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Ein zerstörtes Leben

Darien

Neues Mitglied
Hallo, ihr guten Seelen!

Einleitung: Ich bin kein guter schreiber, mir fehlt einfach die Schulbildung um einen fehlerfreien Satz zu schreiben, möchte meine Geschichte aber dennoch erzählen.
Habe in einem Bericht gelesen das Frühchen eher Gewalt erleben als andere, ich war ein Früchen.


Mein Name ist sagen wir Darien, bin mittlerweile 27 Jahre alt und auch meine Kindheit war geprägt von Gewalt, Demütigung und Lügen.

An den Kindergarten kann ich mich kaum mehr erinnern, weiß nur das ich in 2 Jahren bei 11 verschiedenen Pflegefamilien war.
Meine Eltern (Mutter,Stiefvater) waren damals sehr hoch verschuldet, beide Berufstätig und ich wurde immer wo untergebracht aber immer nur für kurze Zeit.
Vor 13 Jahren hat mich aus dem Zufall heraus eine "Pflegemama" erkannt und mich angesprochen, mir gesagt wenn du 18 bist komm vorbei, sie habe mir was zu erzählen. Diesen Schritt hab ich bis Heute nicht gemacht, denn wenn ich diese Türe öffne kann ich sie nie mehr schließen.


Die Volksschule

Bereits in der ersten Klasse ging es los mit der Gewalt, es war immer nur meine Mutter die mich geschlagen hat.
Der erste auslöser war als ich ihr vergessen hatte eine Einladung zum Elternsprechtag zu geben, sie schlug mit allem zu was sie in die Finger bekam, mit diversen Küchengegenstände mit ihrem großen Ring hat sie zugeschlagen und sich dabei selbst verletzt, als sie das Blut an ihrem Finger sah rastete sie komplett aus und schlug wie wild auf mich ein.
Es war kein, ich geben dir einen Klap´s es war der pure Hass in ihren Augen. Von diesem Tag an brauchte ich jeden Tag Stundenlag auf dem Heimweg, obwohl es nur 2 Kilometer von der Schule bis zu mir nach Hause waren. Ich wusste es könnte ihr jederzeit wieder aushängen und das tat es auch.

Meine erste Demütigung habe ich in der 2ten klasse Volksschule bekommen, ich brachte einen Freund nach dem spielen im Freien mit nach Hause, wie Jungs mal so sind in diesem Alter war ich natürlich verdreckt. Wir gingen gleich in mein Zimmer, mein Reich, meine Zuflucht, Thomas setzte sich auf einen Stuhl und ich hatte es mir im Bett gemütlich gemacht, meine Mutter öffnete die Tür und sah das ich mit den schmutzigen Klamotten im Bett war, sie prügelte vor den Augen meines besten Freundes auf mich ein, schlug mich durch die ganze Wohnung ins badezimmer und begann mich zu säubern. In diesem Moment hatte sie mich gebrochen, ich wollte von der Familie nichts mehr wissen und verweigerte damit auch den Weihnachtsbesuch bei Oma und Opa nur damit ich ein paar Stunden alleine daheim ohne meine Mutter verbringen konnte. Weihnachten gibt es nicht mehr......

Ich wollte sterben........
und hätte es auch beinahe geschaft, wäre der Ast nicht morsch gewesen auf dem ich mich erhängen wollte. Mein Onkel hatte mir Wochen davor mal gezeigt wie man einen Strick bindet.

3.Klasse

Sie schlug weiter, mittlerweile hatte ich mich dran gewöhnt und wusste wie ich mir die schlimmsten Schmerzen ersparen konnte , wie ich mich schützen musste.......

In dieser 3 Klasse hatte ich einen Bliddarmdurchbruch (schmerzfrei) bin einfach irgendwann im Winter umgefallen und im Spital wieder aufgewacht.
Es stand schlecht um mich und zum ersten mal war meine Mutter führsorglich zu mir, was für ein Gefühl!
Alles gute hatte aber auch irgendwann ein Ende und so wurde ich nach 3 Monaten aus dem Spital entlassen. Die erste paar Wochen waren eigentlich ganz in Ordnung, sie ging mir aus dem Weg.

