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Ein paar Fragen zu Praktika und typischen Jobanforderungen

RageAkuma94

Mitglied
Hallo Leute,

ich bin im Moment etwas überfordert und fühle mich als recht junger Mensch und Student trotzdem, wie ein Senior der den Angestellten im Jobcenter nicht mehr versteht. Ich habe bisher auch einfach klassische Studentenjobs in der Gastro und im Verkauf gemacht, wo all diese Dinge nicht so gefragt waren.

Ich habe mich jetzt recht lange Zeit durch unterschiedliche Bewerbungsportale gescrollt und dabei sind ein paar Fragen aufgekommen. Ich denke, dass es anderen sicher auch so geht und mich würde interessieren, wie sie damit umgehen.

1.) bei ganz vielen Praktika-Stellen wird bereits Berufserfahrung oder eine Reihe vorhandener Qualifikationen vorausgesetzt. Nun sollte eigentlich doch ein Praktika genau dazu dienen um diese Erfahrungen zu sammeln oder habe ich das falsch verstanden? Ich komme aus den GeiWis und suche etwas in der Medien- oder Verlagsbranche, aber natürlich bin ich jetzt kein ausgebildeter Grafikdesigner oder Social Media Manager. Trotzdem klingen recht viele Praktika-Ausschreibungen ein bisschen so, als ob sie genau das verlangen. Wenn ich also diese Voraussetzungen nicht habe, wie kann ich diese dann am besten nachholen? Eine andere Berufsausbildung oder gibt es noch einen Bereich unterhalb des Praktikums?

2.) Recht oft werden folgende Dinge verlangt:

-Kenntnisse im Bereich digitale Medien (Audio, Video, Social Media)
-(Idealerweise) Grundkenntnisse in WordPress
-MS Office Kenntnisse
-Social Media-Erfahrung

Nun ist mir das etwas zu schwammig formuliert. Bedeutet das, dass man bestimmte Zertifikate oder den Computerführerschein vorweisen können sollte oder reicht hier auch das Wissen von Tutorials und Basics die man aus dem Informatikunterricht der Schule mitgenommen hat? Besonders bei Social-Media-Erfahrung bin ich mir jetzt nicht sicher, ob hier fundierte Kenntnisse im Online-Marketing gefragt sind oder einfach Kundenerfahrung mit Facebook, Twitter und Co.

3.) Ich finde in meiner Stadt fast kaum Praktika-Stellen und jene, die ich finde, setzen eben einiges voraus. Gibt es überhaupt genug Stellen für die Absolventen von Massenstudienfächern? Und wenn Nein, was macht man in diesem Fall?

4.) Ich bin am Überlegen noch eine zusätzliche Ausbildung zu machen, die eine klassischen Berufsausbildung gleicht. Verhält es sich hier anders bzw. so, dass die Ausbildung für den direkten Jobeinstieg reicht? Beispielsweise, wenn ich Optiker, Fachinformatiker oder Grafiker werde?

5.) Bewerbt ihr euch auch manchmal, wenn ihr euch nicht alles, was in der Qualifikation verlangt wird direkt zutraut? Ich finde es ein bisschen schade, dass Arbeitgeber selten die Möglichkeit des Learning by doing anbieten.

Würde mich echt über Erfahrungen von Personen mit ähnlichen Problemen bei der Job- und Praktika-Suche freuen.
 

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Peter1968

Moderator
Teammitglied
Hallo,
ich muss mich nicht mehr bewerben daher kann ich manches nicht beantworten, zu einigem habe ich aber ein paar Antworten da ich ab und an mal jemanden einstelle, vielleicht bringt dies ja auch etwas besseres Verständnis.

