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Erstes Mal - Triggert

grisou

Sehr aktives Mitglied
Nachdem ich heute Nacht schlecht schlafen konnte, haben mein Partner und ich ein wenig geredet und dabei kam das Thema erstes Mal auf.

Und er hat so erzählt, er war wohl 15. wie peinlich das alles war bei ihm und dann auch noch mit einem Mädchen und es war mehr lustig und merkwürdig und eigentlich eher so ein gemeinsames ausprobieren. erst danach wurde ihm klar, er steht auf jungs und er hatte so zusagen noch ein zweites erstes mal und das war noch mehr ein reinfall, noch peinlicher.

mir hat das weh getan weil ich denke, da ist mir so viel entgangen.

mein erstes mal, also mal abgesehen davon, dass ich sehr sehr früh zugang zu pornos hatte, ich denke ich war so 11 oder 12 da habe ich an orgien teilgenommen. auch wenn mich da noch keiner anfassen durfte. mit 16 na ja hatte ich den ersten sexuellen kontakt.

der typ war nett, und er war mehr als doppelt so alt. irgendwie ende 30. also erst mal war das nicht wirklich freiwillig. ich wurde manipuliert. mag jetzt aber nicht zu sehr ins detail gehen.

jedenfalls war er der tolle hecht und hat mir alles mögliche gezeigt. da war überhaupt kein erkunden, rausfinden, ich war nur passiv. und das bin ich heute noch. und das macht meinen partner oft ungeduldig. es ist ja sowieso schwierig zwischen uns bei intimität.

ich habe flashbacks wegen dieser erinnerung. fühle ständig hände auf dem körper, hab plötzlich den geschmack von tabak und alkohol im mund. es tut mir so leid, weil eigentlich ist mein partner da und wir wollen uns ein gemütliches wochenende machen. und klar, ich kann mal wieder keine nähe ertragen.

was ist los mit solchen typen? was ist dran, dass man jemand v**** muss, der der eigene sohn sein könnte, der so viel jünger ist, unerfahren.

ich lese dauernd, dass ich mit meinem partner zusammen bin, zwei eigenbestimmte erwachsene das ist unnatürlich. wenn so ein alter bock sich an ein halbes kind, einen minderjährigen ranmacht, dann ist das normal und in ordnung??? nein, daran ist nichts natürlich. ich habe damals dinge getan, für die ich nicht bereit war und für die bin ich nicht mal heute bereit, weil er war ja der erwachsene und ich wollte unbedingt erwachsen sein und wie er sagte, das gehört zum erwachsen sein dazu.

ich wusste nicht, dass ich nein sagen kann und ich habe vertraut, weil man erwachsenen ja vertraut.

jetzt bin ich so alt wie der typ damals. es ist mir ein völliges rätsel, ich kann das überhautp nicht nachvollziehen, wie man für so einen jungen menschen sexuelle regungen empfinden kann.

heute, 20 jahre später, fühle ich mich benutzt, dreckig.

Eigentlich sollte einem das doch klar sein, dass so was nicht passen kann.
 

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grisou

Sehr aktives Mitglied
meinst du da steckt absicht dahinter?

okay, vielleicht auch und vielleicht ja auch nicht bei jedem gleich. in dem fall war es eher gedankenlosigkeit. es war ihm egal. er konnte es und darum hat er es gemacht. um sich selbst gut zu fühlen. so erwachsen. so überlegen. ich habe alles mitgemacht, um ihm zu gefallen.

danke für deine gedanken. das war jetzt sehr wichtig für mich. weil ich arbeite noch daran, den missbrauch zu sehen und die gewalt dahinter. die zerstörung. es tut echt weh, gerade weil es eben "einvernehmlich" war, man mir das wenigstens eingeredet hat. was habe ich schon gewusst, was einvernehmlich bedeutet. ich war 16.

es ist leichter zu sagen, das war alles schick, das war alles toll und wow, was ich habe alles mit mir machen lassen.

und das ist wohl der punkt, es wurde mit mir gemacht.
 

