mich machen genau diese parallelen fertig
Deshalb vertraue ich meinem Erwachsenen ich.
wir lernen, dass es von außen objektive regeln gibt, ein außen, das für alle gleich ist. eine sehr wissenschaftlich geprägte welt, in der man alles messen und bewerten kann. darunter geht das individuum verloren.

so lange hat man in der psychologie gesagt, trauma passiert nur da, was für jeden menschen eine katastrophe darstellt. das war so ganz aus den augen verlieren, dass menschen unschiedliche stärken haben, dass nicht jeder die gleiche resilienz hat. und wir haben das so in unser denken übernommen. und wer mit einer sache nicht klar kommt, ist einfach zu schwach, wird aussortiert. und dann heißt es, das ist evolution, überleben des stärkeren. und das ist einfach nur quatsch. tatsächlich überlebt der, der sich schnell genug anpassen kann und da ist stärke häufig eher ein hindernis.

und da finde ich es gut, wenn du dir selbst, deinem erwachsenen Ich vertrauen kannst, weil nur du kannst entscheiden, was für dich stimmig ist, was für dich richtig ist. anpassung ist immer sehr individuell, weil jeder andere lebensumstände hat. also was zählt, ist das eigene Ich. Aber nicht in einer egozentrischen, narzistischen Denkweise, sondern als Verankerung in der Welt, die feste Plattform von der aus ich jeden Sturm überstehen kann.

durch meine Erfahrungen innerhalb der Familie war es für Täter außerhalb der Familie leichter mich zu manipulieren.
man bekommt diese Strukturen einfach mit. Klar. Es ist eigentlich der Job der Eltern das Kind in seinem Ich zu stärken und ihm zu ermöglichen, sich auszuprobrieren. sind wir auch wieder bei dem Thema, wie wichtig es ist, sich selbst ausprobieren zu dürfen!

Sry falls das nicht hilft
[/QUOTE]

also erstens hilft es mir. schon allein, weil ich irgendwie aus allem was für mich ziehen kann. das ist einer meiner stärken. hat also gar nichts mit dir zu tun.

und zweitens, ein spruch aus dem DBT (der Therapie): Wir loben den Versuch und nicht den Erfolg. Ich schätze es sehr, dass du mich gesehen hast und deine Erfahrungen und Gedanken mit mir teilst. Das ist doch das eigentlich wichtige.

Du darfst dir nicht die Schuld geben, wir waren Kinder und hatten eine andere Perspektive als heute, der einzige der Schuld hat ist der/die Täter/in
Sie haben als Erwachsene Personen Kinder verletzt und gewusst was sie Taten und dass es falsch war.
So wie wir es heute auch wissen, dass man sowas nicht macht!
wenn du das so schreibst, merke ich als erstes widerstand, hey moment, ich war 16 und schon sehr erwachsen, ich bin früh erwachsen geworden, musste ich.

und dann merke ich, wie wenig Mitgefühl ich für diesen 16-jährigen hatte, der in einer feindlichen Umwelt versucht hat, sich irgendwie anzupassen, zu überleben. Und ich war in der ständigen Angst, ich werde zu langweilig für meinen Adoptiv-Vater und er entsorgt mich. Und es ist nicht so, dass er das nicht versucht hat.

ich fange gerade heute an zu verstehen, was es heißt, erwachsen sein. und vielleicht ist das auch ein ganz blöder spruch, "ich musste früh lernen, erwachsen zu sein". ich musste früh für mein überleben kämpfen, mich anpassen, über meine grenzen gehen, stärker sein, als ich es war. all dsa ist nicht erwachsen.

es ist ganz schwer für mcih zu sagen, ja ich war ein kind und das hat mich völlig überfordert.

Ich hoffe sehr dass dein Partner dir den halt gibt und das Selbstbewusstsein dich langsam auszuprobieren.
er gibt sich mühe, auf jeden fall und mehr erwarte ich nicht. wir haben viele probleme, nicht nur wegen meiner vergangenheit, er hat so seine probleme, die er mitbringt. für mich ist es einfach so ein schönes gefühl, dass all das von liebe getragen wird. egal was wir uns angetan haben gegenseitig, irgendwann kommt der punkt wo wir uns sagen, dieser mensch ist es wert, dass ich kämpfe.