bei ganz vielen Praktika-Stellen wird bereits Berufserfahrung oder eine Reihe vorhandener Qualifikationen vorausgesetzt. Nun sollte eigentlich doch ein Praktika genau dazu dienen um diese Erfahrungen zu sammeln oder habe ich das falsch verstanden?
Sehr oft geht es beim Praktikum auch darum den richtigen Arbeitnehmer für mich zu finden. Dies ist dann eher eine Art Probearbeit. Es gibt sehr viele Bewerber die aus der Branche kommen und sich umorientieren oder Arbeitssuchend sind. Wenn beim Praktikum heißt man sollte Vorkenntnisse besitzen, werden dann eher solche Bewerber gesucht.
Natürlich auch Bewerber die gerade dieses Fach studieren, da dies ja auch von Vorkenntnissen zeugt aber eben keine völlig berufsfremden Bewerber.
Recht oft werden folgende Dinge verlangt:
...............
Nun ist mir das etwas zu schwammig formuliert. Bedeutet das, dass man bestimmte Zertifikate oder den Computerführerschein vorweisen können sollte oder reicht hier auch das Wissen von Tutorials und Basics die man aus dem Informatikunterricht der Schule mitgenommen hat?
Hier geht es eher darum das man sich mit diesen Dingen auskennen sollte, dass man direkt damit arbeiten kann. Irgendwelche Zertifikate oder den ECDL (denke den meinst du mit dem Computerführerschein) oder was auch immer muss man zu einer Praktikum Bewerbung eher nicht vorbringen, man sollte sich lediglich damit auskennen und damit arbeiten können (Anwender).
Hat man natürlich auch noch Zertifikate wird dies im Ausschlussverfahren selbstverständlich förderlich sein.
Gibt es überhaupt genug Stellen für die Absolventen von Massenstudienfächern? Und wenn Nein, was macht man in diesem Fall?
Hier muss ich schon sagen das dies ein Problem ist und ein größeres wird. Irgendwann sind auch mal die meisten Stellen besetzt die derzeit sehr gefragt sind.
Man sollte sich vielleicht dann auch in den Firmen, wo es diese Stellen gibt, in anderen Abteilungen bewerben und sehen das man irgendwann dort ankommt wo man ankommen wollte. Dies wird zum Teil auch mit den Arbeitgebern so besprochen und auch geschätzt, da es immer auch gut ist, verschiedene Arbeitsabläufe und Abteilungen kennen zu lernen.
Ich bin am Überlegen noch eine zusätzliche Ausbildung zu machen, die eine klassischen Berufsausbildung gleicht. Verhält es sich hier anders bzw. so, dass die Ausbildung für den direkten Jobeinstieg reicht?
Ich selbst habe auch beides gemacht, allerdings spiegelverkehrt, habe erst eine Lehre gemacht, danach als Geselle gearbeitet und das Studium beiher begonnen und abgeschlossen.
Anschließend auch in diesem Betrieb Studiengerecht gearbeitet. (vor der Selbstständigkeit)
Natürlich ist dies sehr förderlich, auch heute, wenn man , gerade in technischen Bereichen, die Praxis und die Theorie kennt.
So etwas schadet auf gar keinen Fall.
Bewerbt ihr euch auch manchmal, wenn ihr euch nicht alles, was in der Qualifikation verlangt wird direkt zutraut? Ich finde es ein bisschen schade, dass Arbeitgeber selten die Möglichkeit des Learning by doing anbiete
Würde ich auf jeden Fall machen und dies auch ansprechen, man kann nicht immer alle Voraussetzungen erfüllen, aber sollte dann immer bereit sein diese zu erlernen. Es gibt schon noch Arbeitgeber die dies so anbieten, man erfährt es meist erst bei den Erstgesprächen. Ehrlich damit umgehen, sagen wo etwas noch stocken könnte, Arbeitgeber, die einen wollen auf Grund der anderen Eigenschaften, werden auch Angebote machen das Fehlende zu erlernen.

Wünsche dir auf jeden Fall Erfolg und die nötige Kraft und Ausdauer die es eben braucht.
 

RageAkuma94

Mitglied
Hallo,
ich muss mich nicht mehr bewerben daher kann ich manches nicht beantworten, zu einigem habe ich aber ein paar Antworten da ich ab und an mal jemanden einstelle, vielleicht bringt dies ja auch etwas besseres Verständnis.