BlueShepherd

Aktives Mitglied
Es tut mir sehr leid was dir passiert ist.
Ich denke das es für so ein verhalten ganz verschiedene Gründe geben kann. Aber eins ist klar:
Nichts rechtfertigt so eine handlung. Absolut nichts.

Leider werden viele junge Menschen manipuliert. Am ende glauben sie das sie es wollten, oder das sie selbst schuld sind.

Ich glaube es gibt eine sehr hohe dunkelziffer von menschen die sich selbst einreden das alles gewollt und nicht schlimm war.

Das erste mal ist für viele etwas besonderes. Ausprobieren, herantasten an alles mit jemandem der ähnlich tickt.
Wenn einem das genommen wurde ist das grausam.
Und manchmal fragt man sich, wie man sich (sexuell) entwickelt hätte ohne diese erfahrung.
 

grisou

Sehr aktives Mitglied
Um den den jenigen zu zerstören. Es geht diesen Menschen ja gerade darum, das der Mensch so jung ist
mir geht es sehr nahe, was du da schreibst. ich habe da viel darüber nachgedacht.

mir wird immer mehr klar, wie dieser kerl mich benutzt hat. wie ein jäger hat er mich manipuliert und ich habe ihm vertraut und geglaubt. aber eigentlich war genau das sein ziel, um mich für seine zwecke benutzen zu können und dann war ich uninteressant für ihn.

ich habe jetzt einen klareren blick und es fühlt sich sortierter an. beim ersten lesen von deinem beitrag dachte ich, nein, das trifft gar nicht zu auf meine situation. und das hat aber angefangen zu arbeiten. und mir wird klar, dass aus dieser richtung das unwohlsein kommt, dass ich es nicht einfach wegpacken kann als "das war eben mein erstes Mal". es war eine form von Missbrauch. Das wird mir langsam immer klarer. Was ziemlich schmerzhaft ist 😞 aber vielleicht muss ich auch erst um den verlust trauern, bevor der schmerz gehen kann.
 
G

Gelöscht 94095

Gast
mir hat das weh getan weil ich denke, da ist mir so viel entgangen.
Das kann ich gut verstehen. Das ist ja auch so. Mir geht es ganz ähnlich, was man verpasst hat, das kann man ja nicht zurückholen, das kann einen schon traurig machen, und ich finde das ist auch gerechtfertigt dann traurig zu sein, oder sogar wütend.
Es hat einem jemand was genommen was eigentlich schön sein sollte oder meinetwegen auch chaotisch, halt einfach natürlich...stattdessen mag man nicht daran denken und kann nicht ganz frei sein, nicht in der Erinnerung und heute auch nicht.

Es ist sehr schade, dass dein Partner da ungeduldig reagiert. Es wäre schön, wenn er auf dich eingehen und rücksichtsvoll sein könnte. Er könnte dich ja auch einfach mal "ausprobieren" lassen, da muss er dir eben den Raum geben den du brauchst.

Ich habe auch Probleme mit Nähe und Distanz, verstehe das also gut. Da braucht es einfach viel Feingefühl beim Partner.

Eigentlich sollte einem das doch klar sein, dass so was nicht passen kann.
Das ist leider das Problem. Es ging (der anderen Person) nicht ums passen, es ging darum die eigene Gier auszuleben und zu befriedigen, Macht auszuüben und sich an der eigenen Macht (über einen Schächeren) zu berauschen...die Manipulation war nur teil des Ganzen um es als "legal" durchgehen zu lassen.
Das ist ein Opfer-Täter Problem: "Du wolltest es ja", "Du hast nicht (laut genug) Nein gesagt"...
Die Täter wissen, dass es falsch ist, aber weil sich vor Entdeckung fürchten müssen sie das Opfer manipulieren - oder vielleicht gibt es auch welche die es echt nicht schnallen und sich für das Gottgegebene Geschenk der Menschheit halten...die sind dann aber nicht nur pervers sondern echt krank.

