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Einsam und passe nicht dazu?

mehdchen

Neues Mitglied
Hallo.
Ich habe das Gefühl, dass ich ein so ungewöhnliches Leben hatte, dass ich nirgends mehr dazu passe. Ich bin 24 Jahre alt und mache momentan eine schulische Ausbildung - ja, die erste.
Jedenfalls war ich schon, seit ich ein Teenager war, ein sehr wurzelloser Mensch. Mein Elternhaus war traumatisch für mich, weswegen ich mit 14 versucht habe, in das Heim zu kommen, was natürlich nicht funktionierte.
Einst hat mein Vater mich vor Menschen, die ich als Freunde geglaubt habe, verprügelt (weil ich wie so oft ausgerissen war und bei diesen Freunden gefunden wurde). Ich lag am Boden und er hat auch auf mich eingetreten. Mich an den Haaren über die Straße zum Auto geschliffen. Ich denke nicht immer daran, aber doch sehr oft. Und egal, wie es mir gerade geht - denke ich nur zufällig daran, habe ich das Gefühl, nichts kann je gut werden. Egal, wie lange es her ist.
In der Schule wurde ich zu dem Zeitpunkt auch gemobbt. Oder besser gesagt, in den Schulen, Mehrzahl (in der Hoffnung auf Besserung habe ich die Schule häufig gewechselt). Von der fünften bis zur neunten Klasse. Im Nachhinein erkenne ich warum. (Ich habe keine Wärme oder auch nur Freundlichkeit ausgestrahlt, weil es mir so schlecht ging.)
Ich war ursprünglich auf der Realschule, habe mich aber so weit gehen lassen, dass ich auf die Hauptschule kam und selbst dort ohne Abschluss wieder ging. Ich konnte keinen Sinn in irgendetwas erkennen; mir war es vollkommen egal, was mit mir passiert.
Ich habe nie wirklich an den Erfahrungen teilgenommen, die andere Menschen, auch heute noch, viele Jahre später, miteinander zu verbinden scheint. Erst jetzt versuche ich, mich beruflich zu bilden, da ich auch jahrelang an Derealisation und Depersonalisation litt und das nun endlich, ich weiß ehrlich gesagt nicht wie, kaum mehr gegeben ist. (Ich habe Borderline und eine komplexe PTBS diagnostiziert bekommen.)
Ich dachte, alles wäre wieder im Lot. Wahrscheinlich hauptsächlich durch die Ausbildung begründet. Aber in den letzten Wochen wurde mein Empfinden wieder schlimmer und schlimmer.
Mich lässt das Gefühl nicht los, dass ich dazu "verdammt" bin, von anderen Menschen, der Gesellschaft, getrennt zu sein. An meiner Schule schätzen mich meine Mitschüler als sehr engagiert und intelligent ein (ich könnte das nicht einschätzen, ohne, dass es mir jemand sagen würde). Ich bin aber gleichermaßen auch ein Klassenclown. Ich versuche, die Lehrer zu amüsieren und glaube, dass es mir gelingt.
Weil ich mich langweile und ich das Gefühl habe, abseits von Humor niemandem begegnen zu können. In Online-Communities streite ich mich meistens nur mit allen anderen, weil die Wahrscheinlichkeit relativ hoch ist, dass ich andere nicht verstehe und sie mich wiederum nicht verstehen. Ich komme mir nicht selten so vor, als rede ich Spanisch. Wahrscheinlich kann ich nicht einschätzen, wie viel ich vorwegnehmen muss, damit man weiß, was ich meine. Schon angefangen bei banalen Themen.
Wegen meiner Armut und der Tatsache, keine Familie zu haben (sie leben, aber wir haben nichts mehr miteinander zu tun) wusste ich ewig nicht, wohin mit mir und habe in mehreren Bundesländern gewohnt. Habe ich Freunde gefunden, musste ich aus Geldsorgen wieder umziehen etc. Ich habe auch länger in einer Obdachlosenpension gelebt und naja... Hauptsache, nicht auf der Straße, aber es macht trotzdem etwas mit dem Selbstwert.
Ich fühle mich, als ob ich nirgends wirklich existieren darf. Dabei habe ich einen Partner, der zu mir passt, den ich liebe, aber das Gefühl verlässt mich nicht. Es ist nie genug.
Auch habe ich einen Psychologen, aber ich muss erst auf die Weiterbewilligung der Therapie warten. Genauso, wie ich wegen Corona und Ferien die Schule schon seit drei Wochen nicht mehr von innen gesehen habe (die scheint mein einziger Ast gewesen zu sein).
Ich interessiere mich offenbar nur für die Dinge, die niemanden interessieren. So fühle ich das. Möchte mich aber korrigieren und sagen, niemand interessiert sich für das, was ich sage, weil ich es sage.
Ich sehe nicht unzugehörig aus. Ich sehe feminin aus, ohne einen polarisierenden Stil. Wie "der normalste Mensch der Welt".
Aber trotzdem fühle ich mich grundlegend wie ein Unfall, unliebenswert, höchstens oberflächlich noch zu dulden, aber wenn man sich mit mir befassen muss, möchte man am Liebsten kotzen. Ich bin so widersprüchlich, dass ich mich selbst nicht begreifen kann. Ich bin schon neidisch, wenn ich Menschen an einander schreiben sehe "schreib mir, wenn was ist".
Oft sitze ich da und sage in Gegenwart meines Freundes einfach nur: "Ich bin traurig, ich bin einsam ..." Und er weiß nicht wirklich, was ich meine, weil ja nur alles ist wie immer. Auch heute habe ich aus Einsamkeit viel geweint und an Selbstverletzung gedacht. Er geht sehr liebevoll auf mich ein, aber mein Gefühl verändert sich nicht.