Sehr oft geht es beim Praktikum auch darum den richtigen Arbeitnehmer für mich zu finden. Dies ist dann eher eine Art Probearbeit. Es gibt sehr viele Bewerber die aus der Branche kommen und sich umorientieren oder Arbeitssuchend sind. Wenn beim Praktikum heißt man sollte Vorkenntnisse besitzen, werden dann eher solche Bewerber gesucht.
Natürlich auch Bewerber die gerade dieses Fach studieren, da dies ja auch von Vorkenntnissen zeugt aber eben keine völlig berufsfremden Bewerber.

Hier geht es eher darum das man sich mit diesen Dingen auskennen sollte, dass man direkt damit arbeiten kann. Irgendwelche Zertifikate oder den ECDL (denke den meinst du mit dem Computerführerschein) oder was auch immer muss man zu einer Praktikum Bewerbung eher nicht vorbringen, man sollte sich lediglich damit auskennen und damit arbeiten können (Anwender).
Hat man natürlich auch noch Zertifikate wird dies im Ausschlussverfahren selbstverständlich förderlich sein.

Hier muss ich schon sagen das dies ein Problem ist und ein größeres wird. Irgendwann sind auch mal die meisten Stellen besetzt die derzeit sehr gefragt sind.
Man sollte sich vielleicht dann auch in den Firmen, wo es diese Stellen gibt, in anderen Abteilungen bewerben und sehen das man irgendwann dort ankommt wo man ankommen wollte. Dies wird zum Teil auch mit den Arbeitgebern so besprochen und auch geschätzt, da es immer auch gut ist, verschiedene Arbeitsabläufe und Abteilungen kennen zu lernen.

Ich selbst habe auch beides gemacht, allerdings spiegelverkehrt, habe erst eine Lehre gemacht, danach als Geselle gearbeitet und das Studium beiher begonnen und abgeschlossen.
Anschließend auch in diesem Betrieb Studiengerecht gearbeitet. (vor der Selbstständigkeit)
Natürlich ist dies sehr förderlich, auch heute, wenn man , gerade in technischen Bereichen, die Praxis und die Theorie kennt.
So etwas schadet auf gar keinen Fall.

Würde ich auf jeden Fall machen und dies auch ansprechen, man kann nicht immer alle Voraussetzungen erfüllen, aber sollte dann immer bereit sein diese zu erlernen. Es gibt schon noch Arbeitgeber die dies so anbieten, man erfährt es meist erst bei den Erstgesprächen. Ehrlich damit umgehen, sagen wo etwas noch stocken könnte, Arbeitgeber, die einen wollen auf Grund der anderen Eigenschaften, werden auch Angebote machen das Fehlende zu erlernen.

Wünsche dir auf jeden Fall Erfolg und die nötige Kraft und Ausdauer die es eben braucht.

Danke für deine ausführliche Antwort. Die Sache ist auch die, dass ich mich parallel nach Praktika und Berufen umsehe. Ich halte mein Studium nicht für sonderlich gefragt und sehe, aber, dass sowohl bei Praktika in der Medienbranche als auch bei Jobs die nur ansatzweise zu meinem Studium passen könnten immer irgendetwas fehlt und ich weiß nicht, wie ich im Moment damit umgehen sollte.
 

Oshkosh

Mitglied
5.) Bewerbt ihr euch auch manchmal, wenn ihr euch nicht alles, was in der Qualifikation verlangt wird direkt zutraut?
Ja, manchmal, aber nur, wenn es wirklich gut passt. Leider erfolglos.
Als großes Problem sehe ich, dass die Firmen immer die eierlegende Wollmilchsau suchen. Aber ich bin halt nicht der Typ, der dann einfach behauptet, alles zu können. Doch offensichtlich werden Schwätzer, die genau das tun, bevorzugt.
 

Boone92

Mitglied
Bewerben, bewerben bewerben.

All diese "Anforderungen" sind ziemlich oberflächlich gemeint. Als Studi der GeWis kannst du mit Office-Programmen umgehen und mit Social Media sollte jeder klarkommen. Das reicht aus.

