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Einsam, Verwirrt und Unglücklich

Shyam

Mitglied
Hallo, das letzte mal als ich hier gepostet habe war ich gerade noch mitten in der Trennungsphase von meinem Freund.Jetzt muß ich mich einfach mal mit jemandem austauschen und hoffe hier richtig zu sein :)
Also mittlerweile gabs den großen Knall und ich bin seit Anfang August von meinem Freund getrennt, habe auch keinerlei Kontakt mehr zu ihm.
Geht es jemandem auch so wie mir? Ich habe immer wieder Phasen da fühle ich mich super in meiner Haut, könnte Bäume ausreißen und fühle mich frei ja und dann wieder das komplette Gegenteil (da befinde ich mich gerade) : ich bin total verzweifelt, habe das Gefühl ich bin der einsamste Mensch und werde nie glücklich werden. Momentan sitze ich seit stunden im Internet und versuche hier eine Leere zu füllen was natürlich nicht klappt. Und jetzt kommt wieder so ein ätzend langes Wochenende auf mich zu. Meine wenigen Freundinnen (alles Pärchen) haben komplett keine Zeit,beziehungsweise verbringen die Wochenenden lieber in trauter Zweisamkeit ... und ich habe einfach nicht die Kraft alleine was zu unternehmen. Natürlich kann ich auch alleine ins kino, nur ich weiß genau da gehts mir hinterher noch viel schlechter weil ich all die "glücklichen" Paare sehe. Ich kann momentan keine Familien sehen- ich bin so neidisch. ich wünsch mir nichts so sehr wie eine familie...mit meinem Ex hatte ich für kommendes Jahr sogar Heiratspläne gehabt und alles vorbei.
Und dann suche ich verzweifelt in Internet-flirt-seiten und ich treffe nur kaputte Typen, oder welche die von ihrer Ex nicht loskommen oder welche die nicht ehrlich zu mir sind. Ich habe Angst vor meiner Zukunft. Wie soll ich so stark werden alleine durchs Leben zu kommen, wie jemanden finden? Ich finde ja nicht mal neue Freundinnen. Wo auch ? Für Hobbys habe ich bei meiner 50h Woche keine Zeit. Bin froh ich bekomme denn alltag hin.
Ich fühl mich grad so mies. Vielleicht treffe ich ja hier jemandem der das kennt?
Grüße Shyam
 

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Hallo du,
also, mir geht's zwar gerade nicht so, weil ich gerade immer noch inner Beziehung bin (Zumindest glaube ich das. ^^), aber ich kenne genau DAS.


Als erstes ist es ganz wichtig sich klar zu machen, dass es momentan gerade einfach so ist, dass man sich schlecht fühlt (auch mit diesen Schwankungen), aber auch, dass man da irgendwann wieder rauskommt.

Was ich dann immer gemacht habe war folgendes:
Ich habe mir erstmal eingestanden, dass es mir total Scheiße geht, dass ich in trauer bin und dass das irgendwie ja auch logisch ist und so sein muss. Dann habe ich mich einfach so richtig hängen lassen und gammeln lassen, aber immer mit der Perspektive, dass das nicht ewig so bleibt. Auch wenn's komisch klingt: Das tut ERSTMAL gut. So versuche einen auf Party zu machen hat im nachhinein immer alles schlimmer gemacht.

Irgendwann wird dann der Zeitpunkt kommen, wo du (hoffentlich) vom Gefühl einsiehst, dass das alles nichts bringt (bzw. das ganze einfach nur noch langweilig ist) und du überlegst dir dann wie du jetzt dein Leben vorallendingen ohne Partner gestaltest. (Ich meine flirten z.b. auch im internet kannst du ja dann immer noch und vielleicht funkt es ja auch.) Aber es geht vorallendingen glaub' darum zuzusehen wie man ohne Partner klar kommt und sich klar macht was man will. Was man z.B. eigentlich von einer Beziehung oder seinem Leben erwartet. Das mensch herausfindet was man wertschätzt usw. usf. .

Das ist dann auch eine gute Basis, auf der man dann andere gesunde Beziehungen aufbauen können in der du dann vielleicht sogar noch glücklicher werden kannst, als in der alten.