Ich habe das Gefühl, mein Text kommt auch sehr durcheinander daher... sorry.
Wieso drehe ich mich so im Kreis?

LG
 
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G

Gelöscht 115931

Gast
Hallo,

Einst hat mein Vater mich vor Menschen, die ich als Freunde geglaubt habe, verprügelt (weil ich wie so oft ausgerissen war und bei diesen Freunden gefunden wurde). Ich lag am Boden und er hat auch auf mich eingetreten. Mich an den Haaren über die Straße zum Auto geschliffen.
Das dein Vater dich geschlagen/verprügelt hat, zeigte nur wie Unfähig er war/ist mit einem Kind umzugehen. Gewalt ist in meinen Augen immer ein Zeichen der Schwäche. Aber du, du bist doch Stark gewesen und hast versucht aus diesem Kreis der Gewalt zu entfliehen.

Habe ich Freunde gefunden, musste ich aus Geldsorgen wieder umziehen etc.
Bei uns brauchst du kein Geld ;).

Ich bin aber gleichermaßen auch ein Klassenclown.
Du solltest dich Fragen wieso das so ist. Bist du wirklich ein lustiger Mensch oder willst du im Mittelpunkt stehen?

In Online-Communities streite ich mich meistens nur mit allen anderen
Gegen eine lebhafte Diskussion ist nichts einzuwenden, jeder darf seinen Standpunkt haben und ihn auch vertreten.

Ich habe auch länger in einer Obdachlosenpension gelebt und naja... Hauptsache, nicht auf der Straße, aber es macht trotzdem etwas mit dem Selbstwert.
Das kommt auf den Betrachtungswinkel an. Aus meiner Sicht hast auch hier innere Stärke bewiesen und in diese Situation das beste daraus gemacht.

Ich fühle mich, als ob ich nirgends wirklich existieren darf.
Wer entscheidet das denn?

Genauso, wie ich wegen Corona und Ferien die Schule schon seit drei Wochen nicht mehr von innen gesehen habe (die scheint mein einziger Ast gewesen zu sein).
Oh, das kenne ich. Wegen Corona arbeite ich nur noch von zuhause aus und lese und schreibe deshalb in diesem Forum.

Ich interessiere mich offenbar nur für die Dinge, die niemanden interessieren.
Für was interessiert du dich?

.... niemand interessiert sich für das, was ich sage, weil ich es sage.
Wie kommst du darauf, das du als Person der Grund für die Ignoranz der anderen bist?

Ich bin so widersprüchlich, dass ich mich selbst nicht begreifen kann.
Damit bist du nicht allein. Ich habe viele Dinge in meinem Leben gemacht, wo ich keinem, auch mir selber, nicht erklären kann warum ich die Dinge gemacht habe.

Ich bin schon neidisch, wenn ich Menschen an einander schreiben sehe "schreib mir, wenn was ist".
Dann schreibe uns wenn was ist.

Oft sitze ich da und sage in Gegenwart meines Freundes einfach nur: "Ich bin traurig, ich bin einsam ..." Und er weiß nicht wirklich, was ich meine, weil ja nur alles ist wie immer.
Es ist wirklich schwer den Gemütszustand eines Menschen von außen zuerkennen. Ich hätte nach dem Grund gefragt, um es zu verstehen.

Auch heute habe ich aus Einsamkeit viel geweint und an Selbstverletzung gedacht.
Das mit der Selbstverletzung ist keine Lösung. Sicherlich du betäubst einen Schmerz mit einem anderen. Es kommt bestimmt der Zeitpunkt wo du dann beide Schmerzen spürst .... und dann?

Ich habe das Gefühl, mein Text kommt auch sehr durcheinander daher... sorry.
Ja, ich gebe dir Recht. Deine geschriebenen Worte folgten wohl deinen Gedanken. Ja, wie soll ich sagen. Die Gedanken sind wohl etwas ungeordnet.

LG Nemthos
 

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