Zu deinem Berufswunsch: Puh, das könnte schwierig werden, denn da gibt es eigene Fächer, die besser passen als "einfache" allgemeine GeWi-Fächer. Mache dich darauf gefasst, dass du vor allem am Anfang Jobs bekommst, die nicht wirklich viel mit deinem Studium zu tun haben. Du musst wirklich offen sein, du wirst was finden, keine Frage. Ob dein Herz dafür brennt, sei mal dahingestellt. Mit der Zeit hast du dann aber genug Berufserfahrung um dich auch wieder mehr interessenbasiert orientieren zu können.

Ich hab selbst GeWis studiert und arbeite heute im Personalbereich. Lustigerweise ist es aber trotzdem so, dass ich für alles, was mit Sprache zu tun hat, immer zurate gezogen werde (Social-Media, Lektorat etc.) Das fliegt einem ganz automatisch zu auch wenn man im Grunde gar nicht dafür eingestellt wurde.

Eine Ausbildung nach dem Studium würde ich auf keinen Fall machen, das ist definitiv ein Rückschritt. (ich bereue selber keine VOR dem Studium gemacht zu haben, aber nach einem Studium vermittelt das einfach nur: nix gefunden und nicht genug Durchhaltvermögen gehabt). Wenn du wirklich gar nichts findest, das halbwegs akademisch und karrierebildend ist, dann kann man das immer noch machen, sei dir aber bewusst, dass eine Ausbildung dann ein kompletter Cut ist.

Weiterbilden geht natürlich immer, aber auch hier ist meine Erfahrung: Man kann sich auch zu Tode weiterbilden.

Für dich ist wichtig, den Berufseinstieg in einem akademischen Feld zu schaffen. Keine Stelle im Verkauf oder Gastro, nein irgendwas mit zumindest kaufmännischem Hintergrund. Von da aus bewirbst du dich dann weiter und wirst dann auch mit deinem Studium plötzlich für Positionen in Betracht gezogen, die mit dem Studium alleine nie möglich gewesen wären.
 

LW84

Aktives Mitglied
Hallo @RageAkuma94 ,

dein größter Vorteil ist, dass du sicher noch relativ jung bist und dich deshalb auch noch umorientieren könntest, was ich dir aus eigenen leidvollen Erfahrungen vielleicht auch nahelegen würde...

Ich komme aus den GeiWis und suche etwas in der Medien- oder Verlagsbranche, aber natürlich bin ich jetzt kein ausgebildeter Grafikdesigner oder Social Media Manager. Trotzdem klingen recht viele Praktika-Ausschreibungen ein bisschen so, als ob sie genau das verlangen. Wenn ich also diese Voraussetzungen nicht habe, wie kann ich diese dann am besten nachholen? Eine andere Berufsausbildung oder gibt es noch einen Bereich unterhalb des Praktikums?
Generell wird in Stellenausschreibungen reingepackt, was geht... Und die studentischen Praktika sind heute meistens entlohnt - vor 10, 20 Jahren war das gerade im Medienbereich noch alles für lau. Für die Grafik können zwar Anwenderkenntnisse in den entsprechenden Programmen gefordert sein, aber für Social Media braucht man weder eine Ausbildung noch sonstige tiefgreifenden Kenntnisse. Die Frage ist eher, ob einen das langfristig glücklich macht.

Nun ist mir das etwas zu schwammig formuliert. Bedeutet das, dass man bestimmte Zertifikate oder den Computerführerschein vorweisen können sollte oder reicht hier auch das Wissen von Tutorials und Basics die man aus dem Informatikunterricht der Schule mitgenommen hat? Besonders bei Social-Media-Erfahrung bin ich mir jetzt nicht sicher, ob hier fundierte Kenntnisse im Online-Marketing gefragt sind oder einfach Kundenerfahrung mit Facebook, Twitter und Co.
Siehe oben - Social Media ist kein Hexenwerk, kann nur unglaublich nerven. Es gibt zwar einige Tools, mit denen zum Beispiel mehrere Plattformen gleichzeitig bedient werden und die Plattformen bieten Analysetools an - aber das war es dann fast mit "Expertenwissen". Von einem Computerführerschein habe ich noch nie gehört und kann mir kaum vorstellen, dass das irgendwo verlangt wird. Man geht gerade im Medienbereich davon aus, dass der Umgang damit Routine ist.

