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Entlassung aus der Psychiatrie gegen den Wunsch des Patienten?

Löwinherz

Mitglied
Hallo zusammen,
meine Tochter (18) hat sich nach einem Nervenzusammenbruch vor 10 Tagen in die geschlossene Psychiatrie einweisen lassen, ein Suizidversuch war da ein paar Tage her. Nun ist der Plan, sie noch diese Woche zu entlassen und Diagnostik und Therapie in der Tagesklinik zu machen. Es gibt also beides noch nicht wirklich. Jedoch sind die Ärzte der Meinung, ihre Krise sei vorbei und für einen weiteren stationären Aufenthalt gäbe es keine Veranlassung.

Sie sieht das ganz anders, sie fühlt sich schrecklich und will nicht allein und ohne irgendein Sicherheitsnetz nach Hause.

Mir ist bewusst, dass die Ärzte diese Entscheidung treffen, aber was können wir jetzt tun? Was, wenn was passiert und niemand hat sie ernst genommen?
 
(...) ein Suizidversuch (...)
Sie sieht das ganz anders, sie fühlt sich schrecklich und will nicht allein und ohne irgendein Sicherheitsnetz nach Hause.

Kann ich nach vollziehen - meine Aktion fand statt als der letzte Rettungsanker versagte.
Faktisch gab`s nach dem Pater, der mir offenbarte, er sei nicht zuständig, niemanden mehr, und die Aktion war die völlig logische Konsequenz.

Mir fehlte damals ein Coach, der 24/7 neben mir war.
Immer, beim Duschen oder im Bett und überall.
Man hätte mir sagen sollen dass dieser meine Gedanken zu steuern in der Lage ist .
Sprich: wenn er will, geht es mir gut.
Und dies hätte er begründet, ich hätte es geglaubt.
Er hätte mir aufgetragen Schokolade zu essen - aber auch Sport zu machen - bis ich fertig gewesen wäre.
Er hätte mir am nächsten Tag die Liste unter die Nase gehalten, was ich alles geschafft habe!!

So viel.
So viel.
Und morgen und dann den Tag danach noch mal so viel mehr...
<3
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist schon kritisch, ja. 🙁
Vielleicht könnt Ihr eine zweite Einschätzung innerhalb der Klinik verlangen? Ich würde mich zusätzlich an den Sozialpsychologischen Dienst wenden. Diesen müsste es auch in der Klinik geben. Frag mal danach.
Den SPDI gibt es vielleicht auch bei Dir vor Ort. Hier ein Beispiel:

Alle Gute
 
Nun ist der Plan, sie noch diese Woche zu entlassen und Diagnostik und Therapie in der Tagesklinik zu machen. Es gibt also beides noch nicht wirklich.
Wurde sie zumindest medikamentös stabilisiert?

Kurz zu den Punkten...

....Diagnostik: Das kann ein längerer Prozess sein. Das weiß ich von mir selbst (hatte vor mittlerweile vielen Jahren schwere Depressionen) und auch von anderen Betroffenen. Manchmal kommen später auch noch weitere Diagnosen hinzu.

...Therapie: In Akutpsychatrien kann und wird psychotherapeutisch nicht in die Tiefe gegangen. Eine gewisse Stabilität, Konzentrationsfähigkeit etc. ist Voraussetzung.

Für dich/euch als Angehörige ist das sicherlich sehr schwierig und belastend.
 
Nun ist der Plan, sie noch diese Woche zu entlassen und Diagnostik und Therapie in der Tagesklinik zu machen. Es gibt also beides noch nicht wirklich. Jedoch sind die Ärzte der Meinung, ihre Krise sei vorbei und für einen weiteren stationären Aufenthalt gäbe es keine Veranlassung.
Also bei mir war das anders, ist allerdings jetzt schon Jahre her.
Du sagst, sie ist auf der Geschlossenen, ok.
Das ist wirklich nur für ganz schwere, akute fälle.
Danach kommt aber erst normale stationäre Abteilung und danach Tagesklinik.
Mich haben sie erst nach 6 Wochen stationär in die Tagesklinik geschickt.
Also nachdem die Diagnose feststand und ich medikamentös eingestellt und stabilisiert war.
Was ich dir raten würde, bitte um einen Termin beim leitenden Oberarzt.
Also wirklich beim "höchsten Rang" der für die Station zuständig ist.
Und erklärt dem in Ruhe, warum und wieso.
Ich habe damals mitbekommen, das ist der einzige Weg, um Verlängerung zu erwirken.
 
Hallo zusammen,
meine Tochter (18) hat sich nach einem Nervenzusammenbruch vor 10 Tagen in die geschlossene Psychiatrie einweisen lassen, ein Suizidversuch war da ein paar Tage her. Nun ist der Plan, sie noch diese Woche zu entlassen und Diagnostik und Therapie in der Tagesklinik zu machen. Es gibt also beides noch nicht wirklich. Jedoch sind die Ärzte der Meinung, ihre Krise sei vorbei und für einen weiteren stationären Aufenthalt gäbe es keine Veranlassung.