Erste Male müssen nicht immer so sein wie man sie sich vorstellt, aber ja ich habe es auch immer vermisst, diese Erfahrung machen zu können.
das ist ein sehr schöner gedanke. dass es ja trotzdem noch ein erstes mal geben kann und auch mit meinem partner gegeben hat.

ich bin gerade ganz gerührt und habe tränen in den augen. mir fällt auf, ich hatte ein schönes erstes mal mit meinem Partner. Er hat sich gemerkt, an welchen Stellen ich kitzelig bin. Und das ist das erste Mal, dass jemand mich sieht, auf mich achtet. Sich nicht nur seinen Teil geholt hat.

ich habe mich sehr im Verlust gefangen lassen, ohne zu sehen, es gibt viel schönes, was ich bekommen habe.

Danke!

Klingt verrückt aber umso mehr wollte ich hören wie es bei anderen war, denn schließlich kann ich es nicht so haben
klingt für mich nicht verrückt.

ich höre mir immer tolle familiengeschichten an. für mich ist das trost. das gibt es in der welt. sind nicht alle durchgeknallt.

Aber umso Achtsamer mein Partner ist umso sicherer fühle ich mich und kann mich auf Neues einlassen.
und ich darf wohl ein wenig mehr mut finden, mich auf neues einzulassen. danke für deine schönen Beiträge!
 

grisou

Sehr aktives Mitglied
Ich denke, es war, wie es war und man muss damit im Heute und Jetzt damit umgehen lernen.
ich weiß, dass du das oft so siehst, und wenn das für dich okay, ist, dann ist das gut so.

es ist nicht das, was ich für mein leben möchte. es ist nicht mal das, was ich könnte. ich bin ein mensch, der viel reflektiert, sich immer wieder neu den problemen stellt, alles von verschiedenen seiten anschauen muss. ich bin da fast ein bisschen manisch und meine therapeuten haben das immer mit sorge gesehen. weil es unglaublich viel kraft kostet. aber es hat mich auch voran gebracht.

es war wie es war. das natürlich. ich kann es nicht ändern. und vielleicht steckt dahinter der hinweis, beurteile es nicht, verzweifle daran nicht. dann sind wir einer meinung.

trotzdem ist es etwas, das damals schmerz verursacht hat, kränkung, und diese gefühle kommen hoch, wenn man sich auf das Verarbeiten einlässt. ich habe mittlerweile gelernt, ich kann zu meinen gefühlen auf Distanz gehen. Trotzdem sind sie erst mal überwältigend.

Für mich heißt, im Hier und Jetzt damit umgehen, mich der Verletzung zu stellen und sie zu heilen. Und das kann ich nur, indem ich darüber rede.

Man kann Gefühle nicht abschneiden, sie in die dunkelheit verdrängen, weil sonst übernehmen sie von da die kontrolle. Gefühle brauchen Prozesse, in denen man sie verwandelt.

Ich habe lange gedacht, es reicht, wenn man sagt, es ist wie es ist. Aber das stimmt so heute nicht mehr für mich. Ja, die Dinge sind wie sie sind, aber sie werden so, wie ich sie mache. Und das ist die Arbeit, die ich für mich leisten möchte.
 

grisou

Sehr aktives Mitglied
Weißt du, dass mich solche Worte immer extrem verletzt haben.
Denn es klingt so wie " nj ist ja nicht so schlimm, drum mach einfach weiter "
ich hatte auch immer mein Problem mit solchen Aussagen. Wir wissen, wie beschisssen die Welt ist und wenn wir das ändern wollen, dann müssen wir tätig werden. Wir müssen Verantwortung übernehmen. Das versuche ich für mich immer mehr umzusetzen.

Aber ich lerne auch immer mehr, solche Aussagen beim anderen zu lassen.

Ich kenne Kasiopeia ja ein wenig und sehe in ihrer Aussage eher den Hinweis, sich nicht zu sehr in alten Schmerz ziehen zu lassen, sondern anzuerkennen, im Hier und Jetzt ist es ein anderes Leben. Und das war ja ein guter Hinweis, weil ich habe etwas aus den Augen verloren, da gibt es nicht nur den Verlust.