Gibt es überhaupt genug Stellen für die Absolventen von Massenstudienfächern? Und wenn Nein, was macht man in diesem Fall?
Die Stellensuche kann mit einem solchen Fach eine ziemlich prekäre Angelegenheit werden, wobei Praktika wohl noch eher zu finden sind, da Praktikanten gerne als günstige Arbeitskräfte einsetzt werden...

Ich bin am Überlegen noch eine zusätzliche Ausbildung zu machen, die eine klassischen Berufsausbildung gleicht. Verhält es sich hier anders bzw. so, dass die Ausbildung für den direkten Jobeinstieg reicht? Beispielsweise, wenn ich Optiker, Fachinformatiker oder Grafiker werde?
Mit einer Ausbildung Fachinformatiker oder Optiker, vielleicht auch noch Grafiker, dürften die Chancen auf dem Arbeitsmarkt höher sein als mit diversen Studiengängen. Das widerspricht zwar nun der Aussage von @Boone92, ist aber zumindest meine Erfahrung der vergangenen zehn Jahre...

Weiß allerdings nicht, ob das auf GeWi allgemein übertragen kann. Aber insbesondere als Fachinformatiker kannst du dir die Stellen und Städte aussuchen, die Tarife sind am Ende nicht viel schlechter als etwa das, was du hier und da mit einem Erstabschluss etwa im ÖD bekommen würdest. Dazu kommt, dass viele dieser Stellen nur befristet sind. Du darfst dann alle zwei, drei Jahre lustig durch die Republik umziehen und den Stellen hinterher reisen. Gerne sinkt sogar im Laufe der Zeit der Tarif weiter ab, weil etwa die Kommune X eine Stelle mit E11/12 bewertet, während anderswo ein und dieselbe Tätigkeit nur mit E9 ausschrieben wird. Die Frage ist, ob du dir solche Unsicherheiten auf die Dauer leisten kannst und tatsächlich auch psychische Ressourcen für solche Lebenslagen hast. Häufig stimmt einfach das Verhältnis von Aufwand und Ertrag nicht. Und das kann auf die Dauer eine ziemliche Belastung sein. Es war vor 20, 30 Jahren deutlich einfacher, solche Beschäftigungsverhältnisse zu bewältigen. Stichwort Wohnraum und Lebenshaltungskosten.

Bewerbt ihr euch auch manchmal, wenn ihr euch nicht alles, was in der Qualifikation verlangt wird direkt zutraut? Ich finde es ein bisschen schade, dass Arbeitgeber selten die Möglichkeit des Learning by doing anbieten.
Meine Erfahrung ist leider, dass genau das gesucht wird, was in der Ausschreibung steht. Insbesondere was die Abschlüsse anbelangt ist man hierzulande extrem unflexibel. Angeblich werden zwar gerne Quereinsteiger gesucht, am Ende nimmt man dann aber doch diejenigen mit den passgenauen Abschlüssen. Bei den Qualifikationen ist es tatsächlich öfter so, dass nicht alles, was in so eine Ausschreibung gepackt wird, dann wirklich auch Teil der Stelle ist. Ich habe in Bewerbungsverfahren und im Beruf schon erlebt, dass Anforderungen in der Ausschreibung im Alltag keine große Rolle mehr gespielt haben.
 
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RageAkuma94

Mitglied
Ja, manchmal, aber nur, wenn es wirklich gut passt. Leider erfolglos.
Als großes Problem sehe ich, dass die Firmen immer die eierlegende Wollmilchsau suchen. Aber ich bin halt nicht der Typ, der dann einfach behauptet, alles zu können. Doch offensichtlich werden Schwätzer, die genau das tun, bevorzugt.
Ich finde, dass die Firmen und die Arbeitswelt halt praktisch Null Rücksicht auf Leute nehmen, die nicht von Anfang an absolut reife Manager ihrer eigenen Karriere sind. Und das übt jetzt enormen Druck auf mich selbst aus. Aber ich frage mich da immer:

Wie machen das Späteinsteiger auf dem zweiten Bildungsweg, die möglicherweise vorher Handwerker oder Leiharbeiter waren? Wie machen, dass Flüchtlinge in Lehrbetrieben? Ich kenne z.B. einen Syrer der erst mit Mitte 20 überhaupt hier angekommen ist und seine erste Ausbildung begonnn hat. Trotzdem gibt es Firmen und einige andere Studenten, die dich für einen absoluten Versager halten, wenn du mit Mitte 20 nicht so viel vorzuweisen hast, wie sie. Sagt da der Arbeitsmarkt, dann: ,,Tut uns leid ihre Neuorientierung war zu spät. Oder: Sie sind zu alt für Praktika?"
 