Das ist vielleicht in deiner Situation noch schwer zu glauben, aber es ist so. Ganz gewiss. ^^ Hand drauf. Wenn's nicht stimmt, dann darfst du sie abhacken! ;-)
 
Vielleicht nochmal zu der Zeit ohne Partner und nach der ersten schlimmen Phase. Wenn gelernt hast dich selbst zu beschäftigen und glücklich zu machen, dann wirst du vielleicht sogar merken, dass die Zeit ohne Partner garnicht das schlimmste ist, sondern echt schön sein kann.

Naja... musst es nicht glauben, aber vielleicht wirst du's trotzdem irgendwann erleben. :)
 

Polux

Aktives Mitglied
Hallo Shyam,
du beschreibst eine Situation sehr gut - darin kann sich jeder der schon ein Beziehungsende erlebt hat wiedererkennen! Deine Gefühle sind völlig 'normal'. Sehr reflektiert beschreibst du deine Beobachtungen wie du versuchst mit deiner Situation umzugehen. Das zeigt, dass du schon gut 'auf dem Weg' bist.

Leider wird dir diese Feststellung wahrscheinlich nicht so viel helfen. Denn Fakt ist auch, dass du im Moment eine harte und schmerzvolle Zeit durchleben musst. Da helfen keine Platituden und kein 'schulterklopfendes-das-wird-schon-wieder'

Sehr stark ist deine Selbstanalyse - 'ich bin so neidisch' - das du dir das gestattest zeugt von guter Selbsterkenntnis.

Du hast deine Beziehung im August beendet - das ist noch nicht so lange. Am einfachsten wäre es natürlich, sich so schnell wie möglich wieder zu verlieben - neue Beziehung, neues Glück - fertig!

Viele machen das so und es ist sicher eine Möglichkeit der Lebensführung. Mich würde es wundern, nach der Art und Weise wie du schreibst, wenn du das wirklich so für dich haben wolltest.

Bei allem Schmerz - weh tut es immer wenn man etwas los lassen muss - vielleicht würde es dir helfen sich eine Weile eine neue 'externe' Beziehung zu 'verbieten' und es etwas langsamer angehen zu lassen.

Mir hilft in solchen Situationen ein 'besinnen auf mich selbst' - frei nach dem Sprichwort: Du hast es eilig? Geh langsam!

Du schreibst du hast keine Zeit für Hobbys - dann gerade könnte es wichtig sein sich die Zeit für sich selbst zu nehmen. Du willst ja schließlich einen neuen Weg suchen - für DICH. Bevor du einen neuen Partner suchst - was suchst du denn? Muss man ja wissen - sonst erkennt man es gar nicht wenn man ihm begegnet. Was ist dir wichtig? Nicht nur im Bezug auf einen Partner. Was sind die Ziele, welche Träume und Hoffnungen habe ich? Was heißt 'Familie' für mich? Sind meine Überzeugungen realistisch? Sind die Pärchen die ich sehe wirklich so 'glücklich'? Was ist für mich Glück? Und so weiter. Sich selbst mit Fragen zu erforschen gelingt am Besten in solchen Zeiten, wenn man 'dünnhäutig' ist. Lesen zum Thema, Tagebuch schreiben oder eine Kurzgeschichte oder malen, sich mit einem Klumpen Ton vergnügen... Nicht als Hobby, sondern als 'Möglichkeit etwas über sich selbst zu erfahren. Spannend.
Erfolg und Kraft. Polux
 
Ich gebe da Polylux voll und ganz recht.
Das mit dem freiwilligen Verbot einer 'externen' Beziehung habe ich auch gemacht. Ich weiß nicht ob ich dann den für mich festgelegten (mindest-) Zeitraum eingehalten habe, aber darum geht's ja auch irgendwie nicht.

Wichtig (fand ich) auf jeden Fall zu lernen, dass man im Grunde auch alleine glücklich leben kann. Zumindest empfand ich allein diese Einsicht als unglaubliche Bereicherung und förderlich für spätere Beziehungen.