Dann gibt es aber natürlich auch Leute, die wollen damit wohl den Schmerz der Welt unter einem Deckel halten, weil sie sich sonst ihrem eigenen Schmerz stellen müssen.

Ich halte solche Worte bis heute noch extrem unpassend, denn es ist eine Palette von wort reihen die ernüchternd und klein redend sind.
es ist nicht immer so gemeint, aber häufig. dahinter steckt manchmal auch die unfähigkeit, mit dem Leid anderer umzugehen.

unsere Reaktionen hängen häufig mit unserem eigenen Schmerz zusammen. entweder wir konzentrieren uns so darauf, dass wir den anderen nicht mehr wahrnehmen oder wir stellen ihn zur Seite, reden ihn klein und können dann auch nicht den Schmerz vom anderen anerkennen.

Es gibt Menschen, die können es einfach akzeptieren und weiterleben und es gibt Menschen, die können das nicht und müssen darüber reden manchmal über manche Themen öfter.
Wenn ich das so beobachte, Menschen, die meinen sie können das akzeptieren und einfach weiterleben, die verdrängen und verlieren sich ein Stück selbst. Ganz oft ist das ein Grund für mangelndes Mitgefühl.

Wir brauchen den Raum, um über die Verletzungen zu reden, sie auszusprechen, uns mit dem Schmerz sichtbar machen. Weil nur so können wir ihn auflösen und bei uns selbst bleiben. Der Schmerz nimmt einen so großen Raum ein, das Chaos, die Verzweiflung, die Verwirrung. Wenn wir das nicht über Gespräche sortieren, dann entfremdet uns das von uns selbst und auch von unserem mitfühlenden Anteil.

Sollte kein Angriff sein, nur weiß ich aus Erfahrung, dass viele Gewalt Opfer ähnlich behandelt wurden von ihren Tätern. Und mich triggern solche Worte enorm)
Es ist ganz schwer als Opfer zu differenzieren, ist der andere ebenso Opfer und in der Verdrängung oder ist er Täter und überschreitet Grenzen. Vielleicht verwischt das auch. Und nur weil man die eigenen Grenzen überschreitet und verdrängt, das ist ja kein Okay, dass man die anderer überschreitet.

Und letztendlich kann man nur selbst schauen, wie mache ich meine Grenzen sichtbar.

Du erzählst nur von dir. Warum meinst du, das ist eine grenzüberschreitung, für die du dich entschuldigen musst? :)
 

BePerfect

Mitglied
ich hatte auch immer mein Problem mit solchen Aussagen. Wir wissen, wie beschisssen die Welt ist und wenn wir das ändern wollen, dann müssen wir tätig werden. Wir müssen Verantwortung übernehmen. Das versuche ich für mich immer mehr umzusetzen.

Aber ich lerne auch immer mehr, solche Aussagen beim anderen zu lassen.

Ich kenne Kasiopeia ja ein wenig und sehe in ihrer Aussage eher den Hinweis, sich nicht zu sehr in alten Schmerz ziehen zu lassen, sondern anzuerkennen, im Hier und Jetzt ist es ein anderes Leben. Und das war ja ein guter Hinweis, weil ich habe etwas aus den Augen verloren, da gibt es nicht nur den Verlust.

Dann gibt es aber natürlich auch Leute, die wollen damit wohl den Schmerz der Welt unter einem Deckel halten, weil sie sich sonst ihrem eigenen Schmerz stellen müssen.



es ist nicht immer so gemeint, aber häufig. dahinter steckt manchmal auch die unfähigkeit, mit dem Leid anderer umzugehen.

unsere Reaktionen hängen häufig mit unserem eigenen Schmerz zusammen. entweder wir konzentrieren uns so darauf, dass wir den anderen nicht mehr wahrnehmen oder wir stellen ihn zur Seite, reden ihn klein und können dann auch nicht den Schmerz vom anderen anerkennen.



Wenn ich das so beobachte, Menschen, die meinen sie können das akzeptieren und einfach weiterleben, die verdrängen und verlieren sich ein Stück selbst. Ganz oft ist das ein Grund für mangelndes Mitgefühl.

