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Ehrenamt gleich Ausnutze und billige Arbeitskraft?

G

Gast

Gast
Hallo,

ich ( w,24) bin seit Juli mit meiner Ausbildung zu ende und habe trotzt Bewerbungen schreiben, noch nichts in Richtung Arbeitsplatz.
Ich wohne noch mit meinen Eltern, da ich ausziehen wollte, wenn ich was habe wegen dem finanziellen.

Jetzt hatte ich gestern einen Termin beim Arbeitsamt und bekomme nun Bewerbungstraining.
Während des Gesprächs mit der Vermittlerin, meinte sie dass es doch gut währe wenn ich irgendwas mache um irgendwie Raus zu kommen und fragte mich, wie es mit Ehrenamtliche Arbeit aussehe usw.

Ich gebe zu, ich hatte schon vorher daran gedacht, so was in der Richtung zu machen und dass auch so nebenbei meinen Eltern erzählt gehabt. Auch aus dem Grund, weil es einfach besser aussieht im Lebenslauf/Bewerbungsanschreiben und man hat tatsächlich was zu tun.

Die Antwort darauf von meiner Mutter war, dass sie mich anschrie und dass es alles Ausnutze wäre.

Auch so halten meine Eltern nichts von Ehrenamtliche Arbeit oder Soziales Jahr usw.

Ist das wirklich so, dass Ehrenamt etc doch eher in Richtung Ausgenutzt werden geht und man besser nichts macht und sich stattdessen weiterhin um eine Arbeitsstelle bemüht?

Danke fürs lesen.

Lieben Gruß
 

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Darknessgirl

Aktives Mitglied
Wenn man sich ausnutzen lässt, ja. Aber wenn man gerne etwas für andere Mernschen tut, dann ist es okay. Ehrenamt heißt ja grundsätzlich, dass ich mithelfe, ohne eine konkrete Gegenleistung dafür zu erwarten und mir dessen bewusst bin, ich mich also freiwillig dafür entscheide.
 

Dipp2Lip

Mitglied
Ich finde nicht das Ehrenamt grundsätzlich abzocke ist. Klar gibt es immer einzefälle wo das passiert aber der Kerngedanke vom Ehrenamt ist doch das man Menschen aufgrund von Empathie helfen möchte.
Im Ehrenamt sollte man allerdings ein bestimmtes "Nein" beherrschen können ansonsten wird man wohl abgezockt :)
Wenn du der Meinung bist das dir ein Ehrenamt freude bereitet und damit die Zeit sinnvoll füllen kannst ist das einer der besten Dinge die du tun kannst!
Ist doch immer noch besser als zuhause zu sitzen und däumchen zu drehen! :)
Lass dich nicht unterkriegen...Momentan werden Ehrenamtliche Arbeiter händeringend gesucht!
 

Burbacher

Aktives Mitglied
Wer für sich Spaß daran hat, sich im Rahmen eines Ehrenamtes zu engagieren, soll das gerne tun, und ich habe das (wie ihr wisst, bis vor kurzem noch) immer wieder auch getan.
Dennoch stimme ich Kritikern zu, dass das Ehrenamt auch missbraucht wird, einfach um Gelder zu sparen, die man anderswo gleichwohl und bereitwillig ausgibt.
In kleinen Gemeinden leisteten früher Bürgermeister gegen ein Sitzungsgeld und eine kleine Aufwandsentschädigung ihre Arbeit ehrenamtlich. Heute sind Bürgermeister Wahlbeamte und werden recht üppig entlohnt, einschließlich Fahrer und Dienstwagen.
Es gibt auf Länderebenen etwa Behindertenbeauftragte, die über einen großen Apparat verfügen und die auch entsprechend honoriert werden. Auf der unteren Ebene jedoch erhalten die Menschen, die sich für Behinderte einsetzen, ein freundliches Danke, wenn überhaupt.
Und da bin ich dann bei einem meiner Lieblingsthemen, den sogenannten Wohlfahrtsverbänden. Egal, ob sie kirchlicher oder sozialer Natur sind, ihre Vertreter werfen sich immer wieder in Schale und verkünden ihre Wohltätigkeiten, als seien sie die Vertreter der reinen Wohlfahrt, verschweigen uns aber, dass sie Millionenumsätze machen, Geld scheffeln ohne Ende, während für sie gleichzeitig zig tausende Menschen unterwegs sind, die sich ohne einen Cent dafür zu bekommen, engagieren. Schon Geschäftsführer von Kreisverbänden solcher kirchlicher oder caritativer Verbände verdienen sich selbst eine goldene Nase.
Ich habe kürzlich hier über meinen Ausstieg aus der Sprachförderung für Migranten berichtet. Um Geld ging es mir dabei wirklich nicht, und ich habe weder danach gefragt, noch irgendeinen Cent erhalten.
Wenn ich dann aber in den letzten Tagen immer wieder höre, dass für die sprachliche Integration von Migranten Gelder zur Verfügung stünden, dann allerdings frage ich schon, wer sich damit die Taschen füllt, wenn doch in diesem Bereich überwiegend Ehrenamtliche unterwegs sind.
Mein Fazit: Ehrenamt kann schön sein, Spaß machen und wichtig sein. Genauso aber kann es missbraucht werden, nicht von denen, die es ausüben, aber von denen, die damit Geschäfte machen.