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RageAkuma94

Mitglied
Bewerben, bewerben bewerben.

All diese "Anforderungen" sind ziemlich oberflächlich gemeint. Als Studi der GeWis kannst du mit Office-Programmen umgehen und mit Social Media sollte jeder klarkommen. Das reicht aus.

Zu deinem Berufswunsch: Puh, das könnte schwierig werden, denn da gibt es eigene Fächer, die besser passen als "einfache" allgemeine GeWi-Fächer. Mache dich darauf gefasst, dass du vor allem am Anfang Jobs bekommst, die nicht wirklich viel mit deinem Studium zu tun haben. Du musst wirklich offen sein, du wirst was finden, keine Frage. Ob dein Herz dafür brennt, sei mal dahingestellt. Mit der Zeit hast du dann aber genug Berufserfahrung um dich auch wieder mehr interessenbasiert orientieren zu können.

Ich hab selbst GeWis studiert und arbeite heute im Personalbereich. Lustigerweise ist es aber trotzdem so, dass ich für alles, was mit Sprache zu tun hat, immer zurate gezogen werde (Social-Media, Lektorat etc.) Das fliegt einem ganz automatisch zu auch wenn man im Grunde gar nicht dafür eingestellt wurde.

Eine Ausbildung nach dem Studium würde ich auf keinen Fall machen, das ist definitiv ein Rückschritt. (ich bereue selber keine VOR dem Studium gemacht zu haben, aber nach einem Studium vermittelt das einfach nur: nix gefunden und nicht genug Durchhaltvermögen gehabt). Wenn du wirklich gar nichts findest, das halbwegs akademisch und karrierebildend ist, dann kann man das immer noch machen, sei dir aber bewusst, dass eine Ausbildung dann ein kompletter Cut ist.

Weiterbilden geht natürlich immer, aber auch hier ist meine Erfahrung: Man kann sich auch zu Tode weiterbilden.

Für dich ist wichtig, den Berufseinstieg in einem akademischen Feld zu schaffen. Keine Stelle im Verkauf oder Gastro, nein irgendwas mit zumindest kaufmännischem Hintergrund. Von da aus bewirbst du dich dann weiter und wirst dann auch mit deinem Studium plötzlich für Positionen in Betracht gezogen, die mit dem Studium alleine nie möglich gewesen wären.

Naja, aber ich bin von meinem Studium überhaupt nicht überzeugt und halte es auch für gesellschaftlich wenig relevant. Ich glaube jede Ausbildung in der Pflege, IT oder im Printbereich (Grafikdesigner, Medienfachmann) und jede Ausbildung eines berufsbildenden technischen oder kaufmännischen Abendkollegs (kann man bei uns in Österreich mit Abi als Abendschule nachmachen bzw. die fehlenden Fächer halt) wäre sinnvoller und auf dem Arbeitsmarkt gefragter als mein Studium. Und ich war halt auch nicht der Beste in meinem Studium. Lektor-Ausbildungen und Ausbildungen zum Texter oder Social-Media-Experten all das gibt es ja separat.

Die Frage ist, ob es jetzt sinnvoll ist zwanghaft nach Praktika zu suchen, die mich vielleicht gar nicht nehmen und mit sich mit einem Studium zu bewerben von dem ich gar nicht überzeugt bin und in dem ich wenig praxisrelevante Inhalt vermittelt bekommen habe, als sich durch Abendkurse, Ausbildungen weiterzubilden und nebenbei eine neue Berufsausbildung zu beginnen. Ich müsste ja immer noch wesentlich mehr vorzuweisen habe, als jetzt jemand der mit 15 mit lauter Fünfern die Schule abbricht. Ich hoffe, dass Abi und der Bachelor zumindest auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz einen Nutzen haben werden.
 