Wir brauchen den Raum, um über die Verletzungen zu reden, sie auszusprechen, uns mit dem Schmerz sichtbar machen. Weil nur so können wir ihn auflösen und bei uns selbst bleiben. Der Schmerz nimmt einen so großen Raum ein, das Chaos, die Verzweiflung, die Verwirrung. Wenn wir das nicht über Gespräche sortieren, dann entfremdet uns das von uns selbst und auch von unserem mitfühlenden Anteil.



Es ist ganz schwer als Opfer zu differenzieren, ist der andere ebenso Opfer und in der Verdrängung oder ist er Täter und überschreitet Grenzen. Vielleicht verwischt das auch. Und nur weil man die eigenen Grenzen überschreitet und verdrängt, das ist ja kein Okay, dass man die anderer überschreitet.

Und letztendlich kann man nur selbst schauen, wie mache ich meine Grenzen sichtbar.



Du erzählst nur von dir. Warum meinst du, das ist eine grenzüberschreitung, für die du dich entschuldigen musst? :)
Tut mir leid , dass ich mich eingemischt habe.
 
G

Gelöscht 94095

Gast
Wir loben den Versuch und nicht den Erfolg
Den Spruch habe ich noch nie gehört, oder den Gedanken, aber das bewegt mich grade sehr, wie gut sich das anfühlt/anhört.

und vielleicht ist das auch ein ganz blöder spruch, "ich musste früh lernen, erwachsen zu sein"
Das ist kein blöder Spruch. Er beschreibt eigentlich, dass einem ein Teil der Kindheit genommen wurde, dass es da zu einer "Verzerrung" gekommen ist, denn genau der Anteil der dir in der Kindheit fehlt, weil er in dem Moment erwachsen sein musste, der ist, wenn man altersmäßig dann (eigentlich) erwachsen ist immernoch da, der macht dann die Probleme, weil der kindliche ANteil immer wieder durchkommt, irgendwie Beachtung erzwingt. Grade an dem Punkt wird man dann oft von Außen nicht verstanden. Das ist eben Trauma. Wenn ein Teil deiner Kindheit nicht auselebt werden konnte, dann "stört" dieser Teil im Erwachsenenleben (das ist die "Verzerrung" die ich meine).

Ich denke, es war, wie es war und man muss damit im Heute und Jetzt damit umgehen lernen.
Eigentlich stimmt das und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass der Hinweis positiv gemeint war.

Das Trauma-Hirn allerdings KANN nicht im Hier und Jetzt sein. Es zeichnet sich dadurch aus, dass damals durch das Trauma Emotion und Erinnerung nicht zusammen, sonder getrennt, also "falsch" abgespeichert wurden. Darauf hat man keinen willentlichen Zugriff, kann also dies nicht durch bloßen eigenen Willen ändern (da soll die Traumatherapie helfen!).
Eben diese "Unfähigeit", die ja nicht selbst verschuldet ist, wird dem Traumatisierten mit solchen Sprüchen immer wieder unter die Nase gerieben. Obwohl gut gemeint, kann es daher für einen Traumapatienten verheerende Folgen haben soetwas zu hören/lesen.
Auch für mich ist er (noch) schlimm. Genau die Thematik hatte ich in meiner letzten Therapiestunde, und beginne die Hebelwirkung da jetzt erst zu verstehen.

Von einem unbehandelten Traumagedächtnis verlangt man da quasi unmögliches. Und das schmerzt so sehr.

also kann man die psyche auch nciht zerstören, weil sie nicht existiert.
Wenn sie nicht existierte, dann gäbe es keine PTBS - und die ist sehr real.

dass meine psyche aus gutem grund viele berührungen mit schmerzen und unangenehmen gefühlen assoziiert, das ist schwierig zu vermitteln. warum eigentlich?
Die meisten Menschen haben schon einmal irgendeinen körperlichen Schmerz erlebt, können es daher eher gut nachvollziehen. Ein "Aua" bedeutet körperlichen Schmerz, bedeutet ein Schmerz-Signal des Körpers aufzuhören um weiteren Schaden (=Schmerzen) zu vermeiden.

Viele wissen garnicht, dass es seelische Schmerzen gibt, sie haben es nie wirklich erlebt, also können sie es natürlich auch nicht verstehen. Es ist keine Absicht, es ist einfach unmöglich.
Man versteht nur, was man selbst kennt.