Ich finde es generell immer schwierig, wenn in Beziehungen ein großer Altersunterschied ist, denn es gibt nun mal unterschiedliche Lebensphasen und Lebenserfahrungen, die der eine hat und der andere dann nicht, sowas kann schnell ins Ausnutzen und Manipulieren übergehen, selbst ungewollt.
Und wenn es schon ungewollt passieren kann, was ist dann gewollt alles möglich...

Psychische Gewalt wird oft unterschätzt und darin sind solche Täter ganz groß, die für sich zu nutzen, denn die kann man so schön verschleiern. So nach dem Motto:"Dir hats doch auch gefallen." "Das glaubt dir sowieso keiner.""Ich hab dir ja nichts getan."
Das ist echt wiederlich.

Dafür gibt es Gesetze die sowas verbieten mit Minderjährigen, das hat nichts mit "Gedankenlosigkeit" zu tun. Und auch mit 18 ist man noch nicht "Erwachsen".

Ja, es ist traurig, dass man nicht wiederbekommt, was andere einem genommen haben.
Und auch, dass Außenstehende da oft so wenig Verständnis für haben.
Aber es ist auch schwer drüber zu reden, wer will schon "Opfer" sein und es alles nochmal erleben beim erzählen.
Hauptsache ist, man weis wer man ist, und das man selber nichts falsch gemacht hat und vielleicht findet man dann die Kraft es laut auszusprechen und auf seine Rechte zu bestehen. (Auch auf das Recht für Verständnis und Feingefühl und Rücksicht).
 

grisou

Sehr aktives Mitglied
Es tut mir sehr leid was dir passiert ist.
danke dir.

Ich denke das es für so ein verhalten ganz verschiedene Gründe geben kann. Aber eins ist klar:
Nichts rechtfertigt so eine handlung. Absolut nichts.
das sind ganz schön deutliche worte, die du da findest. und deine klarheit überrascht mich total, weil ich denke, na, ist doch nichts passiert. da fehlen mir noch total die gefühle. gerade weil du das so klar formulierst, gibt mir das eine richtung vor. so als würdest du die wut für mich fühlen. danke dafür.


Leider werden viele junge Menschen manipuliert. Am ende glauben sie das sie es wollten, oder das sie selbst schuld sind.
Ich glaube es gibt eine sehr hohe dunkelziffer von menschen die sich selbst einreden das alles gewollt und nicht schlimm war.
das kann sein. weil es ja auch ganz schwierig ist, sich aus der manipulation zuerst mal zu befreien. wie soll man das durchschauen, dass man die lebensrealität von jemand anderem zu seiner gemacht hat? fällt mir gerade so auf, wie stark ich gerade in der therapie darum arbeite, authentisch zu sein. das heißt, mich und meine wirklichkeit zu finden und nach außen zu vertreten.

Das erste mal ist für viele etwas besonderes. Ausprobieren, herantasten an alles mit jemandem der ähnlich tickt.
Wenn einem das genommen wurde ist das grausam.
danke für das wort grausam. Ich hätte das nie mit der Sache in verbindung gebracht, aber ja, so fühlt es sich an. es ist grausam.

Und manchmal fragt man sich, wie man sich (sexuell) entwickelt hätte ohne diese erfahrung.
es gibt so viel gewalt in meinem leben, so ein riesen großer berg schutt und müll und ich fühle mich wie wenn mein ganzes leben ein einziges aufräumen und wegräumen, sauber machen ist. ich arbeite daran in der therapie gerade, authentisch zu sein. und mir wird erst jetzt klar, dass ich über so viele jahre gar nicht existiert habe.

das ist ja auch ganz typisch für Borderline. Dass man keine Ich-Identität besitzt. Ich fange an zu verstehen, was das bedeutet. Wie wenn ich ein Flickteppich aus Täterintrojekten gewesen bin. Und dazwischen immer wieder ein Aufleuchten von etwas, was irgendwie "Ich" sein wollte. Und nicht fassbar war. DAs hat mich so angreifbar gemacht.