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RageAkuma94

Mitglied
Hallo @RageAkuma94 ,

dein größter Vorteil ist, dass du sicher noch relativ jung bist und dich deshalb auch noch umorientieren könntest, was ich dir aus eigenen leidvollen Erfahrungen vielleicht auch nahelegen würde...



Generell wird in Stellenausschreibungen reingepackt, was geht... Und die studentischen Praktika sind heute meistens entlohnt - vor 10, 20 Jahren war das gerade im Medienbereich noch alles für lau. Für die Grafik können zwar Anwenderkenntnisse in den entsprechenden Programmen gefordert sein, aber für Social Media braucht man weder eine Ausbildung noch sonstige tiefgreifenden Kenntnisse. Die Frage ist eher, ob einen das langfristig glücklich macht.



Siehe oben - Social Media ist kein Hexenwerk, kann nur unglaublich nerven. Es gibt zwar einige Tools, mit denen zum Beispiel mehrere Plattformen gleichzeitig bedient werden und die Plattformen bieten Analysetools an - aber das war es dann fast mit "Expertenwissen". Von einem Computerführerschein habe ich noch nie gehört und kann mir kaum vorstellen, dass das irgendwo verlangt wird. Man geht gerade im Medienbereich davon aus, dass der Umgang damit Routine ist.



Die Stellensuche kann mit einem solchen Fach eine ziemlich prekäre Angelegenheit werden, wobei Praktika wohl noch eher zu finden sind, da Praktikanten gerne als günstige Arbeitskräfte einsetzt werden...



Mit einer Ausbildung Fachinformatiker oder Optiker, vielleicht auch noch Grafiker, dürften die Chancen auf dem Arbeitsmarkt höher sein als mit diversen Studiengängen. Das widerspricht zwar nun der Aussage von @Boone92, ist aber zumindest meine Erfahrung der vergangenen zehn Jahre...

Weiß allerdings nicht, ob das auf GeWi allgemein übertragen kann. Aber insbesondere als Fachinformatiker kannst du dir die Stellen und Städte aussuchen, die Tarife sind am Ende nicht viel schlechter als etwa das, was du hier und da mit einem Erstabschluss etwa im ÖD bekommen würdest. Dazu kommt, dass viele dieser Stellen nur befristet sind. Du darfst dann alle zwei, drei Jahre lustig durch die Republik umziehen und den Stellen hinterher reisen. Gerne sinkt sogar im Laufe der Zeit der Tarif weiter ab, weil etwa die Kommune X eine Stelle mit E11/12 bewertet, während anderswo ein und dieselbe Tätigkeit nur mit E9 ausschrieben wird. Die Frage ist, ob du dir solche Unsicherheiten auf die Dauer leisten kannst und tatsächlich auch psychische Ressourcen für solche Lebenslagen hast. Häufig stimmt einfach das Verhältnis von Aufwand und Ertrag nicht. Und das kann auf die Dauer eine ziemliche Belastung sein. Es war vor 20, 30 Jahren deutlich einfacher, solche Beschäftigungsverhältnisse zu bewältigen. Stichwort Wohnraum und Lebenshaltungskosten.



Meine Erfahrung ist leider, dass genau das gesucht wird, was in der Ausschreibung steht. Insbesondere was die Abschlüsse anbelangt ist man hierzulande extrem unflexibel. Angeblich werden zwar gerne Quereinsteiger gesucht, am Ende nimmt man dann aber doch diejenigen mit den passgenauen Abschlüssen. Bei den Qualifikationen ist es tatsächlich öfter so, dass nicht alles, was in so eine Ausschreibung gepackt wird, dann wirklich auch Teil der Stelle ist. Ich habe in Bewerbungsverfahren und im Beruf schon erlebt, dass Anforderungen in der Ausschreibung im Alltag keine große Rolle mehr gespielt haben.

