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Einmal ist keinmal ?

M

mickeymouse♥

Gast
Liebes Forum,
Die Situation die ich erzählen möchte ist schon einige monate her aber ich brauche eine neutrale Meinung dazu ob ich richtig gehandelt habe.
Mein partner hat vor gut einem halben Jahr erfahren, dass seine Mutter Krebs hat.
Er reagierte darauf sehr ruhig und verschlossen und ging nie auf das Angebot ein mit mir zu reden falls er probleme oder angst hat.
Ein Monat verstrich und wir gingen auf eine Party, auf der zufälligerweise auch ein Kerl war der ziemlich auf mich steht.
Mein Freund war schon ziemlich gut dabei und trank immer weiter und wurde ziemlich aufdringlich anderen Frauen gegenüber. Als ich ihn darauf ansprach stritten wir und ich hab ihn den ganzen abend nicht mehr gesehen bis ich erfuhr dass eine Freundin ihn nachhause gebracht hat.
Also bin ich auch nachhause, er lag im Bett total verheult und ich fragt ihn was los sei.
Daraufhin rastete er völligst aus schrie um sich er wolle zu seiner mutter ich solle mich von dem Kerl in der disko f**** lassen etc.. dann stieß er mich auf den boden und trat mir volle kanne ins gesicht.
Ich verschwand total panisch ins nebenzimmer und er schlief ein und ich irgendwann auch..
am nächsten morgen "konnte er sich an nichts errinern" und wollte mich sogar rausschmeißen weil er davon ausging ich hätte mal wieder n eifersuchtsanfall in der disko gehabt.
Ich erzählte ihm unter Tränen was er gemacht hatte und ob er sich bewusst sei was da passiert ist.
Er brach weinend zusammen und hat sich tausend mal entschuldigt und versuchte mit mir zu reden.
Seit diesem Tag hab ich total Probleme mich in ihn hineinzuversetzen, ich verstehe seine Anliegen nicht mehr er tut mir nicht mehr leid wenn er arbeitsstress hat oder ihn irgendwas belastet. Seine personlichen Gefühle sind mir quasi egal. Hat das was mit diesem Abend zutun ? Und wie komm ich dagegen an ? War es überhaupt richtig diesen Übergriff einfach so zu entschuldigen ?
 

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Harle

Aktives Mitglied
Du liebst ihn nicht mehr, deswegen gelingt dir das in ihn versetzen etc. nicht mehr.

Er baggert andere Frauen an, der lässt dich alleine zurück, er trat dir ins Gesicht ( er kann zum Glück nicht treten),
er streitet es ab, er beschuldigt dich, dann wechselt er die Taktik und bricht zusammen.

Kann man das Verzeihen, ich denke nicht. Aber vielleicht kannst du das schon, oder dein Gehirn unterwirft sich ihm und du lebst in solcher Angst, das dich ihm unterwirfst und es für Verzeihen hältst, aber irgendwie spürst du ja doch dass es jetzt alles anders ist.

Hat er dich niemals vorher geschüttelt, geschubst, geschlagen oder extrem angebrüllt? Du gehst über seinen Angriff so hinweg, als wäre es okay, das verwundert mich.
Falls er auch sonst , vorher, nachher , in anderen Beziehungen aggressiv war, trenn dich.
Du hast besseres verdient.

Die Krankheit seiner Mutter entschuldigt für mich nichts. Ist er ständig bei ihr, sorgt er für sie ?
Wäre er in dieser Stress Situation von einem anderen Mann angegangen worden der ihn einen ''H********'' genannt hätte und er da ausgetickt wäre, würde mein Text hier anders lauten. Aber der eigenen Partnerin ins Gesicht treten. Bah widerlicher Typ!
 