Burbacher
 

Findefuchs

Moderator
Teammitglied
Hallo,

ich ( w,24) bin seit Juli mit meiner Ausbildung zu ende und habe trotzt Bewerbungen schreiben, noch nichts in Richtung Arbeitsplatz.
Ich wohne noch mit meinen Eltern, da ich ausziehen wollte, wenn ich was habe wegen dem finanziellen.

Jetzt hatte ich gestern einen Termin beim Arbeitsamt und bekomme nun Bewerbungstraining.
Während des Gesprächs mit der Vermittlerin, meinte sie dass es doch gut währe wenn ich irgendwas mache um irgendwie Raus zu kommen und fragte mich, wie es mit Ehrenamtliche Arbeit aussehe usw.

Ich gebe zu, ich hatte schon vorher daran gedacht, so was in der Richtung zu machen und dass auch so nebenbei meinen Eltern erzählt gehabt. Auch aus dem Grund, weil es einfach besser aussieht im Lebenslauf/Bewerbungsanschreiben und man hat tatsächlich was zu tun.

Die Antwort darauf von meiner Mutter war, dass sie mich anschrie und dass es alles Ausnutze wäre.

Auch so halten meine Eltern nichts von Ehrenamtliche Arbeit oder Soziales Jahr usw.

Ist das wirklich so, dass Ehrenamt etc doch eher in Richtung Ausgenutzt werden geht und man besser nichts macht und sich stattdessen weiterhin um eine Arbeitsstelle bemüht?

Danke fürs lesen.

Lieben Gruß
Das kommt immer darauf an, was du machen möchtest. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. In der Regel ist es so, dass viele ehrenamtliche Tätigkeiten sogar finanziell entlohnt werden. Nicht viel, aber einfach eine Summe, die Anerkennung ausdrückt. Natürlich macht sich je nach Ehrenamt und wo man sich bewirbt, auch sowas gut im Lebenslauf.

Aber primär sollte man ein Ehrenamt machen, weil es einem Freude bereitet und erfüllt. Man lernt dabei auch oft sehr nette Leute kennen und macht Erfahrungen fürs Leben, die sehr wertvoll sein können.

Dabei stimmt es aber schon, dass man sehr aufpassen muss, nicht ausgenutzt zu werden. Das kann dir aber auch bei normalen Jobs passieren, alleine schon, wenn die schlecht bezahlt werden oder du ständig Überstunden schieben musst.

Wenn dein Ehrenamt gut betreut wird, solltest du auch feste Ansprechpartner haben, die sich um dich und deine Fragen kümmern und dich nicht stehen lassen oder dir zusätzliche Arbeiten aufbürden, die eigentlich nicht zu einem Ehrenamt gehören. Und es sollte sich in einem abgestimmten Rahmen bewegen und nicht bodenlos werden.
 
G

Gast

Gast
Hi!

Ich finde was "Burbacher" von seinen Erfahrungen berichtet, klingt gut verarbeitet, für sich selbst, und läßt trotzdem die Möglichkeit zur eig. Erfahrung offen. (Das nenne ich mal Reife!)
Letztlich macht doch jeder Mensch seine eigenen Erfahrungen, und die können sehr unterschiedlich sein.

Die Mutter mal so schnell als egoistisch zu betiteln, finde ich ein wenig eng gedacht, liegt es doch auch in der Aufgabe einer solchen, schützend auf ihr Kind einzuwirken...
und Eltern sehen es zurecht nicht gern, wenn ihrem Kind dies geschähe...also das es ausgenutzt wird.
Vielleicht nahm sie sich einfach nicht die Zeit sich mit der Thematik der Tochter näher zu befassen, was natürlich auch nicht sehr
löblich wäre...
aber dies ist natürlich reine Spekulation!


ein Statement von einem anderen Gast
 
E

Edy

Gast
Kommt drauf an, wenn ich an die Flüchtlingswelle denke, kanns nicht schaden, sich ehrenamtlich einzusetzen. Nachvollziehbar, dass das von staatlicher Seite fast nicht alleine zu bewältigen ist.

Anders siehts natürlich aus bei Wohlfahrtsverbänden generell: die sind stinkreich und z. B. Tafeln und Tafelläden schädigen die Gesellschaft, indem die Armut betoniert wird anstatt sie zu bekämpfen, mit Recht z. B.

