Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Erdrückendes negatives Gefühl

tessa97

Neues Mitglied
Hallo. Ich bin seit ca 2 Monaten in stationärer Behandlung wegen Depression und weil mein Absetzversuch vom Antidepressiva nicht geklappt hat. (Habe ich in einem anderen Thread auch schon beschrieben, hatte während des kompletten Absetzens nie Beschwerden, erst ab 18 mg). Ich hatte schon am ersten Tag, als ich die letzten 18 mg weggelassen habe bis jetzt dieses seltsame Gefühl, was einfach nicht verschwindet. Es ist sehr schwer zu beschreiben und ich verzweifle allmählich, weil ich das Gefühl habe, niemand anders hat das.

Es fühlt sich an wie ein extremer psychischer Schmerz, ich weiß nicht ob es vom Kopf oder Herzen kommt, aber ich spüre es richtig. Es tut richtig weh.
Es kommt und geht, wann es will und ich kann nicht wirklich behaupten, dass es situationsgebunden ist. Ich versuche schon seit es da ist, das Gefühl irgendwie loszuwerden, aber nichts hilft. Es ist so stark, dass ich mich eigentlich nur noch hinlegen kann, was aber auch nichts bringt.
Ich habe versucht, es anzunehmen, oder dagegen anzukämpfen, mit Leuten zu reden, mich zurückzuziehen, abzulenken etc. Aber es geht nicht weg. Ich habe dann auch überhaupt keine Kraft. Und ich habe nicht das Gefühl, dass es noch jemandem auf Station so geht wie mir.

Ich hatte selbst noch nie so ein intensives, innerliches Gefühl. Meistens ist es nach dem Schlafen (tagsüber) noch schlimmer. Ich wache schon mit diesem Gefühl auf,dad heißt, ich kann mich auch nicht reinsteigern. Und wie gesagt, es kommt und geht, wann es will. Manchmal reicht schon ein Geräusch aus, um das Gefühl zu verstärken. Es erinnert mich an das Gefühl, wenn man stark enttäuscht wurde oder etwas Verletzendes zu einem gesagt wird.

In den letzten Wochen habe ich auf Station morgens, mittags und abends 0,5 mg Tavor bekommen. Damit ging es einigermaßen, ich hatte zwar immer noch eine sehr wechselhafte Stimmung, aber dieses Gefühl war nicht mehr ganz so stark. Beim Tavor war es mit dem Absetzen jetzt ähnlich wie bei dem Antidepressiva, mittags und abends ist beim Weglassen nichts passiert, aber bei den letzten 0,5 mg morgens, die ich Samstag abgesetzt habe, hatte ich auf einmal das Gefühl, die Symptomatik ist wieder genau wie am Anfang, das heißt das Gefühl war wieder extrem stark (schon am Samstag) und hält bis jetzt fast durchgehend an. Nur vormittags und abends ist es mal etwas besser.

Ich war an dem Tag zuhause, was sowieso blöd war, (Tavor am Wochenende ohne Beobachtung abzusetzen) und alle meinten dann, es wäre einfach nur, weil ich Angst vor der anstehenden Entlassung hätte. (Hatte ich selbst entschieden.) Allerdings glaube ich eher, dass es vom Tavor absetzen kam, weil es ja auch genau an dem Tag anfing.

Es macht mich traurig, dass ich wahrscheinlich gar keine Fortschritte gemacht habe, sondern es nur das Tavor war, was das alles ein bisschen gelindert hat. Das Einzige, was ich mir vorstellen kann, ist dass mich alles an das Absetzen vom Venlafaxin erinnert hat, ich meine ich war allein zu hause wie damals, es war die letzte Tavor (sozusagen mein Rettungsring) etc. Ich habe mich in dem Moment seltsamerweise auch extrem an den Tag erinnert gefühlt. Vielleicht habe ich mich da irgendwie reingesteigert.

Die Ärzte haben schon versucht, das Venlafaxin zu erhöhen und haben vor 2 Wochen auch schon Lithium dazugegeben. Obwohl ich das Venlafaxin 2 1/2 Jahre genommen habe, habe ich das Gefühl, dass es jetzt nicht mehr wirkt. Jetzt soll von 112 mg nochmal auf 150 erhöht werden und wenn das nicht hilft, wollen sie ein ganz anderes Antidepressiva ausprobieren. Ich gebe langsam die Hoffnung auf, dass es hilft.

Ok, vielleicht wird meine Stimmung besser, aber dieses Gefühl war sogar in Zeiten da, wo es mir besser ging und ich abgelenkt war, immer im Hintergrund präsent. Ich weiß nicht, wie ich das noch aushalten soll, nochmal 2 bis 3 Wochen abwarten, in denen vielleicht nicht mal was passiert.
Eigentlich hilft nur Tavor, das durchzustehen. Allerdings will ich das jetzt nicht mehr nehmen, weil es ja scheinbar nicht nur meine Angst lindert, sondern auch das Gefühl weniger schlimm macht, aber ich kann ja nicht dauerhaft Tavor nehmen. Zumal ich es schon ca 6 Wochen morgens genommen habe.

Vielleicht hat ja irgendwer Erfahrungen damit gemacht oder hat eine Vermutung, was das sein kann. Kann eine Depression wirklich so stark sein, dass scheinbar aus dem Nichts heraus so ein extremes Gefühl auftritt? Am Anfang dachte ich, es kommt vom Absetzen des Antidepressiva, aber nun ist es ja schon 2 Monate her.

Ich habe eher immer gelesen, dass viele mit Gefühllosigkeit zu kämpfen haben, bei mir scheint es ja das Gegenteil zu sein. Ich weiß, es ist schwer zu sagen, weil sich ja niemand hineinversetzen kann, aber hier ist die Chance höher als auf Station.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • M (Gast) michi8976
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!
  • Chat Bot:
    Gast michi8976 hat den Raum betreten.
  • (Gast) michi8976:
    Hi
    Zitat Link
  • (Gast) michi8976:
    Jemand da?
    Zitat Link

    Anzeige (2)

    Oben