Ich hatte gestern ein schönes Gespräch mit meiner Ergotherapeutin, wo ich erzählt habe, eigentlich ist das, was da passiert Mobbing. Aber das geht so an mir vorbei, was die da meinen zu tun. Eigentlich habe ich eher Mitleid, wenn ich sehe, wie sie sich so bemühen zu sein, was sie gar nicht sind. Ich weiß wer ich bin, wofür ich stehe, was ich will. und dann lässt mich das unberührt. früher hätte mich dsa noch so sehr verletzt, was da passiert, weil ich so abhängig war von einem äußeren bild. jetzt ist da nur noch ein schulterzucken. und sie hat sich so für mich gefreut.

Was ich erinnere, ist immer nur ein minimaler Ausschnitt aus dem Gewesenen. Und wir können nur im Hier und Jetzt leben. Wenn ein Teil von uns in der Vergangenheit bleibt, weil dort dinge nicht aufgearbeitet werden konnten, dann verlieren wir uns selbst.
 

BePerfect

Mitglied
Was einvernehmlich bedeutet ist für eine Erwachsene Person klar, aber Kinder und Jugendliche verstehen es nicht und sind leicht manipuliert um die eigenen Ziele zu erreichen.

Als ich 14 war wurde ich auch mal in die Richtung manipuliert und als ich dann doch nicht wollte hielt er mich quasi in seiner Wohnung gefangen.

Zu dem Zeitpunkt war ich nur schon so kaputt, dass ich dachte wenn ich ihm gebe was er will kann ich gehen und es einfach auf meine " zu verdrängen " liste geben.
Nur mit dem Verdrängen ist es eben auch so eine Sache.
Irgendwann kommen die Gefühle hoch, die erinnerungen und ich glaube das schlimmste sind die parallelen.

Damals war es " ich habe ihm gegeben also war es einvernehmlich "
Mein Erwachsenes ich sieht es so " er hat mich unter Druck gesetzt und vergewaltigt"
Und es gibt eben soviele parallelen.
Wie " ich bin mitgefahren und selbst schuld"
Andererseits war ich ein Kind und in einer ziemlich verzweifelten Situation.

Mich machen genau diese parallelen fertig
Deshalb vertraue ich meinem Erwachsenen ich.

Es sagt mir, dass ich zu oft in Schwierigkeiten geraten bin und als Mädchen dafür recht oft misshandelt wurde, durch meine Erfahrungen innerhalb der Familie war es für Täter außerhalb der Familie leichter mich zu manipulieren.

Sry falls das nicht hilft
 

BePerfect

Mitglied
Du darfst dir nicht die Schuld geben, wir waren Kinder und hatten eine andere Perspektive als heute, der einzige der Schuld hat ist der/die Täter/in
Sie haben als Erwachsene Personen Kinder verletzt und gewusst was sie Taten und dass es falsch war.
So wie wir es heute auch wissen, dass man sowas nicht macht!

Ich hoffe sehr dass dein Partner dir den halt gibt und das Selbstbewusstsein dich langsam auszuprobieren.
Mir haben Dinge geholfen, die ich noch nie gemacht habe, weil ich dadurch auch ein erstes Mal erleben konnte.
Erste Male müssen nicht immer so sein wie man sie sich vorstellt, aber ja ich habe es auch immer vermisst, diese Erfahrung machen zu können.

Klingt verrückt aber umso mehr wollte ich hören wie es bei anderen war, denn schließlich kann ich es nicht so haben und ich bin mit meinen ersten malen die ich anders erlebt habe zufrieden, obwohl es sehr viel Zeit und Geduld brauchte und mein Partner auch.
Aber umso Achtsamer mein Partner ist umso sicherer fühle ich mich und kann mich auf Neues einlassen.

Tut mir leid falls ich dich trigger oderso
 

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K *Trigger* Hallo ich möchte hier mal einiges loswerden Gewalt 7

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