Die wievielte Beziehung war das denn jetzt?
 
Zuletzt bearbeitet:

Shyam

Mitglied
Hallo, vielen Dank für die Antworten.

Winstone Smith, ja ich glaube Du hast recht,ich merke es oft, dass ich wenn ich versuche "Party" zu machen werde ich eher trauriger. Ich habe zwar irgendwie das Gefühl es müsste was passieren und bin innerlich unruhig, aber andererseits habe ich auch das Bedürfniss alleine zu sein und wie Polux es auch schreibt zu mir zu kommen. Und ich hoffe doch sehr dass ich mal wieder glücklich werden kann.

Polux, das tut mir sehr gut gesagt zu bekommen, dass meine Lage durchaus normal ist, man fühlt sich ja doch sehr als wäre man der einzige mit diesen Gefühlen.

Ich glaube auch dass es das einzige ist was ich momentan tun kann ist zu mir zu kommen; es fängt ja auch kein Spitzensportler nach einer Verletzung sofort wieder mit vollem Training an.
Trotzdem fällt mir das absolut schwer, zumal um mich rum grad alle an der Familienplanung sind. Ja und dann kommt so ein wenig Torschlusspanik dazu. mir kommen dann immer so die Gedanken : ich möchte doch Kinder, klar muß das nicht gleich sein, aber wenn ich noch nicht mal einen Mann dazu kenne... ich weiß, ich kanns ja eh nicht ändern, sind halt so meine Gedanken.

Ich würde mich gerne auf die Suche nach mir selbst machen, aber ich habe so das Gefühl ich weiß nicht so recht was ich eigentlich vom Leben möchte. Würde gerne dazu was lesen. Habe jetzt das Buch Das innere Kind gelesen, aber irgendwie bekomme ich dazu keinen Zugang. Könnt ihr mir vielleicht Bücher empfehlen?

Liebe Grüße Shyam
 

Polux

Aktives Mitglied
Hallo Shyam,
da ich Naturwissenschaftler bin habe ich eher einen 'nüchternen' Blick auf mich und die Welt. Ich denke mal, dass das nichts damit zu tun hat, das ich weniger Emotionen als andere habe, sondern, dass ich damit vielleicht nur etwas anders umgehe. Bei Büchern bevorzuge ich daher auch Erklärungen anstatt ausschweifender 'Beschauungen'. Zu wissen, wie ich 'funktioniere' hilft mir in vielen Situationen einen Schritt aus mir heraus zu treten und Alles ein wenig gelassener zu betrachten.

Spaß gemacht hat mir daher:
Manfred Spitzer: Lernen. Gehirn-Forschung und die Schule des Lebens (Spektrum)


Stepehn R. Covey: Die sieben Wege zur Effektivität. Ein Konzept zur Meisterung Ihres beruflichen und privaten Lebens (Heyne, Campus)

Rose DeWolf, Arthur Freeman: Die zehn (10) dümmsten Fehler kluger Leute: Wie man klassischen Denkfallen entgeht (Piper)


Interessant - wenn auch sehr amerikanisch ist auch die Methode von Katie Byron. Kann sehr gut selbst angewendet werden und bietet ein einfaches Instrument zur 'Selbsterforschung' - kann auf youtube angeschaut werden.

Herr Spitzer kann auch auf bayern alpha in kurzen videos angeschaut werden: Geist & Gehirn: Reine Nervensache | BR-alpha | BR

Ansonsten 'nutze' ich jeden Film, jedes Buch, jedes Erlebnis um etwas über mich zu lernen. Immer kann ich mich fragen: Warum berührt mich das? Was regt mich hier auf? Was finde ich blöd? Was gefällt mir? Wenn ich wach bleibe begegnen mir jeden Tag interessante Dinge und Menschen, worunter auch ich :)
Viel Spaß. Polux
 

Shyam

Mitglied
@Polux: ich glaube das liegt mir auch eher. habe mal deine Bücher bei a..z.n gesucht und werde mir da mal was zu Gemüte führen. Mensch dass alles so kompliziert ist. Vielen lieben Dank aber noch mal für die Unterstützung. Liebe Grüße Shyam
 

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