Sie sieht das ganz anders, sie fühlt sich schrecklich und will nicht allein und ohne irgendein Sicherheitsnetz nach Hause.

Mir ist bewusst, dass die Ärzte diese Entscheidung treffen, aber was können wir jetzt tun? Was, wenn was passiert und niemand hat sie ernst genommen?
Damit würde ich zum einen mit den Ärzten sprechen und die nächste Anlaufstelle nach Entlassung wäre der Sozialpsychiatrische Dienst.
Wichtig, da sie 18 ist, ist Eure Fürsorgemöglichkeit begrenzt. Alles, was sie wünscht, könnt ihr tun.

Das sollte sie an der Hand haben für alle Fälle:
- Die Telefonnummer des Krisendienstes
- Die https://www.telefonseelsorge.de
- https://gesund.bund.de/sozialpsychiatrischer-dienst

Was ihr tun könnt, wenn Sie das wünscht, erreichbar sein, so viel wie möglich nach ihr sehen, oder sie vorrübergehend bei euch aufnehmen, wenn sie schon ausgezogen ist.
Ein Netz ist erstmal für sie wichtig, dass sie weiß, dass sie jederzeit irgendwo sich hinwenden kann.

Evtl. ist eine Aufnahme auf einer offenen Station oder eine Verlegung möglich?

Wenn Du noch Fragen an mich hast, antworte am besten mit Zitat. <3 Alles Gute für sie
 
Das wird leider aus Kostengründen sein.
Es ist eine Akutklinik, kann daher eine dauerhafte Begleitung nicht durchführen.
Sofern eine erneute psychische Bedrohungslage auftritt, wird sie wieder stationär aufgenommen.
Verstehe ich, sehe ich ein. Ich finde die Tagesklinik als Plan auch gar nicht schlimm. Mich macht nur dieses " geht schon, und wenn nicht, dann nicht" fertig. Ich kann nicht da sein und mit Ärzten reden, ich wünschte das ginge. Telefonisch gibt man mir keine Auskunft. Tochter hat jetzt eine Freundin für das Wochenende als Gesellschaft, immerhin. Die wesentlichen Telefonnummern hat sie auch. Aber wäre ein: wir sind für dich da, wenn's schlimm wird oder ein angstlösendes oder beruhigendes Medikament zumindest für ein paar Tage echt nicht möglich gewesen?
 
Ich sehe mehrere Möglichkeiten- zum Leiter gehen und vehement drauf hinweisen, dass höchste Gefahr besteht, das musst du überzeugend argumentieren- zb die Ankündigung, der Tochter, dass sie ohne diese Zuflucht für nichts garantieren kann, ihre Absicht, sich zu töten, falls sie jetzt keinen Schutz mehr hat, jetzt im Moment wäre das tödlich für sie, im wahrsten Sinn des Wortes.
Da wird man dann handeln müssen- zb noch länger behalten, oder höhere Dosis von Medikamenten verschreiben, die Panik verhindern.
Nächste Möglichkeit ist, selber daheim bleiben, sich rund um die Uhr um das Kind kümmern, lückenlos beaufsichtigen und zugleich zur Tabletteneinnahme motivieren, bis sie sich eingekriegt hat.
Dritte Möglichkeit- man kann eine Notfall-Uhr an ihr Gelenk binden, immer erreichbar, jederzeit kannst du drücken, wenn du meinst, du kippst, wir sind sofort da.

Die Schwester einer meiner Freundinnen hatte auch so eine Zeit- sie durfte keine Sekunde aus den Augen gelassen werden, der Zug, sich etwas anzutun, der war damals extrem stark, richtig zwingend. Das legte sich wieder, das war eine Phase, die einige Wochen anhielt, nachher war dieser "Spuk" vorbei. Grund war ihr Vorhaben- sie wollte Krankenpflegerin werden, vor dem Eintritt begann diese Krise. Nie war sie in der Lage, diese Aufgabe zu erfüllen, sie hatte extreme Versagensangst und in Folge kam es zu diesen Ausfallserscheinungen, die verhinderten, dass sie dort hin musste. Manchmal flüchtet man lieber in den Tod, als etwas zu tun müssen, das man insgeheim extrem fürchtet.

Vielleicht braucht sie nur eine Zusicherung, dass sie machen darf, wie ihr beliebt, selbst, wenn sie nur den ganzen Tag schlafen möchte.. so etwa, oder wenn sie mal wieder Kind sein möchte und bemuttert werden möchte, wie früher. Es kann sein, dass sie den Anforderungen nicht gewachsen ist und es so ausdrückt.
 

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