4.Klasse

Meine Noten in der Schule wurden sehr schlecht, ich konnte mich einfach in der Schule nicht konzentrieren, dachte immer nur was kommt heute auf mich zu?! Mir hat auch nie jemand geholfen bei den Hausaufgaben.
Die Lehrerin gab mir einen Brief mit nach Hause, eigentlich wollte ich ihn wegschmeißen hab es aber vergessen und meine Mutter hat ihn gefunden.
Diesmal war es anders, sie schrie mich nur an "warte bis xxxxx nach Hause kommt, dann kannst du was erleben" und sperrte mich in meinem Zimmer ein.
Ich hatte panische Angst davor das er jetzt auch noch mit der Gewalt anfangt, er hatte mir ja nie was getan.(er hat nur weck gesehen aber nie gewalt angewendet)
Wir wohnten in einem sozialbau, im obersten 4 Stock, mein einziger Gedanke war ... flucht.... Da sie mich eingesperrt hatte öffnete ich das Zimmerfenster und bin auf das Dach hinausgegangen, hier war ich sicher doch bleiben konnte ich hier nicht. Da mir es egal war zu sterben bin ich zur Regenrinne geklettert und hab mich an dieser abgeseilt. (anm. seither hab ich Höhenangst)
Unten angekommen wusste ich, ich muss schnellst möglich weck, nur wohin? Ich wusste ich kann nicht für immer gehen da ich einfach noch zu jung bin, deshalb lief ich zu meiner Tante und habe sie um hilfe gebeten.
Sie rief natürlich meine Mutter an, die holte mich auch promt ab und bekamm noch folgenden Tip mit auf den Weg....... Wenn du Ihn nicht unter Kontrolle bringst, gib Ihm einfach nichts mehr zu essen.
Am essen hat es mir trotzdem nicht gemangelt, obwohl es nie viel gab, hat es immer gereicht.


1.Hauptschule

Zu der Häuslichen Gewalt bekam ich nun in der Schule Probleme mit den Mitschülern, der Markenwahn hatte eingestzt und sowas hatte ich nicht.
Jetzt hatte ich an 2 Fronten Krieg, deshalb hab ich mich entschlossen in einem Einkaufszentrum entwaß zu stehlen in der Hoffnung wenigsten in der Schule die Blicke auf mich richten zu können und somit auch der Gewalt zu entkommen.
Es kommte wie es kommen musste, ich wurde natürlich gleich beim ersten Mal erwischt und meine Mutter wurde in der Firma angerufen und musste mich abholen. Sie war sehr gelassen, bis wir zu Hause waren, sie schug mir mit der Faust ins Gesicht, ich hatte starke Schmerzen und blutete aus beiden Nasenlöcher ohne Ende.


Darauf hin übernachtete in einem Lüftungschacht unter einem Einkaufszentrum, so unglaublich wie das jetzt klingen mag, ich bin am Morgen wach geworden und in die Schule gegangen.(mir war kalt)
Es dauerte nicht lange und die Polizei hat mich aus der Klasse gebeten, es wurde nicht einmal das Jugendamt verständigt.
Bald darauf bin ich mit einem Fleischermesser hinter meiner Mutter gestanden, die Hand hat mir gezittert und ich wollte es Ihr in das Kreuz rammen, heute bin ich froh das ich es nicht gemacht habe.



3.Hauptschule -Pupertät-

Die Schule war schon länger nur noch Pflicht aber jetzte änderte sich mein Verhalten von ängstlich auf agressiv. Jeder Mensch wurde von mir beobachtet und nach den jeweiligen schwächen gesucht um mich im Notfall schützen zu können. Ich wurde ein Schläger, ein gerechter, jeder der andere quälte lernte mich kennen, ich hatte und habe ein sehr starken Sinn für Gerechtigkeit.

Im Alter von 14 war ich nicht mehr zu kontrollieren, ich kam und ging wie es mir passte, die Schule war mir egal. Daraufhin hatte ich natürlich auch Probleme mit der Polizei und sie steckte mich in ein Heim. Warum nicht früher??? Volksschule???

Im Heim war ich 1 1/2 Jahre, es war die schönste Zeit meiner Kindheit. Weck von meiner Mutter, liebevolle Betreuer die mich aufbauten.