Stell dir die Seele als einen weiteren Körperteil vor und versuche dann mal es zu erklären. Vielleicht gelingt das besser.

Man muss sich schon viel mit der Psyche und den Vorgängen darin auseinandersetzten um es zu verstehen, und ja, auch um es zu erklären.

ich verstehe auch gerade, wie frustrierend es für meinen partner sein muss, wenn er mir sagt, ich soll ihm sagen, was ich möchte, ob das gut für mich war, ob alles okay ist und ich das nicht kann. woher soll ich wissen, was mir gut tun, wenn mir das immer andere gesagt haben
Wie ist es denn, wenn du die Antwort verschiebst, wenn du sagst:"Im Moment kann ich dir das noch nicht sagen."?
Ich merke bei mir, dass ich oft erst viel später etwas dazu sagen kann, aber in der Regel kommt es dann irgendwann, ein klares Gefühl oder ein klarer Gedanke, dafür darf ich mich aber nicht unter Druck setzten, es braucht eben die Zeit die es braucht.
Ja, sonst ist es schon frustrierend, für beide.

ich erwarte von ihm eine verantwortung zu übernehmen, die er nicht will und die er nicht annehmen kann.
Und die auch garnicht seine ist. Das ist so, als wenn du ihn bittest deine Schuhe zu tragen, die ihm aber zwei Nummern zu klein sind. Da wird der Arme ja nie drin laufen können. Wäre auch total unvernünftig, dann hast du keine Schuhe mehr und er kann auch nicht laufen.

weil das eine ist klar sanktioniert und es wird mir auch so von außen gespiegelt, das war Gewalt.
Als mir vor Jahren eine Therapeutin das erste mal sagte, dass psychische Gewalt ja auch Gewalt ist, da war ich ganz fertig. Ich dachte immer ich darf mich gar nicht schlecht fühlen, ich bin ja kein Opfer, war ja "nur" die Psyche die zerstört wurde.
Manipulation zu durchschauen ist gar nicht so einfach, als Kind schon garnicht, man ist ja komplett abhängig, man überlebt einfach und tut was dazu nötig ist. Das genau das schon Teil von Gewalt ist begreift man erst viel später.

wer sich selbst sichtbar macht, kann das ja nur mit seinen schwächen.
Es ist unglaublich schwer sich -wirklich- sichtbar zu machen. Und es ist unglaublich schwer -wirklich- gesehen zu werden.
Wenn man sich sichtbar macht ist man ja auch verletzlich, man kann sich also nur wirklich sichtbar machen, es auch nur zulassen, wenn man in Sicherheit ist und sich auch so fühlt.

tatsächlich überlebt der, der sich schnell genug anpassen kann und da ist stärke häufig eher ein hindernis.
Das stimmt. Man sagt ja auch "Ein starker (fester) Baum bricht, ein dünner Baum biegt sich im Wind"
Ich weis nicht, ob ich es jetzt richtig gesagt habe, aber ich glaube es wird deutlich: Im Sturm muss man sich biegen wenn man überleben will, da hilft einem Stärke nicht viel, manchmal ist es besser die nicht zu offen zu zeigen.

so lange hat man in der psychologie gesagt, trauma passiert nur da, was für jeden menschen eine katastrophe darstellt.
Ja, das ist schwierig.
Was für einen Dreijährigen eine Katastrophe ist, wird es für einen Dreißigjährigen vermutlich nicht mehr sein und ein ausgebildeter Sanitäter oder Soldat, für den muss etwas noch keine Katastrophe sein was es für einen anderen doch ist. Und wenn man selbst oder eine nahestehende Person betroffen ist, dann ist es nochmal was anderes, als wenn es nur eine andere fremde Person ist.
Der Begriff "Katastrophe" ist also relativ.

Viele denken auch, um eine PTBS zu haben muss man Krieg erlebt haben oder so. Dass viele Kinder Krieg in ihrem Häuslichen Umfeld erleben (von dem sonst keiner was mitbekommt) wird gern vergessen.

Trauma ist erlebte Hilflosigkeit die das Hirn so überfordert das es als Überlebensstrategie in Notfallmechanismen verfällt die dann eben krank machen können.
 

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K *Trigger* Hallo ich möchte hier mal einiges loswerden Gewalt 7

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