Jusehr

Aktives Mitglied
Dein Freund trinkt über die Maßen, dass er fremden Frauen gegenüber aufdringlich wird und läßt sich dadurch von einer anderen Frau nach Hause fahren. Du erfährst über seinen Verbleib nichts. Alles angeblich alkoholbedingt.
Er tritt Dich "volle Kanne" ins Gesicht. Angeblich auch alkoholbedingt.

Angeblich kann er sich an so einen extremen Vorfall nicht erinnern (am nächsten Morgen).

Selbst unter Alkoholeinfluss kenne ich kaum Menschen, die jemals "volle Kanne" ins Gesicht der Freundin getreten haben.

Schuld oder Unschuld will ich hier gar nicht bewerten. Aber: dieser Mensch scheint mir für Dich eine große Gefahr darzustellen. Ich rate zur schnellstmöglichen Trennung.

Auf die Ergebnisse einer vielleicht geglückten Therapie willst Du bestimmt nicht mehr warten, oder?
 
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G

Gast

Gast
mickeymouse♥;3102425 meinte:
(...) trat mir volle kanne ins gesicht.
Das ist durch NICHTS zu entschuldigen. Jeder Mensch hat mal Streß und Sorgen, aber das ist kein Freibrief, gewalttätig zu werden. Da gibt es meiner Meinung nach auch nichts mehr zu klären, er hätte Dich schwer verletzen können. Ich kann Dir nur zur Trennung raten, und das schnellstmöglich.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
mickeymouse♥;3102425 meinte:
Seit diesem Tag hab ich total Probleme mich in ihn hineinzuversetzen, ich verstehe seine Anliegen nicht mehr er tut mir nicht mehr leid wenn er arbeitsstress hat oder ihn irgendwas belastet. Seine personlichen Gefühle sind mir quasi egal. Hat das was mit diesem Abend zutun ? Und wie komm ich dagegen an ? War es überhaupt richtig diesen Übergriff einfach so zu entschuldigen ?

Liebe Mickeymouse,

aus meiner Sicht war es nicht verkehrt, seinen Übergriff zu entschuldigen. Nach meinem Eindruck hat er seinen Übergriff ehrlich bereut.

Jedoch vermute ich, dass er Dein Vertrauen kaputtgetreten hat. Ohne Vertrauen gibt es auch keine Nähe. Ohne Nähe geht auch das Mitgefühl verloren.

Wir glauben den Menschen vor uns zu kennen. Wir glauben uns zu kennen. Ich denke, wir wissen oft nicht, welche guten und schlechten Seiten in uns stecken. Erst wenn es zu "besonderen Situationen" kommt, erfahren wir mehr über uns bzw. über den anderen Menschen. Liebe ist immer ganzheitlich, also den ganzen Menschen mit seinen Stärken und mit seinen Schwächen. Aber das bedeutet nicht, dass wir dem anderen Menschen vertrauen müssen oder dürfen. Und manchmal ist es eben wichtig, Distanz zu wahren. Blinde Liebe hat etwas Selbstzerstörerisches. Sehende Liebe sucht die gewünschte Nähe - hält aber die erforderliche Distanz. Und dazu gehört auch einen Menschen gehen zu lassen, wenn kein Vertrauen mehr besteht. Liebe ohne Vertrauen ist wie Zigarette ohne Tabak. Da brennt nur Papier, sonst nichts.

Verlorenes oder zerstörtes Vertrauen kann wieder aufgebaut werden. Aber es bedarf schon großer Änderungen. Es bedarf z.B. einer Einsicht in die Ursachen. Das Verhalten in der speziellen Situation war nur das Symptom. Und Einsicht ist noch keine Änderung. Eine Einsicht, z.B. dass das Symptom "nicht wünschenswert" ist, ist auf keinen Fall alleine schon geeignet, Vertrauen aufzubauen. So sehe ich es jedenfalls.

Helfen Dir diese Zeilen bei Deinen Fragen?