Zu meinem Heutigen Leben.....

Eine Lehre habe ich wegen meinen schlechten Noten keine bekommen, arbeite aber seit dem 16 Lebensjahr bis auf ein halbes Jahr durchgehend bei einer großen Firma als Lagerist.

Meiner Kindheit trauere ich nicht nach, nur das ich nie die Chance hatte mich normal zu entwickeln und wie meine Freunde studieren zu gehen.
Es fehlt mir auch die Kraft nochmal von vorne zu beginnen und das ganze Schulische nachzuholen.

Zu meiner Mutter habe ich keine Kontakt mehr, ich kann es weder vergessen noch verzeihen!!!


Ich lebe seit 7 Jahren mit meiner Freundin sehr zurückgezogen zusammen.
Mittlerweile möchte sie Kinder aber ich habe vor diesem Schritt wirklich Angst!
Meine Freundin karakterisiert mich: einfühlsam, sensibel, ruhig, laut, verdammt sturr, großes durchsetzungsvermögen, böshaft mit worten(keine bleidigungen),egoistisch, aufgeschlossen, unordentlich, freundlich, knopfig(?),Tierlieb, hilfsbereit, Ein Harmloser der die Gewalt aber nie vergessen hat.


Vor 2 Wochen musste ich mich an der Nase Operieren lassen da mir meine "Mutter" bei dem Schlag in´s Gesicht die Nase an einigen Stellen gebrochen hatte und meine Nase komplett zugewachsen war und ich nicht mehr durch die Nase atmen konnte.



Ich wünsche jedem der Gewalt erlebt hat viel Kraft und lasst euch nicht auffressen von dem erlebten!
Ein dankeschön noch an dieses Forum!!!
 

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selina20

Mitglied
ich habe deine geschichte ausführlich gelesen,
ich musste paarmal stoppen weil ich habe auch sowas ähnliches erlebt heute möchte ich nicht darüber sprechen ich bin froh das ich es alles geschafft habe ohne freunde ohne geld ohne familie nur ich allein,
ich bin mit mobbing und traumas aufgewacksn was aus mir wurde heute mit 21 soziale phobie teilweise und depresionen starke ich bin immer alleine und ziehe mich bewusst zurück soziale kontakte meide ich oder ich sage einfach ich habe keine zeit tschüss
weist du ich bin stolz auf dich das du es geschafft hast und eine freundin gefunden hast die dich liebt,es ist wichtig
du arbeitest als lagerist hast du erwähnt,
mach doch die prufüng extern nach du schaffst das man ist nie alt genug fürs lernen ich hab jetzt auch meine ausbildung hätte ich nie gedacht unter der lage ich war fertig mit mir aber dein erfolg macht dich stärker und du willst immer mehr . nur ein tipp von mir,
ich feiere silvester und weihnachten bewusst alleine ich habe ja kein handy mehr hab ich entsorgt weil dan nerven die mich wieder,
aber es geht mir gut ich fühle mich wohl wen ich am wochenende alleine bin,und zuhause,
ich wünsche dir viel glück für deine zukunft
 
M

Mahdia

Gast
Darien es tut mir furchtbar leid was Du alles durchmachen musstest! Ich bin echt erschüttert! :( :(

Ich hab in meiner Kindheit ähnliches erfahren, zwar nicht so sehr mit Gewalt wie bei Dir, aber es war auch nicht leicht für meine Geschwister und mich. Wir waren zwei Jahre im Heim und ich finde auch, was besseres konnte uns damals nicht passieren.

Ich find es schön zu lesen, wie toll Du Dein Leben in den Griff bekommen hast (bzw. versuchst)

Dass Du keine Kinder haben möchtest kann ich irgendwie nachvollziehen. Vielleicht hast Du unterbewusst die Angst, dass Du zu Deinen Kindern genauso sein könntest, wie Du es von Deiner Mutter erlebt hast?

Aber so muss es nicht werden! Du hast sehr schlimmes erlebt, vielleicht wird gerade deshalb aus Dir ein besonders lieber Papa? :)

Man kann die Vergangenheit nie vergessen, aber es ist schon ein toller Schritt von Dir, das beste daraus zu machen!

Liebe Grüße
 

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