"Recht" - da würde ich Ehrenamt bei Menschenrechtsorganisationen empfehlen.

Dann kann man das Unrecht siehe oben bekämpfen. ;)
 

Burbacher

Aktives Mitglied
Für mich gibt es noch einen anderen kritischen Aspekt im Zusammenhang mit Ehrenämtern. Es ist weithin bekannt, dass wichtige Posten in unserem Staat vorrangig durch die Parteien besetzt werden. Ich sprach bereits darüber.
Und, wenn man wie ich, immer wieder auch einmal bereit war, sich zu engagieren, stellt man sehr schnell fest, dass Parteien und mächtige Verbände, Ehrenämter dazu benutzen, ihre Macht auch in andere gesellschaftliche Bereiche auszuweiten.
Oft werden auf diese Weise auch Mitglieder "entlohnt" und zufrieden gestellt, die man in der eigenen Organisation nicht unbedingt in einer Führungsrolle sehen möchte. Auf diese Weise werden sie schlicht ruhig gestellt.
Dass der Zugriff auf Ehrenämter auch die Unabhängigkeit von Institutionen tangieren kann, steht für mich schon lange fest.
Vor vielen Jahren saß ich einmal in einem örtlichen Parteivorstand. Während einer Sitzung stand die Besetzung von Schöffenämtern an, und es galt Vorschläge zu machen.
Dabei geschah Folgendes: Der örtliche Parteivorsitzende wurde als Schöffe beim Landgericht vorgeschlagen, seine Frau als ehrenamtliche Richterin beim Sozialgericht, und die inzwischen volljährige Tochter beider landete als Schöffin beim Jugendgericht.
Solche Besetzungen von Ehrenämtern kann man durchgängig beobachten. Während der kurzen Zeit meiner Betreuung landete ich bei einem Betreuer, der mit einem Wohlfahrtsverband in Verbindung stand. Meine Therapeutin gehörte dem gleichen Verband an. Hat dann etwa auch noch ein Richter, eine Richterin eine Nähe zu einer solchen Organisation, kann man schon kritische Fragen stellen.
Ehrenämter sind schon längst zur Beute bestimmter Interessengruppen geworden, und so könnte man dann Brechreiz entwickeln, wenn ein so zu Ehren gekommener Zeitgenosse am Ende seines Ehrenamtes auch noch mit dem Bundesverdienstkreuz bedacht wird.

Burbacher
 

Findefuchs

Moderator
Teammitglied
Meine Erfahrungen mit Ehrenämtern sind ganz anders. Es kommt darauf an, wo man sein Ehrenamt hat. Wenn man natürlich in politische Gefilde einsteigt, ist klar, dass das zu einem Game of Thrones verkommt und Machtspielchen daraus werden.

Aber ein Ehrenamt in weniger wichtigen Positionen ist nicht weniger erfüllend und bereitet nicht weniger Freude. Man arbeitet oft direkt ganz nah mit den Menschen zusammen, die das Ehrenamt dringend brauchen. Und das ist oft einfach ein total schönes Gefühl, wirklich jemanden helfen und ihn unterstützen zu können. Es muss nicht immer ein Ehrenamt ganz weit oben sein.

"Parteien und mächtige Verbände" interessieren sich weniger für denjenigen, der im Seniorenheim aushilft, der im Tierheim Hunde ausführt, der etwas gemeinsam mit Flüchtlingen unternimmt oder etwas gemeinsam mit Menschen mit Behinderung unternimmt.
 

Adria78

Aktives Mitglied
Ich sehe ehrenamtliche Arbeit dann kritisch, wenn dadurch Aufgaben die eigentlich der Staat leisten müsste, von Ehrenamtlern übernommen werden. Was heutzutage oft der Fall ist. Dadurch gehen auch sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen verloren.

Ich habe das in der Altenpflege gesehen. Ehrenamtler sind keine Pflegedienstkräfte. Das muss man ganz klar sagen. Und auch kein Ersatz dafür. Sie können alten Menschen eine schöne Zeit machen, ihnen vielleicht helfen, sie beschäftigen, das sie nicht so einsam sind. Aber ich kenne Beispiele, wo das weit über diesen Bereich hinaus ging. Also schon Richtung Pflege. Und das finde ich nicht korrekt. Das ist ausnutzen.

Aber ich denke, es wäre in dem jungen Alter des TE viel sinnvoller, sich voll und ganz auf die Suche einer neuen Stelle zu konzentrieren. Und in dieser Zeit vielleicht eher ein Praktikum oder eine Probearbeit in neuen Betrieben zu absolvieren. Damit keine Langzeitarbeitslosigkeit eintritt. Weil dann hat man es wirklich schwer!
 

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