Nun bei uns in Österreich gibt es die Berufsbezeichnung "Fachinformatiker" als solche nicht. Aber es gibt unter der Kategorie IT auf Jobportalen die Berufsausbildungen des "Systemtechnikers" und ,,Applikationsentwicklers". Ich interessiere mich eigentlich schon für IT, traue mir nur jetzt kein komplettes Informatikstudium zu, weil, wenn das scheitert, stehe ich in 3 Jahren mit fast 30 dann mit Nichts da und ich war in MINT-Fächern durchschnittlich, aber weder ein Genie noch grottenschlecht. Nach der Ausbildung hingegen könnte man immer noch studieren. Und vor allem sind viele Weiterbildungsmöglichkeiten für die Medien- oder IT-Branche hier auch einfach sehr teuer (mancher Kurs kostet zwischen 1000 und 2000 Euro beim Wifie) und eine Ausbildung brächte mir zumindest ein Einkommen um so etwas begleitend noch zu machen oder nach der Ausbildung. Ebenso gibt es viele Ausbildungen im Medienbereich, Abendschulen und Kurse. Mir kommt echt vor, dass man überall mehr Relevantes für den Arbeitsmarkt vermittelt bekommt als in GeiWi-Fächern. Selbst in der Berufsschule lernt man zumindest kaufmännisches Wissen.
 

LW84

Aktives Mitglied
Wie machen das Späteinsteiger auf dem zweiten Bildungsweg, die möglicherweise vorher Handwerker oder Leiharbeiter waren? Wie machen, dass Flüchtlinge in Lehrbetrieben? Ich kenne z.B. einen Syrer der erst mit Mitte 20 überhaupt hier angekommen ist und seine erste Ausbildung begonnn hat. Trotzdem gibt es Firmen und einige andere Studenten, die dich für einen absoluten Versager halten, wenn du mit Mitte 20 nicht so viel vorzuweisen hast, wie sie. Sagt da der Arbeitsmarkt, dann: ,,Tut uns leid ihre Neuorientierung war zu spät. Oder: Sie sind zu alt für Praktika?"
Das sind die kranke Arbeitswelt und die neoliberalen Verhältnisse. Und dabei ist AT im Vergleich zu D noch nicht ganz so prekär aufgestellt. Ich würde versuchen, mich so wenig wie möglich nach diesen Wünschen und Vorstellungen zu orientieren. Andererseits bleibt natürlich ohne reiche Eltern oder Lottogewinn auch nicht viel Spielraum. Man muss für sich austarieren, inwieweit man sich den Wünschen der Wirtschaftslobby unterwirft.

Nun bei uns in Österreich gibt es die Berufsbezeichnung "Fachinformatiker" als solche nicht. Aber es gibt unter der Kategorie IT auf Jobportalen die Berufsausbildungen des "Systemtechnikers" und ,,Applikationsentwicklers". Ich interessiere mich eigentlich schon für IT, traue mir nur jetzt kein komplettes Informatikstudium zu, weil, wenn das scheitert, stehe ich in 3 Jahren mit fast 30 dann mit Nichts da und ich war in MINT-Fächern durchschnittlich, aber weder ein Genie noch grottenschlecht. Nach der Ausbildung hingegen könnte man immer noch studieren.
Hierzulande kann man beim Fachinformatiker ebenfalls aus diesen zwei Fachrichtungen wählen. Die Fachrichtung Systemtechniker ist dabei die praktischer orientierte.

Mir kommt echt vor, dass man überall mehr Relevantes für den Arbeitsmarkt vermittelt bekommt als in GeiWi-Fächern. Selbst in der Berufsschule lernt man zumindest kaufmännisches Wissen.
Geisteswissenschaften studiert man weniger für den Arbeitsmarkt, was es ja eigentlich sympathisch macht. Man lernt in diesen Fächern auch ziemlich viel, anderswo wird eben schön für die Klausur auswendig gelernt. Es gibt durchaus Tätigkeitsbereiche und auch spezielle Nischen, die für Geisteswissenschaftler offen stehen. Allerdings stellt sich eben heute tatsächlich die Frage, ob man die angesprochenen Ressourcen hat (psychisch, finanziell), um einen solchen beruflichen Werdegang durchstehen zu können.
 

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