LG, Nordrheiner
 
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G

Gast

Gast
Erstmal danke an alle die sich dir zeit genommen haben meinen text zu lesen..
mir hilft jede einzelne Meinung diesen Vorfall zu reflektieren..
wenn ich darüber nochmal aus Distanz nachdenke ist sein Verhalten das eines Arschl****.
Mein Konflikt ist, dass er weder früher bei anderen Patnerinnen noch bei mir so unkontrolliert war. Das war eine Situation bei der mir mein Freund völlig fremd war.
Außerdem glaube ich das seine Angst wegen seiner Mutter und seine runtergeschluckten Emotionen ihn so handeln lassen haben.
Ich weiß nicht ob ich mir das einrede, aber ich glaube diese Handlung war nicht speziell auf mich gerichtet sondern es hätte jeder da sitzen können und er hätte so gehandelt.
Das ich nicht mehr mit ihm "fühlen" kann ist ein Problem des Vertrauens da habt ihr Recht. Dieser Vorfall hat war zerstört aber an Vertrauen kann man arbeiten meiner Meinung nach. Ich bin einfach total verwirrt ob ich mich selber belüge und mir etwas einrede..
vielleicht krieg ich ja nochmal ein paar Antworten.
liebe grüße!
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Ja, an Vertrauen kann man arbeiten. Sicher. Aber da liegt alles bei Deinem Freund.
Und sein Weg wäre vermutlich lang...
Und nochmal: Welch' schlimmen Erlebnisse er auch gehabt haben mag, sie holten nur hervor, was auch in ihm steckt. Ich vermute, es war Hass. Und darüber ist nachzudenken. Ein Bereuen der Auswirkungen wäre ein guter Anfang, ist aber nur ein Anfang.
Wäre ich an Deiner Stelle, wäre ich so verletzt, dass ich mich in eine recht große Distanz in Sicherheit bringen wollte.
Ich hätte Sorge, dass dieser Hass, auf wen oder was auch immer, bei nächster Gelegenheit wieder zum Vorschein käme.

LG, Nordrheiner
 
G

Gast

Gast
Danke für die schnelle Antwort,
ich glaube du verstehst was ich sagen will.
Was meinst du woher kommt der Hass bzw war der Hass auf mich ausgerichtet?
Klar ich bin verletzt habe aber nicht weiter darüber nachgedacht mich zu distanzieren da wir zusammen wohnen und ich auch hier vor Ort arbeite.
Klar bin ich am abend danach zu meiner Freundin aber wenn ich das jemandem aus meinem Umfeld erzählen würde, würden sie diese Beziehung nicht mehr zulassen und mich keine Minute mehr mit ihm verbringen lassen..
Ich kann mittlerweile normal mit ihm umgehen wäre diese gleichgültigkeit seiner probleme gegenüber nicht da...
 

Harle

Aktives Mitglied
sein Verhalten das eines Arschl****.


Mein Konflikt ist, dass er weder früher bei anderen Patnerinnen noch bei mir so unkontrolliert war. Ich bin einfach total verwirrt ob ich mich selber belüge und mir etwas einrede..
vielleicht krieg ich ja nochmal ein paar Antworten.
liebe grüße!
Du klingst für mich so als würdest du dir selber etwa einreden. Allein seine Reaktion am nächsten morgen ....

Was genau meinst du mit ''so unkontrolliert'' ... das klingt so als wäre da doch schon ein Wenig vorher gewesen?

Was sagt er denn zu einer Therapie? Die zumindest solltest du ihm wert sein. Wo du ihn schon nicht anzeigst ....


wenn ich das jemandem aus meinem Umfeld erzählen würde, würden sie diese Beziehung nicht mehr zulassen und mich keine Minute mehr mit ihm verbringen lassen..
Ich kann mittlerweile normal mit ihm umgehen wäre diese gleichgültigkeit seiner probleme gegenüber nicht da...
Oh, das klingt aber auch nicht so als wäre er sonst der liebe Kerl....
 
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